Naturkosmetik & DIY Kosmetik

Gastartikel: Ein Leben fast ohne Kosmetik Teil 1

Ihr lieben Auschecker, hier lasse ich Euch teilhaben an meinem Versuch, weitestgehend auf Kosmetik zu verzichten. Unbenutzt bleiben ab sofort: Shampoo, Spülung, Gesichtsreinigung, Gesichtscreme, Bodylotion, Masken und Deos.

Wie ich auf die Idee gekommen bin?
Ich habe auf der Facebook-Seite der Cosmopolitan diesen Bericht gelesen und war sofort angefixt. Ich habe begonnen, online zum Thema „no-poo“ zu recherchieren, habe verschiedene Blogs gelesen und Youtube-Videos angeschaut. Bei dieser Recherche stieß ich auch auf Bloggerinnen, die auf fast jede Kosmetik verzichten und sehr schnell war für mich klar: das versuche ich auch!

Meine Ausgangslage war, naja, nicht die allerbeste. Ich habe leider auch noch als Erwachsene eine eher unreine Haut im Gesicht, an Rücken und Dekolleté, ich schwitze viel und wasche täglich meine Haare, weil ich nach dem Aufstehen aussehe, wie ein Wischmopp, der zu lange im Schrank stand. 😀

Ich benutzte also täglich Shampoo, Waschgel für das Gesicht, ein Tonic, Tagescreme, Seife oder Duschgel für die Achseln und Deo. Gelegentlich kamen eine Haarspülung und Gesichtsöl dazu. Ca. 3-4 mal pro Woche ging ich Duschen, benutzte das Duschgel am ganzen Körper und musste mich mindestens ein mal pro Woche eincremen, weil meine Haut sehr trocken war.

Trotzdem wollte ich den Versuch wagen.
Es heißt, der Körper braucht ca. 4-6 Wochen um sich umzustellen. Diese Zeit will ich mindestens durchhalten und dann sehen, wie es mir damit geht.
Die letzten zwei Wochen habe ich die ersten Schritte gewagt und was ich in dieser Zeit erlebt habe, könnt Ihr im Folgenden lesen:

Einen Tag die Haare ohne Shampoo waschen (also nur nass machen und zurecht föhnen) geht bei mir immer, das hab ich vorher auch schon so gehandhabt. Die Macht der Gewohnheit sorgt aber dafür, dass ich zum Waschgel greife. Mein erster „Tag ohne“ verläuft also relativ normal. Abends bürste ich die Haare gut mit einer Naturbürste durch.

Am zweiten Tag reinige ich mein Gesicht nur mit lauwarmen Wasser. Wie erwartet spannt meine Haut ganz ordentlich. Die Haare wasche ich mit einer Natron-Wasser-Mischung und spüle mit einer Apfelessig-Wasser-Mischung nach. Die Haare sehen im trockenen Zustand leicht fettig aus, aber es ist noch tageslichttauglich. Abends bürste ich sie wieder gut durch.
Der Verzicht auf Deo bereitet mir mehr Ärger. Ich finde, ich rieche. Im Büro wasche ich mich über den Tag verteilt mehrfach, habe aber trotzdem das Gefühl, schlecht zu riechen.

Am dritten Tag sehen die Haare schon deutlich fettiger aus, aber immer noch so, dass ich, ohne mich zu schämen, das Haus verlassen kann. Allerdings fühlen sie sich langsam echt fies an.

Am vierten Tag knicke ich ein und Shampooniere den Ansatz leicht ein. Am Hinterkopf sind meine Haare leider trotzdem furchtbar fies fettig.

