Aus dem Leben


Wie richtig Ordnung halten? – Vom Messie zum Minimalisten

Geschrieben von Sandra Stüber
Disclaimer
Meine Perspektive
Dieser Artikel ist (wie alle Inhalte auf dieser Plattform) aus meiner persönlichen Sicht geschrieben und basiert auf meinem aktuellen Erfahrungsschatz und Wissensstand. Ich kann und will nicht für die Allgemeinheit sprechen. Grundsätzlich bin ich kein Freund von Generalisierung und Dogmen. Was ich hier anbiete, ist meine persönliche Perspektive, in der Hoffnung dass jemand da draußen auf irgendeine Art und Weise von mir lernen kann. Gleichzeitig bitte ich aber darum: informiert Euch und schaut Euch andere Perspektiven an, von denen es auf dieser Welt unendlich viele gibt.

Viele von euch wissen bereits, dass ich früher ein Messie war. Diese Zeit habe ich hinter mir gelassen und tendiere mittlerweile eher zum Minimalismus. Oft werde ich gefragt, wie ich das geschafft habe und ob ich Tipps habe, wie man richtig Ordnung halten kann.

Vorweg möchte ich noch ganz klar machen: Beim Messie-Syndrom geht es nicht darum, dass man ein bisschen aufräumt und dann ist alles gut, sondern (meist) um tiefsitzende psychische Probleme. Die Wurzel des Problems ist nicht das Chaos, sondern die Psyche. Es müssen viele verschiedene Hebel in Gang gesetzt werden, um auf lange Sicht geheilt zu werden. Die Basis des Ganzen ist, neben einer guten Struktur und Organisation des Alltags, auch eine Therapie, in der Probleme aufgearbeitet werden.

Die Tipps in diesem Artikel beziehen sich nicht ausschließlich auf Messies, weshalb ich voraussetze, dass Betroffene Messies sich professionelle Hilfe (Therapie, Entrümpelung, Unterstützung im Alltag z.B. auch in Form einer Selbsthilfegruppe) besorgt und ihr Zuhause bereits entmüllt haben.

Was mir geholfen hat

Rigoros Ausmisten

Ich habe über mehrere Jahre rigoros ausgemistet. Anfänglich nur das, was wirklich kaputt und unbrauchbar war. Mit der Zeit dann auch all das, was nicht oder nur sehr selten benutzt wurde (von Gegenständen, die man generell selten nutzt wie z.B. eine Bohrmaschine mal abgesehen).

Für mich war wichtig, dass ich das behalte, das ich wirklich liebe und von dem ich mich keinesfalls trennen möchte. Sachen die als bloßes Andenken dienten habe ich als Foto digitalisiert (z.B. alte Klavierhefte, Briefe usw.). Alles angelehnt an die “KonMari Methode*”

Stück für Stück wurden so die Schränke immer leerer und dadurch fiel es mir leichter, Ordnung zu halten. Einige Vorher/Nachher Bilder seht ihr im Video oder z.B. hier oder hier (mein Kosmetikschrank besteht heute übrigens nur noch aus dem, was im Video zu sehen ist)

Mein Kleiderschrank umfasst heute z.B. statt über 200 Kleidungsstücken nur noch um die 30. Unsere Wohnung hat insgesamt pro Zimmer (Küche ausgenommen) nur noch einen einzigen Schrank (früher waren es mehr als zwei).

Mir hat es unwahrscheinlich geholfen, mich von all dem “hätte, könnte, wenn und aber” zu trennen. Das kann ich noch tragen, wenn ich abgenommen habe. Das Buch lese ich vielleicht irgendwann mal. Das ist doch noch gut. Das kann ich sicher mal gebrauchen. BlaBlaBla. Alles, was mehr als ein paar Monate ungenutzt rum lag, kam weg. Eine riesige Erleichterung (für mich).

