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Gefriertrocknung – Frische Früchte das ganze Jahr

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Wer meinen Artikel zum Thema „Alternativen zu Fleisch“ gelesen hat, wird erkannt haben, dass ich in Sachen Ernährung offen für Veränderung bin. Ich bin aber auch ein Mensch, der nicht gerade zu den ambitionierten Hobbyköchen gehört. Schnippeln, pürieren, rühren und Co. zählen nicht gerade zu meinen Lieblingsbeschäftigungen.

Nervtötend finde ich zum Beispiel die Zubereitung von Früchten. Und das obwohl ich die süßen Kleinigkeiten liebe! Deshalb habe ich mich eingehend mit dem Thema Obstersatz beschäftigt und eine Alternative gesucht. Meine persönliche Rettung in Sachen Vitaminbomben verdanke ich der sogenannten Sublimation. Ich kann die Fragezeichen über Euren Köpfe geradezu fühlen ; ) Die Auflösung des Rätsels folgt gleich. Doch eins nach dem anderen!

Wenn es nach mir ginge, müssten Erdbeeren, Kirschen und Co. im Handel keine zwölf Monate im Jahr verfügbar sein. Mutter Natur sorgt anhand des saisonalen Wachstums für eine gesunde Abwechslung, dir wir zu schätzen wissen sollten. Stattdessen maulen wir aber, wenn das Angebot an exotischen Leckereien im Winter knapp wird. Die Frage ist: Muss das sein?

Nun ja, ich muss zugeben, dass auch ich mich manchmal dabei erwische, wie ich außerhalb der Saison bestimmte Früchte kaufe, weil ich sie zum Beispiel für einen Geburtstagskuchen oder ähnliches brauche. Zudem möchte ich meine Ernährung langfristig gesünder gestalten. Zu meinem Plan gehört ein ausgewogenes Frühstück, das ich in Form von fruchtigem Müsli zu mir nehmen will. Ich bin zwar kein Müsli-Fan, aber die schnelle Zubereitung hat mich überzeugt.

Das Problem ist, dass es mir ohne Früchte nicht schmeckt. Und da wären wir wieder beim Ausgangsproblem: Ich und täglich frisches Obst kurz nach dem Aufstehen schnippeln? Nicht mit mir!  Kürzlich fand ich endlich eine Lösung: Früchte, die durch Gefriertrocknung haltbar gemacht werden. Ich hab Euch schon mal gezeigt, wie man z.B. Frische Kräuter einfrieren kann. Das Prinzip mit Früchten ist ähnlich.

Gefriertrocknung – Der Umwelt zuliebe?
Auf gefriergetrocknete Früchte wurde ich über den Umweg „Erbsen“ aufmerksam. Nachdem ich jahrelang immer Erbsen aus der Dose oder dem Glas für diverse Koch-Experimente einsetzte, griff ich irgendwann per Zufall zur Alternative aus dem Tiefkühl-Angebot. Geschmacklich eröffnete sich mir hierbei eine völlig neue Erbsen-Welt!

Das Gemüse schmeckte wesentlich intensiver und sah auch viel frischer und natürlicher aus. Aufgrund dieser Erfahrung probierte ich tiefgefrorene und schließlich gefriergetrocknete Früchte aus. Und auch bei diesem Testerlebnis ging mir das Herz auf. Egal ob Erdbeeren, Himbeeren oder Waldfrüchte – sämtliche Produkte, die ich in den folgenden Monaten ausprobierte, überraschten mich in jeglicher Hinsicht.

Im Vergleich zu gefrorenen Früchten müssen gefriergetrocknete Früchte nicht in der heimischen Gefriertruhe gelagert werden. Stattdessen geben sie sich mit Spezialverpackungen und einer kühlen sowie trockenen Lagerung zufrieden. Das Onlineangebot ist diesbezüglich vielfältig.

gefriergetrocknete-Erdbeeren

Die Gefriertrocknung bringt nicht nur für unsere Geschmacksnerven Vorteile. Auch die Umwelt profitiert. Zum einen, weil durch das Verfahren heimische Früchte aus Deutschland für den Zeitraum außerhalb der Saison haltbar gemacht werden können. Dadurch wird weniger weggeschmissen, was der Natur zugutekommt. Mit dem saisonalen Bezug geht außerdem einher, dass die Treibstoffmengen für aufwändige Importe sinken. Zumindest wenn wir Verbraucher das Richtige kaufen.

