Naturkosmetik & DIY Kosmetik

Ganz einfach Haarpflege selber machen

Haarpflege selber machen DieCheckerin.de

Mit meinem seborrhoischen Ekzem bin ich gezwungen, auf naturkosmetische Haarpflegeprodukte zurück zu greifen. Gerade in diesem Bereich sind die Produkte teilweise aber extrem teuer und die Ergebnisse so manches Mal nicht zufriedenstellend. Deshalb mache ich meine Haarpflege immer häufiger selbst. Gerade eine einfache Kur lässt sich in wenigen Minuten ganz einfach herstellen. Für alle, denen es ähnlich geht wie mir, aber auch für die DIY-Künstler unter Euch und diejenigen, die typisch-chemische Haarpflege satt sind, gibt es im Folgenden ein paar super einfache Rezepte, mit denen Ihr Eure Haarpflege selber machen machen könnt und das ohne viel Tam-Tam, mit Dingen, die man teilweise sogar im Haus hat. Ganz ohne Silikone, Parabene und unaussprechliche Inhaltsstoffe. Viel Spaß beim Nachmachen 🙂

Haarpflege selber machen mit Kokosöl

Kokosöl ist mein persönlicher Liebling. Ich habe Euch schon ein 5Minuten Rezept für Creme aus Kokosöl gezeigt und die etlichen Anwendungsmöglichkeiten für Kokosöl gezeigt. Man kann so viel damit machen und selbst so kreativ werden, dass ich den Rahmen mit Rezepten sprengen könnte. Heute beschränke ich mich auf zwei Rezepte, die jeweils für trockenes, sprödes Haar geeignet sind und ganz einfach selbst zu machen sind.
Kokosöl-Shampoo

Wichtig
Achtet auf die Qualität der Kernseife. Nicht jede Kernseife ist auch wirklich natürlich und gut. Ihr solltet darauf achten, dass sie kein EDTA enthält und nach Möglichkeit kein Palmöl. Im Besten Fall wird sogar auf Glycerin verzichtet (führt häufig zu Allergien, gerade bei empfindlicher Haut). Hochwertige Kernseife ist manchmal teuer, die Anschaffung lohnt sich aber, wenn man dafür am Ende hochwertige Naturkosmetik selbst herstellen kann. Ich nutze z.B. diese Aleppo Seife*

Zubereitung
Die Kernseife mit Hilfe einer Küchenreibe raspeln und danach alle Zutaten in einen feuerfesten Behälter geben,im Wasserbad erhitzen und solange umrühren, bis Ihr eine schöne, homogene Masse erhaltet. Anschließend könnt Ihr Euer Shampoo in einen Behälter abfüllen.

Anwendung
Das Shampoo ist extrem ergiebig und reichhaltig. Für einen „Waschgang“ reicht bei kurzem bis mittellangem Haar 1 TL aus, bei langem Haar 2 TL. Denkt daran, dass das Shampoo nicht schäumt 😉

Haltbarkeit
Da das Shampoo keinerlei Konservierungsstoffe enthält, ist es nicht all zu lange haltbar. Ihr solltet es deshalb kühl und trocken lagern und nach ca. vier Wochen aufbrauchen. Wegen des enthaltenen Kokosöls kann das Shampoo hart werden. Das macht aber nix! Reibt das Shampoo dann einfach ein wenig in den Händen. Achtet zudem darauf, dass Ihr immer einen sauberen Löffel zur Entnahme nehmt, damit nicht unnötig Bakterien in das Shampoo gelangen, die die Haltbarkeit evtl. verringern.

Extra-Tipp
Ihr könnt nach Belieben z.B. Kräuter wie Lavendel, aber auch Ringelblumen oder naturreines, ätherisches Öl mit einem Duft Eurer Wahl in das Shampoo geben, um einen besonders schönen Duft zu erhalten.

Kokosöl-Kur

Zubereitung
Honig und Kokosöl im Wasserbad erhitzen, umrühren – fertig!

