Immer wieder Sonntags


Immer wieder Sonntags 160

Aphorismus der Woche|

Oft ist man erstaunt, daß der gesunde Menschenverstand so wenig vom gesunden Leben versteht.
© Gerhard Uhlenbruck

|Gesehen| diese Diskussion über Artikel 13
|Gehört| Yatao – Walk of the turtle
|Getan| gearbeitet, gekocht, geschrieben, gegessen, gespielt, gelacht, gequatscht
|Gegessen| siehe “Was essen wir heute
|Gefreut| über viel Freunde-Zeit
|Gelesen|Was Dich berührt – ist ein Teil von dir*”
|Geärgert|
|Gekauft| endlich, endlich, endlich diese Fensterfolie*, die bei Sonnenschein Regenbogen in die Wohnung zaubert (erst mal nur eine, aber ich scharre schon mit den Hufen und hoffe es funktioniert, damit ich überall Regenbogen haben kann hehe)
|Geliebt| unsere Spaziergänge, unsere Freunde, gute Gespräche, draußen sein
|Geträumt| dieses Mal erinnere ich mich an nichts genaues.
|Geklickt| noch mehr Studien zu den Auswirkungen elektromagnetischer Strahlen
|Geschrieben| nur Was essen wir heute
|Geplant| endlich mal nicht so viel, so dass wir mal Zeit haben, uns um unsere Sachen zu kümmern


Nachdem wir gestern noch was länger bei Freunden waren, wurde der Wecker für heute ausnahmsweise mal ausgestellt. Erst wollte ich “Immer wieder Sonntags” noch nach dem Frühstück schreiben, aber als Marius dann meinte : “Stress dich doch nicht immer so, es ist Sonntag, man!” hab ich es sein gelassen. Er hat ja Recht :-) Außerdem brauche ich für “Immer wieder Sonntags” meist um die drei Stunden und wir waren um zwölf schon in der Stadt verabredet. Also hab ich mich entspannt, in Ruhe gefrühstückt und den Tag ausgiebig genossen.

Wir waren mit einer Freundin bei Marius Mama im Pflegeheim, danach saß ich zwei Stündchen auf dem Balkon und hab gemalt & gelesen und nach dem Essen sind wir noch knapp zwei Stunden durch den Wald spaziert. War also ein schöner Tag und guter Abschluss der Woche.


Diese Woche stand im Zeichen der guten Gespräche mit Freunden. Dabei ist mir nochmal besonders aufgefallen, wie unfassbar gut es tut, Menschen um sich zu haben, die gleich ticken. Ich muss mir keinen Blödsinn anhören. Muss mich nicht rechtfertigen. Ich werde nicht belächelt, schräg von der Seite angeschaut oder kritisch beäugt. Man findet mich nicht komisch, etwas abgedreht, irgendwie drüber, viel zu naiv, ein bisschen zu übertrieben oder zu irgendwas.

In ihrer Gesellschaft fühle ich mich zu 100% wohl, kann sein wie ich bin und stundenlang reden, ohne dabei jemals auf die Uhr zu schauen und “Oh nein, wie lange denn noch…?!” zu denken. Ich liebe diesen Austausch auf Augenhöhe. Mit gutem Essen, Spaziergängen (ich hab mega viel Fichtenharz gesammelt!), Albernheiten und wirklich guten Gesprächen. Ich bin froh, dass wir mittlerweile immer mehr solcher Menschen in unserem Leben haben.


Aus einem der geführten Gespräche und Erlebnisse entstand in dieser Woche das “Nur ein bisschen” Posting. Spannend zu sehen ist, dass es immer Menschen gibt, die sich von sowas angegriffen fühlen. Obwohl der Großteil es richtig verstanden hat, so dass insbesondere auf Instagram ein herrliches Sammelsurium skurriler “Nur ein bisschen” Konversationen entstand, gab es doch den ein oder anderen “Ist ja nicht böse gemeint, aber…” und “Aber ich mag Fleisch und lass mir das auch nicht versauen !!11elf!” Kommentar (oder auch schön: “Ihr Veganer seid auch nicht besser!”). Beleidigungen waren auch dabei. Das Wort “vegan” triggert manche sowas von hart. Es ist unfassbar. Ich find’s mittlerweile hauptsächlich lustig, aber doch auch teilweise anstrengend.

