elektrische Zahnbürsten

Wie einige von Euch wissen, habe ich früher bei einem Zahnarzt gearbeitet. Damals war ich für die Prophylaxe zuständig.
Die Patienten kamen zu mir, um sich die Zähne reinigen zu lassen, sich zeigen zu lassen, wie man die Zähne richtig putzt oder um sich über elektrische Zahnbürsten aufklären zu lassen.
Rückblickend betrachtet, hat mir dieser beratende Teil der Arbeit eigentlich immer großen Spaß gemacht.
Im Grunde war es nämlich Nichts anderes als das, was ich hier mache 😉

Ganz besonders schön war es, die Fortschritte der Patienten und das Erstaunen darüber, dass meine Empfehlungen und Tipps tatsächlich der Wahrheit entsprachen, zu sehen.
Ich habe immer gesagt:
„Wenn Sie erst einmal die richtige elektrische Zahnbürste für sich gefunden haben, dann werden Sie sie nicht mehr missen wollen und das Gefühl haben, dass Sie Ihre Zahnreinigung zu Hause fast von selbst erledigen.“

Das Angebot an elektrischen Zahnbürsten ist riesen groß.
Es gibt nicht nur unterschiedliche Designs sondern auch gänzlich verschiedene Modelle, mit unterschiedlichen Funktionen und Techniken.
Unter dem Oberbegriff „elektrische Zahnbürste“ werden oszillierende Zahnbürsten, Schallzahnbürsten und Ultraschallzahnbürsten zusammen gefasst.

elektrische Zahnbürste / oszillierende Zahnbürste

Die elektrisch oszillierende Zahnbürste ist quasi die „Mutter“ aller elektrischen Zahnbürsten.
Man erkennt sie am runden Borstenkopf.

elektronische Zahnbürste
Dadurch, dass der Kopf relativ klein ist, muss jeder Zahn einzeln geputzt werden, was dafür sorgt, dass das Putzen deutlich mehr Zeit in Anspruch nimmt, als mit anderen elektrischen Zahnbürsten. Andererseits gelangt man mit dem kleineren Kopf aber auch deutlich besser in die hintersten Ecken im Mund, ohne sich dabei irgendwas zu verrenken.

Die Zahnzwischenräume werden mit dieser Art der elektrischen Zahnbürste, ähnlich wie bei einer Handzahnbürste, kaum bis gar nicht erreicht, so dass die Verwendung von Zahnseide zur täglichen Routine dazu gehören sollte.
Außerdem muss die Handhabung dieser elektrischen Zahnbürste ein wenig geübt werden, damit man tatsächlich auch alle Zahnflächen ausreichend gut putzt und das Zahnfleisch nicht verletzt.

Der Kopf dieser oszillierenden Zahnbürsten bewegt sich entweder im „rechts – links Rythmus“ oder “ rechts-links-nach vorne“, um die Reinigung zusätzlich zu verbessern, vibriert diese Art der elektrischen Zahnbürsten mittlerweile auch.

Ein großer Vorteil der elektrischen Zahnbürsten ist übrigens, dass viele Modelle bereits zu absolut günstigen Preisen erhältlich sind (ab 10€) und selbst die günstigen Modelle in den meisten Fällen für eine normale Reinigung der Zähne ausreichend sind.

Mir persönlich war der Aufwand (und die Lautstärke 😉 ) mit der Zeit aber zu groß, so dass ich relativ schnell umgestiegen bin.
Auch wenn ich danach noch einmal zur normalen Handzahnbürste und später zur normalen Elektrischen zurück bin.

Schallzahnbürste

Schallzahnbürsten sind die weiter entwickelte Form der oszillierenden Zahnbürsten. Sie haben einen länglichen Borstenkopf, der an die Form einer normalen Handzahnbürste erinnert.

