Blogger, die billigen Werbewände der Unternehmen?

Seit Monaten brennt mir dieses Thema unter den Nägeln und seit einigen Tagen versuche ich den richtigen Einstieg in diesen Artikel zu finden. So richtig gelingen will es mir einfach nicht.
Da die Zeit für diesen Artikel aber mehr als reif ist, hau ich et jetzt einfach raus, so wie es mir in den Sinn kommt.

Ein paar Sachen vorweg:

  • Ja, jeder darf machen was er will
  • Ja, auch ich freue mich über Kleinigkeiten und schreibe manchmal darüber
  • Nein, ich möchte nicht, dass jeder nur noch für Geld bloggt
  • Nein, ich erwarte keine 8 Millionen Euro pro Firma und Test
  • Ja, jeder hat mal klein angefangen

Worum geht es?

In der Vergangenheit haben sich fragwürdige Aktionen von Firmen gehäuft, in denen Blogger dazu angehalten wurden, für ein paar Proben, ordentlich Werbung für die Firma zu machen. So sollte häufig, zu einem ausführlichen Testbericht, im Vorfeld auch eine Ankündigung und Vorstellung der Firma verfasst und veröffentlicht werden.

Mal ganz abgesehen davon, dass ein paar der Firmen die Bloggeraktionen im Allgemeinen sehr fragwürdig organisiert und durchgeführt habe , finde ich, dass der Aufwand, der für ein paar Pröbchen gemacht werden soll, in keiner Relation zu der Arbeit steht, die Blogger für das Erstellen der Berichte haben.

Das haben auch viele Andere so gesehen, Ihrem Unmut auf den Facebookseiten der Firmen Luft gemacht und daraufhin viel Kritik anderer Blogger geerntet. Es war ein großes Fest, wie es eben nur ein Fest sein kann, wenn (überwiegend) Frauen sich in die Haare kriegen.

Ein Kommentar ist mir bei der ganzen Sache aber im Kopf geblieben. So sehr, dass ich kurzer Hand nachgefragt habe, ob ich ihn hier zitieren darf. Jawohl, ich darf!
Vorhang auf für Lars, der die Sache ziemlich gut auf den Punkt gebracht hat.

Lieber Ulric,
was für ein grandioses PR-Desaster! YOU MADE MY DAY! Wer führt denn diese Abteilung? Jemanden zu etwas verpflichten zu wollen wenn man ihm etwas für € 3 (!) schenkt! Ich meine, ich stelle mich auch nicht an die Straße zu jemanden der bettelt und werfe € 3 in seinen Hut und sage: „TANZ“.
Liebe Prinzessinnen,
grundlegend, warum der Streit? Man muss es doch einmal ganz nüchtern betrachten. Rossmann, oder wer auch immer verkauft ein Parfum für € 3. Der Handel hat meistens aufgrund seiner Kosten (Ladengeschäft, Angestellte etc.) die höchsten Kosten. Ich lehne mich weit aus dem Fenster, aber schätze mal… Im Einkauf zahlt Rossmann zwischen € 1,10 und € 1,30 je Flacon. Ziehen wir davon mal die Herstellungskosten und Distribution ab bleibt nicht mehr viel Geld übrig! Jetzt hat der gute Ulric aber noch keine Werbung gemacht! Und wenn man wenig Gewinn per Stück hat muss man viele Stücke verkaufen! Viele Stücke verkaufen = viel Werbung (trifft fast immer zu, außer dein Produkt ist so scheiße das es keiner haben will).
Was tun? Bilanzsumme aus 2012 nicht so gut wie 2011… Blogger! Da bekommt man für 10 Euro (3 für das Produkt + Versand + Aufwand Distribution) doch glatt richtig Werbung! Weiß überhaupt jemand was eine Anzeige in einer Zeitschrift kostet?
Ab jetzt wird es super einfach, du bekommst ein Produkt, testest es, machst deine eigenen Fotos und schreibst einen Text, je nach Niveau zwischen 45 Minuten und 2,5 Stunden.
45 Minuten = Stundenlohn von € 3,99
2,5 Stunden = Stundenlohn von € 1,20
Ihr wisst hoffentlich schon dass man gerade einen Mindestlohn verhandelt!
Was manche Bloggerinnen hier einfachen sagen wollen, geht an eure Spardose nehmt 3 Euro raus, kauft euch das Parfum und schreibt einen Text! Denn alles andere ist Prostitution (Ich habe höchsten Respekt vor dieser Berufsgruppe, aber nicht vor jemanden der sich für 3€ verkauft!)
Blogger die für 3€ einen Bericht schreiben verkaufen sich unter Wert!
Firmen die erwarten dass Sie für 3€ günstige Werbung bekommen haben die falsche PR-Abteilung!
Versteht mich nicht Falsch, ich möchte es nicht allein auf das Geld beziehen!
Aber wie immer im Leben:
YOU GET WHAT YOU PAY FOR!

Bevor jetzt die Befürworter solcher Aktionen auf die Barrikaden gehen und nicht mehr weiter lesen:

Es geht NICHT darum, dass Produkte von geringem Wert nicht vorgestellt werden dürfen, sondern darum, dass immer mehr Firmen glauben, Blogger als Ihre billigen Werbewände benutzen zu können und das viele unter den „Bloggern“ sind, die das einfach so mit sich machen lassen.
Je mehr Leute an solchen Aktionen teilnehmen und damit tolle und vor allem sehr, sehr günstige Werbung für die Firmen initiieren, umso weniger wird die Arbeit, die oftmalst dahinter steckt, Wert geschätzt. Und das führt unweigerlich dazu, dass man als Blogger weniger ernst genommen wird.

Ich glaube, dass gerade die ganzen Befürworter solcher Aktionen oft gar nicht wissen, wie wahnsinnig teuer gute Werbung eigentlich im „realen Leben“ ist und wie viel Arbeit ein gut recherchierter und geschriebener Artikel bedeutet.
Nur mal ein paar kleine Beispiele:

  • Kosten für eine Werbeanzeige (1 komplette Seite) in einem kleinen Magazin:  ca. 3500€
  • Kosten für eine Werbeanzeige (1/3 der Seite) in einem kleinen Magazin: ca. 1350€
  • Kosten für eine Werbeanzeige in der sogenannten „Griffecke“ einer regionalen Tageszeitung: ca. 1500€
  • Kosten für einen Teaser-Button auf der Seite einer regionalen Tageszeitung: ca. 1200€
  • Die Kosten für eine Werbebanner Platzierung auf großen und bekannten Seiten werden mit Hilfe des Tausend-Kontakt-Preises (TKP) ermittelt. Pro 1000 Klicks muss der Advertiser also einen bestimmten Preis zahlen.