 

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Bewusstsein schaffen: Lasst uns sprechen über “Nur ein bisschen”. Der Standard-Satz, wenn es kein veganes Essen gibt, aber was mit Gemüse und irgendwas Tierischem noch da ist: “Da ist nur ein bisschen Butter/Speck/Ei/deine Mudda dran, sonst nix!” Haben @kratzekissen und ich gestern wieder erlebt. Häufig gilt man bereits als militant und krass, wenn man darauf antwortet: “Nein danke!” WAS? SO vegan bist du? . Ich find das witzig. Zumindest, wenn man es von anderen Seiten aus betrachtet. Für gewöhnlich essen wir Menschen keine Hunde oder Katzen. Wir verzichten bewusst darauf, weil wir es furchtbar finden, unnormal, tierquälend, widerlich und überhaupt. “Da ist nur ein bisschen Hund/Katze drin!” ändert an unserer Einstellung nichts. Und ein “WAS? SO rigoros bist du?” lässt uns vermutlich an unserem Gegenüber zweifeln und ruft die unterschiedlichsten, negativen Gefühle in uns hervor. . Mein Vergleich lässt einige jetzt denken: Gott, diese Veganer. Hunde kann man jetzt nun wirklich nicht mit Nutztieren vergleichen. . Für gewöhnlich essen wir aber auch keine Fäkalien weil…wir sind ja Menschen und es ist einfach widerlich. “Da ist nur ein bisschen Kot drin.” ruft wahrscheinlich blankes Entsetzen in uns hervor. Was? So empfindlich bist du?? . Was für ein alberner Vergleich. Diese Veganer ey! . Dann anders: Für gewöhnlich essen wir nichts, wo etwas drin ist, was wir nicht essen WOLLEN. Auch nicht, wenn nur ein bisschen drin ist. Wenn uns dann jemand sagt: “Aber ist echt nur ein bisschen drin…!” verdrehen wir die Augen. Klatschen uns die Hand vor den Kopf. “Hast du sie noch alle? Ich mag das doch nicht. Auch nicht nur ein bisschen!” Warum gilt das eigentlich nicht als militant? Ich frag für ne Freundin… . Apropos Freundin, noch ganz anders (aber voll verständlich) sieht es mit meiner Freundin @muddi_am_rande_des_wahnsinns aus. Die ist u.a. Nussallergikerin. Wenn ich für die was zu essen mache und sage: “Ist nur ein bisschen Haselnuss drin.” bekommt sie wahrscheinlich gerade schon einen anaphylaktischen Schock. Was? SO allergisch bist du? Echt. Übertreib mal nicht! #militanteveganer #vegan #veganesleben #bewusstsein #nureinbisschen

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Ansonsten habe ich für diese Woche wirklich nicht so viel zu erzählen. Ich konnte zwei größere Kundenprojekte, nach einigen Monaten Arbeit, endlich abschließen, war wieder viel unterwegs, hab mir in dieser Woche aber auch mal etwas mehr Auszeit gegönnt, als die letzten Wochen.

So entstand auch das erste “Feder-Bild”. Ich sammel ja schöne Federn und war immer ganz bedrückt, dass sie nur in der Schachtel rumgammeln. Irgendwann hat mir eine Leserin ein Foto von Federn in einem Bilderrahmen geschickt und ich wusste: DAS ist es. Für mich nur in abgewandelter Form.

 

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Heute Abend steht nicht mehr viel an. Ich werde jetzt gleich noch ein Buch lesen, ein bisschen mit den Katzen schmusen und dann mit Marius noch irgendwas schönes machen :-)

Ich wünsche Euch einen guten Start in die neue Woche!

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Über den Autor

Die Checkerin

[Sinnn­flu­en­cerin]
Person, die [in sozialen Netzwerken] Menschen mit großer Vorliebe zum Nachdenken anregt und mit unterschiedlichen Themen inspiriert

1 Kommentar

  • Danke, Sandra! Für mich als Nicht-Veganerin, Nicht-Menstruations-Tassen-Benutzerin und Wohnungsheizerin bist du einfach immer wieder eine Freude. Stimmlich:); gedankenanregend und immer sehr persönlich, auch ohne Austausch-und das ist selten.
    Ich freue mich auf jeden Beitrag von dir!
    Katrin

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