Innere Unruhe verstehen und mit Naturmedizin natürlich behandeln

Es gibt Situationen im Leben, die uns innerlich völlig durcheinander bringen und dafür sorgen, dass wir nervös werden. Jeder kennt das Gefühl. Vor wichtigen Prüfungen oder Entscheidungen, wenn man auf eine wichtige Nachricht wartet, wenn etwas Neues ansteht, Herausforderungen warten, Schicksalsschläge gemeistert werden müssen, kriecht die Innere Unruhe in jedem von uns mal hoch. Manchmal macht sie uns wütend, dann traurig, hysterisch, angespannt, nervös oder einfach nur unausgeglichen. So schnell wie sie kommt, so schnell ist sie im Normalfall wieder verflogen. Was aber, wenn dieser Zustand, diese Anspannung und Nervosität zum Dauerzustand werden?

Ich leide seit rund 13 Jahren unter „nervösen Störungen“. Als ich mit 17 das erste Mal mit meinen Beschwerden (Herzrasen, Schwindel, Unruhe, Anspannung, Engegefühl in der Brust u.a.) beim Arzt war, wurde mir relativ schnell deutlich gemacht, dass ich verrückt bin. „Das bildest Du Dir ein Sandra, einfach sein lassen, dann geht’s Dir besser. Zur Not verschreibe ich Dir aber mal ein paar Pillchen zur Beruhigung“ Mein damaliger Hausarzt war weder sonderlich einfühlsam gegenüber Jugendlichen noch wirklich kompetent, die „Pillchen“ habe ich abgelehnt. Besuche bei anderen Ärzten ergaben dasselbe Ergebnis. Ich bilde mir das alles ein und außer Psychopharmaka kann da auch nix helfen. Muss ich mir halt weniger einbilden und mich nicht so anstellen.

Der lapidare Umgang der Ärzte mit meinem Problem aber auch mit dem Verschreiben von Psychopharmaka hat mich nachhaltig geprägt und schockiert. Psychopharmaka können vielen Menschen sich wirklich gut helfen, aber doch nicht einer Jugendlichen, die einfach psychosomatische Beschwerden hat. Bis heute gehe ich nur noch dann zum Arzt, wenn ich mir ganz sicher bin, dass ich „was habe“. Nie wieder möchte ich mir anhören, dass ich verrückt bin und mir alles nur einbilde. Denn eine Sache ist ganz klar: nervöse Störungen und Innere Unruhe haben Symptome zur Folge, die nicht eingebildet sondern real sind. Dass z.B. Angst oder „sich Sorgen“ körperliche Begleiterscheinungen mit sich bringen ist sogar völlig normal.

Innere Unruhe verstehen

Mit der „Du bist verrückt“ Diagnose habe ich mich Jahrelang zufrieden gegeben. Immer wieder habe ich hier gesessen und mir Mantraartig gesagt „Du bildest es Dir nur ein, es ist nicht real.“. Geholfen hat es nichts. In meiner Verzweiflung habe ich damals angefangen zu googlen. Tag und Nacht. Meine Auseinandersetzung mit der inneren Unruhe als psychosomatisches Symptom hat mir geholfen, um überhaupt zu verstehen, was in meinem Körper vor sich geht. Dass Herzrasen & Anspannung normale Reaktionen unseres Körpers sind, gegen die wir nicht ankämpfen sollten, weil sie sich dadurch nur noch verstärken. Dass ich nicht verrückt bin. Und auch, dass Psychopharmaka in diesem Fall absolut unnütz sind und man eher auf pflanzliche Mittel zur Unterstützung setzen sollte.

Relativ schnell stieß ich in Foren nämlich auf Heilpraktiker, die unterschiedliche homöopathische Präparate empfahlen und damit gute Ergebnisse erzielten. Dem Thema Homöopathie und Naturheilkunde bin ich im Allgemeinen mit einer gesunden Skepsis begegnet, war und bin diesem Thema gegenüber aber deutlich positiver gestimmt, als „normaler Medizin“. Können ein paar Globulis helfen? Kann die Kraft der Natur mich unterstützen, obwohl es manchmal keine wissenschaftlich nachweisbaren Effekte gibt?

Da ich vor den Nebenwirkungen normaler Medikamente große Angst habe und bei Naturmedizin entsprechend weniger zu verlieren habe, begann ich, mich auf Informationsplattformen für Naturheilkunde * genauer mit dem Thema auseinanderzusetzen. Außerdem besorgte ich mir Bücher, las etliche Studien und viele Foreneinträge über Naturheilverfahren, über psychosomatische Beschwerden und die seelischen Ursachen vieler Krankheiten, um für mich Antworten zu finden.