Zum anderen profitiert das Ökosystem, weil durch das Gefriertrocknen weniger Gewächs- und Treibhäuser bewirtschaftet werden müssen. Anders als frische Früchte, die in außersaisonalen Zeiten mit viel Energieaufwand in derartigen Glaskästen gezüchtet werden, liegen die gefriergetrockneten Früchte, welche innerhalb der Saison auf natürlichem Weg reifen, ganz entspannt in der Tiefkühlabteilung und warten darauf, von uns gekauft zu werden.

Trockenfrüchte

Schockgefrorenes für die Seele
Nach meinen ersten positiven Genusserfahrungen mit gefriergetrockneten Früchten wollte ich wissen, wie das denn nun genau funktioniert mit dieser Art der Konservierung. Falls auch Ihr euch die gleiche Frage stellt, hier die Antwort:

Beim Gefriertrocknen werden Früchte auf schonende Weise getrocknet. Der Clou an der Sache besteht darin, dass Lebensmitteln dank eines physikalischen Prozesses (der Sublimation) die Feuchtigkeit entzogen wird. Da Früchte zu 80 bis 90 Prozent aus Wasser bestehen, minimiert sich das Gewicht beim Gefriertrocknen markant auf 10 bis 20 Prozent des Ausgangsprodukts. Während des Verfahrens werden reife Früchtchen zunächst gefroren. Anschließend kommt das Ganze in eine Vakuumkammer.

Unter http://www.paradise-fruits.de/gefriertrocknung-lyophilisation.html, der Webseite eines niedersächsischen Herstellers von gefriergetrockneten Früchten, wird der Vorgang verständlich erklärt: „Unter Vakuum hat Wasser die Eigenschaft, direkt aus dem gefrorenen in den gasförmigen Zustand überzugehen. Das durch den Sublimationsprozess entzogene Wasser sammelt sich am Boden der Vakuumkammer und wird dann extrahiert.“ Die von Paradise Fruits hergestellten Fruchtprodukte landen zum Beispiel in Fruchtriegeln, Müslizubereitungen oder Früchtetees. Das trockene Ergebnis des Sublimationsprozesses wird „Lyophilisat“ genannt. Das Lyophilisationsverfahren ist bei Früchten übrigens am weitesten verbreitet. Aber auch Kaffee-Granulat ist ein gängiges Produkt der Gefriertrocknungsindustrie.

frische_fruechte

Praktisch am Gefriertrocknen ist, dass Früchte in den unterschiedlichsten Formen konserviert werden können. Hier eine Übersicht:

  • ganze Früchte
  • Crunchy´s (z.B. für Müsli oder zum Verfeinern von Schokolade)
  • Stücke (für Tee)
  • Pulver
  • Scheiben (zum Knabbern)

Grundsätzlich vergrößert sich das Volumen von gefriergetrockneten Früchten, sobald Flüssigkeit hinzugefügt wird.

Was ist mit den Nährstoffen?
Frische, Farbe und Geschmack werden bei der Gefriertrocknung zweifelsfrei sehr gut konserviert. Im Vergleich zu herkömmlichen Trocknungsprozessen bleiben wertvolle Aroma- sowie natürliche Farbstoffe besser erhalten. Doch für die Gesundheit ist nicht Genuss und Optik entscheidend. Die wohl wichtigste Frage, die sich für mich im Zusammenhang mit der Gefriertrocknung stellt, ist, ob die Produkte in Sachen Nährstoffgehalt mit den frischen Kollegen mithalten können.

Generell ist das Verfahren extrem vitaminschonend. Nahezu 100 Prozent der Vitamine bleiben in der Frucht. Auch Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe und Mineralien sind reichlich vertreten. Eine gute Nachricht oder : )

Übrigens: Da beim schonenden Verfahren der Gefriertrocknung keine chemischen Zusatzstoffe für die Konservierung benötigt werden, handelt es sich bei guten Produzenten um 100 Prozent Frucht ohne unerwünschte Begleiter.