Beispiel:

Eine 1/1-seitige Farbanzeige im „Spiegel“ kostete im Jahr 2006 netto 50.600 Euro.
50.600 Euro/6.040.000 Leser × 1000 = TKP = 8,38 Euro/1000 Leser
Es kostete 8,38 Euro, 1.000 Lesern eine ganzseitige Spiegel-Anzeige zu präsentieren. Quelle: Wikipedia

Hier wird deutlich, wie viel Geld die Firmen teilweise sparen können, wenn sie für Marketingzwecke auf z.B. Blogger zurück greifen. Zudem ist die Werbung über Blogs oftmals effektiver, weil direkt die jeweilige Zielgruppe angesprochen werden kann.

Ich möchte mit all diesen Ausführungen nicht sagen, dass nun jeder Blogger 1000€ für seinen Artikel nehmen soll, das wäre ohnehin mehr als unrealistisch. Und ich möchte auch nicht sagen, dass es grundsätzlich verwerflich ist, über günstige Produkte zu berichten.

Mir ist durchaus bewusst, dass das Zahlen von „echtem Geld“ für einige, gerade kleine Firmen, finanziell schwer machbar ist  und oft nicht den gewünschten Effekt zeigen. Insbesondere wenn man als Startup auf echte „Billigblogger“ reinfällt, die ihren Artikel einfach nur dahin klatschen und bei der Angabe ihrer Reichweite auch noch gelogen haben. Ich spreche hier tatsächlich und ausschließlich von fragwürdig durchgeführten Aktionen, bei denen Blogger im Vorfeld viel Werbung generieren sollten und im Endeffekt wirklich nur kleine Pröbchen, die in keiner Relation zu dem Aufwand der verfassten Artikel standen, erhielten. Pröbchen, mit denen man sich nicht  mal einen Hauch eines Eindruckes verschaffen kann.
Ebenso möchte ich noch mal klar stellen, dass der Großteil der Firmen wirklich sehr freundlich und professionell mit Bloggern umgeht.

Aber:
Es gibt eben auch die schwarzen Schafe die meinen, Blogs seien billige Werbewände und Blogger würden alles tun, um ein bisschen was kostenlos zu bekommen. Ich kann nur von mir sprechen:
Mein Blog ist einer meiner Berufe. Auch wenn das immer noch niemand glauben will, aber ich verdiene mit diesem Blog so viel Geld, dass ich nur einen Teilzeit-Job nebenher habe.
Das Schreiben meines Marketingblogs ist ein Beruf, der mir Spaß macht. Ich biete hier eine Dienstleistung an. Diese Dienstleistung ist aber, wie alle anderen Dienstleistungen auch, nicht kostenlos und lässt sich auch nicht mit Knöpfen (oder 5ml Pröbchen) bezahlen.
Ich recherchiere viel, ich erstelle Fotos, Videos, hole andere Meinungen ein, ich schreibe ausführliche, humorvolle und authentische Artikel, die nirgendwo sonst so zu finden sind.
Und verdammt noch mal: JA! Das kostet nicht nur Zeit sondern eben auch Geld. Diese Dienstleistung hat einen Wert, der weit über den Wert einer 5ml Probe oder ein 250ml Shampoo hinaus geht.
Leider wird das in Deutschland immer noch viel zu oft belächelt. Sogar aus den eigenen „Blogger-Reihen“.
Die, die da sagen: „Ja, wenn du so denkst, dann machst du das auch nicht mehr aus Spaß sondern nur wegen dem Profit! Und du bist voll gar nicht ehrlich und verlierst den Spaß an deinem Hobby“.

Ich kann Euch nicht verstehen.
Geht Ihr auch zu den Menschen, die Spaß an ihrem „angeseheneren“ Beruf haben und konfrontiert sie mit Sätzen wie: „Was geht? Du hast Spaß an deinem Beruf und wirst dafür auch noch bezahlt? Wie verwerflich ist das denn! Ich gehe lieber einfach so arbeiten weil es mir nämlich Spaß macht und das auch so bleiben soll.“
Oder stellt Ihr einem Klempner nen Pümpel (gnädiger Weise!) kostenlos zur Verfügung und sagt: „Mach ma die Verstopfung weg.“ Leute ehrlich. Nur weil „bloggen“ kein Ausbildungsberuf ist, darf man damit kein Geld verdienen und soll für läppische 50 Cent hochwertigen Content liefern und vor Freude jubeln? Quasi damit das Hobby noch Hobby sein darf?

Ich bin der Meinung, dass man sich nicht für jedes Angebot gleich zwei Beine ausreißen sollte. Sondiert Eure Partner genauer aus. Schaut, was zu Euch passt. Lehnt unverschämte Anfragen ab. Sagt den Leuten, was sie falsch machen! Ihr werdet deutlich erfolgreicher sein, wenn Ihr Euch von der Masse abhebt. Wenn Ihr gegen den Strom schwimmt. Wenn Ihr nicht ständig positiv berichtet, nur damit die Firmen Euch noch mehr in den Hintern schieben. Riskiert doch ruhig mal eine Absage!

Ich würde mir wünschen, dass das schlechte Image „der Billig-Blogger, die für Kostenloses ALLES tun weil sie sowieso nichts Besseres zu tun haben“ endlich mal verschwinden würde.
Geht aber natürlich nicht, wenn weiterhin einige genau dieses Bild auch den Unternehmen präsentieren.