Innere Unruhe annehmen

Wo immer ich mich auch informierte las ich, dass sich die Innere Unruhe in dem Moment, in dem man sie bekämpfen möchte, nur noch verstärkt. Dieses Wissen hat mir enorm geholfen. Wenn man Frieden mit dem Herzrasen, dem fiesen Gefühl in der Brust und der Unruhe schließt, dann wird es besser. Wenn man versteht, dass nichts „Schlimmes“ passieren wird. Ich weiß noch genau, wann der Groschen bei mir gefallen ist. Es war 2009, als ich in der Zahnarztpraxis im Raucherraum am Fenster saß und wieder eine Panikattacke bekam. Ich hab mir vorgestellt, wie ich meine Panik innerlich „umarme“. Hab sie begrüßt und sie eingeladen sich zu mir zu setzen. Das war der Moment, in dem sich für mich alles anfing zu verändern und ich spüren konnte, was dieses „annehmen“ bedeutet.

Im Grunde geht es nur darum, auf die eigenen Signale des Körpers zu hören, sich selbst zu vertrauen und hinein zu spüren, was uns gut tut und was nicht. Letzten Endes zeigen uns wiederkehrende Panikattacken, nervöse Unruhen und all die damit verbundenen Symptome nur, das irgendwas gerade unbehaglich ist. Dass wir vielleicht in einer (Lebens-)Situation stecken, die Veränderung bedarf. Dass wir etwas aus unserem Leben verdrängen, das sich so immer wieder ins Gedächtnis ruft oder dass es sonst irgendwo in unserem Leben etwas gibt, dem wir größere Aufmerksamkeit schenken sollten, statt es zu verdrängen.

Innere Unruhe natürlich behandeln

Das reine Annehmen und bewusst machen der Beschwerden ist schon ein großer Schritt in die richtig Richtung gewesen. Zusätzlich habe ich mich damals dazu entschlossen, pflanzliche Mittel auszuprobieren, die mich auf meinem Weg ggf. unterstützen und in den richtigen Momenten etwas Ruhe geben können.

Ich habe „normale Medizin“ schon früh abgelehnt und nur im äußersten Notfall z.B. Antibiotikum oder Schmerzmittel genommen, aber seit ich mich 2010 so intensiv mit Naturmedizin auseinander gesetzt habe und in den letzten Jahren so viel Hilfe dadurch erfahren habe, bin ich nahezu komplett auf natürliche Produkte umgestiegen und habe also logische Konsequenz auch die Pille abgesetzt. Mit dieser Entscheidung fahre ich mittlerweile gut.

Neben den homöopathischen Produkten helfen mir für die innere Unruhe und Panikattacken auch Tees, ein paar Entspannungsübungen und Atemübungen, sowie ein Kräuterkissen mi Baldrian, Lavendel, Hopfen, Melisse & Co. das bei Bedarf kurz in die Mikrowelle gesteckt wird und danach den ganzen Raum mit seinem beruhigenden Duft erfüllt. Naturheilverfahren umgeben uns eigentlich täglich, viele sind aber (z.B. als Omas Geheimtipp für Hausmittelchen) so normal für uns, dass sie uns nicht mal auffallen.

Traut Euch der Natur zu vertrauen!

Wenn Euer Arzt Euch nicht ernst nimmt oder Ihr das Gefühl habt, nicht gut aufgehoben zu sein, dann traut Euch zu, Informationen einfach mal auf eigene Faust zu recherchieren. Ihr könnt beispielsweise die Naturheilkunde.de Plattform nutzen und Euch dort nicht nur über mögliche Produkte, sondern auch über Apotheken und Therapeuten informieren.

Hört auf Euer Bauchgefühl, wenn Euch was nicht zu sagt oder unbehaglich ist. Aber traut Euch auch mit Eurem Arzt über natürliche Alternativen zu reden. Viele Ärzte sind Naturmedizin gegenüber heute nicht mehr so skeptisch und ablehnend eingestellt wie noch vor 20 Jahren. Naturmedizin hat in vielen Bereichen ihre Berechtigung und die Erfolge sprechen für sich.

