Streitfaktor Finanzen: Sparfuchs trifft Pleitegeier – hat ING-DiBa die Lösung?

Mein Freund und ich kennen uns seit 14 Jahren und sind seit sieben Jahren ein Paar. In unserer Beziehung gibt es exakt zwei Faktoren, die zu Streit führen. Ein Streitfaktor ist die Ordnung (oder eben Unordnung) und der andere Streitfaktor sind die Finanzen. Ansonsten herrscht bei uns langweilige Harmonie 😀

Er der totale Sparfuchs, ich nehm jede Limited Edition mit
Er ist der totale Sparfuchs. Bedenkt jede Ausgabe ganz genau, wägt ab, schafft es immer wieder Geld zu sparen, gibt für unnötige Dinge so gut wie nie Geld aus. Wertschätzt alles, was besonders teuer ist. Ein Kopfmensch. Ich bin das totale Gegenteil. Wenn ich etwas sehe, das mir gefällt, dann kaufe ich es. Wenn es schön funkelt, dann kaufe ich es. Wenn es gut riecht, dann kaufe ich es. Wenn es toll aussieht, dann kaufe ich es. Und wenn es kaputt geht, dann kauf ich es eben nochmal neu.

Für meinen Freund verständlicherweise der absolute Horror. Zwar konnte er mich die letzten Jahre zu etwas mehr Umsicht „erziehen“ und ich habe in den sieben Jahren sehr viel in Bezug auf den Umgang mit Geld von ihm gelernt, aber die „Grundverschiedenheit“ bleibt und führt entsprechend immer wieder zu Konflikten.

Insbesondere, wenn ich mal wieder „heimlich“ unnötig viel Geld ausgegeben habe. Für ein Hörbuch. Für den 1000 Lippenstift. Für irgendwas, das einfach zuuu schön aussah, um es im Geschäft stehen zu lassen. Seinen Ärger darüber kann ich absolut nachvollziehen. Manchmal würde ich mir dennoch wünschen, dass ihm Geld weniger wichtig wäre.

Wir haben bisher getrennte Konten, wiegen die Ausgaben aber nicht gegeneinander auf
Wir haben zwei private Konten, aber teilen die Ausgaben nicht untereinander auf. Sprich es ist gibt kein Problem mit „Ich hab aber das bezahlt und Du das und deshalb bekomme ich aber noch fünfzig Cent von Dir“. So was finden wir beide albern. Es geht bei uns mehr darum, dass es Situationen gibt, in denen ich (in den Augen meines Freundes) sinnlos Geld ausgebe oder Situationen, in denen ich mir wünschen würde, dass wir weniger auf das Geld achten (z.B. um in den Urlaub zu fahren).

 

Ich finds immer ganz schade, wenn ich andere Paare sehe, die jeden einzelnen Cent vom Partner zurück verlangen und generell komplett getrennte Gelder haben. Aus meiner Sicht sind so in den meisten Fällen noch mehr Konflikte vorprogrammiert. Bei meinen Großeltern sehe ich z.B. das Konfliktpotenzial und finds unglaublich befremdlich. Wenn man Jahrzehnte zusammen ist  und sich dann in die Haare kriegt, weil der eine vor ner Woche nen Zwanni mehr bezahlt hat. Da bin ich fast schon froh, dass das Konfliktpotenzial im Vergleich bei uns relativ gering ist und vor allem letzten Endes leicht in den Griff zu kriegen. Wir haben uns darum nur nie so richtig gekümmert.

