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Minimalismus – Wie fange ich an?

Die Kombination aus meiner Vergangenheit als Messie und der Tatsache, dass mein Freund und ich heute immer mehr minimalistisch leben, sorgt bei Euch hin und wieder für Irritationen. Wie passt das zusammen? Wie schaffe ich das? Wie kann man selber anfangen? Es haben sich viele von Euch bei mir gemeldet und um Hilfe gebeten. Ihr könnt Euch vorstellen, dass ich leider nicht auf jeden Hilferuf einzeln reagieren kann.

Deshalb möchte ich Euch hier nochmal eine andere Anlaufstelle bieten, und Euch zeigen, wie ich es geschafft habe, Minimalismus in meine Wohnung zu bringen. Ich erzähle Euch, wie ich angefangen habe, wie wir vorgehen und auch, was sich in den letzten zwei Jahren verändert hat.

Was bedeutet Minimalismus für mich?

Für mich bedeutet Minimalismus, nur noch das zu besitzen, was wirklich notwendig ist. Weg von einem Leben im Überfluss, hin zu einem Leben, in dem die wichtigsten und schönsten Dinge ihren Platz haben, ohne dabei auf Komfort verzichten zu müssen. Außerdem bedeutet Minimalismus für mich mehr Freiheit und Frieden. Die Tatsache, dass unsere Schränke nicht mehr bis oben hin voll sind, sorgt dafür, dass ich einfach Ordnung halten kann.

Wie kam es dazu?

Ordnung und Chaos spielten in meinem Leben, dank meiner Vorgeschichte, natürlich schon immer eine große Rolle. Nachdem Marius und ich zusammen kamen und so der Stein ins rollen kam, war ich fest entschlossen, nie wieder in alte Verhaltensmuster zurück zu fallen. Anfänglich war mir nicht ganz klar, wie ich das schaffen soll, aber mit der Zeit entwickelten wir unterschiedliche Strategien, die mir im Alltag halfen.

Dennoch stellten wir relativ schnell fest, dass das nicht reicht. Je voller die Schränke waren, desto eher neigte ich dazu, Dinge nicht mehr an ihren Platz zurück zu räumen oder einfach „in den Schrank zu schmeißen“. Für mich war es unvorstellbar schwer, absolute Ordnung zu halten (die ich mir so sehr wünschte). Also fingen wir an, die Schränke neu zu organisieren und später, all den unnötigen Ballast, Stück für Stück, los zu werden.

Minimalismus – Wie fange ich an?

Ich habe im Kleinen begonnen. Anfänglich wurde einfach nur all das ausgemistet, was kaputt oder sonst absolut unbrauchbar war und mit keiner Geschichte (z.B. Reliquien aus der Kindheit) und keinem Ziel (wie „Abnehmen“) verbunden war. Dabei habe ich mir Zimmer für Zimmer, Schrank für Schrank vorgenommen. In dem Tempo, das für mich okay war. Aber mit dem konkreten Ziel alle Zimmer und Schränke an einem Wochenende durchsortiert zu haben.

Mit der Zeit haben wir die Regeln immer strenger werden lassen. Erst flog alles raus, das wir Jahre lang nicht genutzt hatten, später dann alles, das wir ein Jahr nicht nutzten. Mit dem nächsten Ausmisten, dann all das, an dem das Herz, auf Grund irgendwelcher Erinnerungen, Ziele oder „gesellschaftlicher Normen“ hing, das aber ansonsten nicht genutzt wurde. Ein „Ich nehme bestimmt mal ab.“ oder „Das Buch wollte ich irgendwann doch mal lesen.“ oder „Das hier ist aus meiner Kindheit, aber so richtig weiß ich nichts damit anzufangen“ sorgte ebenso für die sofortige Aussortierung, wie ein „Ja aber, was ist, wenn wir mal 50 Gäste haben und dafür 50 Gabeln brauchen?“ und „Aber 25 Paar Schuhe sind doch ok. Frauen haben nun mal viele Schuhe“.

Das führte dazu, dass wir unseren gesamten Haushalt, in fast allen Räumen auf ein Viertel, mindestens aber auf die Hälfte des anfänglichen Bestandes reduzieren konnten. Unsere neue Regel lautet: für jedes Teil, das neu rein kommt, muss ein Altes gehen.

Was hat sich verändert?

Einfach alles! Wir haben in den letzten zwei Jahren nicht nur unsere Couch und unseren Couchtisch, sondern insgesamt auch sieben Schränke und deren Inhalte ausgemistet. Vorher hatte ich zwei Beautyschränke, mittlerweile beschränkt sich mein Kosmetikkram auf eine Holzbox (siehe Fotos).

