Aus dem Leben Lifestyle


Im Winter ohne Heizung – Wie geht das?

Disclaimer
Meine Perspektive
Dieser Artikel ist (wie alle Inhalte auf dieser Plattform) aus meiner persönlichen Sicht geschrieben und basiert auf meinem aktuellen Erfahrungsschatz und Wissensstand. Ich kann und will nicht für die Allgemeinheit sprechen. Grundsätzlich bin ich kein Freund von Generalisierung und Dogmen. Was ich hier anbiete, ist meine persönliche Perspektive, in der Hoffnung dass jemand da draußen auf irgendeine Art und Weise von mir lernen kann. Gleichzeitig bitte ich aber darum: informiert Euch und schaut Euch andere Perspektiven an, von denen es auf dieser Welt unendlich viele gibt.

Seit neun Jahren verbringen wir freiwillig jeden Winter (fast) ohne Heizung. Wenn ich das mal in einem Gespräch erwähne, ernte ich völlig entsetzte Blicke. Im Winter ohne Heizung? Für die meisten schier unmöglich. Der Hauptgrund dafür, dass wir auf das Heizen weitestgehend verzichten ist ziemlich simpel: ich krieg die Krise bei typischer Heizungsluft. Mir wird von dieser allumfassenden, trockenen und muffeligen Heizungswärme schlecht. Ich bekomm Kopfschmerzen, trockene Schleimhäute, Halsschmerzen – bäh!

Jetzt schreien die Ersten natürlich auf: JA ABER! Ihr müsst die Luft feucht machen und auch genug lüften und dürft nicht zu viel heizen und umgekehrt auch auf gar keinen Fall zu wenig weil Schimmel und eingefrorene Leitungen und so weiter und so fort.

Das Schöne ist, dass ich a) schon 33 Jahre alt bin und b) falls das nicht ausreicht, außerdem aus einer Gas- und Wasserinstallateur Familie komme und mit dem nötigen Hintergrundwissen ziemlich vertraut bin. Wir haben vieles (wirklich!) ausprobiert, aber an den Tatsachen ändert sich (für mich) nichts.

Ich mag warme Heizungsluft nicht. Letzten Endes ist es mir egal ob sie feucht oder trocken ist. Auch draußen kriege ich, jenseits meiner Wohlfühltemperatur von maximal 25 Grad, regelmäßig Beklemmungen und ich hab daraus meine Konsequenzen gezogen. Ein schöner Nebeneffekt ist für uns als „Sparfüchse“ natürlich, dass unsere Heizkosten etwas geringer ausfallen (320€ im letzten Jahr bei 65 qm ist also gar nicht SO wenig – liegt allerdings auch an der Heizkostenverteilung, wegen der nur 70% der Kosten nach unserem tatsächlich Verbrauch abgerechnet werden).

Dass ein Winter (fast) ohne Heizung für viele ein regelrechtes Drama ist (mein Umfeld dreht durch, wenn mal die Heizung ausfällt und gleiches taten die Kunden meiner Eltern, wenn es Probleme mit der Heizung gab – das ist für mich z.B. absolut unverständlich). Denn in unseren Breiten kommt man relativ gut ohne Heizung aus. Wenn man nicht gerade in einem schlecht isolierten Uraltbau oder einer Bruchbude wohnt. Ohne Heizung sind es bei uns im Winter konstant um die 17 bis 18 Grad, nach dem Lüften auch schon mal 15 – 16, je nach Außentemperatur. Dennoch: das nennen wir für gewöhnlich schon frühlingshafte Temperaturen. Ganz aktuell erfreuen sich viele daran :-)

In der Wohnung aber ist es für die meisten kurzfristig vielleicht gerade noch zu überleben, auf lange Sicht aber absolut undenkbar. Wie also bitteschön halten wir das aus? Was machen wir, um uns warm zu halten? Wie schaffen wir es, dass nichts schimmelt oder die Leitungen einfrieren? Und was sagen eigentlich unsere Gäste dazu?

