Aus dem Leben

Chaos in der Wohnung – was mir hilft (Erfahrungen aus Sicht einer ADHSlerin & ehemaligen Messies)

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Wer mich schon länger verfolgt weiß bereits, dass ich früher ein “Messie” war. Diese Zeit habe ich zum Glück hinter mir gelassen. Im Laufe der Jahre habe ich für mich erkannt, dass minimalistische, klare Wohnkonzepte, nicht zuletzt auch im Hinblick auf mein ADHS (in den hier aufgeführten “Immer wieder Sonntags” Artikeln erzähle ich ab “Immer wieder Sonntags 230” mehr zu meiner Geschichte), für mich besonders hilfreich sind.

Vorweg möchte ich klar machen: Beim Messie-Syndrom geht es nicht darum, dass man ein bisschen aufräumt und dann ist alles gut, sondern (meist) um eine Krankheit und/oder tiefsitzende psychische Probleme. Die Wurzel des Problems ist nicht das Chaos oder Faulheit. Es müssen viele verschiedene Hebel in Gang gesetzt werden, um auf lange Sicht gesund zu werden. Die unverzichtbare Basis des Ganzen ist, aus meiner Sicht, eine professionelle Begleitung in Form einer Therapie, in der Probleme aufgearbeitet und Strukturen, sowie Lösungen erarbeitet werden.

Die Anregungen in diesem Artikel beziehen sich nicht ausschließlich auf Messies/ADHSler und sind zudem aus meiner eigenen Situation heraus geschrieben, weshalb ich voraussetze, dass Betroffene sich professionelle Hilfe (Therapie, Entrümpelung, Unterstützung im Alltag z.B. auch in Form einer Selbsthilfegruppe, ggf. medikamentöse Unterstützung) besorgt und ihr Zuhause bereits grob entmüllt haben oder planen dies zu tun, sowie in der Lage sind, die hier aufgeführten subjektiven Hilfevorschläge differenziert zu betrachten.

Jeder Mensch ist anders, hat andere Voraussetzungen, Charakterzüge etc. so dass Dinge, die für mich perfekt funktionieren, für jemand anderen völlig falsch sein können. Bitte beachtet das.


Bitte nicht vergleichen

Wir Menschen neigen dazu, immer nur das Positive zu sehen und uns durch den Vergleich mit anderen Menschen schlecht zu fühlen.

Mir ist wichtig darauf hinzuweisen, dass es absolut keinen Grund dafür gibt, sich schlecht zu fühlen, weil du selbst NOCH (!) nicht so weit bist. An den Punkt zu gelangen, an dem ich heute in Bezug auf meine Ordnung bin, hat mich weit über 10 Jahre harte Arbeit, Therapie, ausprobieren, hinfallen und wieder aufstehen “gekostet”. Dieser Weg ist auch heute noch nicht abgeschlossen.

Wenn du diesen Artikel liest, stehst du höchstwahrscheinlich an einem ganz anderen Punkt in deinem Leben. Vielleicht stehst du gerade noch dort, wo ich vor 10 Jahren noch stand. Das ist völlig okay und vielleicht ab jetzt ziemlich erleichternd, weil du die theoretische Chance hast, die Zwischenstationen, die mir nicht geholfen haben, zu umschiffen, sofern mein Weg für dich passt. Das hätte ich mir damals auch sehr gewünscht 😄

Ohnehin sind dein und mein Leben gar nicht miteinander vergleichbar, wir haben unterschiedliche Probleme, Stärken und Schwächen. Während ich meinen Weg in Bezug auf die Ordnung gefunden habe, kämpfe ich dafür in anderen Bereichen mit meinen Problemen (Spoiler: z.B. impulsive Wutausbrüche & Prokrastination 😅).

Lange Rede, kurzer Sinn: fühle dich bitte nicht schlecht, wenn du hier davon liest und siehst, wie ich meinen Haushalt organisiert habe. Es gibt dafür absolut keinen Grund. Ich bin nicht perfekt und werde/will es auch nie sein :-)


Was mir hilft

Wichtiger Hinweis
Zu jedem Unterpunkt findet sich zu Beginn eine kurze Zusammenfassung für alle, die nur die wichtigsten Informationen suchen und keine Lust haben, den ganzen Text zu lesen.