Einer von zwei Beautyschränken vor einem Jahr

Das was seit der letzten Ausmistaktion noch übrig geblieben ist, von beiden Schränken

Aus unserem Kleiderschrank haben wir in den letzten zwei Jahren locker 25 Müllsäcke aussortiert. Jetzt haben wir beide von allen Kleidungsstücken jeweils nur ca. sechs unterschiedliche Teile (und ehrlich gesagt ist selbst das oft noch zu viel). Auch der Bestand in unserer Küche ist von Besteck & Service für locker 15 Personen auf jeweils maximal sechs Teile geschrumpft.

Im Wohnzimmer befinden sich mittlerweile in den beiden übrig gebliebenen Schränken noch ca. 15 Gesellschaftsspiele und um die 40 Bücher. Und auch unser Büro hat nur noch einen einzigen Schrank (früher drei). Hier finden, neben den üblichen Arbeitssachen auch meine Kreativsachen ihren Platz.

 

Ein Wohnzimmer ohne Couch und Tisch? Geht voll gut! Wir lieben es

Fällt Dir das Ausmisten nicht schwer?

Nein. Im Gegenteil freue ich mich immer unwahrscheinlich, wieder etwas gehen zu lassen. Wenn man das Gefühl hat, etwas auf Grund einer Erinnerung, die damit verbunden ist, nicht gehen lassen zu können, ist es hilfreich, davon ein Foto zu machen. So wandert die Erinnerung vom Gegenstand aus zum Foto und bleibt erhalten. Mir ging es beispielsweise mit alten Kinderbüchern, meinem ersten Kleid und anderen Dingen so. Dank der gemachten Fotos war es für mich deutlich leichter, die Dinge wegzugeben. Außerdem werdet Ihr merken: wenn die Sachen erst mal weg sind, stellt sich ein tolles Gefühl ein. Und das macht süchtig.

Minimalistische Natur Poster als Wanddeko

Mit den Dingen, die gegangen sind, durften auch neue Sachen einziehen. Neben einer Klappmatratze, die zum Sitzwürfel und zum Gästebett umfunktioniert werden kann (und uns als Sofa-Ersatz dient), auch neue Poster. Das Zimmer, mit dem wir die schönste Veränderung geschaffen haben, ist definitiv das Wohnzimmer. Als wir letztes Wochenende dort saßen, war da Nichts als Frieden und allumfassende Glückseligkeit. Diese Leichtigkeit die mit dem Ausmisten kommt, ist wirklich unbezahlbar.

Im Wohnzimmer herrschen an der Wand bestimmte „Themen“ und hier wollten wir noch eine Ergänzung haben. Das „Nobody said it was easy“ Bild habe ich selbst gemacht, als Erinnerung an die schweren Zeiten voller Schicksalsschlägen, die (hoffentlich) hinter uns liegen. Auf der anderen Seite hängen links bunte Worte, die ich selbst gemalt habe und die als eine Art Mantra funktionieren. „Wunderherrlich“ „Atmen“ dabei „federleicht“ fühlen, „loslassen“ und den „Hoffnungsschimmer“ spüren. Als Kontrast dazu haben wir die rechte Hälfte, wo vorher ein Schrank hing, für unsere Ziele genutzt. Schwarz-weiß als Kontrast zum Bunten und gleichzeitig als Erinnerung daran, dass es im Fall unserer Ziele nur schwarz oder weiß gibt. Hü oder Hott. Wegziehen oder Bleiben. Heimweh oder Fernweh.

Der Kontrast zwischen bunt gemalten Worten und schwarz/weißen Design Poster Landschaften – das mögen wir sehr. Das 3er Set ist von Photolini und kostet um die 40€.

Entschieden haben wir uns für die minimalistische Design Poster Idee von Photolini. Das 3er Set zeigt wunderschöne Berge und Wälder – passt damit also perfekt zu unseren Zielen, nach Bayern zu ziehen. Die Design Poster verschönern unsere Wände einfach und schnell als 3er Set, wirken aber auch einzeln super toll und können sogar an die Wand gelehnt werden.

3er Set Schwarz-Weiss Poster Natur 30×40 cm mit Bilderrahmen Schwarz (Photolini, 39,99€)

Die schlichten Rahmen schützen die Poster nicht nur vor Rissen, sondern sorgen auch dafür, dass das Motiv im Fokus steht. Das (naja und die bruchsichere Acrylglasschreibe für ungeschickte Sandras -.- ) liebe ich! Und den Service von Photolini kann ich absolut weiter empfehlen. Zur Bestellung gab es noch die passenden Nägel und eine kleine süße Wasserwaage als Schlüsselanhänger. Ich liebe so Werbegeschenke, die zum gekauften Produkt passen. Damit kriegt man mich immer.

