Work-Life-Balance – Like a Boss!

„Wie schaffst Du das alles?“ – „Geht eigentlich easy!“
Gerade in der Zeit, als ich noch bewusst in Teilzeit gearbeitet habe, bin ich immer wieder darauf angesprochen worden, wie ich das eigentlich mache. So viel Zeit haben und trotzdem genügend Geld zum Leben. Von der generellen Diskussion zur Halbtagsstelle als Nicht-Mutter mal ganz abgesehen 😉 Mittlerweile werden die Fragen danach zwar weniger, im Gesamten höre ich trotzdem immer wieder ein „Wie findest Du so viel Zeit?“ aber auch ein entsetztes Gesicht, wenn ich auf die Frage „Wie schaffst Du das alles?“ ein „Geht eigentlich easy“ entgegne.

Bevor ich Euch mein Work-Life-Balance „Geheimnis“ verrate, möchte ich nochmal auf das generelle „Leben um zu Arbeiten“-Thema zu sprechen kommen. Irgendwo hatte ich bereits einmal erwähnt, dass die vielen (plötzlichen) Todesfälle in meiner Familie für mich ganz deutlich gezeigt haben, dass das Leben zu kurz ist, um es ausschließlich mit Arbeit zu verbringen. Erst Recht mit Arbeit, die einen nicht glücklich macht. Diese Erlebnisse haben entschieden dazu beigetragen, dass ich für mich beschlossen habe, es anders zu machen als andere. Auch wenn ich bzw. wir uns immer wieder dafür rechtfertigen müssen, dass wir nicht zu dem Teil der Menschheit gehören (wollen), der durchschnittlich rund 270 Tage eines Jahres von Morgens bis Abends und ein Leben lang arbeitet.

Wir haben nur dieses eine Leben, das sollten wir nutzen!
Unser Leben ist das Einzige, das wir haben und ich kann einfach nicht nachvollziehen, dass Arbeit (im Sinne von: jeden Tag von Morgens bis Abends) so einen großen Stellenwert in unserer Gesellschaft hat. Als ich noch in Teilzeit gearbeitet habe, wurde ich mit so vielen Vorurteilen konfrontiert. Und auch mein Freund, der weiterhin in Teilzeit arbeitet, wird dafür oft eher belächelt, als bewundert. Ich find das so irrsinnig. Als würde man weniger „wert“ sein oder gar besonders faul, wenn man sich dazu entschließt, nicht in Vollzeit zu arbeiten. Ich finde, dass man sich besser früher als (zu) spät dazu entscheiden sollte, nicht nur für die Arbeit zu leben.

Natürlich sichert uns das Arbeiten gleichzeitig auch das „Überleben“ und nur durch Geld können wir uns letzten Endes etwas leisten. Man sollte die Arbeit aber niemals über das eigene Leben stellen. Ich bin der festen (!) Überzeugung, dass niemand in Deutschland ernsthaft gezwungen ist, sein Leben lang einen Job auszuüben, der ihm keinen Spaß macht. Wir sind hier zum Großteil in der glücklichen Position, immer irgendeine Wahl zu haben. Selbst wenn die eigenen Voraussetzungen die Wahl beschränken. Und meine Voraussetzungen waren wirklich miserabel ( 3 x sitzen geblieben, miese Zeugnisse, mal hier und mal dort gejobbt, Abitur 1 x abgebrochen und 1 x nicht bestanden…). What ever. Kommen wir zu den harten Fakten 😉

Work-Life-Balance – Like a Boss!
Wie zur Hölle schafft man es nun eigentlich, eine schöne Balance zwischen Arbeit & Freizeit zu schaffen? Die Umstellung von Teilzeit auf Vollzeit war für mich schon ein schwieriger Schritt, mittlerweile habe ich das aber ziemlich gut hinbekommen. Nicht zuletzt auch dank der riesen Unterstützung meines Freundes, der seine freien Tage nutzt, um mir unter die Arme zu greifen. Was genau ich geändert habe, um trotz Vollzeit-Job ein (meistens) ausgeglichenes Leben zu führen und somit die für mich momentan perfekte Work-Life-Balance zu haben, verrate ich Euch jetzt. Tipps sind natürlich nicht allgemeingültig. Letzten Endes sollte es Euch aber schon helfen, sich einfach bewusst zu machen, wie wichtig Eure Freizeit ist und dass Arbeit weiß Gott nicht alles ist.

