Aus dem Leben

Immer wieder Sonntags 109

Diese Woche war wirklich anstrengend, aber dennoch ganz schön. Wir sind von Montags bis Freitags nur unterwegs gewesen und meist erst gegen 21 Uhr zu Hause. Der Montag war der einzige Tag, an dem wir nach der Arbeit einfach nur nach Hause sind und noch weiteren Nachschub für mein Buch verpackt und versendet haben. Dienstag haben wir spontan entschieden, unser Büro komplett neu zu gestalten. Wir werden uns zwei elektrisch höhenverstellbare Schreibtische zulegen (diesen hier* falls es Euch interessiert mit ner Schreibtischplatte von IKEA) und haben außerdem den großen GALANT Aktenschrank mit Schiebetüren + ein dazu vermeintlich passendes Regal von IKEA gekauft. Dementsprechend stand der Dienstag, nach Feierabend, im Zeichen von Möbel schleppen, Möbel abbauen, Möbel aufbauen.

Während dem Aufbau ist uns aufgefallen, dass das kleine Regal (das nur über die Hälfte des Schranks gehen sollte), nicht so richtig auf den Schreibtisch passt, weil die eine Kante direkt auf dem Zahlenschloss aufliegt. Das Regal war nur für die kleinere Version vorgesehen, für unsere große Variante gibt es nur ein großes Regal, das über den gesamten Schrank geht. Das war uns aber zu doof, und so haben wir das Stück einfach bei OBI zuschneiden lassen und das, was nicht passte, einfach passend gemacht. Glaub damit könnten wir schon fast bei den IKEA HACKS auftreten 😀

Mittwoch kam dann eine weitere, große Ladung neuer Bücher von mir an. Ich hatte sie per Express drucken lassen, damit der Nachschub schnell da ist und nun wirklich ausreicht. Wir haben sie Mittwoch dann für den Versand fertig gemacht und verschickt. Donnerstagabend war der Nachschub dann komplett bei Amazon eingebucht und als ich das abends bemerkte, nachdem wir für meine Oma und meinen Opa den ganzen Tag unterwegs waren und ich selbst seit 5:00 Uhr auf den Beiden, hab ich Euch sofort informiert. Ihr wiederum habt das Buch, den dreifachen Vorrat dessen, was es am Sonntag zuvor zu kaufen gab, innerhalb von nicht mal einer halben Stunde ausverkauft. Ich hatte mit diversen Freunden & Bekannten Wetten abgeschlossen, dass dieser Vorrat nun WIRKLICH bis zum Sankt Nimmerleinstag halten würde, während meine Freunde der Meinung waren, dass es 3-4 Tage hält (was okay gewesen wäre, weil ohnehin noch mehr Nachschub gedruckt und versendet werden sollte). Eine halbe Stunde hatte aber niemand auf dem Schirm. Das Erste, das ich zu Marius gesagt hab war: „Heilige Scheiße, ey! MAAAARIUS!“ und dann hab ich das Video für Euch gedreht 😉

Ich habe wirklich niemals mit einer so großen Resonanz gerechnet. Natürlich gibt es hier monatlich bis zu 50.000 Leser, aber ich dachte, dass ich maximal 0,1% davon mit diesem „speziellen“ Buch erreichen könnte. Alles andere war weit außerhalb meiner Vorstellungskraft, obwohl ich in der Vergangenheit ja schon oft Feedback von Boxeninhabern bekommen habe, dass deren gesamte Vorräte durch meine Aufrufe ausverkauft wurden. Da ging es halt um andere Sachen und die sind, in meinem Kopf, ja sowieso immer tausendmal besser als mein eigener Kram. Mir hat das jetzt jedenfalls echt einen Aufschwung gegeben, den ich ganz dringend gebraucht habe. Zu spüren und in letzter Konsequenz vor allem auch zu WISSEN, dass sich meine Arbeit des letzten Jahres gelohnt hat. Dass es richtig war das, trotz aller Widrigkeiten, im Selbstverlag durch zu boxen. Dass es richtig war, auf mein Herz & mein Bauchgefühl zu hören. Und auch, davon im Vorfeld niemandem etwas zu erzählen. Mir ging es die letzten Monate wirklich oft sehr schlecht und das war genau der Aufwind, den ich brauchte, um meine Ziele, zwischen all dem Chaos, bloß nicht aus den Augen zu verlieren, sondern vehement(er) weiter zu verfolgen.

