Aus dem Leben

Blogparade: Ziele setzen – Ja oder Nein?

Auf der Homepage von Martin Grünstäudl ist mal wieder eine Blogparade ganz nach meinem Geschmack gestartet worden.

Das Thema dieses Mal: Ziele setzen – Ja oder Nein?

Wenn es um das Setzen von Zielen geht, dann gehen die Meinungen teils kräftig auseinander. Die einen schwören darauf, sich Ziele zu setzen. Andere wiederum halten das für Unfug, da sowieso alles anders kommt als man denkt. Aber wer hat Recht? Sollte man sich Ziele im Leben setzen oder nicht?
Mich würde deine Meinung zu diesem Thema brennend interessieren. Hast du schon Erfahrungen gemacht mit dem Setzen von Zielen? Hast du sie dann auch erreicht?
Wie immer möchte ich dir einige Leitfragen präsentieren, an die du dich aber nicht unbedingt halten musst, um an dieser Blogparade teilzunehmen:

Hat es einen Nutzen sich Ziele zu setzen?
Wenn ja: Sollte man sich eher längerfristige oder kurzfristige Ziele setzen? Oder gar beides?
Wenn nein: Warum sollte man sich besser keine Ziele setzen?
Hast du schon Erfahrung im Setzen von Zielen?

Quelle: 1001erfolgsgeheimnisse.com

Ich persönlich lebe eher nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“

(meine Mutter würde wahrscheinlich eher sagen du lebst nach den Motto: „Kommse heut nich, kommse Morgen!“ ;-) )

Konkret gesetzte Ziele hindern mich persönlich daran individuell und kreativ zu handeln.
Ich habe immer das Gefühl mich und meinen Blickwinkel mit gesetzten Zielen einzuschränken.

Der starre Fokus „nach vorne“ verhindert oft den Blick auf die schönen und wertvollen Dinge am Wegesrand.
Eine weitere Tür die offen steht, eine neue Idee, eine Abkürzung, ein Mutmacher… all solche Dinge gehen für mich persönlich verloren, wenn ich mir ein Ziel setze und mich auf das Erreichen fokussiere.
Mir ist das einfach viel zu starr.
Nicht weiter verwunderlich, dass ich auch keinerlei to-do Listen für mein Leben habe. Ich finde das ganz furchtbar und muss bei so was immer daran denken wie furchtbar es für meine Familie sein müsste, wenn ich einmal sterbe und da noch so viele unerledigte Dinge und unerfüllte Wünsche drauf stehen.
Gruseliger Gedanke.

Man weiß doch zu keiner Zeit was der nächste Tag bringt.
Ist die Enttäuschung nicht viel größer, wenn ich ein so stark gesetztes Ziel, aus welchem Grund auch immer, nicht erreiche / erreichen kann? Ich finde das immer ganz furchtbar. Nicht weil ich nicht gelernt habe mit Rückschlägen umzugehen sondern einfach weil solche Enttäuschungen aus meiner Sicht unnötig sind.

Als kleines Beispiel: Meine Großeltern, mein Freund und ich hatten geplant gemeinsam nach Bayern in den Urlaub zu fahren. In diesem Herbst weil „vorher ist ja irgendwie zu stressig“. Das war ein recht fest gesetztes Ziel und nun stehe ich da mit meinem Plan weil Opa nämlich vor zwei Monaten recht plötzlich verstorben ist.

Natürlich bedeutet ein gesetztes Ziel nicht jedes Mal, dass jemand stirbt aber ich bin dennoch dafür, keine großen Zukunftspläne zu schmieden und schon gar nicht feste Zeitpunkte für solche Pläne und Ziele zu setzen.
Mir ist es lieber aus jedem Tag das Beste raus zu holen und zu schauen wie weit man kommt.

Fehlt Dir ohne fest gesetzte Ziele nicht der Sinn in deinem Leben?

Sich keine festen Ziele zu setzen bedeutet ja nicht, dass man keine Vorstellung von der Zukunft hat.