Richtig Einkaufen

Für mich ist es essentiell wichtig gewesen, mein Einkaufsverhalten zu verändern. Früher habe ich völlig kopflos einfach alles gekauft, worauf ich Lust hatte. Einziges Ziel war immer, dass es mir besser geht und ich irgendein Gefühl nicht fühlen muss.

Ich habe für mich die folgenden Regeln aufgestellt:

  • wenn ein neues Kleidungsstück kommt, muss ein anderes gehen.
  • habe ich das Produkt bereits Zuhause? Dann wird dieses erst aufgebraucht.
  • bin ich gerade wütend/traurig/hungrig/… wird nichts gekauft.
  • alles über 10€ wird erst nach mindestens einem Tag Bedenkzeit gekauft.
  • Impulskäufe sind (für gewöhnlich) verboten.

Diese Regeln verhindern, dass ich mir ständig irgendwelchen Schrott nachkaufe und somit wieder unnötigen Kram in den Schränken liegen habe.

Ordnung vereinfachen

Sehr geholfen hat mir zudem, die Ordnung in den Schränken zu vereinfachen. In meinem Kleiderschrank wird beispielsweise alles aufgehangen. So laufe ich nicht Gefahr, etwas unordentlich einzuräumen, weil jedes Teil seinen Platz hat. Unterwäsche, Socken, Handtücher und Bettwäsche sind in kleinen Kisten nach der Marie Kondo Methode gefaltet (wird glaube ich auch in ihrem Buch* erklärt, ihr findet dazu aber auch viele Videos im Internet).

Ähnlich verfahre ich auch in den anderen Schränken. Mein Gewürzschrank besteht z.B. aus Gläsern gleicher Größe, bei denen ebenfalls jedes Glas seinen Platz hat, so dass Chaos nahezu ausgeschlossen ist.

Jedes Teil in der Wohnung hat seinen Platz und ich versuche entsprechend auch alles wieder so hin zu räumen, wie es war. Je weniger ich habe und je leerer dabei die Schränke & Ablageflächen sind, desto leichter fällt es mir.

Eine große Hilfe beim Sauberhalten der Wohnung sind mir alltägliche Helfer wie mein Staubsaugerroboter* oder mein Fenstersauger*, mit denen mir das Reinigen leichter fällt.

An die eigenen Regeln halten

Die wichtigste Regel ist ganz sicher: man muss sich an die eigenen Regeln halten. Neben den oben genannten Sachen, gilt es auch Dinge zu regeln wie: Wohnungsputz, Fensterputz, Elektrogeräte-Putz (Kühlschrank, Spülmaschine, Waschmaschine, Kaffeemaschine etc.).

Die Strukturen, die wir uns erarbeiten, können uns nur dann unterstützen, wenn wir uns an unsere Pläne halten. Ohne Ausnahme.

Ich übe mich z.B. gerade darin, alles das zu erledigen ist, SOFORT zu erledigen und nicht auf später zu verschieben. Sobald ich auf später verschiebe, vergesse oder verdränge ich Dinge nämlich häufig.

Ehrlich sein

Es ist wichtig, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen und ehrlich zu sich und auch zu seinem Umfeld zu sein. Ohne Eigeninitiative, den Willen zur Veränderung und dem eigenen Handeln wird sich nichts tun. Ich weiß selber, wie hart dieser Weg ist und ich bin noch lange nicht da angekommen, wo ich gerne hin möchte und wie es “normal” wäre, aber es lohnt sich dafür zu kämpfen.


Allen die diesen Artikel gelesen haben und Hilfe / Tipps suchen, wünsche ich, dass ich ihnen ein bisschen weiterhelfen konnte und sie auf ihrem Weg weiter kommen. Was hat euch bisher geholfen? Habt ihr Tipps für die Leser? Lasst es mich gern wissen!

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Über den Autor

Sandra Stüber

Ü30, seit 1998 Bloggerin, alberne Öko-Frohnatur und
naturverbundene Pflanzenfresserin. Versucht hier seit 2013 die Menschen zu inspirieren.

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