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Kolumne

Immer wieder Sonntags 231

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|Gesehen| nix Spezielles, aber z.B. die „LeNews“ u.a. zu Xavier Naidoos absurden Plänen
|Gehört| meine Playlists
|Getan| gearbeitet, geschwommen, gegangen, gelacht, gelesen, gestreamt, gelernt, gefreut, geweint, gewundert
|Gefreut| über drei wunderschöne Schwimmtage, Spaziergang mit Mama und gute Gespräche mit Marius & dem Stream
|Gelesen| Zeitungen über Readly*, sowie „Zweimal im Leben*“ und „Weil alles jetzt beginnt*“ (gefällt mir leider gar nicht)
|Gekauft| Eine andere Art die Welt zu sehen*“ und Schwimmkarten :-)
|Geschrieben| ein neues „Was essen wir heute
|Gestreamt| einen FreiTalk zum Thema toxische Menschen und einen Twitch Sings Test.
|Geplant| schwimmen, mit Bongo zum Tierarzt, zum Hausarzt um die letzten Untersuchungen zur Medikation in Bezug auf ADHS für mich zu regeln, außerdem bekommen wir ab Donnerstag Übernachtungsbesuch von Marius Cousin. Was auf Twitch geplant ist, könnt ihr hier einsehen (wer mir kostenlos auf Twitch folgt wird automatisch über laufende Streams benachrichtigt. Zusätzlich kündige ich spontane Streams über den Discord-Gruppenchat an.)


„Immer wieder Sonntags“ findet künftig um 15:00 Uhr auch als Livestream auf Twitch statt. Ich erzähle von meiner Woche, überrasche euch ggf. mit dem ein oder anderen Sache und wir quatschen über das, was euch in dieser Woche bewegt hat. Ihr könnt den aktuellen Stream hier nachsehen.

Der Artikel hierzu wird immer erst im Nachgang (gegen 18:00 Uhr) auf dem Blog veröffentlicht.


„Gegen Dummheit, die gerade in Mode ist, kommt keine Klugheit auf.“

Seit Corona einen Teil des gesamten Lebens prägt, habe ich noch häufiger als ohnehin schon das Bedürfnis, Menschen wahlweise wach zurütteln oder gänzlich aus meinem Leben zu streichen.

Seit Anfang des Jahres sitzen wir Zuhause im Home Office, in Kurzarbeit, manche sogar bereits arbeitslos. Viele haben finanzielle, existenzielle aber auch generelle Sorgen. Wir sehen Freunde, Verwandte und Bekannte nicht mehr. Wir konnten z.B. meinen Opa, der im Sterben lag, vor seinem Tod nicht mehr sehen und haben auch unsere Omas und die Mutter von Marius über ein halbes Jahr nicht gesehen. Ja, das ist RICHTIG scheiße.

Aber Hauptsache Shanti & Arnulf fahren, kurz nach ihrer Rückkehr aus Mallorca/Holland/…, mit dem neuen Mercedes nach Berlin um Spaß zu haben. Seite an Seite mit dem Who is Who der rechtsradikalen Szene, mit Reichsbürgern, Impfgegnern, Holocaustleugnern, Verschwörungstheoretikern, Queer-Gegnern – weil die persönliche Freiheit darunter leidet, wenn man 0,1 Quadratmeter Stoff im Gesicht tragen muss, man mal ein Jahr nicht in den Urlaub fahren sollte (aber sogar darf -was für eine Diktatur 11elf!) und die wöchentlichen Shoppingtouren nicht mehr so viel Spaß machen.

JA, die Einschränkungen des öffentlichen Lebens sind sicherlich unangenehm. Wir alle wünschen uns was anderes. Und die Maske zu tragen ist nicht immer angenehm. Und JA, das ein oder andere läuft schief. Gerade Politiker verhalten sich mal wieder oft seltsam, halten sich selbst nicht an die Regeln und das führt zu Unverständnis und kann durchaus wütend machen.

Es ist für viele zermürbend, nicht so leben zu können wie normal und gerade auch finanziell angeschlagen zu sein. Manche Menschen leiden emotional/psychisch/physisch unter der Maskenpflicht. Und einige wenige Eltern befürchten der IQ ihrer Kinder könnte leiden und die Maske, sowie die Einschränken das Kindeswohl gefährden (auch hier gibt es aber wieder viele Facetten. Manche Kinder leiden, viele Kinder aber vergessen die Maske beim Spielen völlig). Kann ich alles mehr oder weniger gut verstehen. Aber: wir sitzen ALLE im selben Boot. Ich kenne niemanden, der von dieser Pandemie nicht betroffen ist.