Entgegen dem weit verbreiteten Irrglauben arbeiten Schallzahnbürsten NICHT mit Ultraschall.
Die schwingenden Bewegungen sind allerdings deutlich schneller als bei einer oszillierenden Zahnbürste.
Bei den Schallzahnbürsten sind die meisten Borsten wesentlich weicher als es bei den normale elektrischen Zahnbürsten der Fall ist.
So sinkt die Gefahr von Zahnfleischverletzungen.
Der größere Borstenkopf sorgt einerseits dafür, dass man nicht mehr jeden Zahn einzeln putzen muss, andererseits gelangt man so aber wieder etwas schwerer an weniger gut zugängliche Stellen im Mund.
Dafür sorgen die schnellen Schwingungen dafür, dass die Zahnzwischenräume teilweise mit gesäubert werden, da der Mix aus Wasser und Zahnpasta quasi „durch die Zahnzwischenräume geschwungen“ wird 😉
Im Vergleich zur Nutzung einer normalen elektrischen Zahnbürste werden die Zähne deutlich angenehmer und schonender gereinigt.
Patienten, die eine Schallzahnbürste einmal genutzt haben, konnten sich später nicht mehr vorstellen eine Hand- oder eine normale elektrische Zahnbürste zu nutzen.
Das Gefühl nach der Reinigung mit einer Schallzahnbürste ist zumindest in Ansätzen vergleichbar mit dem Gefühl, dass man nach einer Zahnreinigung hat.
Die Zähne fühlen sich deutlich glatter und der Mund wesentlich frischer an.

Ultraschallzahnbürste

Ultraschallzahnbürsten sind quasi die Pioniere unter den elektrischen Zahnbürsten.
Ihre Schwingungen sind so schnell und stark, dass sie über 1 Millionen Schwingungen pro Sekunde (!!) erreichen.
Bei der Verwendung einer Ultraschallbürste muss auf eine spezielle Ultraschallzahnpasta zurück gegriffen werden.
Zwar hat die Ultraschallbürste ebenfalls einen länglichen Bürstenkopf, allerdings sind die Borsten nicht hauptverantwortlich für die Reinigung der Zähne.
Durch die spezielle Zahnpasta und die starken Schwingungen entstehen beim Putzvorgang Millionen Bläschen im Mund.
Diese Bläschen werden mit Hilfe der Borsten der Ultraschallzahnbürste auf den Zähnen zum platzen gebracht und sorgen so für eine optimale Reinigung, auch in den Zwischenräumen, da die Bläschen hier regelrecht durchgeschleudert werden.
Ultraschallzahnbürsten sind in ihrer Reinigungswirkung noch deutlich sanfter zu den Zähnen und dem Zahnfleisch und somit für fast jeden Menschen geeignet.
Leider sind Ultraschallzahnbürsten in der Anschaffung vergleichsweise Kostenintensiv und bisher außerdem nur schwer erhältlich.

Fazit:

Elektrische Zahnbürsten, insbesondere Schall- und Ultraschallzahnbürsten sind, aus meiner Sicht, nicht nur eine grandiose Erfindung sondern außerdem unverzichtbar für ein wirklich richtig, richtig angenehmes Mundgefühl. Menschen mit Parodontitis,freiliegenden Zahnhälsen, frisch gesetzten Implantaten o.ä. sollten vor der Anschaffung allerdings doch vorsichtshalber noch mal Rücksprache mit ihrem Zahnarzt halten. Gerade weil sich normale elektrische Zahnbürsten, bei falscher Handhabung, durchaus schädigend auf Zahn und Zahnfleisch auswirken und eventuelle Probleme verstärken könnten.
Wer keinerlei Probleme oder Neuerungen hat, der sollte den Schritt von der Handzahnbürste zur elektrischen Zahnbürste definitiv wagen.
Ich persönlich würde für den Anfang sogar gleich zur Schallzahnbürste raten weil man so direkt das richtige Gefühl bekommt.
Die normalen oszillierenden Zahnbürsten finde ich persönlich zu klapprig, mechanisch und unangenehm 😉

Wie sieht es mit Euch aus?
Nutzt Ihr elektrische Zahnbürsten oder seit Ihr immer noch der Handzahnbürste verfallen?