Klare Regeln können helfen, um Konflikte in Zukunft zu vermeiden
Die ING-DiBa hat für all solche Finanzprobleme und Problemchen, gemeinsam mit einem Paartherapeuten, Finanzregeln aufgestellt und auf dem ING-DiBa Blog zusammengestellt. Im Zuge dessen wird auch das Gemeinschaftskonto* empfohlen, bei dem es ein Konto für beide mit den gleichen Rechten gibt. Das ist eine Sache, die wir für uns als sinnvoll erachten und genutzt haben. Ein gemeinsames Konto ist schon längst überfällig gewesen und die einzig logische Konsequenz, um Konflikten vorzubeugen. Vorausgesetzt natürlich, auch wir stellen ein paar Finanzregeln auf. Denn auch wenn ich kein Fan solcher Regeln bin, glaube ich, dass ein paar Dinge einfach konsequent geregelt sein müssen, damit Konflikte der Vergangenheit angehören.

 

Künftig gibt es ein Gemeinschaftskonto der ING-DiBa und zwei private Sparkonten für persönliche Ausgaben
Wenn die Kontoeröffnung durch ist, möchten wir auch ein paar Regeln aufstellen. So haben wir den Gedanken, Ausgaben zu kategorisieren aufgefasst und unser eigenes System dafür erschaffen. Künftig haben wir beide unsere eigenen Sparkontos und das gemeinsame Gehalts- und Ausgabenkonto. Für alles, was wir gemeinsam ausgeben und benötigen. Am Ende des Monats wird der Betrag der übrig bleibt auf beide Sparkontos aufgeteilt. Für persönliche Ausgaben stehen uns unsere Sparkontos bis zu einem Wert von 20€ pro Monat zur Verfügung.

Die neuen Kontogegebenheiten haben wir zum Anlass genommen, uns auch nochmal mit dem Thema Minimalismus genauer auseinander zu setzen. Man kauft so viel, was man nicht benötigt, aber dazu an anderer Stelle noch mal mehr. Da das Thema vor allem mich betrifft, habe ich für mich selbst eine Regel aufgestellt. Bevor ich mich für den Kauf einer Sache entscheide, warte ich einen Monat, um ganz sicher zu sein, ob ich das Produkt wirklich brauche. Spontankäufe habe ich mir ab sofort auf unbestimmte Zeit selbst verboten. Ein „AAWWW! Die Verpackung ist so toll“ und „AWWWW. Eine Limited Edition“ soll vermieden werden.

Ziel ist es, Ausgaben kritisch zu hinterfragen und die Wünsche des Partners zu berücksichtigen
Wie genau wir letzten Endes die Ausgaben kategorisieren werden, steht noch nicht zu 100% fest. Aber Ziel ist es, die Ausgaben in den „kritischen Kategorien“ zu vermeiden bzw. hier öfter das Gespräch zu suchen und die eigenen Ausgaben kritisch zu hinterfragen. Im Gegenzug werden gemeinsame Ausgaben für Unternehmungen oder Urlaub weniger kritisch beäugt. So werden wir also auch für dieses (eigentlich überflüssige) Problem eine Lösung finden und in trauter Zweisamkeit & Harmonie weiter leben 😀

Letzeres wäre mir übrigens zu langweilig. Aber wie sieht es bei Euch im Gesamten aus? Geld oder Liebe? Hört für Euch bei Geld die Liebe auf? Ist das ein Konfliktpunkt in Eurer Beziehung oder vielleicht sogar etwas, über das Ihr schweigt? Habt Ihr ein gemeinsames Konto oder trennt Ihr sämtliche Ausgaben strikt voneinander? 

1.Nimm an, du lebst schon etwas länger in einer Partnerschaft. Würde dir der Artikel weiterhelfen?

– Ja
– Nein
– Weiß nicht.

2. Hat sich deine Einstellung zu finanziellen Regeln in einer Beziehung geändert?

– Ja, ich denke jetzt anders darüber
– Nein, für uns sind Finanzen kein Thema
– Weiß nicht

 

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Über den Autor

Die Checkerin

Frohnatur! - Freak! - Philosophin!
Kommt selten schnell auf den Punkt, trifft aber irgendwann trotzdem den Nagel auf den Kopf.