Rigoros Ausmisten

(alle Fotos können zum Vergrößern angeklickt werden)

Kurze Zusammenfassung für Schnellleser, Überflieger & ADHSler
  • alle 3 Monate rigoros aussortieren (nicht nur Kaputtes/Unbrauchbares, sondern auch all das, was nicht oder nur alle paar Jahre benutzt wird)
  • Andenken (z.B. Briefe, alte Cds, Stofftiere o.ä.) können fotografiert und so digitalisiert werden
  • sich bewusst machen: was brauche ich WIRKLICH? Woran hängt mein Herz? Was würde mir total fehlen, wenn es nicht mehr da wäre?
  • Danach Schränke (halb)jährlich durchgehen, komplett ausräumen, sauber machen, aufräumen und schauen, ob sich wieder was angesammelt hat

Ich habe über acht Jahre rigoros ausgemistet (ca. alle drei Monate wurden ALLE Schränke aussortiert). Anfänglich nur das, was wirklich kaputt und unbrauchbar war. Mit der Zeit dann auch all das, was nicht oder nur sehr selten benutzt wurde (von Gegenständen, die man generell selten nutzt wie z.B. eine Bohrmaschine mal abgesehen).

Für mich war und ist wichtig, dass ich das behalte, das ich wirklich liebe und von dem ich mich keinesfalls trennen möchte. Sachen die als bloßes Andenken dienten habe ich als Foto digitalisiert (z.B. alte Klavierhefte, Briefe usw.). Alles angelehnt an die “KonMari Methode*”.

Mit hat es unwahrscheinlich geholfen, mich von all dem “hätte, könnte, wenn und aber” zu trennen. Das kann ich noch tragen, wenn ich abgenommen habe. Das Buch lese ich vielleicht irgendwann mal. Das ist doch noch gut. Das kann ich sicher mal gebrauchen. BlaBlaBla. Alles, was mehr als ein paar Monate ungenutzt rum lag, kam weg. Eine riesige Erleichterung (für mich).

Stück für Stück wurden so die Schränke und Räume immer leerer, wodurch es mir leichter fiel bzw. fällt, Ordnung zu halten.


Wie das Ausmisten meine Wohnung verändert hat

Mein Kleiderschrank umfasst heute z.B. statt über 200 Kleidungsstücken nur noch um die 30. Unsere Wohnung hat insgesamt pro Zimmer (Küche ausgenommen) nur noch einen einzigen kleinen Schrank (früher waren es um die drei).

Unser Büro haben wir im Laufe der Jahre weitestgehend digitalisiert (sprich Dokumente mit einem ScanSnap Documentenscanner* eingescannt, sowie Rechnungsversand u.ä. auf digital umgestellt) und somit von drei Schränken (voller Unterlagen und Ordnern) auf einen Schrank reduziert, von dem eine Hälfte meine Kreativsachen enthält und der andere Bürozubehör (wie Briefumschläge, Druckerpapier usw.), sowie einen Ordner mit Dokumenten, die im Original benötigt werden.

Auch meine Beauty-Sachen habe ich im Laufe der Jahre massiv ausgemistet. Ich hatte beispielsweise an die 15 Lidschattenpaletten, über 50 Nagellacke und viel anderes Gedöns, das ich nie oder nur sehr selten nutzte.

Ebenso verändert haben sich das Badezimmer und der Flur. Hier habe ich leider kein Vorher-Foto, der Flur stand allerdings voll mit einem großen Schuhschrank, einer Bank sowie einer großen Garderobe (mit über 10 Taschen, etlichen Paar Schuhen und Jacken).

Heute haben wir einen kleinen Schrank mit Platz für insgesamt 12 Paar Schuhe (von mir sind 5 Paar Barfußschuhe, sowie 1 Paar feste Wanderschuhe), sowie eine kleine Garderobe mit aktuell vier Jacken (für jeden je eine Winter- und Regenjacke).

Das regelmäßige Ausmisten behalten wir auch heute noch bei. Wir gehen alle halbe Jahre alle Schränke durch, räumen sie komplett aus, machen alles sauber und schauen, was wir ggf. nicht mehr benötigen.