Übrigens:
Die JuJu von JuJus-Wonderland hat sich mit dieser Thematik übrigens bereits vor mir beschäftigt und das Ganze ziemlich gut auf den Punkt gebracht. Dort solltet Ihr also definitiv auch rein schauen: http://www.jujus-wonderland.blogspot.de/2014/02/wie-ist-das-eigentlich-mit.html

Jetzt seid Ihr dran:
Wie seht Ihr das? Glaubt Ihr nicht auch, dass das Image von uns Bloggern unter solchen massenhaften „Billig-Werbung-Aktionen“ leidet? Findet Ihr es verwerflich, aus einem Hobby einen Beruf zu machen und damit Geld zu verdienen? Würde Eure Leidenschaft für das Schreiben tatsächlich darunter leiden, wenn Ihr für das Schreiben entlohnt werden würdet?
Und für die Kritiker bezahlter Beiträge: Sind Produkte nicht ebenso eine Bezahlung für Eure Arbeit?

Ich freue mich schon jetzt auf die lebhaften Diskussionen mit Euch.

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Über den Autor

Die Checkerin

Frohnatur! - Freak! - Philosophin!
Kommt selten schnell auf den Punkt, trifft aber irgendwann trotzdem den Nagel auf den Kopf.

54 Kommentare

  • Ohh wenn da nicht wieder ein Sturm der Entrüstung auf dich zukommt, „wie kann die denn nur, dann soll sie bei so einer Aktion nicht mitmachen usw“
    Ich persönlich stimme dir bei deiner Ansicht zu. Wenn man sich bedenkt, wie lange es teilweise dauert bis ein Beitrag endlich steht ist der Aufwand manchmal recht hoch, das die Leute sich dann für eine Probe dann auch noch halb diktieren lassen, was sie zu schreiben haben, wie oft sie teilen usw. da verzichte ich dann lieber.
    Liebe Grüße
    Petra

  • Ich stimme dir da voll zu. Mittlerweile sortiere ich aus,für wen ich schreibe und für wen eben nicht. Gestern erhielt ich z.B. einen Umschlag. es war auch ein Anschreiben dabei,von einem Unternehmen das Energy Schoki vertreibt. Sie sind auf meinen Blog aufmerksam geworden und blablabla und würden sich sehr freuen,wenn ich ihre Produkte vorstelle und darüber berichte.Im Umschlag steckte ein Stück!(keine Tafel) Schokolade und 3 einzelne Energy Kaugummis.Da ist mir meine Zeit echt zu Schade. Sorry …

  • lach Danke! ich sehe es genauso! gut aucg ich mache hin und wieder einen Bericht über pröbchen aber das ist dann ohne das die Firmen das so wollten, meist kaufe ich die Sachen. aber ich glaube auch, das du da in eine eidrige wunde gestochen und etwas ins rollen gebracht hast. ich freu mich schon auf die lästermäuler und blogger die es nicht verstehen und beleidigt sind.

    ich hätte nichts gegen ein Taschengeld
    genauso freue ich mich über hochpreisige tests
    ich halte es mittlerweile so, das ich die Arbeit des Artikels dem Produkt anpasse.
    überschlagen für proben? nein danke!
    diktieren lasse ich mir auch nichts! da würde ich auch auch 150 € lohn verzichten. immer ehrlich und ausgewählte Produkte.

    • Ich harre der Dinge die da kommen Manuela, glaube auch, dass das die Ruhe vor dem Sturm ist 😉
      Aber die Leute haben es dann, wie du schon sagst, einfach nicht verstanden oder sind beleidigt.

      Und klaro, ich schreibe auch gern mal über Proben aber auch nur, wenn es sich für meine Leserinnen auch wirklich lohnt darüber zu schreiben und es irgendwas ganz interessantes ist oder ich so begeistert/enttäuscht von dem Produkt bin, dass ich es unbedingt anderen mitteilen möchte.
      Und umgekehrt natürlich genauso:
      Wer für egal wie viel Geld versucht meine meinung zu beeinflussen hat genauso Pech gehabt 😉

      Danke in jedem Fall für dein Feedback, da fühlt man sich später bei den Anfeindungen dann nicht mehr so allein haha

  • well done!
    die größere sorge die ich immer habe: verstehen mich die menschen die er betrifft überhaupt? war das zu hoch? 😉
    aber was soll ich noch sagen, meine Meinung steht schon im post.

    gruß

    lars

  • gesehen, gelesen, geteilt!
    ich stimme dir zu! ich kann dem auch nichts mehr hinzufügen, ausser: mir ist aufgefallen, dass gerade die großen unternehmen die dreistesten sind! denen ist es am ende doch egal ob 2 von 100 bloggern absagen weil sie mit der „auftragsart“ nicht zufrieden sind.
    gglg

  • Ich persönlich stimme zu ! Ich sage nein wenn es nicht passt ….Hatte einen ganz energischen Menschen ,der mir sagen wollte wie ich mit meinem Blog umgehe und was er geben möchte 🙂 Dann hat er mich so geärgert das ihm schrieb 100 Euro ein Artikel und ich hatte ihn los …
    Ich habe immer noch eine schlechte Erinnerung an 2011 bot mir eine Firma Studentenfutter an 1 Packung ,und der Blogbeitrag sollte ein Roman sein ….Heute sage ich nein passt nicht Margit

  • Huhuuu,

    ich finde das hier richtig spannend – klasse geschrieben – sowohl von Lars als auch von der Checkerin – und definitiv richtig! Wie ich aber gerade schon auf FB geschrieben habe, stehe ich irgendwo in der Mitte und es gibt für alles ein Für und Wider.

    Und jaaaa Lars, ich verstehe deinen Text – er war nicht zu hoch für mich und das, obwohl ich mich ab und an sehr gerne für „Billig“-Produkte „prostituiere“ *gg*!!!

    In diesem Sinne – einen schönen Abend ihr Lieben – bis bald und Grüßle – Tanja

  • Huhu …

    Finde das ein schwieriges Thema …

    Ich mache auch nicht bei allem mit oder tue alles um an ein paar proben zu bekommen…
    Andererseits kann ich mir auch nicht vorstellen für Geld zu schreiben …
    Da würde ich mich dann doch unter Druck gesetzt fühlen die Dinge gut darzustellen … bin aber auch ein vieeeeel winzigerer blogger als du …

    Und werde es wohl auch bleiben ^^

    Kann dich aber voll und ganz verstehen …!