Durchaus habe auch ich gewisse Dinge für die Zukunft auf meiner imaginären Liste, die ich erreichen/erleben/erledigen möchte aber schon alleine die Tatsache, dass ich selbst mich mit jedem voranschreitenden Tag ändere, sich meine Wünsche, Vorstellungen und damit eben auch meine Ziele ändern, hält mich davon ab fest gesteckte Ziele zu haben.

Und natürlich arbeite auch ich auf eine bessere Zukunft hin, habe Projekte und Pläne an deren Erfolg ich arbeite, habe Wünsche, Vorstellungen, Visionen die ich versuchen werde in die Tat umzusetzen aber für mich gibt es eben nicht diesen einen festgelegten Weg, das eine Ziel dessen Erreichen zu meinem Lebensinhalt wird.

Der Sinn meines Lebens besteht unter anderem „einfach“ daraus, jeden Tag zu genießen und das Beste für diesen Tag raus zu holen.
Wenn man genauer darüber nachdenkt, ist das ja eigentlich trotzdem ein fest gesetztes Ziel ;-)

Komplexes Thema, mensch. Ich könnte mich Stunden darüber auslassen.

Wie sieht es bei Euch aus? Steckt Ihr Euch Ziele und haltet Euch strickt an Eure Pläne und to-do Listen um möglichst schnell all das zu erreichen, was Ihr erreichen wollt oder handhabt Ihr das eher ähnlich wie ich?

Ich bin gespannt auf Eure Meinungen!

 

 

 

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Über den Autor

Die Checkerin

Frohnatur! - Freak! - Philosophin!
Kommt selten schnell auf den Punkt, trifft aber irgendwann trotzdem den Nagel auf den Kopf.

8 Kommentare

  • Das ist echt mal interessant und auch ich muss da nun wirklich grübeln ob ich Ziele habe.Ich denke wie du das jeder eben so seine Vorstellungen hat wo er gerne mal hin möchte. Was er meint eventuell noch erleben zu wollen oder was man gerne mal sehen mag. Ist halt fraglich ob das schon feste Ziele sind.Man arbeitet nicht immer bewusst dafür aber auch nicht bewusst dagegen.Bei mir ist es immer so das wenn ich was ganz klar vor Augen habe das 100 Sachen dazwischen kommen. Und ich dadurch oft den Faden verliere und es dann nach hinten schiebe oft auch gar nicht mehr umsetze.Ich denke es kommt echt auf den Typ Mensch an.Es gibt extrem Zielbewusste Menschen die diesen Ansatz Ziel brauchen um sich Motivieren zu können.Und dann gibt es eben Menschen die Träume haben und sich sagen IRGENDWANN ……und dann eben unbewusst Stück für Stück sich dem nähern. So bin ich :) Liebe Grüße Steffi

  • Liebe Sanny,

    ich finde Deine Ansicht was „Ziele setzen“ betrifft großartig. Ich handhabe es ähnlich, obwohl ich ja schon ein paar Jährchen mehr auf dem alten Buckel habe.
    Kurzfristige Ziele sind für mich ok, ich muss ja irgendwie planen und organisieren, um es zu erreichen. Langfristige, große Ziele- nein.
    Zu oft hab ich gehört: „wenn wir mal in Rente sind, dann machen wir…“ , oder „wir müssen noch 8 Jahre sparen und dann können wir endlich…“ Nein! Wie groß muss die Enttäuschung sein, wenn etwas dazwischenkommt und der Zeitplan nicht aufgeht? Und man dabei den Tunnelblick nach vorne hatte, den Du beschreibst und die schönen Dinge am Wegesrand nicht genossen hat?

    Mein lieber Mann und ich halten es so: wir sorgen zwar finanziell ein wenig fürs Alter vor, aaaaber wir leben hier und heute und jetzt und genießen jeden Tag ganz bewusst, sind superglücklich, weil wir mit wenig zufrieden sind. Meine Eltern haben ihr Leben lang nur gearbeitet, nie Urlaub gemacht, sich kaum etwas geleistet und alles auf später geschoben… später gab es jedoch nicht, weil sie beide innerhalb von 4 Jahren verstorben sind.

    Uns machen die kleinen täglichen Dinge froh und glücklich, so ist es gut.

