Immer wieder Sonntags

Immer wieder Sonntags 171

|Aphorismus der Woche|

After a whileNach einer Weile
After a while you learn
the subtle difference between
holding a hand and chaining a Soul
and you learn
thaL love doesn’t mean leaning
and company doesn’t always mean security.
And you begin to learn
that kisses aren’t contracts
and presents aren’t promises
and you begin to accept your defeats
with your head up and your eyes ahead
with the Grace of woman, not the grief of a child
and you learn
to build all your roads on today
because tomorrow’s ground is
too uncertain for plans
and futures have a way of falling down
in mid-flight.
After a while you learn
that even sunshine burns
if you get too much
so you plant your own garden
and decorate your own Soul
instead of waiting for someone
to bring you flowers.
And you learn that you really can endure
you really are strong
you really do have worth
and you learn
and you learn
with every goodbye, you learn…
-Veronica A. Shoffstall

Nach einer Weile lernst du den feinen Unterschied zwischen
eine Hand halten und eine Seele fesseln.
Und du lernst,
dass Liebe nicht bedeutet, sich anzulehnen.
Und dass Gesellschaft nicht immer Sicherheit bedeutet.
Und du fängst an zu begreifen,
dass Küsse keine Verträge sind,
und Geschenke keine Versprechungen.
Und du beginnst, deine Niederlagen zu akzeptieren.
Mit dem Kopf nach oben und dem Blick nach vorne.
Mit der Anmut einer Frau, nicht mit den Sorgen eines Kindes.
Und du lernst, all deine Straßen heute zu bauen,
weil der Boden von Morgen zu unsicher ist für Pläne.
Es gibt immer die Möglichkeit, mitten im Flug zu fallen.
Nach einer Weile lernst du,
dass sogar Sonnenschein brennt,
wenn du zu viel bekommst.
Also pflanze deinen eigenen Garten,
und schmücke deine eigene Seele,
anstatt auf jemanden zu warten, der dir Blumen bringt.
Und du lernst, dass du wirklich ertragen kannst.
Du bist wirklich stark.
Du bist wirklich wertvoll.
und du lernst
und du lernst
bei jedem Abschied lernst du…
-Veronica A. Shoffstall

|Gesehen| einen Fuchs
|Gehört| Königin & Samurai
|Getan| gearbeitet, geredet, gewachsen, getanzt, geholfen, gelacht, gefeiert, geliebt, gelebt
|Gegessen| irgendwie gab’s mal wieder keinen Essensplan. Ich gelobe Besserung, die letzten Wochen waren irgendwie wuselig für mich.
|Gefreut| über so viele strahlende Frauenaugen und echte Begegnungen auf dem Herzfeuer Frauen Sommer Festival
|Gelesen|Verdammnis*
|Geärgert| wieder über Menschen
|Gekauft| einen Holzkohlegrill* für den Balkon der nicht qualmt (JAP! Stimmt, qualmt wirklich nicht bzw. nur ganz kurz), Brennpaste* und einen Fimo Effekt Block*
|Geliebt| die Erfahrungen der letzten Tage
|Geträumt| erinnere mich wieder nicht, hab geschlafen wie ein Stein
|Geklickt| diese Woche nichts
|Geschrieben| auch nix, eieiei – ist das schon das Sommerloch? ;-)


Die letzten vier Tage war ich als Referentin, Teammitglied und Teilnehmerin auf dem Herzfeuer Frauen Sommer Festival in Wuppertal. Mit 100 anderen Frauen haben wir dort die Sommersonnenwende gefeiert. Alles in allem war es für mich ganz persönlich wirklich großartig. Von meinen Gefühlen zum ersten Tag hab ich auf Facebook und Instagram schon ein bisschen erzählt.

 

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Liebes Tagebuch, heute habe ich zum ersten Mal in 33 Jahren Lebenszeit über eine halbe Stunde nüchtern, in einer Gruppe, glücklich und gerne getanzt. Obwohl ich von oben bis unten voll geschwitzt war, hab ich mich wie ne zauberhafte Königin gefühlt. Zuvor habe ich Frauen in einem Sinnlichkeits-Ritual verwöhnt. Es war SO schön das Strahlen, den Genuss und die Erfüllung auf ihren Gesichtern zu sehen. Das hat mich wiederum so tief erfüllt, dass ich kurz ‘n bisschen Pipi inne Augen hatte. Man, man, man. Was sind wir Frauen im Alltag manchmal ätzend zueinander und was wachsen wir bei solchen Veranstaltungen zusammen. Mich bewegt mein (nicht mehr ganz so neues) Bewusstsein, dass wir alle miteinander verbunden sind und die gleiche Ängste, Sorgen, Wünsche (…) teilen, unwahrscheinlich sehr. 🌈 Eine schöne Reise, die gerade erst begonnen hat. Ich penn jetzt, mit brennenden Füßen, glücklich ein und steh morgen um halb neun wieder auf der Matte. #herzfeuer hab’s nicht nur gesehen, sondern auch gespürt. In jeder von uns 💜

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Das beschreibt im Grunde die Energie des gesamten Festivals für mich. Mitten in der Natur gemeinsam zu singen, sich auf eine (leider) nicht alltägliche Art und Weise zu begegnen, zu tanzen, zu lachen, zu weinen und dabei das Rauschen der Bäume und das Zwitschern der Vögel zu hören – unbeschreiblich schön! Die Workshops (meiner natürlich eingeschlossen) waren toll.

