Aus dem Leben Lifestyle


Sandra, willst Du mich heiraten? Oder: Lass uns bitte mal über unseren Versicherungsstatus reden!

Momentan stehen wir tatsächlich vor der Entscheidung: Heiraten oder privat versichern? Seit ich mich im letzten Jahr dazu entschieden habe, mich selbstständig zu machen, spielt die Thematik rund um die Krankenversicherung eine große Rolle. Nicht zuletzt, da wir künftig beide unsere Krankenversicherung selbst zahlen müssen, beschäftigen wir uns mit den Vor- und Nachteilen unterschiedlicher gesetzlicher und privater Krankenversicherungen. Welche Erfahrungen  und Begebenheiten die anstehenden Entscheidungen beeinflussen, wie ich mich bisher als Kassenpatientin gefühlt habe, aber auch welche Erfahrungen ich als ehemalige Arzthelferin mit unterschiedlichen Versicherungsarten gemacht habe, erzähle ich Euch jetzt.


Meine Erfahrungen als Zahnarzthelferin / Patientin

Ich erinnere mich noch an einen der ersten Tage in der Zahnarztpraxis während meiner Ausbildung 2006. Ich nahm einen Patienten an und schickte ihn ins Wartezimmer. Kurze Zeit später wurde ich von meiner Kollegin und meinem Chef zur Seite gerufen. Privatpatienten durften nicht ins Kassenpatienten-Zimmer gesetzt werden. Die Unterschiede haben mich damals schockiert. Das „Kassenpatienten-Wartezimmer“ war relativ dunkel, ausgestattet mit alten, zerkratzten Holzstühlen, einem Lego-Spieltisch und ein paar Zeitungen. Ein Blick in das Privatpatienten-Wartezimmer zeigt ein anderes Bild: gemütliche Ledersessel, ein Fernseher, frisches Wasser, eine große Auswahl an Zeitschriften, schöne Blumen, Bilder und warmes, helles Licht.

Ich arbeitete in verschiedenen Zahnarztpraxen und immer war es dasselbe Bild: ein hochwertiges Wartezimmer und ein normales. Wann immer ein Privatpatient unangemeldet kam, wurde er SOFORT dran genommen und behandelt. Kassenpatienten hingegen wurden (nicht selten sogar unfreundlich „Sie müssen halt vorher anrufen!“) abgewiesen  und bekamen dann einen Termin in ein paar Wochen. Bei Schmerzen mussten sie bis zu zwei Stunden warten. Einem Privatpatienten wäre das, zumindest in den Praxen in denen ich arbeitete, niemals passiert.

Während der Behandlung gab es für die Kassenpatienten immer die „schlechteren“ Produkte und Behandlungen, weil die gesetzlichen Kassen für viele Behandlungen die Kosten nicht übernehmen. Bei Privatpatienten schöpften meine Chefs dann aus den Vollen, rechneten hier und da auch Sachen ab, die eigentlich nicht zwingend notwendig waren, aber für den Patienten zusätzliches Wohlbefinden erzeugten.

Als Patientin machte ich ähnliche Erfahrungen. Viele Behandlungen, von denen ich zuvor im Internet las, wurden für Kassenpatienten nicht oder nur zuzahlungspflichtig angeboten. Auch bei Terminvergaben werden Kassenpatienten für gewöhnlich benachteiligt. Meine Freundin, die privat versichert ist, bekam Termine zum Großteil noch am selben Tag. Ich wartete nicht selten mehrere Monate auf einen Arzttermin.

In vielen Bereichen überwiegen die Vorteile der privaten Krankenversicherung für mich bzw. für uns, weshalb sie eine echte Option darstellt.  Eine so langfristige Entscheidung trifft man aber nicht zwischen Tür und Angel. Nicht zuletzt, da man nach dieser Entscheidung ggf. nicht mal eben wieder wechseln kann.

Obwohl wir uns eigentlich über vieles selbst informieren, war es uns in diesem Fall wichtig, die Entscheidung mit einem Fachmann zu besprechen. Unsere Situation ist relativ komplex und wir wollten auf Nummer sicher gehen, damit wir nichts übersehen oder vergessen. „Wollen wir tatsächlich heiraten oder doch lieber in die private Krankenversicherung?“ Wer uns kennt, der wird spätestens jetzt ins Schmunzeln kommen, da die Heirat aus verschiedensten Gründen bei uns eigentlich keine Option darstellt und daher der „Vorteil“ einer Familienversicherung bei einer gesetzlichen Krankenkasse weg fällt.

Eine professionelle Beratung war für uns Pflicht

Wir haben uns deshalb in einem ausführlichen Gespräch zu den Vor- und Nachteilen einer privaten Krankenversicherung beraten lassen. Das geht auch ganz einfach online oder per Telefon bei der Allianz Generalvertretung Rose*. Überraschend war für uns vor allem, dass es, im Vergleich zu den Kosten in der gesetzlichen Krankenversicherung, vergleichsweise erschwingliche Beitragssätze gibt. Mit den verschiedenen Tarifen hat man nicht nur die Möglichkeit, Leistungen auf die man großen Wert legt (wie z.B. Heilpraktikerbehandlungen oder eine Chefarzt Behandlung) zu wählen, sondern auch die Kosten, durch die variable Selbstbeteiligung ( vor allem für Selbstständige & Freiberufler interessant), an die eigene Lebenssituation anzupassen.

