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Du isst vegetarisch/vegan, obwohl Du auch Fleisch isst, bist Du bekloppt?

In den letzten Monaten gibt es kaum ein Thema, das im Livestream bei Instagram eine größere Relevanz hat (abgesehen vom Üblichen „Wie alt bist Du“ „Warum habt Ihr keine Kinder“ „Warum heiratet Ihr nicht“ „Wie sieht dein Kot morgens früh aus“ -.- ), als meine Essgewohnheiten.

Ein Burger ohne Fleisch und Käse? Ein Haushalt ohne Milch? OH MEIN GOTT #lebenamlimit
Immer wieder werde ich gefragt, WARUM ich vegan oder vegetarisch esse. Aus irgendeinem Grund ist es für viele Menschen absolut neuartig (und manchmal regelrecht abgefahren und unglaublich), dass ich mich, obwohl ich Fleisch esse, vor allem vegetarisch aber auch oft vegan ernähre und mich sogar erdreiste, in meinem Haushalt weites gehend auf Milch und Eier zu verzichten. Wer dann noch hört, dass ich meinen weltbesten vegetarischen Burger, sogar in der veganen Variante, einfach JEDEM Fleisch-Burger vorziehe, der fällt komplett vom Glauben ab. Wie kann sie das nur sagen? Ein Burger ohne Fleisch und Käse? Ein Haushalt ohne Milch? OH MEIN GOTT #lebenamlimit

Als wären Obst, Gemüse oder vegetarische/vegane Ersatzprodukte Alienscheiße, mit der zuvor noch niemand auf dieser Welt in Kontakt kam.
Ich steh da und wunder mich. Wirklich. So viel Beschränktheit in unserer Gesellschaft macht mich sprachlos. Als wären Obst, Gemüse oder vegetarische/vegane Ersatzprodukte Alienscheiße, mit der zuvor noch niemand auf dieser Welt in Kontakt kam. Als wäre es absolut hinterwäldlerisch, dass ich (oder irgendwer anderes) mir Gedanken um den eigenen Konsum mache, Neues ausprobiere und auf Dinge, die einfach absolut unnötig sind (und es gibt ehrlicherweise kaum ein unnötigeres Lebensmittel als Milch, EHRLICH!) komplett verzichte. Als müsste man zwingend komplett nur vegetarisch/vegan sein, um vegetarisch/vegan essen zu dürfen.

Wie Du kochst mit pflanzlicher Milch? Wie eklig ist das denn ? Und ohne Eier? Wie kannst Du  kochen oder backen? DAS ist wirklich ne unlösbare Aufgabe 😀
Jedes Mal sind die Aussagen so dermaßen voller Widersprüche, dass selbst mir als „Fleischfresser“ nicht mehr wirklich viel einfällt. Wie Du kochst mit pflanzlicher Milch? Wie eklig ist das denn ? Und ohne Eier? Wie kannst Du  kochen oder backen? Das funktioniert niemals! Und Du isst nur vegetarischen Wurstersatz? Niemals schmeckt das. Selbst der Verzicht auf Weizenmehl, der mit vegetarischer oder veganer Lebensweise NIX zu tun hat, sondern nur mit meiner persönlichen Präferenz für Roggenmehl (immerhin wasche ich mir mit Roggenmehl-Shampoo auch die Haare), sorgt für Furore. Wie kann man ohne Weizenmehl backen? Ja wirklich! Wie kann man ohne Weizenmehl backen? DAS ist wirklich ne unlösbare Aufgabe 😀 Wie macht das bloß die Laura von Ichbinintolerant.de, die gar kein „normales“ Mehl verwenden darf? Noch krasseres #lebenamlimit 😀

Mein Freund und ich sind (Meilen!) weit davon entfernt Weltverbesserer, Umweltschützer oder engagierte Tierschützer zu sein.
Wirklich. Ich kann Euch die furchtbare Angst vor dem Unbekannten nehmen. Vegetarische und vegane Produkte haben nichts mit Alienscheiße gemein (Roggenmehl übrigens auch nicht!). Und es tut (zumindest uns) gar nicht weh, nur noch selten Fleisch zu essen und da wo es geht, auf unnötige tierische Produkte zu verzichten. Das hat absolut nichts mit übertriebenem Öko-Gehabe zu tun. Mein Freund und ich sind wirklich (Meilen!) weit davon entfernt Weltverbesserer, Umweltschützer oder engagierte Tierschützer zu sein. Wir leben einfach nur etwas bewusster, versuchen den Konsum von tierischen Produkten runter zu schrauben und komplett auf Billigfleisch aus sämtlichen Supermärkten und Discountern zu verzichten.

Wenn Ihr darauf keine Lust habt und Euch das für Euch nicht vorstellen könnt, dann ist das völlig okay. Ich kann mir z.B. auch (noch) nicht vorstellen komplett vegetarisch oder gar vegan zu leben, bewundere aber vor allem Veganer für Ihr Engagement und Ihre Willensstärke. Ich finde nichts verwerfliches, seltsames oder fragwürdiges daran, sich bewusster mit dem eigenen Konsum auseinander zu setzen und/oder sich dagegen auszusprechen, dass Tiere für unseren Luxus und Lifestyle leiden müssen. Im Gegenteil ist das aus meiner Sicht ein Thema, mit dem wir alle uns deutlich intensiver beschäftigen sollten, anstatt das Verhalten der Leute, die sich damit bereits etwas auseinandersetzen, auf so bescheuerte Art und Weise ständig aufs Neue zu hinterfragen.