7 Kommentare

  • Wir haben auch bei der ing diba ein gemeinsames Konto, wo die festen Ausgaben für das Haus abgehen, d.h da überweisen wir monatlich eine fixe Summe hin. Für die Einkäufe haben wir einen Geldbeutel, wo wir jeden Monat jeder die gleiche Summe rein tun. Ansonsten hat jeder sein eigenes Konto und kann mit seinem Geld tun, was man mag. Das hat sich absolut bewährt und entspannt unsere 15 jährige Beziehung ungemein, denn das Thema Geld kann wirklich die Gemüter erhitzen.

    • Ich find das immer ganz schlimm, wenn ich Freunde oder so sehe, die wirklich jeden Cent gegeneinander aufrechnen. Im Vergleich dazu ist meine „Kaufsucht für schöne Sachen“ oder bin ich als „Verpackungsopfer“ mit Marius genervtem „Echt muss das schon wieder sein“ ja noch voll harmlos. Ich bin gespannt, ob das Konto und unsere Regeln danne cht auch das letzte bisschen Zoff da raus nehmen. Ich seh ja sogar ein, dass ich vielleicht manche Dinge echt einfach gar nicht brauche. Und n gemeinsames Konto ist da in vielerlei Hinsicht eh total praktisch.
      Bei uns wirds dann sehr ähnlich sein, wie bei Euch

  • Du beruhigst mich ungemein xD wir haben nämlich exakt dieselbe Konstellation, nur dass wir noch nicht zusammen wohnen. Ich habe durch meinen Partner auch gelernt eher darauf zu achten, was ich kaufe, bin aber noch nicht ganz weg von den spontanen Shoppingfallen. Es ist keine leichte Sache, sich ein jahrelang antrainiertes Verhalten abzugewöhnen, aber eigentlich sind unsre Männer schon gut in Ihrer Denkweise, denn die Schränke/Regale laufen über, die Sachen werden irgendwann uninteressant, aber das Geld ist weg. Ich versuche daher, mir noch so einiges von ihm abzugucken 😉

    • Witziger- oder traurigerweise ist es bei mir sogar so, dass ich das meiste gar nicht brauche und nicht mal nutze. Zum Beispiel den 1000 Lippenstift. Ich hab vier Lieblinge, die anderen 50 nutze ich nie. Kauf aber trotzdem ständig Neue. Und ich hab total das Bedürfnis nach Minimalismus. Ich möcht eigentlich alles wegschmeißen/verschenken/verkaufen was ich seit mehr als 6 Monaten nicht genutzt habe. Wäre konsequent. Wir haben sogar schon suuuper viel ausgemistet, der Großteil meiner Kosmetik ist z.B. weg und so aber da geht echt noch einiges.

      • Das hab ich vor einiger Zeit auch angefangen. Wir haben über das Zusammenziehen gesprochen und plötzlich fiel mir auf, wie überladen meine Wohnung war. Hab mittlerweile etliches rausgeschmissen, teilweise in den Müll, teilweise verkauft und weißt Du was das Tolle ist? Wir haben von dem Geld renoviert und den Urlaub finanziert. So hatten wir direkt gemeinsam was davon und ich automatisch eine positive Bestätigung in meinem Handeln.
        Für mich war das sinnlose Shoppen jahrelang eine Kompensation, jetzt muss ich halt das Umdenken trainieren, aber ich behaupte, wir schaffen das. Wenn nicht heute, dann morgen 😉 Wenn Du näheres zu meinem Lernprozess lesen magst (ja, doofe Eigenwerbung) schau gern mal vorbei:

        http://allaboutivi.blogspot.de/2016/09/glucklich-sein.html?m=1

        Ist nicht im Ansatz zu vergleichen mit Deiner Arbeit, da ich den Blog eher als öffentliches Tagebuch nutze, aber ich hab das Gefühl, dass wir bei dem Thema Ausmisten recht ähnlich ticken 🙂

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