Wie man sich im Winter ohne Heizung warm hält

    1. Wärmflaschen
      In allen Größen und Varianten. Wir haben aktuell 10 unterschiedliche Wärmflaschen, davon sind 7 Stück von der Firma Hugo Frosch (hier und hier hab ich schon mal davon erzählt). Wärmflaschen sind die tollste Ersatz-Heizung, die es gibt (neben einem echten Kamin). Unsere absoluten Favoriten sind die Hugo Frosch Lebensart Designkissen mit integrierter Öko-Wärmflasche* (ein Kissen das wärmt – wie geil ist das bitte ?!) und die Kuscheltier-Wärmflaschen. Bei letzerer fällt es Erwachsenen regelmäßig schwer, sie ihren Kindern zu überlassen – irgendwie total verständlich oder? (Pssst! Nicht die Katze mit dem Kuscheltier verwechseln ;-) )

      Hugo Frosch* Lebensart Designkissen mit integrierter Öko-Wärmflasche (ca. 53€ via Amazon*)

      Hugo Frosch* Kuscheltier Wärmflasche (UVP: 29,90€ z.B. hier* erhältlich)

    2. Kerzen
      Früher haben wir oft Kerzen als Ersatz genutzt. Allerdings haben wir uns seit Mitte letzten Jahres davon getrennt. Kerzen schaden der Umwelt (vgl. z.B. hier), wie so viele andere Sachen , massiv und für uns war es ein leichtes, deshalb darauf zu verzichten.
    3. Decken
      Wenn es mir, z.B. an einem langen und fast regungslosen Bürotag zu kalt wird, schnappe ich mir meine Regenbogen Wolldecke (hab ich hier mal zu geschrieben). Das Teil ist Gold wert und danach friere ich definitiv nicht mehr. Auf dem Foto seht ihr übrigens auch unsere alte „Heizung“ in Form unzähliger Teelichte,
    4. Warm anziehen!
      ziemlich simpel und nahe liegend. Wir haben beide zwei dicke Strickjacken und warme Hausschuhe. Das ist aber auch wirklich alles. Wir sitzen hier nicht mit Schal oder gar Handschuhen und Jacke. Letzten Endes wäre das aber natürlich auch eine Alternative zur Heizung, für Menschen, die besonders doll frieren.

Wann heizen wir?

Schlichtweg dann, wenn uns zu kalt ist. Das ist meist der Fall, wenn wir wirklich den gesamten Tag am PC sitzen, krank sind oder die Temperaturen draußen über lange Zeit deutliche Minusgrade hat. Es ist nicht so, dass wir uns das Heizen verbieten oder so. Wir versuchen es einfach, so lange es für uns angenehm ist, zu vermeiden. Nicht mehr und nicht weniger.

Wenn Besuch da ist, machen wir die Heizung übrigens immer an! Wir wollen schließlich nicht anderen unseren Lebensstil aufzwingen. Es reicht schon, dass unsere Gäste keine echte Couch mehr bei uns vorfinden. Für manche ist das alleine schon ne echte Herausforderung :-) Umgekehrt ist es für uns übrigens meist eine Qual im Winter in geheizte Wohnungen mit 20 – 22 Grad zu kommen.

Alles halb so wild!

Ihr seht, letzten Endes ist alles halb so wild. Man stellt sich immer vor, wie wir hier mit Eiszapfen am gesamten Körper sitzen und ALLES dafür tun, das Heizen zu vermeiden. Aber die Realität sieht anders aus. Für uns im Vordergrund steht unser Wohlbefinden und bevor ich friere, arrangiere ich mich lieber mit der Heizungsluft, das ist ganz klar. Insgesamt versuche ich das Heizen aber zu vermeiden und bin zum Glück auch keine all zu große Frierhippe.

Wie sieht es bei Euch aus? Braucht ihr eure Heizung zum Überleben oder könnt ihr auch mal ohne? Heizt ihr viel oder wenig? Versucht ihr auf eure Heizkosten zu achten? Und wenn ja: was nutzt ihr alternativ, um euch warm zu halten?

 

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Über den Autor

Die Checkerin

[Sinnn­flu­en­cerin]
Person, die [in sozialen Netzwerken] Menschen mit großer Vorliebe zum Nachdenken anregt und mit unterschiedlichen Themen inspiriert

7 Kommentare

  • Bei uns ist es in Küche/Wohnzimmer (ein Raum) und im Bad geheizt. Der Rest funktioniert ohne Heizung- wobei das Schlafzimmer immer ein Streitpunkt bleiben wird🤣 Er – ja, Ich – nein.
    Ich glaube in einer Wohnung mit Nachbarn drüber und drunter, ist es einfacher als in einem freistehenden Haus.

  • Ich hab‘ da erst eine Diskussion bzgl. Bürotemperatur gehabt: Im Sommer läuft die Klima durch – es hat dann immer um die 20 Grad, maximal. Das ist ja auf der einen Seite ganz fein, nur: Wenn ich dann raus gehe, fall ich fast um, wenn es auf einmal 15 Grad mehr hat. Und im Hochsommer bin ich im Normalfall luftig angezogen. Mit Kleid und Sandalen wird es unter 20 Grad schon mal kalt.
    Und die (paradoxe) andere Seite: Im Winter wird eingeheizt. Auf 23-24 Grad. ABER im Winter bin ich ja sowieso schon warm angezogen, dass ich am Weg zur Arbeit nicht erfriere.