    Alles liebe jennifer

  • Hallo, ja das hast Du gut geschrieben gefällt mir. Ich bin auch der Meinung das kleine Geschenke die Freundschaft erhalten. Ich betreibe zwar keinen Blog aber wenn ich Sachen zum testen bekomme (und wenns ne kleine Tüte) ist bekommt derjenige von mir eine Antwort mit meiner persönlichen oder auch mit der Meinung von Freunden. Ich bin da schon manchmal hart und verkneife mir keine Kritik, wer die nicht konstruktiv sieht hat in seinem Job was falsch gemacht. Nichts ist besser als die Kundenmeinung. ich habe viele Jahre als Kundendienstleiter gearbeitet und war der Prügelknabe für Kundenbeschwerden etc., erst hier lernt man sich in die Leute hineinzuversetzen (wie würde ich reagieren) und die Probleme „draussen zu verstehen. Hier kann man ansetzen und seine Fehler suchen und beheben. Wir haben in der Zeit sehr viele technische Anlagen im PC/DFÜ-Sektor gemeinsam beim Kunden im laufendem Geschäftsbetrieb getestet. Für den Kunden absolut nicht lukrativ in dieser Zeit aber zum Abschluss durfte die Technik samt Software kostenlos behalten werden, hierbei waren 5-stellige Beträge im unteren Sektor bis nach oben nicht selten.
    Klar das kann man sicher nicht vergleichen, schon weil die Relationen nicht stimmen. trotz allem sollte doch jeder für sich selbst entscheiden ob er sich als „billiges“ Werbemittel hergibt bzw. ob der ganze Aufwand (z.B. wg. einem Pröbchen) es wirklich wert ist.
    Hier einen gesunden Mittelweg zu finden ist letztendlich jedem seine persönliche Entscheidung.

    In diesem Sinne weiterhin viel Spaß beim „checken“.

  • was ich noch loswerden möchte: ich schreiben manchmal für wirklich kleine unternehmen bei denen ich sogar zum teil die produkte selber kaufe, aber hier ist es der hobby-spass faktor…, ABER das ist nicht vergleichbar mit manchen großen firmen die ganz bewusst blogger ausnutzen indem sie zum teil noch textvorgaben verlangen. hach ich könnte romane schreiben…

    • Ich hab auch immer noch das Gefühl nicht alles gesagt zu haben.
      Genau das was du gerade ansprichst, ist ja noch mal ein ganz anderer Punkt.
      Und über so kleine Unternehmen schreibt man dann ja nicht nur mal aus Spaß so ganz gerne sondern eben auch weil man den Unternehmen super gerne dabei hilft, vielleicht etwas bekannter zu werden und große Freude hat, wenn das dann auch noch wirklich klappt.
      Aber momentan kommt da ja oft einfach nur bei rum, dass sich weitere 30 Blogger bei dem Unternehmen als Tester bewerben 🙁
      Ist ja auch noch son Thema für sich, zu dem ich sicher auch nicht mehr lange meine Schnute halten kann.

      Jedenfalls:
      Klaro! Die kleinen Unternehmen sind mir oft sogar deutlich sympathischer als die ganz großen eben weil das alles viel herzlicher und wertschätzender abläuft und man da mit einem Bericht auch wirklich was bewegen kann.

  • Ich habe das Thema vor kurzem auch auf meinem Blog behandelt, habe ebenfalls den Lars zitiert. Ich finde es toll, dass ich nicht die einzige bleibe die das Thema mal bebloggt und sich wünscht, dass da einige Blogger mal darüber Gedanken machen, was dieses unter Wert verkaufen am Ende für Auswirkungen hat.
    Vielen Dank für den Post, ich habe ihn gern gelesen =)

    Liebe Grüße
    JuJu

  • Liebe Checkerin,

    ich habe das ganze Thema in meinem kleinen Landei-Dasein noch gar nicht ernsthaft betrachtet.

    Ich habe es bisher so gehalten, dass ich nur blogge, wenn ein Produkt mich tatsächlich anspricht, Wert egal.
    Bin auch Bloggerin z.Bsp. für Cosnova und der Warenwert steht in keinem Verhältnis zur stundenlangen Arbeit. Ich erhalte jedoch Produkte vor Markteinführung und das reizt mich sehr. Als eine der Ersten von einem neuen Produkt zu erzählen, macht Riesenspaß. Ich weiß, dass der Spruch oberflächlich klingt aber: Ich blogge wirklich nur aus Spaß an der Sache. Ich entspanne und relaxe wunderbar, während ich über Beautythemen schreibe.

    Irgendwo hab ich gelesen, dass Cosnova ja nicht „verlangt“ einen Post zu veröffentlichen. Es ist jedoch so, dass man von weiteren Testlieferungen bei wiederholtem „Nicht-Bloggen“ ausgeschlossen wird.

    Die Thematik der Parfumproben-Blogger-Aktion hab ich verfolgt und da hört auch bei mir der Spaß auf. Vor dem eigentlichen Produkttest einen Bericht zu verfassen, um evtl. als Testerin in Betracht zu kommen, würde ich nicht. Auf diesen Zug werde ich auch nicht aufspringen.
    Ich bin als Bloggerin sehr zugänglich wenn Folgendes erfüllt wird: freundliches Anschreiben, Produktinfo, Beschreibung des Unternehmens, großes Interesse meinerseits, Bereitstellung eines Produktes (Warenwert egal), keine Zensierung meines Berichtes.

    Ich finde es absolut nicht verwerflich für einen Blogpost eine Summe x entgegen zu nehmen. Ich habe allerdings bisher ausschließlich kostenfrei gebloggt und entscheide immer aus dem Bauch heraus für wen ich dazu bereit bin.

    Liebe Grüße von Marion.

    • Huhu Mariönchen 😉

      mir geht das mit dem entspannen ganz genau so und weiß absolut was du meinst.
      Produkte vor Markteinführung zu erhalten ist natürlich besonders toll und spannend.

      Und was du zur Zugänglichkeit sagst ist auch genau richtig.
      Genau so handhabe ich das auch und da ist der Warenwert natürlich (!) völlig egal und ich würde auch nie auf die Idee kommen denen dann zu schreiben „Ja sorry aber reicht mir nicht. Ich brauch ma noch nen Fuffi extra“.
      Finde da hört da Spaß dann auf der anderen Seite genauso auf.
      Wenn alles drum herum passt, dann ist das genau richtig so.