Amen! Love, Peace and Harmony und so 😀

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Über den Autor

Die Checkerin

Frohnatur! – Freak! – Philosophin!
Kommt selten schnell auf den Punkt, trifft aber irgendwann trotzdem den Nagel auf den Kopf.

5 Kommentare

  • Ich bin ganz deiner Meinung! Wenn mein Mann nicht wäre, der zu den fleischfressenden Pflanzen gehört (wobei auch der nicht täglich Fleisch isst), würde ich wahrscheinlich weitestgehend vegetarisch leben. Ich finde eure Einstellung gut! Jeder kann und sollte überlegen, wo man, wenn auch im Kleinen, etwas für die Nachhaltigkeit tun kann. Und letztlich ja auch für eure Gesundheit…!
    LG Sonja

  • Ich musst grad so lachen, genau so was hör ich auch immer! Ich versuche meist vegetarisch zu essen, esse aber AUCH gern mal, wenngleich wirklich selten, ein Stückchen Fleisch bzw. Gerichte mit Fleisch. Aber ich schau auch mal nach vegetarischem Ersatz und ja, ich fühl mich gut, wenn für mein vegetarisches Cordon Bleu KEIN Tier gestorben ist. Dementsprechend fühl ich mich auch weniger gut, wenn ich Fleisch auf dem Teller habe, möchte aber auch nicht komplett drauf verzichten. Dann krieg ich aber Kommentare wie „Endlich isst du mal RICHTIGES Fleisch“ oder wenn ich einen vegetarischen Ersatz habe: „Gönn dir doch ein RICHTIGES Stück Fleisch!“ Hello? Ich ess, was ICH will, und was ich mit meinem Gewissen abmach, geht eigentlich keinen was an! Insofern, ich versteh das total und ja es nervt. Und ich denke JEDER Verzicht auf Fleisch oder auf Tierprodukte, die nicht – ich nenn das jetzt mal so – sanft gewonnen wurden, ist ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn man nicht so hundertpro konsequent ist wie Hardcoreveganer, die dir am liebsten das Stück auf deinem Teller beerdigen würden (LOL, ich komm da drauf, weil ich mir vor ca 2 Jahren ein halbes Hähnchen an einem Stand gekauft habe, das lag dann bei mir auf dem Teller, zu Hause, traurig, und ich dachte mir, ess ich das jetzt wirklich oder beerdige ich es in Würde?) LG!

  • Hallöle

    Hach ja , die unverständigen. Gott sei dank gibt es die überall sonst müsste ja nur ich mich mit denen rumschlagen :-).

    Mein kleiner verträgt keinen künstlichen Zucker. Deshalb mache ich größtenteils die Süßigkeiten die wir essen selbst. Wenn das Leute von außen mitbekommen heißt es immer “ wie ?? Der verträgt keinen Zucker ?? Darf der dann nix süßes essen ?? Wie, du machst selbst Süßigkeiten ?????und das schmeckt?? “
    Doch darf er. Aber halt nicht die gängigen schokobons , Chips und smartes die die anderen Mamas in ihre Kids stopfen.
    Und ja ich mache selbst Süßigkeiten wie Eis , müsliriegel , Kuchen, Schokopralinen uvm.
    Und nochmal ja !! Es schmeckt. Es gibt so viele verschiedene Arten zu süßen. Es muss nicht immer der handelsübliche Zucker sein.

    Und so ist es hier mit allem was ich erzähle.
    Vor kurzem habe ich übers essen erzählt. Das ich ursprünglich was mit Fleisch kochen wollte , vergessen hatte es zu kaufen aber Gott sei dank noch räuchertofu im Haus hatte.
    Da standen die Fragezeichen in den Gesichtern 🙂 wie kann ich denn Tofu zu hause haben wenn ich keine Vegetarierin bin ???
    Ich finde die Menschen machen sich zu wenig Gedanken um das was sie sich und ihrer Familie täglich servieren. Das ist zu viel Aufwand. Der Mensch von Haus aus ein Gewohnheitstier , da müssen oft schon schlimme Dinge passieren damit sie etwas in ihrem Leben ändern und Umdenken.

    So. Ich könnt noch mehr schreiben aber der Text ist ja sowieso schon so lang 🙈
    Bleib so wie du bist. Erlebe selten so erfrischende Menschen wie dich ( boah ich hör mich an wie meine Oma )

    Liebe Grüße

    Alex

    • Hey Alex,

      mein Freund hat tatsächlich auch Probleme z.B. mit tierischen Fetten, so dass wir alleine deshalb ein bisschen aufpassen. Du hast absolut Recht von wegen „Der Mensch ist ein Gewohnheitstier“, ist total wahr. Über den Tellerrand blicken, aus der eigenen Komfortzone ausbrechen und den Horizont erweitern ist hart, aber Vorurteile ablegen noch härter.

      Bleib Du auch wie du bist 😀

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