Deshalb aber die Maskenpflicht abschaffen zu wollen, von einer Diktatur zu sprechen, mit besagten Rechtsradikalen, ohne klare Distanzierung, Seite an Seite in Berlin zu sympathisieren (egal ob direkt vor Ort oder online), ist aus meiner Sicht ein absolut falscher Weg.

Gleiches gilt für diejenigen, die vor lauter Panik, weil sie den digitalen Fortschritt schlicht und ergreifend verpennt haben, dazu aufrufen, nur noch offline einzukaufen, weil da ja „die kleinen Leute“ sind. Es mag jetzt erschreckend für euch sein, aber: das Internet ist VOLL mit kleinen Leuten, die die Digitalisierung bereits seit Jahren leben und für sich nutzen. Von denen habe ich bisher niemanden (eigentlich berechtigter Weise) rufen hören „Kauft nur noch online ein, die kriegen es offline ja nicht auf die Kette!“.


„ADHS ist keine Krankheit“

Der Austausch mit euch nach dem letzten „Immer wieder Sonntags“ war wirklich toll. Ganz viele haben mir von ihren eigenen Erfahrungen als Betroffene oder Angehörige (für die das Ganze oft auch eine riesige Belastung ist) erzählt. Ich genieße den Austausch mit Menschen, denen es genauso geht oder die eben hautnah miterleben, wie es Betroffenen geht, sehr.

Leider haben mich aber auch Nachrichten erreicht, die vor Unwissenheit nur so strotzen. Haupttenor: „Verliere dich nicht in der Diagnose einer Krankheit, die es gar nicht gibt.“. Ich persönlich kann damit gut umgehen, wenn Menschen meinen, diese Krankheit wäre nicht existent Aber wenn ich daran denke, dass solche Menschen auch anderen, vielleicht sogar Kinder einreden, es würde die Krankheit nicht geben, werde ich wirklich wütend.

Jeder Mensch, der mit ADHS vertraut ist, wird wissen, welche Probleme damit einhergehen. Probleme, die man teilweise (nicht immer!) ohne entsprechende Medikamente alleine gar nicht angehen kann.

ADHS ist eine angeborene Stoffwechselstörung im Gehirn, die dazu führt, dass bestimmte Botenstoffe (Neurotransmitter) wie Dopamin und Noradrenalin die Synapsen zu schnell verlassen. Das führt u.a. dazu, dass Informationen nicht korrekt/nicht fokussiert weiter gegeben werden können. Ohne entsprechende Medikamente und Therapien herrscht oft unsortiertes, ungefiltertes Chaos im Kopf.

Aus diesem Chaos, dem Unvermögen sich auf Dinge richtig konzentrieren zu können und gewisse Dinge „adäquat“ erledigen zu können, entstehen im Laufe der Jahre weitere Probleme. ADHS Patienten werden oft nicht ernst genommen („Du bist faul!“ „Du interessierst dich nur für die schönen Sachen!“ „Du bildest dir das ein“ usw.), entwickeln Depressionen und/oder generalisierte Angststörungen und andere Symptome.

ADHS ist der grundsätzlichen Definition nach sicherlich eine Krankheit. Etwas das aktuell noch (!) mein gesamtes Leben bestimmt und meine Beziehung belastet. Aber es ist eben auch eine Chance und ein Geschenk. Ich sehe ADHS nicht als Belastung an, sondern als etwas, das zu mir gehört und mit dem ich jetzt lernen kann, umzugehen. Außerdem gibt mir ADHS auch sehr viel z.B. in Bezug auf meine Kreativität, Empathie, Flexibilität, meinen Mut und meine Stärke, Resilienz oder Weitsicht.

ADHS zu haben, bedeutet eben nicht, ein Leben lang „krank“ zu sein und nichts mehr tun zu können. Viel mehr geht es um Neurodiversität, um neue Lebenswege, Chancen, individuelle Stärken & Schwächen und darum, sich selbst auch in diesem Bereich besser kennen zu lernen und dazu zu lernen.