Für mich ganz persönlich von großem Vorteil sind die bis zu 100% Kostenerstattungen für Heilpraktiker, Arztbehandlungen & Arzneimittel, sowie 85% für Zahnersatz + die Möglichkeit im AktiMed® Best Tarif als Unterbringung ein Einbettzimmer zu wählen. Momentan habe ich hier entsprechende private Zusatzversicherungen abgeschlossen, deren Kosten damit hinfällig wären. Bei meiner gesetzlichen Krankenversicherung habe ich hohe Zuzahlungen bei Ärzten (beim Frauenarzt z.B. den Ultraschall und beim Zahnarzt die Füllungen – mittlerweile zahlt man ja doch den Großteil selbst oder zumindest teilweise) und keinerlei Zuschüsse für Heilpraktikerbehandlungen. Meine Psychotherapie bei einer Heilpraktikerin musste ich damals auch komplett selbst finanzieren.

Bei der privaten Krankenversicherung entfallen diese zusätzlichen Kosten. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, einen Teil der Kosten über die Beitragsrückerstattungen wieder zu bekommen. Insgesamt ein weiterer Vorteil gegenüber gesetzlichen Versicherungen, bei denen sich der Beitrag nicht nach den erbrachten Leistungen, sondern nach der Politik und den Gesetzen richtet.

Die private Krankenversicherung der Allianz bietet zudem eine für mich besonders wichtige (weil Zeit schonende) Möglichkeit: Rechnungen und Rezepte können im Onlineportal oder bequem per App mit dem Smartphone eingereicht werden. Den jeweiligen Bearbeitungsstand der eingereichten Belege kann ich ebenfalls online einsehen. Zudem lässt sich die zu erwartende Beitragsrückerstattung jederzeit berechnen.

Uns hat die Beschäftigung mit der Thematik nochmal gezeigt, dass es sich durchaus lohnt, das mal durch zu rechnen (und dabei auch die bestehenden Zusatzversicherungen zu berücksichtigen) und sich von einem Profi beraten zu lassen. Wenn ich in meinem Umfeld von meinen Überlegungen zu einem Wechsel in die private Krankenversicherung erzähle, ernte ich regelmäßig besorgte Warnungen. Es gibt natürlich viele Fallstricke, aber eben auch Vorteile die, je nach Lebenssituation, ganz unterschiedlich ausfallen können. 


Unsere Überlegungen sind noch nicht gänzlich abgeschlossen und wir haben noch einen weiteren Termin zur Besprechung. Was ich bisher sagen kann: die Generalvertretung von Herrn Rose*, steht den Kunden und Interessenten mit einer guten Beratung zur Verfügung. Wenn wir uns letzten Endes und wider Erwarten doch für eine Hochzeit entscheiden sollten, könnt Ihr Euch aber sicher sein: es wird niemand jemals erfahren. ;-)


Seid Ihr gesetzlich oder privat versichert? Wie sind Eure Erfahrungen als Versicherungsnehmer? Fühlt Ihr Euch als Kassenpatient gut aufgehoben? Sind Euch auch schon Unterschiede bei der Behandlung aufgefallen? Wie ist Eure Meinung zum Thema? Ich freue mich auf Eure Kommentare!

 

Anzeige

Über den Autor

Die Checkerin

[Sinnn­flu­en­cerin]
Person, die [in sozialen Netzwerken] Menschen mit großer Vorliebe zum Nachdenken anregt und mit unterschiedlichen Themen inspiriert

6 Kommentare

  • Liebe Sandra, wieder mal ein sehr interessantes Thema-das ihr für euch persönlich gut informiert lösen werdet, da bin ich sicher.
    Ich kann dazu sagen, dass mein Mann mit Anfang 20 in die private Kasse gewechselt hat und wir diesen Schritt nun, über 20 Jahre später, nie wieder gehen würden. Die Beiträge steigen Jahr für Jahr immens; man kann nicht einfach wieder zurück. Was wir auch nicht bedacht haben damals (denn Kinder waren überhaupt nicht geplant): Ich konnte die Kinder nicht mit in die gesetzliche Familienversicherung nehmen, weil mein Mann über der Beitragsbemessungsgrenze liegt, was das Gehalt angeht. Was wir uns mit der Privaten schon auseinandergesetzt haben in Bezug auf Kieferorthopädie (falsches Zähneputzen soll schuld an der Zahnfehlstellung sein, haha…), Krankheiten (eine leichte Entzündung des Auges beim Sohn ist anscheinend chronisch und rechtfertigt Beitragserhöhung)etc…..das geht auf keine Kuhhaut. Ich habe auch mit zwei privat versicherten Kindern weder beim Arzt noch im KH die Erfahrung gemacht, schneller dranzukommen oder besser behandelt zu werden. Nie. Meiner Meinung nach ist der bessere Weg, sich gesetzlich zu versichern und auf jeden Fall eine Zusatzversicherung für Zahnbehandlung und Heilpraktiker abzuschließen. So habe ich es vor 10 gemacht und bin sehr zufrieden damit-für sehr viel weniger Geld, als ich privat versichert kosten würde.
    Aber wie gesagt, das sind persönliche Erfahrungen und ohne Kinderwunsch bzw. als Selbständiger hat man auch wieder ganz andere Voraussetzungen.
    Ich wünsche dir eine gute Woche und ich liebe deine Stimme immer noch sehr:)))
    Liebe Grüße, Katrin

