Auf Reise


Wandern Hohes Venn Ostbelgien

Geschrieben von Sandra Stüber

Das Hohe Venn (französisch Hautes Fagnes), das sich durch Ostbelgien und einen Teil der Eifel zieht, ist das größte Naturschutzgebiet Belgiens. Wald und Moor prägen die Region.

Die einzigartige, mystische Hochmoorlandschaft, die auf Grund der kalten Temperaturen (durchschnittlich 113 Frosttage und 230 Tage Niederschlag) auch “sibirisches Belgien” genannt wird, hat uns 2019 in ihren Bann gezogen und seit dem nicht mehr los gelassen.

Auch wenn ich es liebe, wie leer die Wanderwege insgesamt ist, möchte ich euch in diesem Artikel einen Hauch “Hohes Venn” vermitteln und euch Lust darauf machen, dort selbst mal eine Mini-Auszeit zu nehmen (Mein Tipp: Unterkünfte in der Umgebung über AirBnB* oder BestFewo* suchen. Direkt rund um das Hohe Venn gibt es zahlreiche wirklich tolle Unterkünfte. Wer auf Airbnb noch kein Konto hat, kann sich über diesen Link bis zu 35€ Reiseguthaben für die erste Reisebuchung sichern*).

Ein Tag im Hohen Venn ist ein bisschen “wie Urlaub”. Von den jeweils westlichen Teilen in NRW und Rheinland Pfalz aus, ist Belgien auch relativ zeitnah erreichbar (von Wuppertal aus fahren wir rund anderthalb Stunden).

Auf kilometerlangen Holzstegen durch das Hochmoor

Unsere Touren (“Das Dach Belgiens” mit 13,4 Kilometer und “Das wilde Land” mit rund 16 Kilometern laut unserer Aufzeichnungen) zeigen gleich zu Beginn die zauberhafte Vielfalt der Region.

Auf stillen Pfaden, Planken, Brettern und Brücken geht es kilometerweit durch flaches Heideland, imposante Torfmooshügel, mystische Wälder und Flusstäler.

Hier und da schlängeln sich Bäche durch die Landschaft und mit einem wachen Auge entdeckt man immer wieder Blindschleichen, Eidechsen, Moorfrösche, zauberschöne Schmetterlinge und vieles mehr.

Idyllische Panoramablicke

Wenn man nicht gerade in einem der wunderschönen Mischwälder steht, werden die Augen mit idyllischen Panoramablicken verwöhnt. Sowohl im Hochmoor als auch in der trockenen Moorheide finden sich zahlreiche Pflanzen und Tiere.

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Besonders auffällig sind, neben rosa Heidekräutern, Fingerhut und knorrigen Birken, vor allem Unmengen an Blaubeere- und Rauschbeere-Sträuchern. Bezaubern sollen auch etliche Wollgräser, die allerdings nur zum Frühling hin blühen, weshalb wir sie bisher nicht entdecken konnten.

Schaurig schönes Moor im Nebel

Ein ganz besonderes Erlebnis muss das Hohe Venn zur kühleren Jahreszeit sein, wenn der Nebel im Moor hängt. Ich habe Fotos im Fotoband “Der Vennläufer*” gesehen (zum Beispiel hier).

Es erinnert mich ein bisschen an unsere November-Wanderungen durch den Schwarzwald. Die Nebel verhangenen Wälder und Täler sind atemberaubend schön – das will ich unbedingt im Hohen Venn erleben.


Ostbelgien ist ziemlich “deutsch”

Fernab des Naturschutzgebietes ist Ostbelgien übrigens ziemlich deutsch (durch die deutsche Gemeinschaft und die Amtssprache “Deutsch”). Es sprechen alle Deutsch und auch die meisten Beschilderungen von Geschäften und z.B. Sehenswürdigkeiten sind auf deutsch. Ich mag das gar nicht so gerne. Es erinnert mich an typische Touristen Hochburgen wie Venlo oder Mallorca, wo die einheimische Kultur irgendwie gefühlsmäßig untergeht (dadurch, dass man sich eben fühlt wie “Zuhause”). Nichtsdestotrotz ist es natürlich sehr praktisch. Insbesondere für Menschen wie mich, die überhaupt kein französisch sprechen können.

Die umliegenden Dörfer und Städte sind zum Teil einen Besuch wert, so dass man aus einem Tagestrip durchaus auch ein schönes, verlängertes Wochenende machen kann.

Mein Tipp: Unterkünfte in der Umgebung über AirBnB oder BestFewo* suchen. Direkt rund um das Hohe Venn gibt es zahlreiche wirklich tolle Unterkünfte. Wer auf Airbnb noch kein Konto hat, kann sich über diesen Link bis zu 35€ Reiseguthaben für die erste Reisebuchung sichern*.

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Über den Autor

Sandra Stüber

Ü30, seit 1998 Bloggerin, alberne Öko-Frohnatur und
naturverbundene Pflanzenfresserin. Versucht hier seit 2013 die Menschen zu inspirieren.

2 Kommentare

  • Ja, ich liebe das Hohe Venn auch. Die beschriebenen Orte kamen dir aber vielleicht auch so „deutsch“ vor, weil du möglicherweise in der deutschsprachigen Gemeinschaft warst? Ich weiß nicht in welchen Orten du genau warst, aber ich (selbst aus der Euregio kommend), finde man merkt trotzdem noch, dass man „in Belgien“ ist und je nachdem wo man ist, finde ich hat es wenig mit den Touriorten gemein. Aber das ist vielleicht auch einfach Geschmacks- und Ansichtssache. Es freut mich aber, dass dir die Region landschaftlich so sehr gefallen hat.
    Liebe Grüße

    • Hey Maren,
      ich bezog die Aussage auf Ostbelgien (also alles an der Grenze rund um Eupen wie Malmedy, Sankt With oder Raeren usw.) und die dortige Amtssprache “deutsch”. Sowie die daraus resultierende Tatsache, dass dadurch z.B. Geschäfte, Sehenswürdigkeiten und ja sogar die Homepages der jeweiligen Gemeinden auf Deutsch sind und gefühlt jeder Deutsch spricht. Dadurch fühlt man sich gewissermaßen wie “Zuhause”. Das war der Vergleich mit Touriorten <- da sprechen auch gefühlt alle Deutsch und ich persönlich mag das einfach nicht. Dass da nicht wegen der Touristen deutsch gesprochen wird, sondern wegen der Geschichte Belgiens und den dadurch entstandenen drei Amtssprachen ist mir natürlich bewusst :-)

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