Gigaset G-tag für Vergessliche

Ich gehöre zu den Chaoten dieser Welt. Einer dieser Menschen, der mindestens drei Mal am Tag ein „Tja, Sandra. Was man nicht im Kopf hat, hat man in den Beinen“ und zehn Mal ein „Tu alles an seinen Ort, dann findest Du es dort!“ hört. Ich verlege ALLES, wirklich A-L-L-E-S. Weil ich nie darüber nachdenke, wo ich etwas hinlege und was ich gerade genau tue. Nach Hause kommen, Schlüssel und Tasche irgendwo hin werfen, im nächsten Schritt die Wasserflasche irgendwo abstellen, das Smartphone weglegen. Drei Sekunden später habe ich alles vergessen und ich fange an zu suchen.
Grob geschätzt würde ich sagen, dass ich pro Tag ca. anderthalb Stunden damit verschwende, irgendeinen Kack zu suchen, den ich zuvor wahllos irgendwo abgelegt habe. Meine Pille, meinen Schlüssel, mein Wasser, mein Portemonnaie, meine Zigaretten, meine Ringe, meine Haarbürste, meine Creme, A-L-L-E-S. Es nervt unwahrscheinlich. Nicht nur mich, sondern auch all diejenigen, die erst Mal Minutenlang auf mich warten müssen, weil ich wieder irgendwo irgendwas verlegt habe.
Aber DAS hat jetzt ein Ende.

Gigaset G-tag

Gigaset G-TagDer G-tag ist die neuste Erfindung aus dem Hause Gigaset. Ein Bluetooth-Beacon* (Sender) der an all das angebracht werden kann, das nicht verloren gehen soll oder (wie in meinem Fall) oft verlegt wird. Der Nutzung des G-tag sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Überall dort, wo man etwas dran hängen oder hinein legen kann, findet er seine Verwendung. Laptops, Schlüssel, Portemonnaies, Koffer, die Pille (ja echt, ich zeig Euch das gleich!) und sogar am Halsband Eures Haustieres. Mit dem G-tag soll die endlose Sucherei nun endlich ein Ende haben.

Wichtige Daten

Inbetriebnahme:

Um den Gigaset G-tag nutzen zu können, benötigt man die kostenlose G-tag App, die im Apple oder Google Play Store herunter geladen werden kann. Wichtig zu wissen ist, dass Euer Smartphone in jedem Fall Bluetooth® 4.0 fähig sein muss und iOS 7 (oder neuer) bzw. Android 4.4.2 (oder neuer) benötigt. Die aktuellen Smartphone Generationen erfüllen diese Voraussetzungen in den meisten Fällen.

Nachdem Ihr die App heruntergeladen habt, müsst Ihr Euch ein kostenloses Benutzerkonto einrichten. Um den G-tag registrieren zu können, muss die „Schutzfolie“ aus dem G-tag heraus gezogen werden. Danach wird der Beacon einfach zur Registration auf die vorgegebene Stelle auf dem Display des Smartphones gelegt. Ihr könnt dann einen Namen für den G-tag auswählen. Dies ist insbesondere dann zu empfehlen, wenn Ihr mehrere G-tags in Benutzung habt, damit Ihr die einzelnen Gegenstände voneinander unterscheiden könnt. Zusätzlich kann ein Klingelton ausgewählt werden, der Euch darauf aufmerksam macht, wenn der G-tag nicht mehr in Reichweite ist. Die einwandfreie Nutzung des G-tags und der App ist nur mit eingeschaltetem Bluetooth möglich.

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Nutzung:

Sobald Ihr alles eingestellt habt, ist der G-tag einsatzbereit und kann an dem Gegenstand Eurer Wahl angebracht werden. Ich habe mich zu aller erst für das naheliegendste entschieden: mein Schlüsselbund.
Sobald die App mit dem G-tag über Bluetooth in Verbindung steht, zeigen mehrere Ringe auf dem Display, sowie die Bezeichnungen „Sehr nahe“, „Nahe“, „Weit weg“ und „Abbricht“ (kleiner Fehler 😉 ), wie nah der Schlüssel sich in meinem Umfeld befindet und wann er das letzte Mal lokalisiert wurde. Sobald der G-tag außer Reichweite ist, erinnert die App wahlweise mit einem Klingelton/einer Vibration und einer Nachricht auf dem Display daran. So gibt es vier Szenarien, in denen die App unterschiedlich eingesetzt werden kann.

Szenario 1, Schlüssel vergessen:
Bin ich im Begriff, den Schlüssel zu vergessen, so klingelt/vibriert das Smartphone, sobald ich mich zu weit vom Schlüssel entferne. Gleichzeitig gibt es die Möglichkeit einer Listenfunktion, die an all das erinnert, das man mit einem G-tag versehen hat und das möglichst nicht zu Hause vergessen werden soll.

Szenario 2, Schlüssel verlegt:
Habe ich den Schlüssel innerhalb eines Raumes verlegt, so kann ich direkt mit den „Entfernungsringen“ und der Anzeige auf dem Display arbeiten. Die Suche nach dem verlegten Schlüssel gleicht dabei dem bekannten „Heiß-Kalt Spiel“ für Kinder, nur mit den oben genannten Worten von Sehr nah bis weit weg. Ich renne also mit dem Smartphone in der Hand durch z.B. meine Wohnung und orientiere mich dabei an den Ringen auf dem Display. Umso näher ich meinem Schlüssel komme, umso grüner werden die Ringe und auch die jeweilige Bezeichnung ändert sich von „weit weg“ auf z.B. „nah“ bzw. „Sehr nah“, wenn ich dem Gegenstand dann so richtig auf die Schliche gekommen bin. 

