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Alle Jahre wieder – Vorsätze für das neue Jahr

Die ersten Wochen des neuen Jahres sind bereits vorbei und aus allen Ecken sprießen Vorsätze für das neue Jahr. Für einen Großteil der Menschheit endet alles Schlechte an Tag 365 und mit Tag eins des neuen Jahres soll dann alles anders werden. Als gäbe es einen Reset Knopf für unser Leben.
Stop. Reset. Forward. Alle Jahre wieder.
Wenn an Nichts geglaubt wird – die Hoffnung, dass am Endes eines beschissenen Jahres etwas Neues und Gutes folgt, macht den Jahreswechsel für viele zu einem magischen Moment
Genau jetzt wollen sich alle ändern. Genau jetzt muss alles angegangen werden, was in den letzten Jahren vernachlässigt wurde oder liegen geblieben ist.
Mit dem Rauchen aufhören. Mehr Sport treiben. Das Leben leben. Die große Liebe finden. Sich von Altlasten befreien.

Ich hab da noch nie mitgemacht. All das, was man ändern möchte. Alles was hemmt, stört, belastet, krank macht, kann sich nicht in einer einzigen Nacht in Luft auflösen. Wir haben unser Leben, unsere Gedanken und einen Teil unseres Weges selbst in der Hand. Wir entscheiden, ob und wann unser Leben sich in dieser Welt weiter dreht. Wir entscheiden, ob wir weiterhin wie ein Schlot rauchen und unsere Gesundheit gefährden. Wir entscheiden, ob wir weiterhin jammern und im Selbstmitleid versinken, oder das Leben angehen. Wir entscheiden, ob wir weiterhin dick sein wollen, oder unser Problem endlich in die Hand nehmen.
Es gibt keinen Reset-Knopf.

Entweder gehe ich alles sofort an oder ich lasse es bleiben. Ganz so, wie mir gerade zu Mute ist. Wenn ich nichts ändere, dann ist mein Wille zur Veränderung vielleicht nicht stark genug. Oder es gibt etwas Anderes, das zuerst geschafft werden muss, damit Platz für neue Änderungen ist. So oder so ähnlich läuft es bei mir mit dem Sport. Ich weiß genau, dass ich etwas tun müsste aber oft fühle ich mich einfach „zu wohl“ in meiner Haut oder habe so viele andere Dinge im und um den Kopf, dass ich ein sportlicheres Leben hinten anstelle.

Manchmal überkommt mich dann aber der Wille, doch etwas zu unternehmen. Für einige Zeit bin ich dann so hoch motiviert, dass ich am liebsten sofort in die Welt schreien möchte: „Seht her, jetzt ändere ich was!“. Und so erreichte mich Ende November die Skandika Home Vibration Plate 300*, mit dem festen Willen, etwas zu ändern. Nach langem hin und her hatte ich mich für dieses Fitnessgerät von Skandika* entschieden, weil es für mich was komplett Neues war und ich bisherige Fitnessgeräte (wie Laufbänder, Fahrräder und Co.) zu langweilig fand.

Absolut essentiell für eine erfolgreiche Umsetzung meines Vorhabens sind Erfolgserlebnisse. Wenn mich etwas nicht gleich von der ersten Sekunde an mitreißt und begeistert, verliere ich meist sehr schnell das Interesse. Um einen Fehltritt zu vermeiden, hab ich mich im Vorfeld sehr ausgiebig über die Vibration Plate informiert.
Ist sie sehr laut? Knallen die Vibrationen in den Kopf? Hilft es wirklich?
Auf der Homepage selbst wird im Werbetext, mit einem lächelnden Joey Kelly an der Seite, natürlich nur Positives erwähnt. Auch die Bewertungen im Internet sind in den meisten Fällen ganz gut. Die Vibrationen sollen im Kopf nicht spürbar sein, die Platte selbst kaum hörbar und dafür sollen sich binnen kürzester Zeit sagenhafte Ergebnisse einstellen.

Mein erster Testlauf mit der Vibrationsplatte war allerdings sehr ernüchternd. Gleich beim Einschalten des Geräts merkt man: Das Ding ist nichts für eine Mietwohnung. Die Vibrationen der Platte waren in meiner gesamten 65qm Wohhnung zu spüren und zu hören. Unsere Wände im Haus sind extrem dünn, so dass im wahrsten Sinne des Wortes, jeder „Pups“ zu hören ist. Beim Gedanken daran, dass meine Nachbarn künftig mehrmals pro Woche, über einen längeren Zeitraum, das Gebrumme meines neuen Fitnessgerätes hören müssen, wurde mir ganz anders. Mir war da schon klar, dass ich die Platte in meiner Wohnung nicht nutzen werde.
Dennoch habe ich mich zum Test kurz drauf gestellt und wurde erneut enttäuscht.
Dass „Vibrationen im Kopf […] durch das Becken und die Rumpfmuskulatur nahezu komplett vermieden“ werden, entsprach für mich nicht der Realität. Die Vibrationen gingen sofort und sogar bei niedrigster Stufe, in den Kopf und ließen sich nur durch ein „in die Hocke gehen“ auf ein (für mich) erträgliches Minimum reduzieren.
Nach nicht einmal 30 Sekunden auf der Platte war mir schwindelig und meine Augen brauchten eine ganze Weile, um sich wieder auf ein ruckelfreies Bild einzustellen.