Anwendung
Diese Kur solltet Ihr in jedem Fall nur für die Längen und Spitzen Eures Haares anwenden, da sie am Ansatz durchaus für fettiges Haar sorgen könnte 😉 Lasst die Kur ein wenig erkalten, tragt sie auf das feuchte (!) Haar auf und lasst sie ca. 1 Stunde einwirken. Danach gründlich ausspülen!

Haltbarkeit
Hier gilt das Gleiche, wie für das Shampoo. Hier bietet es sich aber ohnehin an, nur so viel herzustellen, wie man für eine Anwendung benötigt.

Extra-Tipp
Wenn Euch die Sache mit dem Honig zu klebrig ist, könnt Ihr auch reines Kokosöl verwenden. Für besonders geschädigtes Haar lasst das Kokosöl ruhig mal über Nacht einwirken und spült es erst am nächsten Tag richtig gründlich aus.

Haarpflege selber machen mit Olivenöl

Vorweg: die Haarpflege mit Olivenöl ist nicht ganz so einfach weil man hier sehr schnell fettige Haare bekommt. Deshalb sind die Rezepte vor allem für sehr trockenes Haar geeignet und nicht unbedingt für eine Anwendung kurz bevor es ins Büro oder auf die Party geht gedacht 😉 Dafür ist Olivenöl aber ein echtes Pflegewunder. Gerade stark beanspruchtes Haar wird das Öl dankbar aufsaugen. Für das Shampoo benutze ich die Luvos Heilerde*

Olivenöl-Shampoo

Zubereitung
Alle Zutaten vermischen und schön umrühren, bis eine homogene Masse entsteht. Kurz quellen lassen.

Anwendung
Das Shampoo ausgiebig ins nasse Haar einmassieren. Lasst Euch dabei schön viel Zeit und genießt die Massage. Danach nochmal für ca. 2 Minuten einwirken lassen und gründlich ausspülen.

Haltbarkeit
Auch in diesem Shampoo sind keinerlei Konservierungsstoffe enthalten. Da ich Euch hier aber die Menge für eine Anwendung bei mittellangem Haar gegeben habe, wird das Shampoo nicht aufbewahrt sondern gleich verbraucht. Also alles easy 😉

Extra-Tipp
Auch dieses Shampoo könnt Ihr nach Belieben mit ätherischen Ölen aufpeppen.

 Olivenöl-Kur

Zubereitung
Alle Zutaten vermischen und schön umrühren, bis eine homogene Masse entsteht.

Anwendung
Die Kur ausgiebig ins nasse Haar einmassieren. Lasst Euch dabei schön viel Zeit. Danach sollte die Kur mindestens 20 Minuten einwirken. Um die Wirkung zu intensivieren, umwickelt die Haare mit Frischhaltefolie und legt darüber ein warmes Handtuch.

Haltbarkeit
Auch in diesem Shampoo sind keinerlei Konservierungsstoffe enthalten. Da ich Euch hier aber die Menge für eine Anwendung bei mittellangem Haar gegeben habe, wird das Shampoo nicht aufbewahrt sondern gleich verbraucht. Also alles easy 😉

Extra-Tipp
Wie nahezu immer könnt Ihr den Duft der Kur mit ein paar Tropfen ätherischem Öl aufpeppen.

Haarpflege selber machen mit Brennesseln

Brennesseln sind seit Jahrhunderten als Heilmitteln für ganz unterschiedliche Bereiche bekannt. Und, wie sollte es auch anders sein, für Eure Haare lassen sich Brennesseln auch toll verwenden. Dabei müsst Ihr nicht zwingend frische Brennesseln sammeln es reicht auch frischer Brennesseltee oder getrocknete Brennesselblätter aus dem Reformhaus. Wichtig zu wissen ist nur, dass Brennesseln schon eine weile angewendet werden müssen, um langfristig eine Wirkung (z.B. beruhigend, kräftigend…) zu erzielen.