Meine 10 goldenen Regeln für die perfekte Work-Life-Balance

  1. Prioritäten setzen
    Um ausgewogen Leben und Arbeiten zu können, ist es aus meiner Sicht zwingend notwendig, dass man Prioritäten setzt. So ist e sz.B. völlig hirnrissig, in einer ohnehin schon stressigen Arbeitswoche, die Zeit nach dem Feierabend und womöglich noch das gesamte Wochenende mit unliebsamen Aufgaben zu verbringen. Traut Euch Sachen zu verschieben, die sich verschieben lassen und Euch nur auf das zu konzentrieren, das wirklich wichtig ist. Auch mit Aufgaben auf der Arbeit klappt das meist wunderbar. Ihr müsst nur erkennen, was wirklich wichtig für Euch und z.B. den Betrieb ist und was eben noch etwas Zeit hat.


  2. Pausen nutzen
    Eine wirklich mies gute Entscheidung von mir war, die Pausen entsprechend zu nutzen. 1 x pro Woche gehe ich in meiner Pause einkaufen, damit ich das nicht am Wochenende erledigen muss. Oft nutze ich die Pause, um Artikel für DieCheckerin vor zu schreiben, um Termine wahrzunehmen oder zu vereinbaren, um ein bisschen zu lesen, mit meinem Kollegen zu quatschen oder die Sonne zu genießen.


  3. Pläne machen
    Ich bin dazu übergegangen, bestimmte Aktivitäten/Pflichten/Unternehmungen auf Termin zu legen. Auch wenn ich eigentlich ja kein Freund von einem durchgeplanten Leben bin, helfen Termine mir dabei, etwas mehr Struktur in meinen Alltag zu bringen und den Überblick nicht zu verlieren. Außerdem halte ich Verabredungen mit Freunden besser ein. So kann ich mich nach der Arbeit leichter aufraffen, noch für ein bis zwei Stunden zu einer Freundin zu fahren oder gemeinsam Essen zu gehen und kann gleichzeitig wichtige Termine sowohl bei der Arbeit, als auch außerhalb besser planen und annehmen.


  4. Probleme ansprechen
    Wenn Ihr auf der Arbeit Probleme habt oder mit etwas unzufrieden seid, dann sprecht das an. Nichts ist schlimmer, als diese unausgesprochene Unzufriedenheit. Das schlägt sich nicht nur auf Euer Gemüt, sondern auch auf Eure Arbeit aus. Außerdem kann nur sprechenden Menschen geholfen werden.Wenn sich die Probleme nicht lösen lassen, dann schaut Euch nach einem neuen Job um. Traut Euch das verdammt nochmal, Ihr habt nur dieses eine Leben!


  5. Arbeit bleibt auf der Arbeit
    Nehmt den Kack von der Arbeit nicht mit nach Hause! Was immer auf der Arbeit auch passiert, wenn Ihr aus der Tür raus geht, dann muss es das gewesen sein. Ihr habt Feierabend und den solltet Ihr definitiv nicht damit verbringen, über die Arbeit zu grübeln oder gar zu Hause noch weiter zu arbeiten. Bringt ohnehin nichts.


  6. Hausarbeit aufteilen
    Teilt Euch die Hausarbeit! Sowohl untereinander (sofern ein Partner vorhanden ist), als auch innerhalb der sieben Tage. Es ist leichter, immer ein bisschen zu machen, als alles auf das Wochenende zu legen. Bei uns ist es so, dass mein Freund an seinen freien Tagen saugt, aufräumt, die Wäsche wäscht und kocht, so dass ich nach Feierabend nur noch ein bisschen wischen muss. An den Tagen, an denen wir beide gleich arbeiten, kochen wir Abends gemeinsam und halten dann für Samstags nochmal eine Stunde zum „groß Reinemachen“ bereit, sofern das überhaupt notwendig ist. Es hilft enorm!