War´s das jetzt etwa schon?
Eigentlich hatte ich nach diesem Erlebnis bereits beschlossen, das Gerät wieder zurück zu geben. Dann kam aber meine Mum.
Mama hatte in der Vergangenheit bei der Krankengymnastik im Krankenhaus mit solchen Vibrationsplatten gearbeitet und war von den Ergebnissen total begeistert. Als sie hörte, dass ich ein solches Gerät zu Hause habe und damit so gar nicht zurecht komme, wollte sie es sofort bei sich ausprobieren.
Wir sind noch am selben Abend hingefahren und haben die Platte gemeinsam noch einmal ausprobiert.
Das Feeling war ein ganz anderes weil ich wusste, dass ich bei meiner Mum niemanden mit der Platte und deren Geräuschen stören kann. Hier hab ich mich dann auch getraut, ein kleines bisschen zu trainieren.
Und siehe da:
Sobald die Platte ausgiebiger genutzt wird, gewöhnt man sich ein Stück weit an die Geräusche und die Vibrationen werden einigermaßen erträglich. Zumindest, wenn man regelmäßige Pausen einlegt.
Dem Paket liegt eine kleine Anleitung bei, die etliche Vorschläge für die unterschiedlichsten Übungen bereit hält. Mit der Fernbedienung lässt sich die Platte einstellen und die gewünschte Vibrationsstärke, aus unterschiedlichen Programmen, anwählen. Zusätzlich sind im Lieferumfang zwei Trainigsgurte inbegriffen.
Die Fernbedienung selbst ist sehr einfach gehalten und von mäßiger Qualität. Teilweise reagiert sie nicht sofort „auf Knopfdruck“, so dass es manchmal etwas dauert, bis man das richtige Programm eingestellt hat. Bei einer UVP von knapp 600€ hätte ich an dieser Stelle mehr Qualität erwartet. Ansonsten gibt es bei der Home Vibration Plate aber keine Qualitätsmängel dieser Art.

Das Training auf der Vibration Plate ist überraschend anstrengend. Meine Mum nutzt die Platte mittlerweile regelmäßig und berichtet, dass vor allem der Effekt auf die Beine und den unteren Bereich des Rückens sehr positiv ist. Neben der Stärkung und Beanspruchung der Muskeln wird auch das Gleichgewicht geschult. Die starken Vibrationen und die Lautstärke des Gerätes stören sie allerdings dennoch.
Wer ein entspanntes Training sucht oder sehr Lautstärke und „Rüttel“ empfindlich ist, wird mit diesem Gerät nicht glücklich werden.
Und genau so geht es mir:
Zwar macht das trainieren großen Spaß und scheint auch effektiv zu sein, ich halte die extreme Geräuschkulisse und die Schwingungen im Kopf aber nur schwer aus, so dass ich mein Vorhaben mit der Plate abgebrochen habe. Momentan habe ich ohnehin extreme Probleme mit lauten Geräuschen, auch ohne Vibration Plate wird mir bei starker Lautstärke oft schwindelig. Bei meiner Mum weiß ich sie in guten Händen und kann bei Bedarf jeder Zeit nochmal auf sie zurück kommen, um mein Glück doch noch mal heraus zu fordern.

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Letzten Endes nehme auch ich mir alle Jahre wieder vor, etwas zu ändern. Aber dafür suche ich keinen magischen Moment, wie den 365 Tag im Jahr. Ich nehms mir einfach so vor. Ganz plötzlich. Und dann versuche ich ein paar Tage mein Glück und lasse es wieder bleiben.
Im Grunde ist es genauso sinnlos, wie die Vorsätze zum neuen Jahr. Wenn wir mal ganz ehrlich sind.

Wie sieht es mit Euch aus? Gehört Ihr zu den Menschen, die sich zum Jahreswechsel etwas vornehmen? Oder eher zu denen, die einfach „drauf los verändern“ ? Und habt Ihr selbst schon mal eine solche Vibration Plate benutzt und ähnliche Erfahrungen wie ich damit gemacht?

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Über den Autor

Die Checkerin

Frohnatur! - Freak! - Philosophin!
Kommt selten schnell auf den Punkt, trifft aber irgendwann trotzdem den Nagel auf den Kopf.

1 Kommentar

  • Hmmm, bei solchen Dingern bin ich skeptisch. Und bei dem Preis kann man ja nicht mal eben ausprobieren und muss sich seiner Sache sicher sein. Definitiv nix für mich, da mir auch leicht schwindelig wird.
    Das mit den Vorsätzen fürs Neue Jahr ist Quatsch…ich mach sowas nicht: die wenigsten halten sich dran und dann ist die Enttäuschung vorprogrammiert… Nee, das muss nicht.

    Liebe Grüße, Häsin

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