      Mit bezahlten Beiträgen meinte ich also vor allem Shopvorstellungen oder ähnliches, bei denen man kein Produkt erhält und eben anderweitig bezahlt wird.
      Wobei es natürlich auch immer mal Firmen gibt, die einen beispielsweise bitten einen Bericht und ein Video zu erstellen und dann sagen: Dafür gibt es auch was Extra.

  • Hallöchen 🙂
    Auch wenn ich im Moment meistens zur Zeit zum stillen Mitlesen überall finde (warum hat mein Tag nicht mehr als 24 Stunden? Ich prangere das an!), zu dem Thema muss ich auch kurz meinen Senf abgeben, auch wenn Du meine Meinung sowieso schon kennst 🙂

    Ich bin ja vom Fach, was Werbung angeht und ich sehe es genauso:
    Man sollte nicht übertreiben und sagten „Yeah, meine Posts kosten jetzt 800€“, aber man darf sich auch auf gar keinen Fall unter Wert verkaufen. Wenn man eine gewisse Reichweite mit seinem Blog vorweisen kann, dann darf man auch sagen „Hey, das ist für euch aber eine gute Werbung, ich habe auch eine bestimmte Vorstellung davon, wie diese oder jene Kooperation ablaufen soll.“ Das ist völlig legitim und ich habe mittlerweile die Vereinbarung bei rein „werblichen“ Posts, dass nicht der Inhalt bezahlt wird, sondern meine Dienstleistung in Form des Schreibens. Sprich, es gibt dann einen gewissen Satz, den diese Firma als „Stundenlohn“ bezahlt, weil ich mich hinsetze und meine Zeit investiere, um einen Artikel zu verfassen.

    Das beeinflusst allerdings nicht den Inhalt, denn der ist ganz allein meine subjektive Meinung und meine Sache. Wenn mir ein Produkt nicht gefällt, gefällt es mir nicht. Ich versuche dann immer, eine faire Darstellung zu machen, was fand ich gut, was fand ich nicht gut und dann kann sich jeder Leser selbst eine Meinung bilden, ob er gewisse Dinge, die ich nicht so toll finde, vielleicht gar nicht so wichtig findet, usw.. Man kann auch eine ordentliche Präsentation von Produkten machen, von denen man nicht ganz überzeugt war. Ich finde, der Ton macht auch hier die Musik und man findet an allem auch sicherlich etwas positives (und wenn es im schlimmsten Fall nur die Verpackung ist, whatever), das man noch mit einbinden kann. Und so lange man nicht persönlich wird und irgendwas in der Luft zerreisst – denn das MUSS man nicht machen – kann man auch äußern, wenn man hier und da Kritik hat.

    Wenn man für die Dienstleistung des Schreibens bezahlt wird, heißt das nicht automatisch, dass der Inhalt vom Beitrag gekauft ist. Diesen kleinen, aber feinen Unterschied scheinen 99% der Leute in Deutschland nicht machen zu können und hier liegt doch der Hase im Pfeffer. In anderen Ländern (z.B. in den USA) ist es völlig normal, dass man sagt „Oh, you’re a blogger? How much money do you make with it?“. Dort stellt niemand in Frage, dass man sich für’s Schreiben bezahlen lassen kann, ohne dass die eigene Meinung absäuft und ebenfalls gekauft wird. Und so sollte es sein. Unterm Strich sind Blogger Autoren und wer bei einer Zeitung eine Kolumne schreibt, macht das im Normalfall auch nicht umsonst (mag Ausnahmen geben, aber ihr versteht, was ich meine).

    Außerdem sind „wir Blogger“ ja auch so, dass wir oft ganz ohne Gegenleistung irgendwas veröffentlichen. Einfach, weil wir etwas gut finden und Spaß dran haben und/oder es mit unseren Lesern teilen wollen. Es ist doch jedem selbst überlassen, aber viele verstehen diese ganzen Zusammenhänge mit Werbung und Kohle einfach nicht richtig oder es interessiert sie nicht. Das erinnert mich stark an die vielen DIY-Muttis, die ihre genähten Kinderklamotten nur 1€ überm Materialpreis auf DaWanda verschleudern. Diese Mentalität macht es anderen unmöglich, ihre Waren zu einem vernünftigen Preis anzubieten. Ist bei Bloggern und Werbung leider das gleiche in grün. Offenbar darf man in Deutschland keinen Gewinn machen, wenn man irgendwas macht. Böse! (Sarkasmus Schild.)

  • Hmm da muss ich jetzt echt mal grübeln wie ich darüber denke. Ich hab das ganze wirklich begonnen weil es mir Spaß macht neue Produkte kennen zulernen die ich mir so eben nicht kaufen würde. Ich bewerbe mich allerdings auch nur auf die Sachen die mich interessieren und greife nicht alles ab nur um einen Post zu haben. Grundsätzlich hast du mit alle dem was du schreibst recht. Fakt ist ein Blogger der mehr als nur 2 Sätze zu schreiben hat verbringt ziemlich lange für einen Post. Und das was man im Endeffekt von der Firma dafür bekommt ist natürlich nix. Steht in keinem Verhältnis zu dem was man macht. ABER. Nicht jeder ist in der Lage so groß rauszukommen das er sich dafür bezahlen lassen könnte.
    Schwer zu sagen. Klar wäre es cool so wie bei mir wenn ich mir ein wenig was verdienen könnte ABER du kennst ja meine Situation geht es eben dann doch nicht. Ich denke das das jeder so für sich entscheiden muss wohin er mit seinem Blog will. Ich möchte definitiv nicht mit denen in einen Topf geschmissen werden die nur danke schreiben und meinen sie haben was gutes getan die sollte man meiner Meinung nach auch aussortieren weil ich glaube das genau die daran Schuld sind das die Blogger Fraktion so schlecht gesehen wird. Wenn man es kann warum sich nicht bezahlen lassen klar. Ich denke das muss man von Fall zu Fall sehen. Joar.. hmmm.. grübel 🙂

  • Ich teile Deine Meinung voll und ganz!