Anzeige

Über den Autor

Die Checkerin

Frohnatur! - Freak! - Philosophin!
Kommt selten schnell auf den Punkt, trifft aber irgendwann trotzdem den Nagel auf den Kopf.

12 Kommentare

  • Ich danke dir für die Aufklärung.
    Ich stand vor kurzem Ahnungslos im Laden und wusste nicht welche ich kaufen sollte.
    Jetzt kenne ich dank dir den Unterschied zwischen den 3 Varianten.

  • Uih 🙂 Eine Zahnfee warst du. Ich habe meistens mit her normalen Zahnbürste geputzt und hatte immer doofe Verfärbungen von Kaffee, Tee (und damals noch Zigaretten), die man nur mit Sandstrahler und Co wegbekam. Auch hat man schon wenige Stunden nach dem Putzen wieder ein schmutziges Gefühl gehabt, Belag hat sich fix gebildet. Letztes Jahr im Oktober hab ich mir dann die Sonicare Diamond Clean geholt. Das ist ein Unterschied – so groß, dass er wohl nur in astronomischen Einheiten messbar ist. So saubere Zähne hatte ich nach dem normalen Schrubben nie. Selbst die Zahnzwischenräume werden hier beim putzen schon gut sauber, wie man danach am Zahnband immer gut sieht. Und das Gefühl, saubere Zähne zu haben, bleibt eeeeewig. Auch hab ich seitdem keine Verfärbungen mehr. Das waren 120 Euro, die wirklich gut investiert sind.

    • Boah ich glaubs dir aufs Wort!
      Ich hab mich früher wirklich selbst immer geweigert, auf eine Elektrische umzusteigen aber wenn man sich einmal dran gewöhnt hat, ist es soooo traumhaft.
      Hab die Diamon Clean zwar selbst nie gehabt aber die Flexcare hab ich lange benutzt und zwei weitere Modelle in der Praxis ausprobiert.
      Fand Sonicare eigentlich bisher auch immer besser als die Sachen von Oral B.

      • Bei meiner Mum hab ich oft noch ne oszillierende benutzt, das war auch OK, aber kein Vergleich zur Sonicare. Mein Freund hat sich erst auch geweigert, eine elektrische zu benutzen, aber ich hab so viel geschwärmt, dass er sie doch getestet hat. Und nun ist er traurig wenn sie mal nicht da ist und er wieder ne halbe Stunde per Handzahnbürste putzt und die Zähne dennoch nicht soooo sauber sind. Ich würde sie nicht mehr hergeben

  • Allein schon das Gefühl wenn man mit der Zunge über die Zähne geht nach dem erstemal mit einer elektrischen.. Da weiß man sofort wieviel besser die reinigen. Handbürsten geht garnicht mehr, da fühl ich mich wie ein Barbar.

  • Servus Checkerin,

    ich hab hier mal eine Frage bezüglich dem Teil der „Ultraschallzahnbürste“. Für eine Solche interessiere ich mich nämlich momentan.
    Bei deinem Bericht habe ich ein wenig das Gefühl, dass ich nicht viel mehr lerne als bei deren Werbetexten. Die Bewertungen und Meinunger der bisherigen Ultraschallbürsten-Käufer gehen unglaublich weit auseinander. Es herrscht die Grundmeinung, dass der Ultraschall reines Marketing ist. Also hast du hier wirklich getestet oder weißt mehr über die Zahnbürsten oder hast du hier nur rein die theoretische Fakten aufgezählt die die Hersteller versprechen?

