Immer wieder Sonntags


Immer wieder Sonntags 155

Der Fokus lag in dieser Woche auf zwei Artikeln, die ich für die Blogs geschrieben habe. Ich zähle mich eher zu den „Langsam-Schreiberinnen“ weil ich währenddessen viel reflektiere, nachdenke und recherchiere. Bei komplexen, brisanten oder sehr emotionalen Themen kommt es deshalb nicht selten vor, dass ich an einem Artikel auch mal eine Woche arbeite. So war es in letzter Zeit gleich mit zwei Artikeln.

Einer von ihnen ist der „Energie im Alltag“ Artikel, den ich vorgestern auf meinem zweiten Blog Frau-Achtsamkeit.de veröffentlicht habe. Das Thema ist eine Gratwanderung zwischen Aha-Erlebnissen, Inspiration, Tabu und Verurteilung. Viel zu schnell gerät man in letztere Ecke und wird als esoterischer Spinner abgestempelt. Letzten Endes war ich mit der Umsetzung der Thematik und dem kleinen „Tabu-Bruch“ sehr zufrieden :-)

Ähnlich ist es mit dem Artikel, der am kommenden Freitag zum Thema „Kranke Pflege“ online gehen wird. Ein emotionales und komplexes Thema, zu dem ich unsere und hier insbesondere die Geschichte meiner Schwiegermutter und meines Freundes Marius teile. Eine Gratwanderung in alle Richtungen. Zum einen, was die Privatsphäre meiner Familie angeht (wobei Marius den Artikel mit mir gemeinsam bearbeitet hat, so dass ich dahingehend keine Sorge haben musste), zum anderen aber vor allem auch was die Thematik (nämlich die Pflegeproblematik in Deutschland und unsere Erfahrungen damit) anbelangt. Ich hab selten so intensiv und lange an einem Artikel gearbeitet, wie an diesem und ich freue mich, wenn ihr am Freitag (oder wann anders) Lust habt, unsere Geschichte zu lesen und Eure Erfahrungen zu teilen.


Der Artikel über unsere Erfahrungen mit der Pflege hat jedenfalls gestern doch nochmal ein bisschen was aufgewühlt. Die Beschäftigung mit alten Schreiben der Heimaufsicht, den Ämtern und Gerichten damals, aber auch die Erinnerung daran, wie allein wir damals gelassen wurden, hat viel aufgestaute Wut ans Tageslicht gebracht. Gleichzeitig haben Marius und ich aber gestern auch erkannt, wie stark wir beide mit unseren „zarten“ 24 Jahren waren. Wie krass es ist, dass wir das fast ohne Hilfe gemeistert haben, dass wir trotz der unfassbar belastenden seelischen und finanziellen Situation damals die Ruhe bewahrt haben und besonnen die richtigen Entscheidungen trafen. Dass wir uns nicht haben unterkriegen lassen und uns auf das Wichtigste (nämlich das Wohl seiner Mutter) konzentriert haben.

Rückblickend können wir dankbar dafür sein, dass sie jetzt endlich gut untergebracht ist und dass wir aus all diesen Situationen so viel fürs Leben gelernt haben. Wahrscheinlich wären wir beide in unserem Weg und unseren Zielen heute nicht so strikt und klar.


Am Mittwoch bin ich ganz spontan Abends mit Anna, die ich bisher eher sporadisch von Instagram kannte, in Wuppertal im Patina Store auf einem Flower-Workshop von Bloomon.de gewesen. Ich bin dahingehend jetzt nicht so die typische Frau und kann mit Blumen, Deko und so nem Kram für gewöhnlich nicht ganz soooo viel anfangen (zudem zerstört unsere Katze Kimba einfach ALLES an Pflanzen, sogar Wasserpflanzen fischt sie aus der Vase). Aber ich hatte Bock darauf, mal was Neues auszuprobieren und Anna persönlich kennen zu lernen.

Entsprechend habe ich ihre Einladung angenommen und einen richtig schönen Abend mit ihr verbracht. Der Bloomon Workshop war wirklich ganz cool! Man hat vor allem gelernt, wie man die Blumen Bouquets von Bloomon in großen Vasen arrangieren kann. Und das eben etwas ausführlicher und unterhaltsamer, als in den Videos die Bloomon auf ihrem Blog bereit stellen.

Mein arrangiertes Bouquet zu Hause :-)

Ein Highlight war in diesem Fall vor allem die Location. Der Patina Store ist eigentlich eine schöne, große Wohnung, nur mit dem Unterschied, dass eigentlich alles aus dieser Wohnung ein Unikat ist, das gekauft werden kann. Ein wunderschöner Laden, von dem ich leider viel zu wenige Fotos gemacht habe.