Donnerstagabend habe ich dann jedenfalls nochmal Nachschub geordert und auch erneut was zu Amazon geschickt. Ich hoffe, dass das Lager ab Montag wieder die ersten Exemplare führt und der Nachschub bis spätestens zum Ende der nächsten Woche ebenfalls bei Amazon ankommt und dann auch jede/r sein Buch bestellen kann. Bis zu Ostern sollte das auf jeden Fall also noch als Geschenk ankommen. Weiterhin besteht natürlich auch die Möglichkeit, das Buch über mich zum Preis von 12,99€ (statt 9,99€ bei Amazon) zu beziehen. Ich muss etwas mehr nehmen, weil der Aufwand und die Kosten für mich so etwas höher sind. Wer es aber ganz besonders eilig hat und ein Buch, aus irgendeinem Grund, sofort benötigt, für den gibt es eben diese Option. Schreibt mir gern eine Mail an info@diecheckerin.de

Freitag waren wir schon morgens beim Straßenverkehrsamt. Marius musste seinen Fahrzeugschein neu haben und ich musste das Auto ummelden, das ich von meiner Oma gekauft hatte. Was die Angestellten in solchen Ämtern durchmachen müssen, ist echt grausam. Unsere Bearbeiterin erzählte, dass Prügeleien und Pöbeleien dort, ebenso wie in anderen Ämtern der Stadt, an der Tagesordnung sind und deshalb schon ein Securityservice eingestellt wurde. Beim Straßenverkehrsamt, man! Naja. Danach sind wir arbeiten gewesen. In der Mittagspause haben wir uns wieder um neuen Bücher-Nachschub gekümmert und den Versandfertig gemacht, danach sind wir wieder zur Arbeit und abends nach Feierabend mussten wir nochmal was für meine Oma erledigen.

Momentan ist es wirklich etwas anstrengend, wenn man bedenkt, dass gleich fünf ältere Personen aus unserer Familie zwischenzeitlich oder regelmäßig Hilfe benötigen. Teilweise werden wir mit Vorwürfen konfrontiert, weil wir wahlweise nicht regelmäßig genug helfen oder z.B. für Freunde momentan gar keine Zeit haben „Ihr könntet ja auch mal…“ „Wieso kommt Ihr nicht mal unter der Woche“ „Ihr meldet Euch gar nicht…“ „Wir haben uns seit Monaten nicht gesehen.“ Momentan macht mich das manchmal fehlende Verständnis fast etwas wütend, weil wir seit Monaten kaum noch Zeit für uns haben und z.B. auch meine „freie Zeit“ Dienstags und Donnerstags grundsätzlich verplant ist. Ein weiterer Grund, weshalb meine Projekte so lange brauchen. Ich hab nach Feierabend oft gar keinen Kopf mehr dafür. Wenn mir oder Marius dann noch Vorwürfe gemacht werden oder so dumme Sprüche kommen wie „Ja, Ihr arbeitet ja gar nicht in Vollzeit und habt eh voll viel Zeit.“ bin ich oft kurz davor den Kontakt abzubrechen, vor lauter Wut.

Ich hab mir das hier schon so oft von der Seele geschrieben. Das Verständnis fehlt den meisten einfach völlig. Dass wir eben seit 8 Jahren immer mindestens einen schwerst Pflegefall in der Familie haben, den wir betreuen und momentan eben zusätzlich vier andere Personen die mal mehr und mal weniger oft Hilfe brauchen, die aber zumindest eben nicht in der Lage sind uns zu besuchen, weshalb wir versuchen das spätestens alle zwei Wochen zu übernehmen. Und auch dass Marius und ich teilweise das ganze Wochenende durcharbeiten, kann sich kaum jemand vorstellen. Von der seelischen Belastung ganz abgesehen. Die Leute können ja denken was sie wollen, sollen uns diesen Scheiß aber wenigstens nicht an den Kopf werfen. Mittlerweile werde ich da wirklich jedes Mal grantig. Aber wenn ich eine Sache in 2018 schon gelernt habe, dann: die Menschen ändern sich eh nicht. Also drauf geschissen.