Tag 5 beginnt mit Shampoo. Am ganzen Kopf. Ich ärgere mich furchtbar darüber aber es war unerträglich. Ich befrage nochmal das Internet zu diesem Thema. Von Wascherde bzw. Lavaerde habe ich nun schon mehrfach gutes gelesen und bestelle online eine kleine Packung.
Mein Gesicht reinige ich weiterhin nur mit Wasser. Weiterhin spannt es und hier und da erscheint ein Pickelchen. Ich habe jedoch das Gefühl, dass ich nicht mehr so viele Mittesser habe und mein Teint trotz der Rötungen ebenmäßiger wird.
Auch der Verzicht auf Deo klappt wirklich nicht so gut wie erhofft, alle zwei Stunden renne ich im Büro auf die Toilette und wasche mich. Was mich wundert: ich selbst rieche gar nicht mal.
Meine Klamotten stinken allerdings ganz fürchterlich. Das Problem habe ich leider häufiger. Auch hierzu krame ich im Internet und sammle Tipps. Die Waschmaschine lasse ich mit Essig auf 95 Grad laufen, um sie ordentlich zu reinigen. Bitte denkt jetzt nicht, ich würde mich mit den Hygienestandards nicht auskennen. Ich lasse öfter das Programm „Trommelreinigung“ durchlaufen, benutze Essig und Wäschedesinfektion, aber trotzdem müffeln keine Klamotten schnell. Ich dachte immer, es läge eben an den Materialien, es ist jedoch eher so, dass auch nach dem Waschen noch einige Bakterien überleben und diese verursachen den Geruch. Auf das richtige Waschen der Wäsche werde ich ab jetzt besonderes Augenmerk legen.

Am nächsten Tag benutze ich ein selbstgemachtes Deo aus Wasser und Natron und bin zumindest heute mal ganz zufrieden mit dem Ergebnis. Ich schwitze zwar, habe aber erst Nachmittags das Gefühl, dass mein Oberteil riecht.

Die letzten fünf Tage war ich übrigens auch nicht duschen. Der Verzicht auf Kosmetik bedeutet aber auch für mich nicht den Verzicht auf Hygiene. Meine Achseln reinige ich mit Seife, die Körpermitte mit einem Waschlappen und Wasser. Zum Zähneputzen benutze ich eine Naturkosmetikzahncreme ohne Fluorid, weil ich darüber einige sehr negative Berichte gelesen habe.

Heute Abend gönne ich mir ein Bad mit Meersalz, „schrubbe“ den Körper mit einem Konjacschwamm sauber und benutze sehr sparsam Duschgel. Meine Haut spannt nicht und fühlt sich gut an. Meine Gesichtshaut spannt weiterhin, aber es wird immer weniger. Im Moment sieht sie zusätzlich etwas schuppig aus, als würde ich mich häuten. Das soll aber ein ganz normaler Vorgang während der Umstellung sein.
Die Haare bürste ich, wie fast jeden Abend, gut mit der Naturbürste durch.

Da die Lavaerde noch nicht angekommen ist, wasche ich meine Haare an Tag 7 mit heißem Wasser, dadurch wird ein großer Teil Haarfett entfernt.
Für die Gesichtsreinigung nehme ich alle paar Tage den Konjacschwamm, quasi als sanftes Peeling. Sie ist immer noch unrein, aber zumindest ist es nicht schlimmer geworden. Ich fummel mir aber leider auch dauernd im Gesicht rum. Und ich gehe davon aus, dass die Unreinheiten bei mir sehr viel durch die Ernährung kommen. Ich verzichte zwar überwiegend auf tierische Produkte, nicht aber auf Zucker, Weißmehl und Fertigprodukte. Hier muss ich mich jetzt auch mal am Riemen reißen und mich gesünder Ernähren.

An Tag 8 kommt endlich die Lavaerde an und natürlich wird sie sofort getestet. Ich mische 2 EL Erde mit Wasser, bis eine zähflüssige Pampe entsteht. Nach dem Waschen mit der Erde spüle ich die Haare noch mit einer Apfelessigspülung durch, um den PH-Wert auszugleichen (die Erde ist basisch, da soll man sauer nachspülen). Ich bin total überrascht, denn die Haare sehen tatsächlich aus, wie mit Shampoo gewaschen! Nach dem Trocknen habe ich allerdings furchtbar trockene und fliegende Haare. Sobald ich sie bürste, stehen sie mir zu Berge. Da ich schon lange keine Shampoos mehr benutze, die Silikon beinhalten, kann es hier eigentlich nicht mehr daran liegen, dass sich Silikon abgelagert hat. Ich werde nochmal im Netz recherchieren.
Meine Körperhaut spannt und sieht trocken aus. Das dürfte aber an der Umstellung liegen.