Brennessel-Shampoo

Zubereitung
Huflattichblüten (Partnerlink) und Brennesseln erhaltet Ihr wahlweise in der freien Natur oder im Reformhaus. Beides wird zum kochenden Wasser in eine Teekanne o.ä. gegeben und für rund 20 Minuten stehen gelassen, damit der Tee gut durchziehen kann. Die Kernseife wird mit der Küchenreibe zerkleinert und ins warme Wasser gerieben. Wer mag, kann hier gerne ein paar Tropfen ätherisches Öl reingeben, um einen intensiven Duft nach Eurem Geschmack zu erreichen. Ist der Tee durchgezogen, siebt Ihr ihn kurz durch und vermischt danach die Seifenlauge mit dem Teeaufguß. Sobald alles etwas runter gekühlt ist, könnt Ihr es sofort verwenden.

Anwendung
Das Shampoo schön in das nasse Haar einmassieren und für ca. 1 Minute einwirken lassen.

Haltbarkeit
Auch in diesem Shampoo sind keinerlei Konservierungsstoffe enthalten, deshalb solltet Ihr es nach ca. vier Wochen aufbrauchen.

Brennessel-Haarwasser

Wichtig
Das Haarwasser riecht durch den enthaltenen Essig entsprechend säuerlich. Wenn Ihr das Ganze komplett ohne ätherisches Öl anmischt, solltet Ihr genügend Zeit haben, um z.B. gemütlich zu Hause sitzen zu können, damit andere vom Essiggeruch nicht „belästigt“ werden 😉

Zubereitung
Die Brennesselwurzeln (Partnerlink) klein hacken und mit dem Wasser + Weinessig (o.ä.) in einem Topf erhitzen. Mischung für ca. 30, besser 45 Minuten leicht köcheln lassen. Anschließend sieben und in eine Flasche abfüllen.

Anwendung
Nach Bedarf in das Haar und die Kopfhaut einmassieren. Die Kopfhaut wird beruhigt, das Haar gekräftigt und das Wachstum gefördert

Haltbarkeit
Wie immer gilt: keine Konservierungsstoffe, deshalb eine geringere Haltbarkeit. Nach spätestens vier Wochen solltet Ihr das Haarwasser aufbrauchen

Extra-Tipp
Im Sommer (oder wann immer Euch danach ist) könnt Ihr das Wasser in eine Sprühflasche geben und im Kühlschrank aufbewahren. So wird der Kopf bei der Anwendung zusätzlich gekühlt.

Haarpflege selber machen mit Kaffee

Koffein-Shampoo

Zubereitung
Im Foto vergessen aufzuschreiben: kochendes Wasser! Zu Beginn brüht Ihr einen schönen Kaffee auf. Dazu 2 TL Kaffeepulver in eine Tasse geben und 150ml kochendes Wasser hinzu schütten. Während der Kaffee zieht, gebt ihr in einen mittelgroßen Behälter Lavaerde (Partnerlink), Zimt und Muskat. Danach schüttet Ihr den heißen Kaffee in den Behälter und rührt das ganze gut um, bis eine homogene Masse entsteht. Sollte die Mischung zu dickflüssig sein, könnt Ihr das Ganze mit ein wenig Wasser „verlängern“.

Anwendung
Das Shampoo ausgiebig in das Haar und die Kopfhaut einmassieren, ca. 5 – 10 Minuten einwirken lassen und danach gründlich ausspülen.

Haltbarkeit
Nach spätestens vier Wochen solltet Ihr das Shampoo aufbrauchen

Kaffee-Kakao-Kur

Zubereitung
Alle Zutaten zusammen mischen und kurz quellen lassen.

Anwendung
Die Kur ausgiebig in das Haar und die Kopfhaut einmassieren, ca 30 Minuten einwirken lassen und danach gründlich ausspülen.

Haarpflege selber machen mit weiteren Hausmitteln

Es gibt sicher noch tausende Rezepte für Eure Haare, die Ihr mit ganz wenig Aufwand zu Hause selber machen könnt. Hier gibt es jetzt noch eine paar weitere Rezepte z.B. für Trockenshampoo und meine Lieblingskur.