    Liebe Grüße

    • Lieber Jens,

      man kann mir grundsätzlich glauben, wenn ich etwas hier schreibe. Ich empfehle ausschließlich Sachen, von denen ich selbst überzeugt bin. Das schon mal vorweg 😉 Ganz unabhängig davon wird Werbung auf DieCheckerin.de ausnahmslos gekennzeichnet. In diesem Artikel findest Du nicht nur keine Kennzeichnung, sondern auch keinerlei Links oder Marken-/Firmennamen, so dass hier ohnehin nicht von Werbung gesprochen werden kann. Du kannst also definitiv glauben, was ich schreibe. Das hier ist einfach ein rein informativer Artikel zu diesem Thema.
      Dort wird übrigens unter anderem auch die „Marketinglüge“ über (Ultra-)Schallzahnbürsten ziemlich eindeutig erklärt. Wie genau Du jetzt auf die Idee kommst einen gefakten Testbericht vorzufinden erschließt sich mir ehrlich gesagt nicht so richtig :-O

      Wie dem auch sei, ich erkläre gern noch mal mit anderen Worten:
      Ich habe 5 Jahre als zahnmedizinische Fachangestellte gearbeitet und deshalb natürlich einiges an Hintergrundwissen. Und wie im Artikel steht, habe ich auch selbst (Ultra-)Schallzahnbürsten in Benutzung (gehabt).
      Grundsätzlich besteht die Marketinglüge darin, dass oft behauptet (und deshalb von vielen Anwendern angenommen) wird, dass solche Zahnbürsten mit echtem Ultraschall arbeiten würden und die Zähne deshalb so gut putzen und reinigen könnten, wie eine Zahnreinigung. Angeblich sollen Zahnstein und Verfärbungen wie von Zauberhand entfernt werden. All das stimmt aber nicht wirklich.
      Eine (Ultra-)Schallzahnbürste kann keine Zahnreinigung ersetzen und in den aller meisten Fällen wird sie auch keinen Zahnstein entfernen. Es sei denn die Krusten sind so groß, dass sie durch die Schwingungen zufällig abplatzen 😀

      Was Ultraschall und Schallzahnbürsten gleichermaßen gut können ist die Zähne so gut zu Reinigen, dass Zahnstein, Paradontose, Karies & Co. weniger häufig entstehen und das Zahnfleisch durch die „Plaquefreiheit“ deutlich gesünder wird. Es gibt aber zwischen Schall- und Ultraschallzahnbürsten keine gravierenden Unterschiede. Letztere arbeiten einfach mit noch stärkeren Schwinungen, so dass der Reinigungseffekt etwas grö0er ist. Es ist aber auch nicht zwingend notwendig Unmengen an Geld auszugeben. Mittlerweile gibt es Schallzahnbürsten ja bereits für wenig Geld und in den meisten Fällen besitzen sie bereits eine recht gute Reinigungsleistung.

  • Hallo liebe Checkerin,
    Ich habe jetzt seit 3 Monaten eine Ultraschallzahnbürste, und ich muss sagen das ich die um Klassen besser finde als meine vorherige normale elektrische Zahnbürste. Wie oft kann man eigentlich eine zahnreinigung beim Zahnarzt machen lassen?

    • Hallo Nicky,

      die Frage mit der Zahnreinigung hab ich mir auch schon öfter gestellt. Nach Rücksprache mit mehreren Zahnärzten bin ich nun etwas schlauer geworden. Die Mehrzahl davon empfiehlt etwa eine professionelle Zahnreinigung pro Jahr.

      Von mehr wird eher abgeraten, da es dann wieder eher schädlich ist für die Zähne. Viel hilft nicht immer viel 🙂

      Hoffe ich konnte dir helfen

      LG

  • Bin auch immer noch am rätseln, ob nun eine Schallzahnbürste oder eine oszillierende besser ist. Mein persönliches Putzgefühl ist irgendwie bei einer Schallzahnbürste nicht so toll, da ich erstens nicht auf dieses langen Bürstenköpfe stehe, und zweitens diese Vibrationen von der Schall Technologie nicht mag.

    Von daher hab ich bis jetzt immer zu einer rotierenden Bürste gegriffen. Wie sind da eure Erfahrungen so? Welche Modelle bevorzugt Ihr so?

Schreibe einen Kommentar