Oft hält die Natur Hilfen bereit, die deutlich schonender zu unserem Körper sein können, als herkömmliche Medizin. Auch wenn pflanzliche Arzneimittel natürlich ebenso Nebenwirkungen haben können (siehe z.B. Marihuana oder Johanniskraut 🙂 ) und man mit Naturmedizin niemals leichtfertig umgehen sollte.

Kennt Ihr das Gefühl der inneren Unruhe? Was tut Ihr gegen Eure Innere Unruhe? Wie steht Ihr Naturmedizin gegenüber? Hat sie Euch schon mal geholfen? 

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Über den Autor

Die Checkerin

Frohnatur! - Freak! - Philosophin!
Kommt selten schnell auf den Punkt, trifft aber irgendwann trotzdem den Nagel auf den Kopf.

3 Kommentare

  • Oh Gott, ich kenne dieses Gefühl zu gut. Wenn die arme wie taub werden und es die Kehle zu schnürt. Vom Muskelkater durchs knirschen fang ich erst gar nicht an. Ich hatte das auch seit ich 17 war. Von heute auf morgen ging es los. Einschlafen und kurz darauf wieder aufschrecken mit Herzrasen. Die kleinste unregelmäßigkeit im Leben hat mich jedes mal komplett aus der Bahn geworfen, direkt heiß, kalt… Angst. Habe tabletten dafür bekommen die mich ruhig gemacht haben. Vor einem Jahr hab ich die Pille angesetzt und seither keine panikattacken mehr gehabt. Ich hoffe so sehr dass das nicht einfach nur Zufall ist.

  • Hallo 🙋🏼,
    wenn ich das lese erkenne ich mich zu 100% wieder…bei mir kam es plötzlich von einem Tag auf den anderen aber nach hinein wundert es mich jetzt mehr! Ich habe in den letzten 5 Jahren soviel Veränderungen, Enttäuschungen, Angst, Trauer usw in meinem Leben gehabt aber hab es nie bewusst wahrgenommen und mir nie die Zeit genommen darüber großartig nachzudenken was gerade alles passiert um mich rum. So kam es dazu das ich Weihnachten 2015 die absolute Panickattacke mit Schwindel, Herzrasen, Atemnot ich war so in diesem Strudel das mein Freund einen Notarzt gerufen hat weil ich dachte ich sterbe in diesem Moment, der stellte nichts natürlich nichts fest. Nächsten Tag bin ich zu meinem Hausarzt und der hat mit mir alle möglichen Untersuchungen durchgeführt aber siehe da alles war und ist ok!!! Ich habe es mit eigenen Ohren gehört aber in mein Kopf ging es nicht rein😭Also hieß es Psychologe und Gesprächstermine, dort wurde alles aufgerollt und da wurde mir bewusst was überhaupt alles passiert ist..Ich habe vorher auch auf Naturheilkunde zurückgegriffen und es hat mir auch ein wenig geholfen aber ich kam nicht um leichte Antidepressiva drum herum, ich konnte noch nicht mal mehr alleine sein und an anderen Tagen konnte ich nicht unter vielen Menschen sein, alles sehr verwirrend und sich anstrengend….mittlerweile kann ich ganz gut mit diesen Symptomen umgehen, sobald ich merke dieses Gefühl steigt in mir auf lasse ich es zu und stelle mich Bewusst mit beiden Füßen auf den Boden und „fühle“ den Boden unter mir (wenn man es so schreibt hört es sich echt crazy an😅, aber ist es nunmal) ich nehme dieses Gefühl einfach an weil es nichts bringt es wegzudenken.
    Jetzt hab ich soviel geschrieben aber es fühlt sich auch gut an☺️Und es beruhigt immer ein bisschen das ich nicht die einzigste bin.
    Lg Kathrin 👋🏻

    • HEy Kathrin,

      danke für deine Geschichte! Ich glaub „alles“ kann die NAtur auch nicht heilen. Irgendwann gibt es ja immer Grenzen, so dass man sich Hilfe holen muss .Deshalb schreib ich auch lieber „unterstützen“ statt „heilen“ 😀
      Das zulassen ist wirklich das Wichtigste überhaupt glaube ich. Man wird die Angst ja nicht los (weil Menschlich und überhaupt), aber wenn man sie als Teil annimmt, ist es wirklich besser. Das mit dem Boden unter Dir spüren klingt nicht crazy. Ich mach das ähnlich (zusätzlich mit der Atmung quasi „in den Boden atmen“ – klingt genauso bescheuert aber hilft).
      Du bist jedenfalls definitiv nicht allein. Ich kämpfe auch heute noch beinah täglich 🙂

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