Die ersten 8 Tage habe ich nun sehr ausführlich beschrieben. Das liegt überwiegend daran, dass ich selbst sehr unsicher war und auf viele Kleinigkeiten besonders geachtet habe. So langsam bekomme ich aber Routine, daher werde ich jetzt mehrere Tage zusammen fassen.

Ich habe meine Haare nochmal mit der Lavaerde gewaschen und hatte wieder unfassbar trockene, fliegende Haare. Meine Suche im Internet ergibt, dass es wohl daran liegt, dass meine Haare gefärbt sind. Durch das Färben wird das Haar aufgeraut, die kleinen Erdpartikel der Lavaerde rauen zusätzlich auf, dadurch wird das Haar so spröde. Beim nächsten Waschen werde ich eine kleine Menge Öl in mein „Shampoo“ geben.

Auf Deo zu verzichten habe ich allerdings vorübergehend aufgehört. Trotz sauberer Wäsche hatte ich das Gefühl, unangenehm zu riechen. Meine Arbeitskollegin hat mir zwar versichert, dass ich nicht stinke, aber ich fühle mich unwohl. Momentan benutze ich Deo eines Naturkosmetikherstellers und ein konventionelles Deo, allerdings ohne Silikone, Parabene, Mineralöle und tierische Produkte. Damit fühle ich mich zwar frisch, aber dieser Rückschlag ärgert mich und ich werde es weiter versuchen.

Das Gesicht reinige ich natürlich weiterhin nur mit Wasser, benutze aber noch zusätzlich alle paar Tage ein Gesichtswasser eines Naturkosmetikherstellers. Dadurch fühlt sich die Haut angenehmer an.

Meine Haare wurden vor nun fast zwei Wochen zuletzt mit Shampoo gewaschen und ich bin froh berichten zu können, dass ich keinen Fettkopp habe! 🙂 Die letzte Wäsche mit Erde ist jetzt auch schon 5 Tage her und etwas fettig sind die Haare schon, jedoch überhaupt nicht so, dass es fies aussieht. Das Bürsten mit der Naturbürste verteilt das Haarfett im gesamten Haar, wodurch das Haar gut geschützt wird und der Ansatz nicht ekelig aussieht.

Nach nun zwei Wochen bin ich sehr positiv überrascht. Anfangs ist es ein ziemliches testen und probieren, aber ganz schnell stellt sich eine Veränderung ein. Shampoo und Gesichtscreme fehlt mir überhaupt nicht. Ich habe eher ein befreites Gefühl, weil keine Cremepampe mehr auf meiner Haut ist. Ich glaube fast, dass ich nur so viele Mittesser hatte, weil meine Poren immer mit Creme verstopft waren.

Ich hoffe, dass durch eine gesündere Ernährung auch die restlichen Unreinheiten verschwinden werden. Auf die Ernährung schiebe ich übrigens auch mein Schwitzproblem. Ich werde das weiter beobachten.

So, das war es nun für’s Erste 🙂

Ich denke, den nächsten Bericht gibt es in einer Woche.

 

Eine schöne Zeit wünscht Euch

Christina

Anzeige

Über den Autor

Gastautoren

Unter diesem Account erscheinen Artikel unterschiedlicher Gast-Autoren, die für DieCheckerin.de schreiben.

10 Kommentare

  • Wow !
    Ich bin wirklich suuuuper gespannt , wie es weiter geht !?
    Ich glaube man sollte Urlaub nehmen , wenn man so etwas austesten will ! Einen langen urlaub 🙂

    liebe grüße dajana

  • Ein klasse Bericht , ich freue mich schon auf die noch folgenden …
    Eine Arbeitskollegin meiner Schwester hat angeblich mal mehrere Wochen lang , ihre Haare nur mit Mineralwasser gewaschen , als sie das Shampoo , das sie immer benutzt , nicht mit hatte und sich im Ausland befand.

    Angeblich war ihre trockene Kopfhaut danach passe …

  • Hallo Christina,
    gebannt und gespannt bin ich eben Deinem Bericht gefolgt…puh! Krass.
    Allerdings frage ich mich, warum Du nicht einfach einen Deo-Kristall Stick nutzt (z.B. den hier: . Ich habe den auch Jahre lang genutzt und war immer zufrieden.