ADHS & Wir

Marius und ich haben uns in dieser Woche viel unterhalten und Pläne geschmiedet, wie wir unseren Alltag künftig anders organisieren können, damit es insbesondere für ihn Entlastung gibt. Marius hat die letzten Jahre ein Stück weit die Rolle (m)eines Betreuers eingenommen. Er übernimmt den Großteil der Aufgaben im Haushalt, organisiert und strukturiert unseren Alltag, weil ich es eben nicht schaffe. Darunter leiden wir beide und natürlich auch unsere Beziehung.

Durch die Diagnose eröffnen sich hier neue Wege und Möglichkeiten, weil wir endlich wissen, was mir und dadurch eben auch uns im Gesamten helfen kann. Die Strukturen im Alltag zu verändern ist, insbesondere für mich, eine echte Herausforderung. Es fällt mir ausgesprochen schwer, „unliebsame“ Aufgaben anzufangen und Routinen einzuhalten.

Selbst bei Aufgaben, die ich liebe, wie z.B. das Schreiben oder Malen, bin ich nach wenigen Minuten durch Kleinigkeiten abgelenkt. Dadurch dauert alles viel länger und oft vergesse ich auch meine Hauptaufgabe. Gerade deshalb ist Struktur und ein fester Plan eben unglaublich wichtig. Ich bzw. wir stehen da noch ganz am Anfang, sind aber beide einigermaßen zuversichtlich, zu wissen, wie wir was verändern können.

Mir ist es unglaublich wichtig, dass Marius nicht mehr doppelt belastet ist. Er ist derjenige, der immer für zwei mitdenken und „kontrollieren“ muss, weil ich vieles gar nicht bedenke und zudem häufig Flüchtigkeitsfehler mache.

Denkt er nicht mit, passieren so Sachen wie gestern: Ich habe vor zwei Wochen eine Kegelbahn gebucht. Eigentlich sollte sie für gestern gebucht werden. Ich hatte sie aber für vorletzte Woche gebucht. Unsere Freunde aus Dortmund waren bereits auf dem Weg zu uns, als mir mein Fehler auffiel. Wir hatten Glück, weil wir mit 15:00 Uhr relativ früh dran waren und noch Bahnen frei waren.

Ich wiederum bin jedes Mal von mir selbst enttäuscht, weil ich so gerne mehr Verantwortung tragen wollen würde, aber es einfach nicht schaffe und in so vielen Bereichen auf Hilfe angewiesen bin. Ohne Marius würde vieles kaum oder gar nicht funktionieren. Für uns beide ist das sehr belastend. Ich wusste nie, wie ich das jemals aus eigener Kraft ändern sollte. All meine Versuche blieben erfolglos.

Ab nächster, spätestens übernächster Woche bekomme ich medikamentöse Unterstützung und Erfahrungsberichte lassen mich da wieder Hoffnung schöpfen. Selbst wenn ich nur 5% mehr Konzentration und weniger Chaos im Kopf hätte, wäre das vermutlich schon eine enorme Verbesserung. Auch wenn ich gleichzeitig Schiss davor habe, dass ich mich selbst enttäusche, weil trotzdem nix funktioniert, habe ich einen Funken mehr Hoffnung ;-) Wir werden sehen, was die Zeit bringt.


Warum ich Twitch so mag und Instagram meide

Die letzten Wochen, seit ich Twitch häufiger nutze, werde ich oft gefragt, warum ich nicht über Instagram streame und wieso es eine neue Plattform braucht. Ich möchte dazu heute nochmal ausführlicher schreiben.

Das Internet und insbesondere das „Influencermarketing“ hat sich im letzten Jahr massiv verändert. Mit dieser Veränderung haben sich auch Social Media Plattformen verändert. Für mich ging das besonders in diesem Jahr, aus beruflicher Sicht, in eine Richtung, die mir nicht mehr entspricht.

Ich habe daraufhin Anfang Februar mein Instagramprofil auf privat gestellt . Gleichzeitig hat sich auch meine private Nutzung verändert, weil die unauthentischen Fake-Inhalte immer mehr zu nehmen. Es gibt kaum noch (für mich) hochwertigen und authentischen Content. Die Profile gleichen sich optisch und inhaltlich immer mehr. Es ist ausgerichtet auf Schönheit, Illusion und Oberflächlichkeit. Mich spricht das nicht mehr an.

Mit Twitch habe ich schon ein paar Jahre geliebäugelt, war 2018 sogar einige Male unter ganz anderem Namen live. Das Publikum dort ist völlig anders („nerdiger“ und „echter“) und hat ganz andere Beweggründe. Bei Twitch geht es nicht darum, zu konsumieren was einem vorgeworfen wird. Die User dort schauen explizit nach Themen, die sie interessieren und suchen sich innerhalb dieser Themen dann den Streamer raus, der für sie passt.