Nach dem Workshop waren Anna und ich noch in einem Restaurant, wo es für mich einen Tee und für sie Tapas gab. Wir haben uns super gut unterhalten und sind uns auf Anhieb sympathisch gewesen. Für solche Menschen mag ich Instagram dann doch sehr gern auch mal privat nutzen :-)


Gestern waren wir dann noch spontan bei Freunden auf dem Hof, haben mit den Schafen gekuschelt, ne Runde mit dem Pferd gedreht und ein bisschen gequatscht. Für gewöhnlich nehme ich immer das Smartphone mit, um Fotos machen zu können. Seit ein paar Tagen beschäftigte ich mich gedanklich damit, für WEN genau ich eigentlich die Fotos mache und fand keine richtige Antwort.

Ich freute mich jedenfalls darauf, auf dem Hof Fotos zu machen aber das Schicksal meinte dann : „Ne,ne, Sandra. Bleib mal schön im Moment und lass dein scheiß Handy zu Hause!“. Hab’s beim Einpacken einfach vergessen. Und Tadaaa! Schon war die Antwort da.

Die Fotos mache ich nämlich letzten Endes nicht nur für mich, sondern insbesondere um sie mit anderen teilen zu können. Per se ja nicht zwingend negativ, aber ich fand es gut, mir das nochmal vor Augen zu halten. Künftig möchte ich solche Momente bewusster wahrnehmen und Fotos vorrangig erst mal nur für MICH zu machen, wenn überhaupt.


Für meine Freude-chenken Aktion (hier zum nachlesen) kamen die ersten Spendenpakete an und wir waren auch in der Stadt, um ein paar Sachen zu kaufen. Freu mich schon jetzt darauf, den Frauen eine Freude zu machen.


Ansonsten war diese Woche nix los, was hier rein passen würde. Es sei denn, ich hab was vergessen. Aber das werden wir dann wahrscheinlich nie erfahren ;-)

Aphorismus der Woche|

Es gibt noch Menschen, denen das Gewissen befiehlt, ein jeglich Ding dahin zu stellen, wohin es gehört.
Rudolf von Tavel

|Gesehen| „Die Konsum Aussteiger: nachhaltig und achtsam leben“ und „Undercover in der Konversionstherapie
|Gehört| Antenne Bayern und „You might find yours
|Getan| gearbeitet, gelesen, gekocht, gelacht, gegangen, genossen, geschrieben, gegessen
|Gegessen| siehe „Was essen wir heute
|Gefreut| über neue Erfahrungen
|Gelesen| „Selbstmitgefühl„*
|Geärgert| über die Negativität mancher Menschen
|Gekauft| wieder nix :-)
|Geliebt| gute Gespräche, schöne Spaziergänge, lustige Treffen und gute Arbeit
|Geträumt| oh man, diese Nacht war wieder beängstigend. Ich bin auf der Straße auf einen Mann gestoßen, der mich vergewaltigen wollte, ohne Gewalt anzuwenden O.o. Das passierte, nachdem ich alleine nach Hause gehen musste, weil mein Auto kaputt war. Mein Handy hatte ich nicht dabei und meine Hilferufe waren zu leise, um gehört zu werden. Letzten Endes ging ich mit dem Mann mit und sagte immer wieder: „Aber nur mit Kondom, aber nur mit Kondom. Sonst geht das gar nicht klar!“ und tat so, als wäre es ok für mich. Ich sollte mich auf eine Yogamatte legen (Ach, Sandra, ey …. dein Gehirn! :-D )  und als er sich umdrehte, versuchte ich ihn mit einem Kerzenständer zu erschlagen, das gelang mir aber nicht. Als ich so laut es ging schrie, kam Marius in den Raum (der plötzlich in einer Tankstelle war …) und ich bin wach geworden. Läuft bei mir.
|Geklickt| Tausche meine Lachfalten gegen deine Wut und „Warum der Mittelstand Angst vor der Transformation hat
|Geschrieben| über Bücher zum Thema Selbstfindung, über Energien im Alltag – Wie und womit ich sie wahrnehme und „Was essen wir heute
|Geplant| eine Woche voller Termine. Gleich Morgen steht das Treffen mit dem Team für das Frauen Sommer Festival in Wuppertal an, es geht zum „Frauen-Stammtisch“ (dieses Wort, verdammt – hat einer ne coole Alternative für „Stammtisch“ ?), eine neue Gefährtinnen-Workshop-Runde steht an, außerdem sind wir mit Freunden verabredet und ich hab ein paar geschäftliche Termine. 

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Über den Autor

Die Checkerin

[Sinnn­flu­en­cerin]
Person, die [in sozialen Netzwerken] Menschen mit großer Vorliebe zum Nachdenken anregt und mit unterschiedlichen Themen inspiriert

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