Szenario 3, Schlüssel verloren:
Habe ich den Schlüssel verloren, ist er meist so weit entfernt,dass die Verbindung abbricht. Dies wird mir auch mit einer Nachricht auf dem Display (G-tag ist außer Reichweite) und den grauen Ringen in der App angezeigt. 
Nun kann ich mir die letzte Position des G-tag anzeigen lassen. Dabei wird die exakte Position, anhand der GPS Daten auf einer Map angezeigt. Im besten Fall weiß ich nun, dass ich den Schlüssel beispielsweise bei meiner Mutter auf dem Tisch liegen lassen habe. 

Szenario 4, Gegenstand wird geklaut:

Nehmen wir an, ich schlafe im Zug ein und jemand versucht mir den Gegenstand, den ich mit einem G-tag versehen habe, zu klauen. Die App macht mich unmittelbar darauf aufmerksam, dass sich der Gegenstand „von mir entfernt“, indem ein Klingelton/die Vibration ertönt. Ich kann nun im besten Fall los rennen und versuchen, dem Dieb z.B. meinen Laptop wieder zu entreißen.

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Weitere Einsatzmöglichkeiten:

Mit dem G-tag lassen sich natürlich noch deutlich mehr Gegenstände sichern, als nur der Schlüsselbund. Im Grunde ist wirklich alles denkbar. Ich habe z.B. zwischenzeitlich meine Wasserflasche, meine Pillenpackung, meinen Laptop, meine Tasche, mein Grafiktablett, mein Portemonnaie, mein Buch und viele andere Dinge, die ich nicht vergessen oder verlegen wollte, mit dem G-tag versehen. Ihr müsst lediglich beim Anbringen des G-tags etwas kreativ werden. Gerade für Gegenstände, die Ihr in der Wohnung häufig verlegt, ist der G-tag einfach perfekt! Nicht zuletzt auch weil Ihr Euch so sicher sein könnt, dass Ihr z.B. das Portemonnaie wirklich einfach nur in den Kühlschrank gelegt habt und es nicht verloren gegangen ist 😉
Aber der G-tag eignet sich auch, um in einer fremden Stadt die Position Eures Autos zu speichern, damit es sich später leichter wieder finden lässt. Und natürlich könnt Ihr theoretisch auch einfach die Position eines besonders schönen Ortes speichern, um später wieder dorthin zurück zu finden. Es gibt unzählige Möglichkeiten!

Verbesserungsvorschläge:

Hier und da gibt es in der Praxis noch einige Punkte, die nach und nach verbessert werden können. Zum Glück ist die App ja kein „statisches Produkt“, so dass hier immer wieder Updates heraus gebracht werden können, die kleinere Bugs beheben und man so natürlich selbst auch Verbesserungen anregen kann.
Aufgefallen ist mir z.B., dass die Position des G-tag nicht zu 100% genau aktualisiert und angezeigt wird. Das ist bei der Suche eines Gegenstandes oft hinderlich (teilweise war der Gegenstand im Test direkt unter dem Smartphone aber auf der App wurde mir noch „weit weg“ angezeigt) und sorgt z.B. auch dafür, dass ich im Falle eines Falles über den Abbruch der Verbindung manchmal zeitversetzt informiert werde. Außerdem ist mir aufgefallen, dass die Reichweite von 30m bis jetzt nur schwer erreicht werden kann. Oft brach die Verbindung bereits früher ab. Ebenfalls ein Punkt, bei dem noch etwas aufgerüstet werden kann.
Ich persönlich fänd es außerdem extrem praktisch, wenn der G-tag auf Knopfdruck ebenfalls Töne von sich geben könnte. Das wäre insbesondere bei der Schlüsselsuche im Raum, aber auch z.B. wenn mir gerade etwas geklaut wird oder ich draußen meinen Hund suche, praktisch. Inwiefern sich das in der Realität umsetzen lässt weiß ich natürlich nicht, aber das ist eine Funktion, die ich mir für die nächste Version des G-tags wünschen würde.

Mein Fazit:

Der Bluetooth Beacon von Gigaset ist die moderne und stylische Form des fürchterlich piependen Keyfinders aus den 90ern. Bereits jetzt macht der Einsatz großen Spaß und verlegte Gegenstände lassen sich oft deutlich schneller finden, als ohne den G-tag. Dennoch gibt es hier und da kleinere Fehler, die noch ausgebessert werden können und auch die Funktionen des G-tags sind zum Teil noch ausbaufähig. Alles in allem ist der G-tag aber bereits jetzt ein tolles Gadget, das begeistern kann. Und ich bin wahnsinnig gespannt, was uns mit den nächsten Updates erwartet und wo sich der G-tag hin entwickeln wird. 

Von dieser Seite aus gibt es aktuell drei von fünf Check-Lights mit der absoluten Tendenz nach oben.

drei von fünf Check-Lights

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Die Checkerin

Frohnatur! - Freak! - Philosophin!
Kommt selten schnell auf den Punkt, trifft aber irgendwann trotzdem den Nagel auf den Kopf.

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