Mich persönlich am meisten berührt haben das Ritual zur Sommersonnenwende von Seisma Thea am Freitagabend und der Blind Dance (Trancetanz) mit Anka Zips gestern Abend. Es ist immer schwer, solche Erlebnisse für Außenstehende in Worte zu fassen, deshalb versuche ich es erst gar nicht. Das ist etwas, das man erlebt haben muss, um zu verstehen, warum es durch Mark und Bein geht. Über meine Gefühle und Erkenntnisse mag ich aber schreiben!

Gerade der Trancetanz war unsagbar emotional, befreiend, wegweisend, einmalig, grenzenlos. Drei Stunden lang habe ich mit sicher 40 – 50 Frauen bei gefühlten 500 Grad (nee, ist nicht übertrieben!) zu abgefahrenen Klängen getanzt. Leise und laute, schnelle und langsame Musik. Das Energielevel war von Anfang an so MEGA hoch, dass es mich aufgesogen hat. Obwohl ich zu Beginn schon Respekt bzw. eher sogar Angst hatte, dass ich wegen der Hitze zu sehr nachdenke und mir in Folge dessen schlecht wird oder ich Panik bekomme oder dass ich nicht durchhalte oder Bla Bla Bla. Nichts von all dem ist eingetreten.

In dem Moment, wo die Trommeln los legten, sind all meine Begrenzungen gefallen. Es war, als hätte ich eine riesige Energiekugel um mich, die mich beschützt und mir Kraft gibt. Ich habe drei Stunden heftig getanzt, geschrien, gelacht, geatmet, geweint, genossen und aus Poren geschwitzt, deren Existenz für mich vorher gänzlich im Verborgenen lag. Mir kam der Schweiß vor wie ein Wasserfall aus Gefühlen – eine Reinigung von Innen. Der WAHNSINN, ehrlich.

Und während ich darüber nachdachte, ob ich gerade wirklich “bin” (richtig, königlich, locker, in Trance…was auch immer) und mit welcher Frage ich nochmal in den Tanz bin, lief “Gabriellas Song“. Das Lied, das mich seit so vielen Jahren so sehr berührt. Die Emotionen haben mich völlig überrollt. Ich dachte an meinen Auftritt bei einem der Vorsingabende bei Lexa Voss 2006, an dem ich das Lied sang. Dachte an das berührte Publikum. Daran, wie ich damals auf der Bühne stand. Stocksteif, weil ich mich nicht traute, mich irgendwie zu bewegen.

Mir wurde mit einem Mal klar, so klar wie nie zuvor, wie UNFASSBAR mein Wandel der letzten Jahre ist. Wie sagenhaft es ist, dass ich gerade in diesem Raum stehe, von oben bis unten vollgeschwitzt, ohne eingezogenen Bauch, ohne ständiges an mir rumzippeln und vor allem: tanzend. So richtig ausgelassen, verrückt und wild. Ich hab das Lied so laut und voller Gefühl gesungen, wie niemals zuvor. Mir war alles andere egal. So wunderherrlich egal, wie mir noch nie was egal war.

Dann stieg ein unbändiges Gefühl von Stolz, Kraft und “Ich kann ALLES schaffen, was ich will” in mir auf. Diese unaufhaltbare Welle ist mit einer solchen Selbstverständlichkeit durch mich durch geströmt und hat mich so ergriffen, dass ich jetzt noch ganz berührt bin. Drei Stunden voller Hingabe.

Auf dem Weg nach Hause lief mir dann noch ein Fuchs über den Weg. Ich hab mir schon sooo lange gewünscht, mal einen live zu sehen. Ich bin mitten auf der Straße mit dem Auto stehen geblieben, hab ihn über die Straße gelassen und dabei zugesehen, wie er Richtung Wohngebiet abhaute. Es war der perfekte Moment und passte wie die Faust auf’s Auge. Auch die Bedeutung als Krafttier: Das Krafttier Fuchs fordert uns dazu auf, uns selbst ganz auf die Kräfte der Schöpfung einzulassen, das kann auf körperlicher wie auch auf geistiger Ebene geschehen. Hingabe. Da ist sie wieder. Genau das Wort hab ich mir Freitag auch, noch vor Beginn des Festival, mit einem Klebe-Tattoo auf mein Handgelenk kleben lassen :-) Es fällt einem zu, was fällig ist.

Achja: Ich bin nach dem Tanzen klitschnass geschwitzt gewesen und hatte das Gefühl, in einem “optisch desolaten Zustand zu sein”. Nachdem mich zwei Frauen fragten, ob ich bei dem Tanz dabei war, hab ich im Auto etwas irritiert die Frontkamera angemacht, um zu gucken, wie ich aussehe. Und ich musste feststellen: ich seh wunderschön aus. Friedlich, erfüllt und präsent.

Für diese Woche soll es das gewesen sein. Viel mehr als das Festival habe ich nämlich auch wirklich nicht erlebt <3 Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag und uns allen, dass die Hitzewelle nicht ganz so krasse Auswirkungen hat.

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Über den Autor

Die Checkerin

[Sinnn­flu­en­cerin]
Person, die [in sozialen Netzwerken] Menschen mit großer Vorliebe zum Nachdenken anregt und mit unterschiedlichen Themen inspiriert

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