Kosmetik

Haare waschen mit Roggenmehl Shampoo – Wieso zur Hölle sollte ich das tun?

Kosmetik selber machen

Ihr wisst ja, dass ich so alternativen Beauty-Geschichten gegenüber sehr aufgeschlossen bin und grundsätzlich nahezu alles mal selbst ausprobiert haben muss, bevor ich es be- oder gar verurteile. Für das Haare waschen mit Roggenmehl habe ich allerdings ewig gebraucht. Ich weiß davon schon seit etlichen Jahren, habe mich aber vehement dagegen gewehrt. Bis ich vor ein paar Monaten dieses witzige Video gesehen habe. Danach MUSSTE ich es selbst ausprobieren:

Und siehe da. Ich bin dabei geblieben. Seit über zwei Monaten wasche ich mir meine Haare mit einer selbst hergestellten Mischung aus Roggenmehl und Wasser. Bisher das Beste, was ich mit meinen Haaren im Selbstversuch angestellt habe.

Auf Grund meines Ekzems und der Tatsache, dass herkömmliche Shampoos extrem „chemisch“ sind und so ständig meine Kopfhaut angreifen, benutze ich schon seit Jahren spezielle Naturkosmetik-Produkte (für die Schlaumeier an dieser Stelle: jaja, auch Naturkosmetik kommt durch chemische Prozesse zustande und jaja, auch Naturkosmetik kann Allergien auslösen, vielen Dank!), die meine Kopfhaut bereits spürbar weniger angegriffen haben. Ich war damit aber noch nicht zufrieden. Weil einige Shampoos trotzdem Tenside enthalten, auf der Kopfhaut brennen oder meinem Haar Feuchtigkeit entziehen. Roggenmehl-Shampoo ist für mich persönlich der Ferrari unter den natürlichen Haarshampoos.

WIESO zur Hölle? DARUM!

Jeder, mit dem ich darüber spreche, hat ein und dieselbe frage: „Wieso zur Hölle sollte ich meine Haare mit Roggenmehl waschen?“. Die Antwort ist simpel: DARUM!

roggenmehl-shampoo-vorher-nachher

vorher-nachher-vergleich-roggenmehl-shampoo-fettige-haare

Meine Haare sind weicher, glänzender, sie halten länger frisch, sie fetten deutlich weniger, sind nicht mehr so spröde, liegen besser, sind weniger elektrisch und pflegeleichter. Ich selbst verbrauche weniger Wasser, muss mir die Haare nur noch einmal pro Woche waschen und bezahle für mein Shampoo, dessen Rohstoffe für ca. 1 Jahr reichen, ungefähr 79 Cent. Was zur Hölle will ich mehr?

Welche Roggenmehlsorte?

Ich benutze Roggenvollkornmehl* (Partnerlink), für dünnes oder glattes Haar wird aber eigentlich feineres Roggenmehl (also z.B. Typ 1150* (Partnerlink)) empfohlen. Komme mit dem Roggenvollkornmehl aber gut klar, so dass ich es für glattes und dünnes Haar definitiv weiter empfehlen kann. Roggenmehl eignet sich auf Grund des geringen Glutenanteils sehr gut, Weizenmehl oder Dinkelmehl hingegen ist nicht geeignet (Matsch-/Verklebungsgefahr).

Wie anmischen und verwenden?

Außer einer Schüssel, einem Schneebesen (o.ä.), lauwarmen Wasser, einen Esslöffel und Roggenmehl benötigt ihr nichts. Für mein mittellanges Haar benutze ich meist 2 Esslöffel Roggenmehl und ca. 150 ml Wasser. Hier müsst ihr aber selbst ein wenig rum probieren. In jedem Fall sollte Eure Mischung nach ca. 5 – 10 Minuten klümpchenfrei sein.

roggenmehl-shampoo-diy

Danach nehmt ihr z.B. einen Löffel, die Schüssel oder Eure Hände und verteilt einen Teil des Shampoos direkt auf dem Kopf. Für mein langes Haar arbeite ich das Shampoo danach in mehreren Schritten ins Haar ein. Immer wieder teile ich kleinere Haarpartien ab, benetze sie mit dem Shampoo und lasse sie fallen. Anschließend massiere ich das Shampoo nochmal im gesamten Haar und auf die Kopfhaut ein.

Bei Bedarf kann man das Ganze nun einwirken lassen. Dadurch werden die Haare nochmal weicher und glänzender. Ich wasche das Shampoo aber sehr oft einfach sofort aus. Das könnt Ihr machen wie ihr wollt, viel wichtiger ist, dass ihr die Mischung danach besonders gründlich auswascht. Nehmt dazu warmes Wasser und stellt Euren Duschkopf möglichst auf die härteste Stufe ein, damit auch die letzten feinen Krümel abgespült werden können.

Wie lange stehen lassen?

