Kuriositäten aus dem 3D Drucker

Gastartikel
Dieser Artikel wurde von einem meiner Gastautoren verfasst.

Eine Fabrik im Wohnzimmer

Ist ein 3D-Drucker wirklich noch ein Drucker? Kommt da irgendwo Tinte raus und muss man ein Blatt einlegen? Nein, ganz und gar nicht. Es geht da vielmehr um Kunstharze, Kunststoffe, Keramiken und Metalle, aus denen schichtweise nahezu jede Form, jedes Werkstück gefertigt werden kann. Wozu man so etwas braucht? Zum Beispiel zur Herstellung von Modellen oder auch Prototypen. Ein Kfz-Ingenieur hat eine Idee zu einem neuen, revolutionären Getriebe? Prima, drucken wir ein Modell und schauen, ob es funktioniert. Dazu setzt man sich an den Computer und programmiert erst einmal ein digitales Modell, das man dann an den 3D-Drucker weiterleitet und ihm fasziniert beim Drucken zuschaut.

Manche sagen, der 3D-Druck sei eine Technologie, die eine neue industrielle Revolution auslösen könne, nämlich die Verlegung ganzer Fertigungsprozesse ins heimische Wohnzimmer. Andere sagen, dass die Materialkosten dann gegenüber der Massenproduktion viel zu hoch seien und dass diese Revolution deswegen nicht stattfinden werde. Man darf also gespannt sein. Für kleinere Objekte wie Spielzeuge oder Kram, den man nicht braucht, gibt es 3D-Drucker für zu Hause heute schon zu erschwinglichen Preisen. Wenn ihr aber Euren nächsten Kleiderschrank selbst ausdrucken wollt, müsst ihr schon etwas tiefer in die Taschen greifen – so bis zur 100.000 EUR-Marke etwa.

Erfunden hat die Sache übrigens der US-Amerikaner Chuck Hull und zwar schon 1983.

Quelle: Wikipedia

Quelle: Wikipedia

Schatz, heute hast du wieder lecker gedruckt

Klingt witzig, ist es auch. Ein Forscherteam der Columbia University in New York hat unlängst einen Lebensmitteldrucker entwickelt, der kleine, aber aufwendige Snacks vollautomatisch drucken kann. Aus Pulvern, Pasten und einigen anderen Zutaten baut das Gerät Schicht für Schicht durchaus nett anzusehende Leckereien. So etwas gibt es natürlich auch für Schokolade. Ihr wollt Pralinen in Form Eures Hundes? Kein Problem! Es gibt tatsächlich ein deutsches Start-Up, das sich darauf spezialisiert hat. Ihr schickt ein Foto Eures Vierbeiners dort hin und die machen eine 3D-Silikonform, mit der Ihr dann euren Liebling in Schokolade gießen könnt. Auf diese Weise kann man dann auch dem unliebsamen Nachbarn tatsächlich mal den Kopf abbeißen

Wir drucken Opa noch schnell eine neue Hüfte

Neben diesen eher unterhaltsamen Anwendungen können 3D-Drucker aber durchaus auch sehr sinnvolle Dinge fertigen. Prothesen zum Beispiel. Ein Team der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg hat ein Verfahren entwickelt, mit dem Prothesen zu besonders günstigen Preisen hergestellt werden können. Wegen seiner ausgeprägten Benutzerfreundlichkeit setzt das System nur wenig technisches Verständnis voraus. Das Ziel ist, dass verletzte Gliedmaßen mit einem 3D-Scanner eingescannt werden und der angeschlossene 3D-Drucker automatisch eine entsprechende Prothese herstellt. So können Ärzte in Entwicklungsländern mit dem System arbeiten, ohne auf speziell ausgebildete Techniker oder Ingenieure angewiesen zu sein.

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Baut ihr noch oder druckt ihr schon?

Das ist längst nicht alles. Auch Häuser können gedruckt werden. Der Prototyp einer gedruckten Villa steht beispielsweise im chinesischen Suzhou. Dort herrscht ein extremer Mangel an Wohnfläche, was einen findigen chinesischen Bauunternehmer auf die Idee gebracht hat, Wohnfläche einfach im 3D-Drucker entstehen zu lassen. Sein Unternehmen hat dazu einen 3D-Drucker entwickelt, der die Einzelteile des Hauses Schicht für Schicht herstellte. Diese wurden anschließend zu einer Villa zusammengesetzt. Angeblich soll der Bau nur zwei Tage gedauert haben. Für Deutschland ist so etwas noch nicht zu erwarten, da die 3D-Drucker die hiesigen Bauvorschriften (noch) nicht umsetzen können. Es bleibt abzuwarten, was der 3D-Druck uns noch in der Zukunft beschert.

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