    Es ist schon richtig, dass man sich manchmal verleiten lässt zu blöden Aktionen, wie sie eben derzeit bei Fb gelaufen sind und noch laufen! Ich habe mich auch bei einer Firma beworben, mit der ich nun reingefallen bin!
    Du hast vollkommen Recht, dass ein guter Bericht einige Stunden an Arbeit kostet, das ist in einer halben Stunde wohl kaum hingeklatscht! Es wird doch jedes Wort umgedreht, der Satz nochmals überarbeitet, ja, ganze Abschnitte werden umgehauen und neu überarbeitet. Wenn dann eine Firma mit Mini-Pröbchen kommt und tolle Berichte will, dann ist das definitiv nicht in Ordnung!

    Erst vor kurzer Zeit kam im Fernsehen ein Bericht über die Kosten, die ein Unternehmen für seine Werbung zahlen muss. Dabei sind Deine Preise noch wenig! Wenn man überregional werben möchte, dann wird es mal so richtig teuer! Geschweigen denn, wenn es um andere Medien geht, wie eine Zeitung.

    Klar, ich schreibe natürlich auch über Produkte, die nicht wirklich teuer sind, darum geht es ja nicht mal. Aber sich billig verkaufen lassen, davor sollten wir alle ein wenig aufpassen, um nicht tatsächlich als billige Werbeplattform dazustehen.
    Der Gedanke geht auch so weit, dass man sich tatsächlich mal Gedanken über gesetzte Links machen sollte, Stichwort Follow- Unfollow-Links.

    Schwierig finde ich auch die Mentalität macher Blogger, die ich gerade auf FB beobachte, die sich wirklich bei allem und jedem melden. Ich persönlich finde das nicht gerade gut für den allgemeinen Blogger-Ruf. Das heißt nicht, dass man bei keinen Gewinnspielen oder nicht bei Produkttests mitmachen soll… Nein! Aber manchmal wäre eine gewisse Auswahl doch wirklich auch angebracht. Das ist aber meine persönliche Meinung.

    Gegen bezahlte Posts habe ich auch nichts, solange die eigene Meinung nicht beeinträchtigt wird. Ehrlich gesagt, fehlen mir hierzu dann nur noch die passenden Angebote 😉

    Ein sehr guter Gedankenanstoß von Dir!

    Liebe Grüße, Sabine

    • Oh ja, die Mentalität einiger Blogger finde ich auch schwierig.
      Wundere mich da auch regelmäßig, wie massenhaft manche an Gewinnspielen und sämtlichen Testaufrufen teilnehmen.
      Das erweckt dann schon den Eindruck von „Die wollen nur abgreifen“.
      ist sicherlich genau so schwierig und ärgerlich zugleich 🙁

  • Ich blogge ja nun seit einem Jahr. Grund: Ich bin chronisch erkrankt, dadurch Frührentnerin, habe dadurch massig Zeit und ich wollte mich endlich von meiner beschissenen Situation ablenken. Das war mein Grund mit dem bloggen anzufangen…… Was ich allerdings in diesem Jahr an Unverschämtheiten von Firmen erlebt habe ist wirklich, wirklich unfassbar. Ich habe anfänglich ja überhaupt nicht durchgeblickt wie das alles abläuft und habe selbstverständlich auch über alles was ich bekommen konnte gebloggt. Ich hatte niemals eine Gewinnerzielungsabsicht und habe das heute auch nicht, wie erwähnt ich blogge aus anderen Gründen als wie die meisten von euch. Mittlerweile lehne ich aber mehr Angebote ab, als dass ich annehme. Ich blogge sehr viel über selbst gekaufte Ware und habe da auch überhaupt kein Problem damit kostenlos für jemand Werbung zu machen. Natürlich freue ich mich über jede vernünftige Kooperation aber mein Blog kann zur Not auch mit weniger Kooperationen überleben. Erst vor Kurzem erhielt ich im Grunde ein wertiges Produkt von einer Firma zur Verfügung gestellt. Der Haken an der Geschichte: das auf der Haut anzuwendende Massagegerät war versifft und mit deutlichsten Gebrauchsspuren versehen…..Da könnt ich glatt kotzen !!! Was denkt sich so ein großes Unternehmen dabei gebrauchte, verschmodderte Geräte an Blogger bzw. mich zu verschicken. Das ist unterste Schublade und Respektlosigkeit pur !Ich habe eine email rausgeschickt, das Gerät unbenutzt wieder eingepackt und unfrei zurück geschickt. Wer nun aber meint, dass die Firma versucht hat an der Situation noch was zu retten, der irrt gewaltig. „Es täte Ihnen leid, normal schicken sie keine gebrauchten Geräte“….Ja ne is klar !! Kein Angebot ein neues ungebrauchtes Gerät an mich zu schicken o.ä…..
    Ich könnte hier jetzt Romane über weitere Unverschämtheiten schreiben, aber lasse es. Jeder muss selbst für sich entscheiden wie er und für welchen „Preis“ er bloggt. Ich entscheide grundsätzlich danach ob mir ein Produkt bzw. das Unternehmen gefällt, dann ist mir auch der Wert relativ egal. Wichtig ist mir persönlich jedoch ein fairer und vertrauensvoller Umgang miteinander.
    LG

    • Huhu Gitte,

      oh ja bei Dir hat man ja schon so einige Schoten miterlebt. Mein persönliches Highlight war ja die Obstbox die du bekommen hast.
      Wobei ich jetzt das benutzte Gerät echt noch krasser finde.
      Das geht echt gaaaar nicht.

      Was ich noch sagen wollte:
      Ich mach das hier auch aus Spaß, zur Ablenkung und weil es mir eben Freude bereitet zu schreiben und andere an meinen Erfahrungen teilhaben zu lassen.
      Und ich mach hier auch kein großes Geld.
      Schreibe für die meisten Firmen „umsonst“ und kaufe bei kleinen Firmen die Produkte auch mal selbst.
      Es ging mir wirklich nur darum, wie sich einige Blogger für ein paar Pröbchen Arme und Beine ausreißen weil manche Firmen es so erwarten und hab das dann in den Zusammenhang mit bezahlten Beiträgen gebracht.
      Natürlich kann und soll jeder selbst entscheiden aber ich finde eben, dass das Image der Blogger leidet, wenn solche Aktionen für voll genommen werden und quasi „überrannt“ werden.