    • Liebe Katrin,
      danke für deinen Kommentar und auch für deine Erfahrungswerte. Es ist wirklich ein komplexes und verzwicktes Thema, genau deshalb machen wir uns die Entscheidung auch so schwer. Es gibt eben auch vieles, das aktuell bei uns noch nicht zu 100% fest steht. Wollen wir WIRKLICH in den nächsten fünf Jahren keine Kinder oder ändert sich unser Empfinden dahingehend noch? Bleiben wir in Deutschland oder haben wir plötzlich Bock um die Welt zu reisen? Werden wir eine PV auch im Alter finanzieren können? Wollen wir das Risiko tragen? Und umgekehrt: Heiraten und private Zusatzversicherung? Kommt die Familienversicherung überhaupt in Frage?
      Die Köpfe rauchen! :-) Find’s toll, dass sich so viele zum Thema bei mir melden. So kriegt man nochmal einen anderen Blickwinkel mit.

      Danke übrigens auch für dein Kompliment ;-)

  • Hallo Sandra, ich bin seit 7 Jahren privat versichert und mit mir unsere Söhne. Ich habe bisher nur gute Erfahrungen mit der PKV gemacht. Ich selbst bin selten bis nie krank, aber für meine Kinder ist das Gold wert! Egal ob Kinderarzt (Privatpraxis, Erreichbarkeit 24/7, Wartezeit praktisch null), oder Facharzt: Ich bekomme in akuten Fällen ausnahmslos überall noch am selben Tag einen Termin, sobald ich sage, dass wir privat versichert sind. Das sind mir die Mehrkosten bis dato wert. Ich weiß meine Kinder medizinisch top versorgt und muss in keinen vollen Wartezimmern bis zu 3 Stunden zwischen anderen Kranken sitzen. Unbezahlbar!

  • Als Selbstständige mit einer Vorbelastung (war wegen Stress beim Arzt, bzw wegen Schlafproblemen plus Übergewicht) nimmt mich keine private Kasse. Fakt ist, die nehmen nur gesunde Menschen. Wenn du einmal wegen psychischen Problemen beim Arzt warst, kannst du dir die Beiträge nicht mehr leisten. Ich hatte auch überlegt, zu wechseln. Hat sich auch erst alles gut angehört. Aber da die einige Jahre in der Vergangenheit rumbohren, mach dich auf unangenehme Überraschungen gefasst. Als Selbstständige kann ich mir krank sein nicht leisten, bzw sorge dafür, dass ich so gesund wie möglich lebe. Die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung sind Anfang 2019 drastisch (nach Einkommen) gekürzt worden. Ich zahle 190 statt wie zuvor 450. Ich hab einen guten Arzt hier in Wuppertal, der mich kennt und weiß, was ich mache und mich dementsprechend behandelt, nicht wegen meiner Versicherung. Zusatzkosten werden abgesprochen. Meine Mutter ist nach Jahrzehnten auch zurück in die gesetzliche, weil die Beiträge im Alter so absurd geworden sind. Das geht also. Letztendlich musst du das für dich entscheiden. Mein Mann ist über mich versichert und hat eben Zusatzversicherungen. Die Beiträge sind wesentlich überschaubarer und besser zu tragen als die Kosten der Privaten.

    • Denk Fakt kann ich nicht ganz bestätigen. Das ist wie immer total unterschiedlich. Es gab Kassen, für die meine Psychotherapie ein Problem ist, für den Großteil allerdings nicht. Das kann ich also nicht bestätigen. Dass die Beitragssätze gesunken sind hab ich natürlich auch mitbekommen, bin ja seit letztem Jahr selbstversichert. Allerdings sind die Belastungen für mich monatlich in der Gesetzlichen weiterhin relativ hoch, runter gerechnet sogar höher, als würde ich die private Versicherung mit all den für mich wichtigen Zusäten abschließen. Aber das ist eben dennoch nicht alles. Es gibt für meine Situation auf beiden Seiten massive Vorteile, aber genauso heftige Nachteile. In der PKV wiegen sie besonders schwer.

Schreibe einen Kommentar

Mit der Nutzung der Kommentarfunktion erklärst du dich mit der Verarbeitung deiner Daten gemäß der Datenschutzerklärung einverstanden.