Bilder unserer bisher letzten großen Ausmistaktion Ende 2019. Alle Möbel auf den Bildern wurden entsorgt

Ordnung vereinfachen

Kurze Zusammenfassung für Schnellleser, Überflieger & ADHSler
  • für jedes noch so kleine “Ding” einen festen Platz suchen und festlegen. Ab dann gilt: ALLEs kommt SOFORT und ohne Ausnahme immer an seinen Platz zurück, sobald es nicht mehr genutzt wird
  • Klamotten im Kleiderschrank aufhängen bzw. in kleinen Kisten falten (siehe Fotos)
  • typische Chaos-ecken & Ablageflächen abschaffen
  • Lebensmittel im Vorrat (z.B. Gewürze) in gleichgroßen Behältnissen aufbewahren und beschriften (siehe Foto)
  • tägliche “Checks” inklusive Erinnerung einbauen (Beispiel: Handyerinnerung: “Habe ich alles an seinen Platz geräumt?” <- auch hier ohne Ausnahme SOFORT überprüfen)
  • Alltagshelfer besorgen (z.B. Staubsaugerroboter, Fenstersauger, Kalender, Organisationsapps o.ä.)

Nachdem die Schränke nur noch das enthielten, das ich wirklich brauche, habe ich damit begonnen, die Ordnung in den Schränken zu vereinfachen. In meinem Kleiderschrank wird beispielsweise alles aufgehängt. So laufe ich nicht Gefahr, etwas unordentlich einzuräumen, weil jedes Teil seinen Platz hat. Unterwäsche, Socken, Handtücher und Bettwäsche sind in kleinen Kisten nach der Marie Kondo Methode gefaltet (wird glaube ich auch in ihrem Buch* erklärt, ihr findet dazu aber auch viele Videos im Internet).

Ähnlich verfahre ich auch in den anderen Schränken. Mein Gewürzschrank besteht z.B. aus Gläsern gleicher Größe, bei denen ebenfalls jedes Glas seinen Platz hat, so dass Chaos nahezu ausgeschlossen ist.

Ein weiterer, für mich sehr wichtiger Punkt: ich habe typische Ablageflächen (wie z.B. ein Nachttisch oder ein Sessel) abgeschafft und mir selbst verboten, Dinge an anderen Plätzen abzulegen (so dass ggf. neue Ablageflächen entstehen würden).

Jedes Teil in der Wohnung hat seinen Platz und die oberste Regel ist: alles kommt dahin wieder zurück. Da ich weiß, dass ich mich an diese Regel nicht immer halten kann, kontrolliere ich mich selbst zwei bis drei mal am Tag (durch eine Erinnerung über den PC & das Smartphone). Je weniger ich habe und je leerer dabei die Schränke & Ablageflächen sind, desto leichter fällt es mir, alles an seinen Platz zurück zu legen (und desto einfacher ist es auch, die Wohnung sauber zu halten!).

Eine große Hilfe beim Sauberhalten der Wohnung sind mir außerdem alltägliche Helfer wie mein Staubsaugerroboter* (der täglich die Wohnung saugt), mein Fliesenreiniger* oder mein Fenstersauger*, mit denen mir das Reinigen leichter fällt.


Routinen entwickeln

Für mich war und ist es hilfreich, mir gewisse Dinge “anzutrainieren”, also Routinen zu entwickeln. Das fing mit Dingen an, die für andere möglicherweise völlig normal sind (wie z.B. den Müll regelmäßig runter zu bringen) und umfasst heute auch speziellere Routinen wie z.B. das Spülen von Steckdosen 😅

Mein Ziel dabei ist, dass gewisse Aufgaben normal werden, so dass ich keine Gelegenheit/keinen Drang mehr habe darüber nachzudenken, ob es sinnvoll ist oder nicht. Und dass ich gleichzeitig “Leerlaufzeiten” z.B. beim Telefonieren oder Zähneputzen nutze, um währenddessen ungeliebte Dinge zu erledigen (z.B. Staub wischen).

Es gibt für jede Aufgabe feste Zeiten, Zyklen und/oder Tage. Im Vorfeld habe ich über einige Monate sämtliche anfallenden Aufgaben gesammelt, priorisiert und zeitlich einsortiert, um einen Überblick zu bekommen.