    Ui, hab ich das alles geschrieben? Sorry für den langen Post.
    Liebe Grüße von der Marion.

  • Hallo Sandra,

    ich steck mir eher ungern Ziele.
    Mich setzt das irgendwie immer zu sehr unter Druck,
    das macht dann einfach keinen Spaß.
    Ausserdem finde ich, dass daurch mein Handlungsspielraum eingeschränkt wird.
    Ich bin dafür einfach zu spontan und emotionsgetrieben.

    Kar hab ich auch Erwartungen an mich selbst,
    aber die erfülle ich nicht in dem ich mir spezielle Ziele setzte.
    Das ist bei mir eher ein innerer Drang der mich antreibt den Erwartungen,
    die ich an mich selbst habe, auch gerecht werden zu wollen.
    Leider hab ich ziemlich hohe Erwartungen an mich selbst,
    dem gerecht zu werden ist dann natürlich nicht immer ganz einfach. ;)

    Erfahrungsgemäß verläuft das Leben nicht wie ein gerader, glatt geteerter Weg.
    Es ist vielmehr kurvenreich, hat Berge und Täler, macht Umwege
    und ist stellenweise sehr holprig und steinig.
    Wenn ich mir da allzuviele Ziele setzte, kommt ich evtl. nicht dort an
    wo ich (vermeindlich) hin wollte und bin dann enttäuscht.
    Ich halte mir lieber viele Optionen offen
    und schaffe mir damit die Möglichkeit auch mit einer anderen Variante durchaus glücklich
    und zufieden zu sein.

    Ich sehe es wie du –
    Da ich und auch meine Umwelt sich täglich verändern,
    können sich auch meine Wünsche, Erwartungen, Träume jederzeit ändern.
    Da stehen mir allzu fest gestzte Ziele eher im Weg und machen mich unflexibel.

    So nun genug philosphiert ;)

    Danke für den Interessanten Einblick,
    der zum Nachdenken animiert. :)

    lieblichen gruß
    Lulu

  • Hallo Sandra :-)

    Das ist ein wirklich interessantes Thema. Da musste ich doch tatsächlich erst einmal in mich gehen und darüber nachdenken.

    Ziele. Wie definiert man Ziele?
    In 3 Jahren mache ich meinen Einmal-um-die-Welt-Urlaub? In 5 Jahren baue ich mit mein Haus? Oder eben auch in 20 Jahren gehe ich in Rente und lass die Sau raus…

    Ich habe Ziele, aber seitdem ich Kinder habe eben kleinere Ziele. Viel kleinere Ziele.
    Vielleicht auch eher Wünsche, keine wirklichen Ziele. Es ist eher ein „ich wünsche mir, dass“- Spiel. Und es geht auch gar nicht mal sonderlich um mich selbst, sondern tatsächlich um meine kleinen Männer, die regelmäßig meine Welt durcheinander wirbeln ;-)
    Ich wünsche mir, dass sie gut in der Schule mitkommen, dass sie tolle Freunde haben, dass sie glücklich sind… Ja, das sind meine „Ziele“.
    Meine Einstellung, seitdem ich Kinder habe ist, wenn es meinen Jungs gut geht, dann geht es auch mir gut. Hier spricht das Mamatier aus mir ;-)

    Allerdings wäre es auch übertrieben zu behaupten, dass ich jede Minute nur genieße. Nein, ich ertappe mich auch, dass ich haltlos durch den Alltag hetze und manchmal meine kleinen Ziele vergesse.
    Zum Glück gibt es dann aber auch immer wieder Schlüsselmomente, die mich auf das Eigentliche besinnen lassen.
    Ich habe ja auch nicht geschrieben, dass Perfektionissmus eines meiner Ziele sei ;-)

    Du siehst, meine Ziele sind eher im Hier und Jetzt. Das mag ich. Ich bin nicht für diese Ziele gemacht, die so weit weg sind und fast unerreichbar.

    Dieses Thema ist ziemlich komplex, da könnte man einen Roman dazu schreiben… Ich hör jetzt doch mal lieber auf :-)

    Liebe Grüße, Sabine

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