      • Ich wollte auch nichts verteufeln, weder in die eine noch in die andere Richtung. Im Gegenteil wie gesagt am Anfang, wenn du noch keinen Plan hast, schreibst du ja über alles was du bekommst, damit du etwas Futter für deinen Blog hast. War ja bei mir genauso, aber irgendwann kommt automatisch der Punkt wo du dich fragst, will ich das wirklich so weitermachen ? Ich nicht, deshalb versuche ich seit einiger Zeit meinen Blog auch in eine andere Richtung zu lenken. Natürlich gibt es viel zu viele neue Blogs die dementsprechend den Markt „strapazieren“ und dann nach ein paar Monaten wieder im Nirwana verschwinden, das macht halt ziemlich viel für die dauerhaften Blogger kaputt, da gebe ich dir vollkommen recht.

        • Ich wollt das auch nur generell noch mal klar stellen weil ich das Gefühl habe, dass viele verstanden haben ich würde hier für das testen von Produkten zusätzlich Geld erhalten oder verlangen 😀

          Stimme dir also absolut zu, auch was diesen Punkt angeht, an dem man sich fragt ob man alles so weitermachen will wie bisher.
          An dem Punkt war ich vor einigen Monaten auch und versuche das Ganze seit dem etwas anders zu machen.

          Ich hoffe übrigens, dass dir das bloggen gut hilft beim ablenken 😉

  • Hallo Ihr Lieben,
    leider habe ich diesen Post erst heute entdeckt. Ich stimme Euch voll und ganz zu. Ich habe mich sogar bei einigen Plattformen, wie z.B. trnd abgemeldet. Die wollen noch „bevor“ man überhaupt mal in eine Auswahl kommt jede Menge Info und Arbeit und dann schaut man in die Luft. Das halte ich für so unseriös, dass ich mich nach 10 Tagen auch postwendend wieder abgemeldet habe. Da habe ich allerdings schon einigen Spott zu hören bekommen. Manche sind ganz stolz, wenn sie dann nach 10 h Arbeit in die engere Auswahl kommen. Da kaufe ich mir das entsprechende Shampoo dann doch lieber.
    Auch ich habe inzwischen einige mails von Firmen bekommen: wir sind auf Ihren Artikel über……. in Ihrem Blog gestoßen und finden ihn sehr gelungen… bla bla bla…. wir fänden es toll, wenn sie einen Banner oder einen link zu unserem Unternehmen einbauen würden. Und wenn ich dann zurückschreibe, was FÜR MICH denn dabei der Vorteil ist, kam von nicht einer einzigen Firma eine Antwort… sehr unseriös..
    Auch ich habe schon über viele Dinge geschrieben, die mir nicht gesponsert wurden – aus reiner Lust und Freude am schreiben.
    Aber wenn eine Firma Tester sucht, dann sollte sie auch einen entsprechenden Gegenwert bieten.
    UND zu guter Letzt, sind die Blogger (im Allgemeinen) auch selbst dran schuld. Es werden teilweise jetzt schon Tester für EINEN Nagellack gesucht und ich lese da Kommentare wie „wow“ oder Wahnsinn… „wenn das nicht mal ein toller Test ist“…
    Ich möchte und kann mit meinem Blog kein Geld verdienen, wenn ich aber das Gefühl habe, dass mich jemand ausnutzt (wie z.B. besagtes trnd) dann bin ich da sowas von weg….
    Ich weiß, dass ich jetzt einiges geschrieben habe, was schon andere gesagt haben, aber ich wollte einfach meine Meinung kund tun.
    Denn kürzlich wurde ich fast in der Luft zerissen, weil ich bei einigen Test keine Bewerbung abgegeben habe – aus o.g. Gründen…
    Liebe Grüßé
    Gitte

    • Huhu liebe Gitte,

      ich freue mich doch immer wenn Ihr so viel schreibt und ich so viel zu lesen habe.
      Sehe es genau so wie du und kann dem wirklich nichts hinzufügen außer:
      Diese Kommentare ala „WOW“ oder „Wahnsinn, was für ein Test“ sind für mich pure Heuchelei und/oder Einfallslosigkeit. Vielleicht glauben manche auch, dass sie mit so „begeisterten“ Worten höhere Chancen haben 😉

      Ich finde es übrigens toll, dass du dich wegen deiner Entscheidung, die völlig schlüssig, normal und richtig ist, nicht unterkriegen lässt.
      bin bei den genannten Plattformen zwar noch angemeldet aber mach da nix mehr.
      Finde da auch das ganze Vorgehen oft fast schon nervig weil so viel darüber berichtet werden soll und man zig Mails bekommt, wenn man es eben noch nicht so gemacht hat wie gewünscht.

      Jetzt hab ich irgendwie den Faden verloren haha sorry 😉

      Liebe Grüße

  • Sehr schön auf den Punkt gebracht. Das Thema „Bloggen und Wertigkeit“ beschäftigt wohl viele. Das Problem, warum Firmen jedoch immer unverschämter werden, sind die Dumping-Blogger. Da werden für 50 Cent Wert gleich 2000 Wörter geschrieben. Und ja, ich habe auch teilweise sehr günstig gebloggt in der Vergangenheit, weil es auch schwer einzuschätzen ist, welchen eigentlichen Wert man selbst hat. Mittlerweile lehne ich sehr viele Aufträge ab, wobei ich noch Gott sei Dank keine benutzten Dinge zugeschickt bekommen habe…Ich blogge aber grundsätzlich nurnoch Dinge auf meinen Blogs, die mir entweder gefallen/garnicht gefallen oder wo ich denke, dass es meine Leser interessieren könnte. Generell muss mir das Thema oder das Produkt irgendwie gefallen. Über Sachen, die ich grundlegend schon ätzend finde, schreibe ich nicht.

    Aber zwischenzeitlich kommen immer mal Anfragen rein, die einfach merkwürdig sind. „Binden Sie doch bitte unser Video auf Ihrem Blog ein, das bietet einen grandiosen Mehrwert für Ihre Leser.“ Und was hab ich davon? Der nächste: „Bloggen Sie über unser Bodenputzmittel.“ Kostet im Schnitt 3 Euro und kennt kein Mensch. Solche Anfragen häufen sich immer mehr und manchmal frage ich mich auch was die sich denken. Aber solange es Blogger gibt, die sich für alles und jeden prostituieren, wird das auch weiterhin so praktiziert. Und wenn man mit der Gegenleistung für einen Blogbeitrag nicht einverstanden ist, dafür ein Gegenangebot macht, dann kommt meist garkeine Rückmeldung mehr. Scheint auch gängige Praxis geworden zu sein.