Folgende Routinen empfinde ich für mich als besonders hilfreich:

  • in einem Kalender meine Woche planen und jeden Morgen zusätzlich meine to-do-Liste für den Tag schreiben
  • alles nach der Benutzung sofort an seinen Platz zurück legen (auch z.B. in der Küche beim Kochen, sorgt definitiv für weniger Chaos)
  • nichts mehr ablegen (auch nicht auf dem Schreibtisch/Bett/Stuhl und auch nicht “nur ausnahmsweise” 😏)
  • Staubsaugerroboter saugt täglich
  • abends vor dem Schlafen alle Räume überprüfen und ggf. Dinge wegräumen die liegen geblieben sind
  • ein Putztag mit unterschiedlichen Schwerpunkten (also je nach Zyklus z.B. inkl. Fenster putzen, Steckdosen reinigen, Bett frisch beziehen, Matratze umdrehen usw.)
  • ein Einkauftag
  • Essensplan & Einkaufsliste schreiben
  • Vorratsliste führen
  • regelmäßige Essenszeiten (auch für unsere Haustiere)
  • Post digitalisieren (wir haben ein papierloses Büro und einen einzigen Ordner, in dem Dokumente sind, die im Original benötigt werden)
  • Kühlschrank 1 x pro Monat reinigen
  • nach dem Zähne putzen / duschen Armaturen im Bad reinigen
  • beim Telefonieren oder Zähne putzen Staub wischen oder andere Kleinigkeiten erledigen
  • das Bett direkt nach dem Aufstehen machen
  • jeden Morgen kontrollieren, ob genug Wäsche für die Waschmaschine bzw. Geschirr für die Spülmaschine da ist (wenn ja: anmachen!)
  • nach dem Frühstück Oberflächen in der Küche reinigen
  • nach dem Mittagessen Oberflächen im Wohnzimmer / Esszimmer reinigen
  • nach der Arbeit Oberflächen im Büro reinigen
  • alle paar Monate alle Schränke ausräumen, aufräumen, ausmisten, sauber machen, Inhalte aufschreiben und alles wieder einräumen
  • und vieles mehr ;-)

Richtig Einkaufen

Kurze Zusammenfassung für Schnellleser, Überflieger & ADHSler
  • wenn ein neues Kleidungsstück kommt, muss ein anderes gehen.
  • habe ich das Produkt bereits Zuhause? Dann wird dieses erst aufgebraucht.
  • bin ich gerade wütend/traurig/hungrig/… wird nichts gekauft.
  • alles über 10€ wird erst nach mindestens einem Tag Bedenkzeit gekauft.
  • Impulskäufe sind (für gewöhnlich) verboten. Gekauft wird, was auf der Liste steht
  • große Anschaffungen/Wünsche, die nicht SOFORT sein müssen, werden möglichst erst dann gekauft, wenn sie im Angebot sind
  • Bücher werden bevorzugt digital gekauft oder gleich nach dem lesen wieder verkauft

Für mich ist es essentiell wichtig gewesen, mein Einkaufsverhalten zu verändern. Früher habe ich kopflos gekauft, worauf ich Lust hatte. Einziges Ziel war, dass ich mich besser fühle und etwas bekomme (als Belohnung/Trost o.ä.).

Ich habe für mich die folgenden Regeln aufgestellt:

  • wenn ein neues Kleidungsstück kommt, muss ein anderes gehen.
  • habe ich das Produkt bereits Zuhause? Dann wird dieses erst aufgebraucht.
  • bin ich gerade wütend/traurig/hungrig/… wird nichts gekauft.
  • alles über 10€ wird erst nach mindestens einem Tag Bedenkzeit gekauft.
  • Impulskäufe sind (für gewöhnlich) verboten. Gekauft wird, was auf der Liste steht
  • große Anschaffungen/Wünsche, die nicht SOFORT sein müssen, werden möglichst erst dann gekauft, wenn sie im Angebot sind
  • Bücher werden bevorzugt digital gekauft oder gleich nach dem lesen wieder verkauft

Diese Regeln verhindern weitestgehend, dass ich ständig Dinge nachkaufe und somit wieder unnötigen Kram in den Schränken liegen habe.

Manchmal spüre ich, dass ich Lust habe, mir plötzlich wieder Nagellacke oder Lidschatten zu kaufen. Hier hilft mir zusätzlich, mich daran zu erinnern, was ich bereits ausgemistet habe und dass ich mich ohnehin kaum schminke.