Avocado-Zitronen-Kur

Zubereitung
Fruchtfleisch aus der Avocado pürieren und das Öl + ca. 2 TL frischen Zitronensaft hinzufügen. Umrühren – fertig!

Anwendung
Nach Bedarf in das Haar und die Kopfhaut einmassieren, den Ansatz aber aussparen! Das Ganze für ca. 15 Minuten einwirken lassen. Anschließend muss das Haar, wegen des fettigen Öls und der Avocado gründlich (!) ausgespült werden.

 

Orangen-Quark-Kur

Zubereitung
Den Saft einer halben Orange pressen und mit dem Öl + Quark vermischen. Wer mag, gibt noch ein paar Tropfen ätherrisches Orangenöl bei, dann intensiviert sich der Duft. Schön cremig rühren!

Anwendung
Die Kur großzügig in den Längen und Spitzen (nicht am Haaransatz) verteilen und für gut 20 Minuten einwirken lassen. Um die Wirkung zu intensivieren, könnt Ihr die Haare mit Frischhaltefolie umwickeln und das Ganze mit einem warmen Tuch abdecken. Wellness pur <3

Trockenshampoo selber machen

Wer heute noch teures Trockenshampoo kauft, ist selber Schuld! Ihr habt alles, was Ihr dafür braucht, direkt bei Euch im Schrank stehen. Egal ob ihr helles, dunkles oder z.B. rotes Haar habt. Ein wirksames Trockenshampoo benötigt für jede Haarfarbe nur ein einziges Produkt.

Trockenshampoo-selber-machen

Zubereitung
Fällt flach weil nur das für Eure Haarfarbe angegebene Produkt benötigt wird! Ihr dürft gerne skeptisch sein, ich verspreche Euch aber: es funtioniert! 😀

Anwendung
Das jeweilige Pulver einfach, wie von Trockenshampoo gewohnt, auf den fettigen Ansatz geben, einreiben, ausbürsten – fertig! Besonders gut gelingt das Auftragen übrigens mit einem Rouge-Pinsel.

Wichtig
Das Kakaopulver sollte reines Kakaopulver sein, als ohne Zucker und all den anderen Schnickschnack. Außerdem müsst Ihr Euch bei dunklen Haaren im Klaren sein, dass Eure Haare nach der Anwendung evtl. nach Kakao bzw. Zimt riechen 😉

Extra-Tipp
Auch Babypuder und Heilerde eignen sich als Trockenshampoo-Ersatz! Wer gerne duftendes Trockenshampoo haben möchte, der findet hier einen hilfreichen Tipp dazu: Klick mich!

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Über den Autor

Die Checkerin

Frohnatur! - Freak! - Philosophin!
Kommt selten schnell auf den Punkt, trifft aber irgendwann trotzdem den Nagel auf den Kopf.

6 Kommentare

    • Ja mega oder? Das mit dem Trockenshampoo find ich auch am besten. vor allem weil ich echt viel Trockenshampoo gekauft hab, bevor ich wusste, dass es so einfach geht 😀
      Aber der Zimt-Geruch ist manchmal echt etwas nervig. Da nehm ich lieber Kakao.

  • Die Orangen-Quark-Kur schmeckt bestimmt auch hervorragend 😉
    Was das Trockenshampoo angeht, bin ich skeptisch – nicht wegen der Wirkung, sondern wegen unliebsamer Flecken von Backkakao oder Zimt in Kleidung und Handtuch.

    • Was du immer mit deinen Flecken hast 😀 Fleckenphobie ohne Ende.
      Ich hab jedenfalls noch nie erlebt, dass Kakao oder Zimtflecken nicht aus der Kleidung zu bekommen sind 🙂 Davon ab kann man das aber auch problemlos umgehen, indem man beim „einshampoonieren“ einfach das Oberteil fix auszieht. Alles schon probiert! Also mit und ohne Kleidung. Kleidung ist bis heute sauber (übrigens auch immer noch bei der Anwendung vom Ponyhütchen Deo :-D)

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