    Ich freu mich auf die Fortsetzung!
    Liebe Grüße

    • Hallo Häsin,

      ich wollte es halt so weit wie möglich ganz ohne probieren.
      Und in diesem Kristalldeo scheint auch Aluminium enthalten zu sein, daher käme er für mich überhaupt nicht mehr in Frage.
      Wenn ich mich wieder ganz dafür entscheiden sollte ein Deo zu benutzen, dann würde ich ein Naturkosmetikprodukt nehmen. Ich habe hier eins von Alverde, wo nur ein einziger Stoff drin ist, der nicht ganz so doll bewertet wird.
      Heute habe ich nochmal mein Natrondeo drauf, habe es aber mit 2 Tropfen Pfefferminzöl gepimpt 🙂

      Liebe Grüße
      Christina

  • Liebe Christina, ich ziehe den Hut vor dir. Ich bin nun nicht diejenige, die tagtäglich mit Cremes und Tigeln hantiert, doch ohne Deo, Shampoo, Duschgel, läuft bei mir gar nix. Wobei ich deinen Selbstversuch schon sehr interessant und spannend finde. Du hast mir eine großartige Anregung geliefert, mal gucken, was ich davon umsetzen kann. Es gibt Dinge wie z. B. Shampoo, da kann ich mir gar nicht vorstellen darauf zu verzichten. Vermutlich muss man sich ersteinmal intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen. Solltest du weiterhin unter Hautunreinheitt leide, so versuche mal Veilchentee, schweißhemmend soll Salbeitee wirken, weiß allerdings nicht ob jetzt nur bei Händen und Füßen.. Ernährungsumstellung kann ich dir nur empfehlen, gerne sende ich dir auch Rezepte zu. Liebe Grüße Anke

    • Hallo Anke,

      danke für den Tip mit dem Veilchentee. Davon hatte ich noch nie gehört. Salbeitee wird gerade in den Speiseplan aufgenommen 🙂
      Rezepte nehm ich immer gern. Obwohl mein Schrank unter der Last der vielen Rezeptbücher die ich besitze bald zusammenbricht 🙂
      Ich hab vor allem angefangen, meine Gewohnheiten zu hinterfragen. Ich hab Unmengen an Kosmetikartikeln im Schrank stehen, mich aber in letzter Zeit auch immer öfter über die vielen Inhaltsstoffe geärgert, die eben nicht so gesund sein sollen. Und auch wenn das teilweise noch nicht erwiesen ist: wo Rauch ist ist meist auch Feuer. Ganz abgesehen davon, was wir der Umwelt mit dem Zeug antun.
      Es muss ja keiner so weit gehen wie ich, aber wenn sich das Bewusstsein ändert und wir mehr darauf achten, was wir konsumieren, können wir auch was ändern 🙂
      Viele liebe Grüße
      Christina

  • ich finde es sehr mutig sich einem solchen experiment zu unterziehen. wobei ich auf eine ausgleichende pflege, nicht überpflege, nicht verzichten möchte. ich bin froh, dass es tagescreme mit uv schutz gibt, was für mich persönlich sehr wichtig ist.

    auf silikone im shampoo habe ich auch versucht zu verzichten. habe mehrere silikonfreie shampoos ausprobiert und meine haare wurden trocken, spröde, fettig und schwer. zum glück hat mir mein friseur eines ohne silikone empfohlen, dass ist zwar teuer, aber sehr gut.

    aus diesem grund finde ich das, was du da machst wirklich klasse und du verdienst meinen grossen respekt. ich selber könnte und möchte auf manche dinge einfach nicht verzichten.

    lg

  • Ich bin zwar keine Tussi und auch nicht total kosmetik addicted aber ich könnte mir nie niemals ein Leben ohne Kosmetik vorstellen. Alleine schon,weil man quasi mit ihr aufwächst. Daher finde ich deinen Bericht sehr spannend und bin gespannt auf weitere!

    LG Lu

Schreibe einen Kommentar