 

Hättet Ihr gedacht, dass unser Wohnzimmer ohne Couch und Tisch so gemütlich aussieht? Habt Ihr Euch das Ergebnis vielleicht sogar extremer vorgestellt? Wie geht Ihr beim Ausmisten vor? Ist Minimalismus ein Thema für Euch? Mögt Ihr minimalistische Wanddeko? Gefällt Euch unsere Auswahl?

Fragen über Fragen. Ich freue mich, wenn Ihr sie in den Kommentaren beantwortet!

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Über den Autor

Die Checkerin

Frohnatur! - Freak! - Philosophin!
Kommt selten schnell auf den Punkt, trifft aber irgendwann trotzdem den Nagel auf den Kopf.

10 Kommentare

  • Voll schön! Ich bin überrascht wie gemütlich so ein „leerer“ Raum doch wirken kann! Nach dem Lesen des Artikels werde ich definitiv radikaler aussortieren wenn ich nächstes Jahr umziehe 😊 danke dafür

    • Ich find auch echt, dass das Wohnzimmer jetzt vieeeel gemütlicher und frischer aussieht, als z.B. mit der klobigen Couch vorher. Hier sind noch die „Vorher-Fotos“ aus dem Wohnzimmer:

      Schon echt ein Unterschied. Freu mich auf jeden Fall, dass Du nächstes Jahr auch etwas radikaler aussortieren willst. Bin gespannt, ob es Dir auch gelingt :-)

  • Hi! Ich finde das großartig … ich miste total gerne aus. Also es fällt mir leicht Dinge weg zu werfen, was aber auch daran liegt, dass ich zu viel Kram kaufe.
    Dein abweicht motiviert mich sehr mein Konsumverhalten und das Aufheben von Dingen zu überdenken! Vielen Dank!

    Ach ja und die Wand finde ich sehr schön so ☺️

    Viele Grüße

    • Hey Sabine,

      das wegwerfen fällt mir auch total leicht. Nur bei so Sachen, wo Erinnerungen dran hängen, ist es manchmal etwas schwieriger.
      Ich freu mich auf jeden Fall, dich inspiriert zu haben!
      Danke für deinen Kommentar :-)

  • Hallo Sandra,
    erst einmal danke dafür, dass du mich/uns daran teilhaben lässt! Minimalismus ist für mich ein Thema, würde es jedoch in meinem Fall eher „Reduzierung“ nennen. Wir besitzen einfach viel zu viel. Mit deinem Artikel kam auch wieder die Erinnerung dass ich Mal wieder meinen Kleiderschrank aussortieren und reduzieren sollte..inzwischen frage ich mich beim Aussortieren auch „welches Gefühl ist jetzt besser? Es in den Schrank zu legen oder wegzuschmeissen/wegzugeben?“ Von Büchern kann ich mich mittlerweile ganz gut trennen und hab ein gutes Gefühl dabei sie in einen öffentlichen Bücherschrank zu geben.

    • Hallo Ela,

      also von echtem Minimalismus sind wir glaube ich auch Meilen entfernt. Es gibt ja so Leute, deren Besitz in einen Rucksack passt. Ich glaube DAS ist „echter Minimalismus“. Das find ich bewunderns- aber nicht unbedingt erstrebenswert. Wir fragen uns aber auch: wie kann es sein, dass man hier schhcon so viel „raus gekarrt“ hat und irgendwie immer noch so viel besitzt. Es ist schon echt verrückt irgendwie.
      Es gibt ein paar Bücher, die mir am Herzen liegen, aber auch da hab ich jetzt noch ne neue „Regel“ für mich: wenn ich es in den nächsten 6 Monaten nicht nochmal in die Hand nehme/lese/durch blätter, kommts definitiv auch weg :-D ´
      Mal schauen, ob ich mich daran auch wirklich halte ;-)

  • Ich bin auch grad mittendrin im aussortieren, es ist einfach so befreiend. Eier Wohnzimmer sieht echt klasse aus, richtig gemütlich. Bei uns dauert es noch etwas, gibt zuviel haha! Aber mühsam ernährt sich das Eichhörnchen – es wird ♥️
    Ganz liebe Grüße

  • Ausmisten ist toll und das Gefühl ist befreiend wenn Dinge wegkommen.
    Leider ist mein Mann da etwas anders da muss ich mich teilweise zurück halten, aber in kleinen Schritten geht’s auch voran.

    Mir fällt es nur bei Erinnerungsstücken und Büchern schwer, da hängt mein Herz dran. Aber da ich nicht den kompletten Minimalismus zum Ziel hab ist das okay

    • Hey Cary,

      ja ach man muss ja wirklich für sich den richtigen Weg finden und seine eigene Definition von „Minimalismus“.
      Tatsächlich fällt es Marius aber auch schwerer, Dinge wegzugeben, als mir. Wobei er sich mittlerweile auch deutlich besser von Sachen verabschieden kann, als noch vor zwei Jahren :-)

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