    Letztens kam eine Anfrage, die lautete ungefähr: Wir mögen Ihren Blog, schreiben Sie doch mal über unser Produkt. Dafür bieten wir Ihnen Rabattgutscheine, die Sie dann an Ihre Leser verlosen können.“ Ähm ja..na klar. Dass wir als Blogger Zeit und Arbeit investieren sieht scheinbar keiner mehr.

    So, das war mal ein kleiner Senf von mir. Ich könnt noch mehr dazu schreiben, aber dann wirds ein Roman. 😛

    LG

    • Ach, vergessen. Ganz herzig sind auch die Firmen, die einen oder mehrere Beiträge möchten und im Text gern rund 5 Backlinks hätten (am liebsten mit Vorankündigung und weiterem Backlink)…da fällt einem doch nix mehr zu ein.

    • Huhu Denise,
      ich hatte heute auch wieder so ne tolle Email 😀 Ich solle von einer wildfremden Plattform, die eine Umfrage gemacht hat über Valentinsgeschenke, Umfrageergebnisse in meinen blumenfee-Post einbinden…..Natürlich ohne Gegenleistung, einfach so als Mehrwert für meine Leser. Sach mal gehts noch !!! Was für Drogen haben die denn eingeworfen, die Blumenfee würde sich freuen, wenn ich so nen Quatsch machen würde. Wo nehmen die ihr Selbstvertrauen her, so einen MÜLL überhaupt anzufragen……LG

      • Woah so was hatte ich letztena auch gleich zweimal. Ne andere Shake Firma wollte bei FiguraNorm verlinkt werden und ein Kosmetikbuch sollte im Beitrag von Cosline promoted werden. Auch einfach nur so aus Nettigkeit. Da gabs dann auch die entsprechende Antwort zu 😀

  • Ich staune echt was für kackdreiste (sorry!) Anfragen einige von den Damen hier bekommen.
    Also ich muss sagen, dass ich bisher meistens verdammt viel Glück mit meinem Angeboten hatte und ich noch nie darum gebeten wurde aus „Nettigkeit“ irgendwelchen Blödsinn zu posten. Ich glaube da würde ich auch platzen vor Wut und denen eine gesalzene Mail zukommen lassen.
    Ich frage mich ob einige PR-Leute ihren Schein dazu im Lotto gewonnen haben…

    Liebe Grüße
    JuJu

  • sorry aber jedes weib in elternzeit denkt doch mittlerweile: oh es gibt was gratis? ich werde auch produkttesterin! die machen aber auch keine vernünftigen fotos, keine ausführlichen berichte und posten nur noch was es alles so umsonst gab – alles ist der hammer! schlechte produkte gibt es nicht – für eine rolle klopapier wird eine lobeshymne geschrieben – in meinen augen nichts neues und es wird immer schlimmer. jeder fängt klein an, aber irgendwann ist auch mal schluss mit lustig. seriöse firmen arbeiten vernünftig mit ebenso seriösen bloggern zusammen 😉

  • Du sprichst mir aus der Seele. Ich habe nicht mit meinem Blog, sondern mit Berichten auf Verbraucherportalen angefangen, über Dinge, die ich selber gekauft und lange genutzt habe. Natürlich habe ich mich auch so nach und nach für Produkttest beworben und so manche mitmachen dürfen. Aber auch hier bin ich immer objektiv und kritisch geblieben. Wenn ich gesehen habe, dass manche Tester bereits nach einem oder zwei Tagen Jubelberichte raus gehauen haben, dann habe ich mich immer gefragt, wie die das Produkt jetzt schon bewerten können, vor allem wenn es sich um Küchengeräte oder andere technische Sachen gehandelt hat. Und bei manchen Bloggerinnen mit Sponsoren frage ich mich, warum die niemals mit einem Produkt weniger zufrieden sind. Kann man das dann ernst nehmen? Ist das überhaupt lesenswert? Ich will bei Gott nicht alle in einen Topf werfen, aber das ist schon ein Phänomen, das sich immer stärker bemerkbar macht. Interessant ist zum Beispiel auch, wenn jemand einen Shop lobt, bei dem er noch nie eingekauft und von dem er lediglich ein Produkt geschenkt bekommen hat. Wie will man da den Kundenservice, den Bestellvorgang, die Suchfunktionen, die Lieferschnelligkeit bewerten?
    Klar, ich bekomme kaum etwas gratis und werde selten bei Tests genommen – aber ich weiß, dass ich objektiv und nach bestem Wissen und Gewissen berichte und morgens in den Spiegel schauen kann.
    Das musste mal gesagt sein, auch wenn ich vielleicht für meine Meinung eins auf´s Dach bekomme 😉
    Liebe Grüße
    Kerstin

  • Gut, das Gewinnspiel an eine Bedingung zu knüpfen war nicht schön. Ich distanziere ausdrücklich von dem Begriff Billigblogger. Fakt ist: Ich habe mich dort beworben, bin nachgerückt, habe das Produkt erhalten und schreibe einen Bericht. Die Bedingungen wurden im nachhinein geändert. Man muss nicht. Dank eurem Protest. 😉 Die meisten Produkte meiner Berichte sind selbst gekauft weil ich noch nicht so bekannt bin. Ich verdiene mit meinem Blog kein Geld, es ist nur ein Hobby. Ich mache Fotos mit meiner Kamera bis ich damit zufrieden bin, ich gebe mir unglaublich viel Mühe mit meinen Berichten und bin dabei immer ehrlich. Ich würde auch nie über kleine Proben schreiben weil man sich keinen Eindruck von dem Produkt machen kann. Es gibt Produkte über die ich erst nach etlichen Monaten berichte. Ich habe bei dem Gewinnspiel mitgemacht weil ich mir dachte: Wenn ich den Duft nicht selbst kaufen muss dann spare ich mir das Geld. Einen Berichte hätte ich so oder so geschrieben.

    • Huhu Sabrina,

      sorry aber ich hab gar keine Ahnung wer Du bist :-O
      Und habe auch niemanden persönlich angesprochen sondern vor allem Kritik am Vorgehen der Firmen geäußert.

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