Tipp zum Verzehr
Beim Verzehr solltet Ihr auf die Menge achten. Da die Energiedichte bei getrockneten Früchte sehr hoch ist, das Sättigungsgefühl aufgrund des geringen Volumens aber später eintritt, müsst Ihr beim Naschen von Trockenobst aufpassen, dass Ihr nicht der Kalorienfalle zum Opfer fällt. Zur Orientierung habe ich einige Daten zu drei beliebten Obstsorten (je 100 Gramm) tabellarisch zusammengefasst:

 BananeApfelFeigePfirsich
Kohlenhydrate

 

(in Gramm)

65635854
Fett

 

(in Gramm)

0,52,042,20,6
Kalorien (kcal)290284284247

Smoothies aus der Tüte?
Gibt´s nicht? Gibt´s doch! Das relativ junge Unternehmen „Buah“ nutzt gefriergetrocknete Früchte für leckere Smoothies, die ohne zeitintensive Obst-Schnippelei zubereitet werden. In den Verkaufstüten befinden sich gefriergetrocknete Fruchtmischungen. Die Zubereitung ist super easy: Einfach die Trockenfrüchte mit Wasser oder einer anderen Flüssigkeit wie Sojamilch in den Mixer geben und ordentlich mixen. Das war´s! Gemischt und verpackt werden die Fruchttüten übrigens in Brandenburg in einer Behindertenwerkstatt. Vorbildlich!

Ihr seid neugierig? HIER* könnt Ihr ihr die Smoothie-Tüten bestellen.

gefriergetrocknete-Fruechte

Gibt es Nachteile?
Die Nachteile möchte ich an dieser Stelle keineswegs unter den Teppich kehren. Nachteilig am Sublimationsprozess ist der hohe Energieaufwand. Aber auch die aufwändigen und teuren Anlagen, die zur Herstellung der gefriergetrockneten Früchte benötigt werden, stellen einen Minuspunkt dar. Beim Kauf solltet Ihr darauf achten, dass regionale Früchte erntefrisch verarbeitet wurden! Ansonsten wäre der ökologische Vorteil dahin.

Mein Fazit
Ich bin von den gefriergetrockneten Produkten, die ich bisher probiert habe, sehr angetan. Nicht nur weil sie gut schmecken, sondern vor allem, weil mich die Qualität überzeugt. Das Gefriertrocknungsverfahren erlaubt es nicht nur reife Früchte aus der Region das ganze Jahr über zu genießen. Nein, es setzt noch einen oben drauf und macht es möglich Früchte außerhalb der Saison mit nahezu vollem Nährstoffgehalt und frei von unerwünschten Zusatzstoffen zu essen. Mich hat das Verfahren überzeugt und ich bin sicher, dass das Trockenobst auf dem einen oder anderen Weg Einzug in meine Ernährung erhalten wird. Gerade wenn man keine Zeit zum Verarbeiten von frischem Obst hat und gerne auf Importware verzichten möchte, eine gute Lösung. Lange Rede kurzer Sinn: Daumen hoch für die Gefriertrocknung!

Bilder von Romi (Erdbeeren) – ejaugsburg (Himbeeren) – Hans (Ananas) – condesign (Smoothie) unter www.pixabay.com

4 Antworten auf „Gefriertrocknung – Frische Früchte das ganze Jahr“

Ein sehr interessanter Beitrag. Früchte müssen nicht immer frisch sein getrockene schmecken auch sehr gut und man kann sie vielseitig einsetzen :) LG aus dem Hotel Kaltern

Sehr interessanter artikel. Benötigt man für die Gefriertrockung unbedingt eine Maschine oder gibt es eine Möglichkeit das zuhause herzustellen?

Hey Britta,

du kannst auch einfach in deinem Froster gefriertrocknen, allerdings sind richtige Schränke dafür meist effektiver, weil sie „Schockfrosten“ :-)

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