    Fazit: Im Winter ist mir im Büro zu warm, im Sommer zu kalt. Bravo… -.-

    Und daheim haben wir jetzt seit einem Jahr Fußbodenheizung, ich komm nicht klar damit. In der alten Wohnung haben wir kaum geheizt, jetzt müssen wir aber… (Neubau – Schimmelgefahr wegen der sowieso vorhandenen Feuchtigkeit zu hoch). Im Schlafzimmer geht das einfach nicht, ich hab immer staubtrockene Augen. Und die Neurodermitis mag die Sache mit der Heizungsluft auch nicht… Verzwickt ;)

    Liebe Grüße, Simone

  • Hallo Sanni,

    wir leben seit drei Jahren in einem über hundert Jahre alten Haus. Zuvor hatte es mehrere Jahre leer gestanden, die Rohrleitungen waren kaputt, sodass wir kurzerhand alle herausgerissen haben. Die Renovierung sollte schon längst viel weiter fortgeschritten sein. Aber … Irgendwie gewöhnt man sich halt und irgendwie sind immer andere Sachen wichtiger …

    Wir heizen mit einem alten Beistellherd in der Küche, auf dem wir auch kochen, und mit einem kleinen Kaminofen im Flur der ersten Etage, beide mit Holz befeuert. Dann gibt es noch das Dachgeschoss mit zwei Zimmern. Da ist es schon merklich kühler, aber immer noch auszuhalten. Im ersten Stock sind es wohl so um die 16 Grad. Die Tür zum Bad und zu einem genutzten Zimmer stehen offen, sodass da auch etwas von der Wärme hinkommt.
    In der (ziemlich kleinen) Küche im EG ist es mollig warm, im Esszimmer daneben (nur Durchgang, keine Tür), hat es auch schon mal, wenn es draußen sehr kalt ist, nur um die 6 bis 8 Grad. Da können wir dann, wenn nötig, noch einen Kachelofen anwerfen.

    Das Schlafzimmer wird gar nicht geheizt. Allerdings kann die Temperatur da dann auch schon mal gen Gefrierpunkt wandern. brrr… Da helfen dann viele Decken. Erstmal drunter, interessiert die Temperatur darüber aber eigentlich auch nicht mehr.

    Ich bin im Winter immer im Zwiebellagen-Look gekleidet, oben meistens drei bis vier Schichten (aber schon noch so, dass ich beweglich bleibe :-) ), unter der Jeans noch eine Schafwollhose. Dazu halbhohe warme mit Schafwolle gefütterte Schuhe.

    Mittlerweile finde ich es übrigens in „normal“ geheizten Wohnungen und Häusern viel zu warm, auch die Raumluft finde ich dort unangenehm, insgesamt fast nicht auszuhalten, nicht zum Wohlfühlen.

    Ich kenne das übrigens noch von meiner Oma, die in einem alten Mehrfamilienhaus wohnte. Dort gab es nur in der Küche den großen Kohleherd und im Wohnzimmer einen kleinen Kohleofen. Der Rest der Wohnung (zwei Schlafzimmer und der Flur) waren kalt. Im zweiten Schlafzimmer, das der Besuch benutzte (also meine Eltern und ich), wurden gern auch Lebensmittel aufbewahrt, die Kühlung benötigten, in so einem Schränkchen mit Gaze-Tür. Da roch es immer himmlisch nach allen möglichen Leckereien. :-) Und abends dann ab ins Bett, das aus zwei voluminösen Federbetten bestand – eins, auf dem man lag, eins, mit dem man sich zudeckte. Da verschwand ich immer förmlich drin.
    Hach, himmlische Erinnerungen! Die Kälte ist da gar kein negativer Teil davon. :-)

    Liebe Grüße
    Sylvia

    • Liebe Sylvia,

      deine Erzählungen haben mich am frühen Morgen ganz glücklich gemacht und mich irgendwie so „heimelig“ fühlen lassen. TOLL! Echt.
      Und das Paradbeispiel für das, was ich behauptet habe: eigentlich braucht man in unseren Breiten keine Heizung. Auch nicht in ollen Häusern (aber sag sowas mal öffentlich, die Leute flippen aus :-D)
      Wie reagiert Euer Besuch?

      Ich empfinde es in anderen Wphnungen genau so, wie du es schreibst. Unangenehm, unaushaltbar und nicht gemütlich. Liegen Welten zwischen irgendwie :-)

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