  7. Digital Detox
    Ich hatte es in meinem Artikel-Serie zum Thema „Eine Wochen ohne Smartphone“ bereits erwähnt: Digital-Detox hilft saumäßig gut! Wer ohnehin fünf Tage die Woche am Computer sitzt, der hat Abends manchmal echt die Schnauze voll, auch wenn ich das selbst nicht glauben wollte. Ich genieße die Zeit, in der mein Smartphone in der Ecke liegt und mein Computer aus ist total und es hilft enorm beim Abschalten. Im wahrsten Sinne des Wortes 😉


  8. Den Morgen erholsam starten
    Eine weitere Änderung in meinem Alltag, die mir sehr geholfen hat. Ich stehe Morgens häufig extra eine Stunde früher auf, mache mir einen Tee, öffne die Balkontüre und breite meine Yogamatte im Wohnzimmer aus. Und dann starte ich riiichtig gechillt in den Tag, indem ich mich erst mal 30 Minuten ausgiebig strecke und dehne, mit ein paar ganz einfachen und entspannenden Yogaübungen. Das tut so gut! Echt. Ich bin ein kleiner Morgenmuffel und mein Freund hat einen komplett anderen „Aufsteh-Plan“ als ich. Deshalb hilft es ungemein, wenn wir getrennt voneinander aufstehen und ich erst mal ne Stunde Ruhe für mich alleine habe. Ausprobieren und einfach ein mal machen, auch wenn Ihr es Euch gar nicht vorstellen könnt.


  9. Gern zur Arbeit gehen
    Das ist aus meiner Sicht absolut essenziell. Wie oben erwähnt, müsst Ihr über Probleme reden und authentisch sein (was nicht zu Euch passt müsst Ihr offen sagen!). Versucht Euch mit dem Unternehmen zu identifizieren und ein gemeinsames Ziel zu haben. Und natürlich auch innerhalb des Unternehmens Freunde oder zumindest gute Bekannte zu finden. Ich stehe wirklich NIE mit einem „Oh mein Gott, nein wie furchtbar!“ – Gefühl auf. Natürlich hab ich an manchen Tagen Bock einfach liegen zu bleiben, aber generell gehe ich super gerne arbeiten und ich quäle mich auf der Arbeit nicht. Ich liebe meine Kollegen, meine Arbeit und meinen Chef (natürlich alles rein platonisch 😉 ) und das macht wirklich vieles einfacher. Wir sind alle auf einer Wellenlänge und arbeiten auf Augenhöhe zusammen. Miteinander! Wenn Ihr Euch auf der Arbeit quält, versucht das zu ändern und wenn kein Land in Sicht ist: sucht das Weite 😉


  10. Das Wochenende ist heilig
    So wie ich es sage. Das Wochenende ist absolut heilig. Wenn ich Bock habe, das ganze Wochenende rumzuliegen, dann mach ich das. Wenn ich raus will, geh ich raus. Am Wochenende mach ich all das, was mir dabei hilft, die innere Balance zu finden und vom Arbeitsalltag abzuspannen. Schafft Ausgleich zum normalen Alltag. Erholt Euch, habt Spaß. Keinerlei Verpflichtungen fürs Wochenende. Wochenende ist Wochenende. Zeit für Euch und Eure Liebsten. PUNKT!

Ähnliche Artikel findet Ihr ab sofort auch auf meinem neuen Blog:

Work-Life-Balance

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Über den Autor

Die Checkerin

Frohnatur! - Freak! - Philosophin!
Kommt selten schnell auf den Punkt, trifft aber irgendwann trotzdem den Nagel auf den Kopf.

3 Kommentare

  • ohhh wie mir dieser Text aus der Seele spricht!!!! sooooo sehr!!! Ich hab mir schon so oft gedacht, wer eigentlich bestimmt, dass man 8 Stunden lang pro Tag arbeiten muss. Irgendjemand hat das mal festgelegt und jetzt muss sich die ganze Welt für immer daran halten?! Als ich noch meinen Job hatte, hab ich um 8:20h das Haus verlassen und bin um 19h wieder zurückgekommen. Über ZEHN STUNDEN unterwegs. Ich möchte das nicht……. Außer ich finde einen Job, den ich wirklich mag. Wie du schreibst, dass man gerne aufsteht. Aber wie findet man so einen Job? Ich freu mich für dich dass du ihn gefunden hast!

    • Ja ich hab echt tierisches Glück gehabt. Andererseits: unabhängig davon, dass meine Kollegen und mein Chef cool sind, macht mir der Job eben auch Spaß. Wenn man „einfach“ in den Bereich geht, für den man wirklich aus tiefstem Herzen brennt, sollte das schon ne ziemlich gute Voraussetzung sein 😀

  • Ein schöner Artikel! Insbesondere den Punkt „Pausen nutzen“ berherzige ich auch jeden Tag. Ich gehe in meiner Mittagspause einkaufen, gehe zum Arzt, zur Apotheke, treffe mich mit Freunden usw. 🙂 Auf die anderen Punkte werde ich in Zukunft mehr achten 🙂 VLG, Uta

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