Twitch ist (für mich) die erste und bisher einzige Plattform seit Jahren, bei der es um reale Menschen und realen Content geht. Es werden keine Filter genutzt, für gewöhnlich sitzen die Leute so wie sie sind vor der Kamera. Man sieht Momente des echten Lebens, in den allermeisten Fällen real. Auf Twitch wird live gesungen, gemalt, gebastelt, gehandwerkt, geredet, geblödelt, gekocht und gezockt.

Man baut eine ganz andere Bindung zur eigenen Community auf, nicht zuletzt weil Twitch insgesamt darauf basiert, mehrere Stunden gemeinsam Zeit zu verbringen. Es ist kein „Klick, Gefällt mir, Scroll weiter. Klick, Gefällt mir, scroll weiter.“ sondern ein: du bist interessant, hier bleibe ich. Inhalte werden viel nachhaltiger, viel intensiver konsumiert.

Twitch kann auch vom Desktop-PC aus genutzt werden. Für mich einer DER Vorteile überhaupt, weil ich das verdammte Smartphone nicht brauche. Ich kann dort ohne Einschränkungen mehrere Stunden live sein (sogar mit Gesang!), eigene, personalisierte Inhalte in meinen Stream einbinden, mich voll auf meine Inhalte und die Zuschauer konzentrieren, während sich Marius als Moderator meines Kanals um mögliche „Freaks“ kümmert (von denen es auf Twitch meiner Erfahrung nach nicht nur viel weniger gibt, sondern gegen die man auch viel leichter etwas tun kann). Ich kann meine gesamte Vielfalt dort nicht nur ausleben, sondern auch teilen, in dem die Leute mir beim singen, beim spielen, zeichnen, kochen oder besprechen von unterschiedlichen Themen zusehen können.

Außerdem ist der Austausch und das Chatten mit der Community einfacher, persönlicher und übersichtlicher. Meiner Erfahrung nach sind die meisten mehr an Gemeinschaft und persönlichem Austausch interessiert. Mir macht es viel mehr Spaß, meine Ideen und Inhalte kostenlos mit anderen zu teilen.

Mir ist es viel wichtiger, Menschen zu erreichen, die mein Content WIRKLICH interessiert und die am Austausch interessiert sind, als eine möglichst hohe Zahl an Followern zu haben, um nach Außen hin irgendwie „groß“ zu wirken und wo der Austausch häufig ausschließlich auf Likes und Emoticons basiert.

Die sozialen Medien nutze ich für mich nur noch, um meine Inhalte/Ideen/Meinungen zu teilen und ganz selten noch, um mir hier und da mal die Langeweile zu vertrödeln. Ansonsten bin ich damit, zumindest aktuell, erst mal durch.

Wer reinschauen mag: Morgenabend streame ich ab 19:00 Uhr wieder zum Thema „Was essen wir heute“ und wir sammeln gemeinsam Rezeptideen. Hier geht es zu meinem Twitch-Kanal und HIER findet ihr unseren kostenlosen „Discord-Gruppenchat“, außerhalb von Twitch.


Und sonst so?

Ich war Montag, Mittwoch und Freitag jeweils etwas über eine Stunde schwimmen und habe es uuunfassbar sehr genossen. Beim Schwimmen bin ich voll im Jetzt. Selbst nach den sechs Monaten Pause kann ich immer noch 70 Bahnen locker ohne Pause durchschwimmen und fühle mich danach leicht, befreit und gut.

Das Schwimmen wird jetzt wieder zum festen Bestandteil meines Alltags. Ich hoffe sehr, dass es keinen zweiten Lockdown geben wird und ich entsprechend auch weiter schwimmen kann.

Gestern Nachmittag waren wir zwei Stunden mit Freunden kegeln, haben uns danach köstliches Essen von Hans im Glück liefern lassen und noch bis abends gemeinsam bei uns gesessen, viel gequatscht und gelacht.

Außerdem habe ich für Bongo für morgen einen Termin beim Tierarzt gemacht. Er darf ab heute Abend nix mehr essen und trinken und ich habe ehrlich gesagt echt Schiss vor der Nacht, die uns erwartet. Vermutlich werden wir kaum Schlaf bekommen.

Sonst war in dieser Woche nix Spannendes mehr los. Ich wünsche euch einen schönen Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

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