Meine “Tools”

Kurze Zusammenfassung für Schnellleser, Überflieger & ADHSler
  • an die eigenen Regeln halten
  • feste Aufräum-/Putz-/Ordnungs-/Einkaufstage einrichten
  • was zu erledigen ist, möglichst sofort erledigen
  • Kalender/to-do Liste o.ä. führen (um Aufgaben sichtbar zu machen)
  • Aufmerksamkeits-Check (Wecker auf z.B. 30 Minuten stellen und nach 30 Minuten schauen, ob man noch bei der Sache ist, danach erneut Wecker stellen und weiter machen)
  • ODER: den Wecker auf z.B. 30 Minuten stellen (die Zeit, bei der man von sich weiß, dass man sich konzentrieren kann) und schauen, wie viel man schafft)
  • Bücher werden bevorzugt digital gekauft oder gleich nach dem lesen wieder verkauft
  • “Zuhause-Inventur” machen (alles auflisten, das man besitzt)
  • eine Vorratsliste führen (für Android gibt es auch eine super App, nennt sich schlicht “Vorrat”)
  • alle Aufgaben aufschreiben und Erinnerungen einrichten, für wann die jeweilige Aufgabe wieder ansteht (also Aufgaben die täglich, wöchentlich, monatlich usw. anfallen). Auch hier gibt es gute Apps. Für Android Smartphones beispielsweise die App “Tody”)
  • Vorher/Nachher Fotos (sind eine gute Motivation)

Das Wichtigste ist: man muss sich an die eigenen Regeln halten. Die Strukturen, die wir uns erarbeiten, können uns nur dann unterstützen, wenn wir uns an unsere Pläne halten. Ohne Ausnahme.

Ich übe mich z.B. gerade darin alles, das zu erledigen ist, SOFORT zu erledigen und nicht auf später zu verschieben. Sobald ich auf später verschiebe, vergesse oder verdränge ich Dinge nämlich häufig. Ich habe Marius darum gebeten, mich regelmäßig daran zu erinnern, wenn ich etwas nicht erledigt habe. Das hilft mir sehr.

Es gibt feste Tage und Zeiten, an denen ich (ohne Ausnahme, von Todesfällen und anderen Terminen mit sehr hoher Priorität abgesehen) putze, einkaufen gehe, koche, Einkaufslisten schreibe oder beispielsweise überprüfe, ob ich mich an meine Regeln halte.

Hierfür führe ich direkt in meinem Kalender (für 2021 ist es dieser*) eine to-do Liste, die ich jeden Abend für den nächsten Tag schreibe und auf der ich alles (inkl. grober Uhrzeit & Priorität) festhalte, das ich erledigen möchte. Es ist zu Beginn lästig, wirklich ALLES zu planen, aber für mich (gerade auch in Bezug auf meine ADHS-Schwächen in Form von z.B. Prokrastination, Hyperfokus & Co.) ist das, zumindest aktuell, der einzige Weg, um einen geregelten Tagesablauf zu haben.

Um den Überblick über meine Sachen zu behalten, habe ich 2021 außerdem eine “Zuhause-Inventur” gemacht und in einer Excel-Tabelle ALLES aufgelistet, das wir besitzen. Die Liste wird regelmäßig aktualisiert und ist gerade in Bezug auf den Überblick über den Vorratsschrank und das Einkaufen sehr hilfreich.

Was mir außerdem hilft:

  • eine Vorratsliste führen (für Android gibt es auch eine super App, nennt sich schlicht “Vorrat”)
  • alle Aufgaben aufschreiben und Erinnerungen einrichten, für wann die jeweilige Aufgabe wieder ansteht (also Aufgaben die täglich, wöchentlich, monatlich usw. anfallen). Auch hier gibt es gute Apps. Für Android Smartphones beispielsweise die App “Tody”)
  • Vorher/Nachher Fotos (sind eine gute Motivation)

Ehrlich sein

Es ist wichtig, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen und ehrlich zu sich und auch zu seinem Umfeld zu sein. Ohne Eigeninitiative, den Willen zur Veränderung und dem eigenen Handeln wird sich nichts tun. Ich weiß selber, wie hart dieser Weg ist und ich bin noch lange nicht da angekommen, wo ich gerne hin möchte und wie es “normal” wäre, aber es lohnt sich dafür zu kämpfen.


Muss man das so machen?

Nein. Ich habe für mich persönlich erkannt, dass ich glücklicher bin, je weniger ich an materiellem Kram besitze. Für mich sind solche Sachen häufig eine Form von unangenehmen Ballast, der mich stört und “runter drückt”.

Wie oben erwähnt, ist das MEIN Weg und das, was für mich gut funktioniert. Nicht jeder findet diese Form des Minimalismus schön und/oder hilfreich. Sicher können aber viele einiges an Anregungen aus dem mitnehmen, was ich für mich im Laufe der Jahre erarbeitet habe.


Bücher die mir geholfen haben


Podcast-Interview:

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