Je länger das Shampoo steht, desto höher wird die Pflegewirkung ABER gleichzeitig nimmt die Reinigungswirkung auch immer mehr ab. Hier müsst Ihr die für Euch perfekte Zeit selbst heraus finden. Ich mische einen Teil meines Shampoos immer frisch an und habe einen anderen Teil für ein paar Tage in einer kleinen Flasche stehen gelassen. Später werden beide zusammen gemischt :-D Keine Ahnung ob das wirklich hilft, aber zumindest kann ich mich über die Wasch- und Pflegeleistung nicht beschweren. Alle paar Wochen gibt es dann noch eine Totes Meer Salz + Kokosöl Kur für meine Kopfhaut oder irgendwas anderes, fancy zusammen gemischtes (siehe unten). Ansonsten nutze ich sporadisch ein paar Haarkuren z.B. von Lavera oder von Olivia Klein* (Partnerlink) und das wars.

DIY Pflege-Experimente

Man kann das Shampoo ein wenig aufpimpen, in dem man unterschiedliche andere Zutaten hinzu gibt. Ein paar Tipps, die ich ausprobiert habe und die funktionieren (einfach mit ins Shampoo geben):

  • 1 EL Honig (für Frische- und Pflegekick)
  • 1 TL Kokosöl (vorher erhitzen, für extra Pflege)
  • schwarzer Tee (entzündungshemmend) / Kamillentee (beruhigend) / Brennessel Tee (regt Durchblutung an) anstelle von Wasser
  • 1 Eigelb (pflegt, bringt Glanz)
  • 1 EL frischer Zitronensaft (reinigt)
  • 1 EL Essig (pflegt, müsst Ihr aber gründlich auswaschen)

Für wen geeignet?

Grundsätzlich kann das JEDER machen. Aber nicht jeder kommt mit der Umstellung so gut zurecht wie ich. Mein Haar hat das dankend angenommen und ich konnte schon nach zwei Wochen deutlich weniger oft die Haare waschen. Bei vielen wird das Haar aber erst mal fettiger/trockener und kriegt Probleme, die sich erst nach ein paar Tagen bis Wochen legen. Diese Zeit muss so mancher überwinden und für einige ist diese Art der Haarwäsche gar nichts. Hilft also nur: selber ausprobieren!

 

Anzeige

Über den Autor

Die Checkerin

Frohnatur! - Freak! - Philosophin!
Kommt selten schnell auf den Punkt, trifft aber irgendwann trotzdem den Nagel auf den Kopf.

19 Kommentare

  • Ich werde es aufjedenfall mal ausprobieren .
    Meinen Haaren passt z. Zeit irgendwie nichts wirklich jedes Shampoo trocknet sie aus und sobald ich Spülung benutze werden sie im nu wieder Fettig .
    Also werde ich das mal Testen müssen um vielleicht dann auch so tolles Haar zu bekommen die Bilder sprechen da ja wirklich für sich selbst :)

    Toll geschriebener Bericht ♥

    Liebe Grüße Anja

  • Ich habs ausprobiert, aber nach 2 Wochen musste ich aufgeben :( die Haare wurden trotz ewig langem Auswaschen einfach nicht mehr sauber. Grade am Hinterkopf waren sie fettig und haben sich zu einem „Nest“ gebildet. Ich habe sehr feine Haare und Naturlocken, ich glaube die Locken wollen kein Roggenmehl. Schade, denn meiner Kopfhaut ansich tat es ausgesprochen gut….
    Evtl. starte ich nochmal einen Versuch.

    • …witzig, ich habe den Tip von einer lieben Freundin bekommen (sie heißt Birgit), die extrem lockiges Haar hat und sehr glücklich ist mit dieser Lösung (ich auch, bin aber ohne Locken). Vielleicht magst Du sie ansprechen? Ich denke ich kann ihre Mailadresse an Dich weitergeben, da diese geschäftlich ist – bei ihr bekommst Du das (wirklich!) allerbeste Kokosöl (zum Kochen und für alles sonst): bh@naturesecrets.com
      Herzliche Grüße, Karina

    • Hey Jolie, ja ich spüle es wie normales Shampoo aus, nur eben gründlicher bzw. länger. Und nö, der Abfluss verstopft nicht. Das Shampoo ist ja ohnehin flüssig und wird im Abfluss nur mit noch mehr Wasser vermischt.

  • Ich wasche meine Haare jetzt auch seit einer Woche mit Roggenmehl und bin bisher positiv überrascht. Ich gebe mir aber hin und wieder gerne mal etwas Kokosöl auf die Kopfhaut, weil sie oft sehr trocken ist. Hat jemand Erfahrungen damit, ob das Roggenmehl auch das Öl weg bekommt? Habe Angst, dass dann alles total fettig ist und ich dann doch wieder mit Shampoo ran muss um das raus zu bekommen

  • Hi!
    Ich hab vor kurzem erst von Roggenmehl“shampoo“ gelesen und es sofort ausprobiert. Ich hasse Haarewaschen und schieb‘ es immer eeewig hinaus, gut über eine Woche – bei überschulterlangem Haar. Das geht. Jetzt mit Roggenmehl (ich geb‘ immer etwas Zitrone dazu, das macht das Wasser weicher) geht es noch besser, meine Kopfhaut fühlt sich auch prima an, dabei bleib‘ ich.

  • Moin liebe Checkerin,
    Ich bin gerade bei meiner Recherche zum Roggenmehlshampoo auf deinen Blog gestoßen und fühle mich hier jetzt schon wohl :)
    Ich habe sehr dünnes und leicht fettendes Haar und die letzten 4-5 Jahre alle möglichen Methoden der Haarwäsche und Produkte ausprobiert. Ich habe meine Haare alle 2 Tage gewaschen, obwohl sie am 2. Tag bereits fettig wurden. Nach fast 2 Wochen „ausfetten“ (beim duschen immer hochgebunden, such nicht nass gemacht) habe ich das erste mal Roggenshampoo zum waschen verwendet und meine Haare fangen erst am 3 bzw. 4 Tag an leicht fettig bzw. Eher nur strähnig zu werden. Habe sie beim duschen immer hoch gebunden und trocken gelassen.

    Lange Rede kurzer Sinn, jetzt stellt sich mir die Frage wie andere Roggenmehl Shampoo Nutzer*innen das handhaben. Wäscht du deine Haare beim duschen nur mit Wasser oder bindest du sie einfach hoch?
    Ich bin über jede Antwort und jeden Tipp zur Roggenmehl Wäsche sehr dankbar :)

    Liebe Grüße Fine

    • Liebe Fine,

      Willkommen hier :-)
      Ich binde meine Haare weder hoch, noch wasche ich sie mit Wasser. Sie werden an den Spitzen beim Duschen meist etwas nass, aber ansonsten nicht. Das passt so dann ganz gut, ich lass sie also einfach wo sie sind, wenn sie nicht gewaschen werden müssen :-))

    • Hallo Miriam,

      also ich spüle das Shampoo natürlich immer in den Abfluss (wüsste auch nicht wohin sonst beim Haare waschen :-) ) und da passiert nie was.

  • Hallo,
    ich muss ehrlich sagen ich kenne den Blog hier zwar nicht, bin grad wegen der Roggenmehl-Haarwäsche drauf gestossen. Werde mich noch durchlesen :)

    Ziemlich notfallmässige Frage:
    Ich hab meine Haare nun zweimal in vier oder fünf (weiss schon wieder nicht mehr) Tagen mit Roggenmehl gewaschen (helles Mehl). Meine Haare sind ziemlich dick und ich hab auch viele.
    In den Längen (knapp schulterlang) geht das Zeug ganz gut raus. Am Haaransatz bzw auf der Kopfhaut GAR NICHT. Ich krieg fast die Kriese nun schau ich schon zum zweiten Mal aus als hätte ich mutierte Riesen-Schuppen… auch wenn die Haare trocken sind krieg ich das fast nicht mehr raus gekämmt/gebürstet. Das Mehl wird steinhart und ich zupfe ewig raus.
    Ich hab dann mit Haarseife nachgewaschen letztes Mal. Muss ich morgen wohl auch. Leider.
    Haarseife geht bei mir jetzt zwar ganz gut aber die Haare sind nicht halb so weich und angenehm anzufassen wie mit dem Roggenmehl.

    Also die Frage ist eigentlich wie verhindere ich dieses Geklumpe? Bei der ersten Wäsche habe ich Mehl und Wasser einfach gemischt bis keine Klümpchen mehr drin waren, die Masse war recht dickflüssig.
    Vorhin hab ich das Mehl vorher gesiebt und langsam immer mehr Wasser untergemischt und auch deutlich mehr Wasser verwendet. Unterschied: Null.

    Das Problem scheint mir im Netz irgendwie nicht sehr verbreitet…
    Hast du mir einen Tipp?

    • Liebe Alina,

      schön, dass Du den Weg hierher gefunden hast :-)

      Den Problem klingt so, als hättest Du einfach beim Auswaschen trotzdem nicht alles erwischt und evtl. zu viel Masse insgesamt genommen (oder zu wenig Wasser).

      Ich habe davon bisher noch nie gehört, aber ich würde an deiner Stelle versuchen, die Mischung so flüssig wie möglich zu machen und wirklich vieeel Zeit mit dem Auswaschen verbringen. Und erst wenn sich wirklich keine Krümel (wie Peeling-Gedöns) mehr fühlen lassen aufhören.

      Wenn Du es trocknen lässt hast Du sonst das Problem, was Du zum Schluss beschreibst: das Mehl klebt sich natürlich in den Haaren fest und ist dann sicher fürchterlich raus zu kriegen.

      Viele Grüße und vor allem viel Glück!

Schreibe einen Kommentar

Mit der Nutzung der Kommentarfunktion erklärst du dich mit der Verarbeitung deiner Daten gemäß der Datenschutzerklärung einverstanden.