Samstag waren wir morgens einkaufen, haben danach weiter Schränke aus- und umgeräumt, Rechnungen geschrieben, ein paar Bücher versendet, einen Teil der Steuer vorbereitet und waren Nachmittags dann nochmal mit meiner Familie bei fun4mind im zweiten Escape Room. Der hat Marius und mir auf jeden Fall noch besser gefallen als der Erste. Wieder waren wir nach rund 24 Minuten so gut wie fertig, haben aber mit dem aller letzten Rätsel den Rest der Zeit verplempert, weil wir wieder viel zu kompliziert gedacht haben. Große Empfehlung, wenn Ihr in Wuppertal wohnt oder aus der näheren Umgebung kommt. Und Ihr wisst ja: eigentlich empfehle ich in Bezug auf Wuppertal so gut wie gar nichts. Da passt (zumindest für unseren Geschmack) einfach alles. Danach haben wir noch was bei der Freundin von meinem Bruder gequatscht.

Heute fahren wir noch nach Werne, um Marius Oma etwas unter die Arme zu greifen. Davor und danach räumen wir weiter um. Ich hab am Wochenende meinen Kosmetikschrank komplett entleert und jetzt nur noch die paar Produkte, die ich wirklich nutze. Den Rest habe ich verkauft, verschenkt oder weggeworfen. Wir misten ja momentan alle 3 Monate aus und gehen alle Schränke durch und gehen jetzt mit einen der finalen Schritte, in dem eben unser Büro endlich minimalistischer wird (1 Schrank, 2 Schreibtische nur mit Schreibtischplatte- Ende) und auch unser Wohnzimmer nochmal deutlich schlanker gemacht wird (zwei Teile der Couch kommen weg, unser Glastisch kommt weg). Auf lange Sicht wollen wir im Wohnzimmer auf Sitzkissen umsteigen, das gefällt uns beiden am besten.

Auch meinen Schreibtisch habe ich weitestgehend freigeräumt, damit wir (allerdings erst in drei Monaten wenn wieder Sperrmüll ist), die Sachen nur noch abbauen und runtertragen müssen. Achja, wenn heute Abend noch Zeit ist, werden wir auch unsere Schlafzimmerschränke nochmal neu machen. Da hab ich schon vorher Fotos gemacht, damit ich Euch das bald mal zeigen kann. Am besten wären zwar Fotos von vor zwei Jahren, weil da noch der meiste Scheiß drin war (zwischenzeitlich habe ich ja schon heftig aussortiert), aber das Foto jetzt sollte zumindest reichen, um zu zeigen, was der 3-Monats-Ausmist-Rhythmus so bringen kann.

|Gehört| Deva Premal „The Essence“*
|Gesehen| wie der gesamte Vorrat innerhalb von 30 Minuten ausverkauft war (davor hat es fünf Stunden gedauert und es waren jetzt nochmal deutlich mehr Bücher auf Lager)
|Getan| gearbeitet, gelesen, gelacht, geweint, gegessen, genossen, gedacht, geärgert, geholfen, gerätselt
|Gegessen| siehe Essensplan KW 11
|Gedacht| unfassbar. UNFASSBAR! UNFUCKINGFASSBAR!
|Gefreut| über DIESE TASSE* (Danke, Susanne Bussi Bussi 😀 ), über den riesigen Erfolg und über Euer Feedback
|Gelesen|LASS LOS Es reicht – Wege aus der Verbitterung* konnte mich bisher nicht 100% fesseln, auch wenns ein paar nette Ansätze gibt, deshalb hab ich erst mal auf Die Seele will frei sein* umgeschwenkt
|Geärgert| über Unverständnis
|Gekauft|Die Seele will frei sein*, Finde deinen inneren Mönch*, IKEA GALANT Schiebetürenschrank in groß + Regal, Wild Turkey 101*, ne neue Autobatterie für den Mercedes, neue Kennzeichen für meine „wilde Hilde“
|Geliebt| Marius! Schon wieder und immer noch 😉 über aufmunternde Worte und Verständnis, das woanders fehlt
|Geklickt|nix
|Geschrieben| Nichts. Ich bin einfach nicht dazu gekommen und habe sogar „Was essen wir heute“ nicht geschafft.
|Geplant| die ganze Woche ist voll. Ich bin in Köln verabredet, bin bei Lexa, bei meiner Oma, es kommen neue Bücher an, die bearbeitet und versendet werden müssen, das Büro wird weiter umgebaut, ich muss zum Arzt und all so Gedöns

Anzeige

Über den Autor

Die Checkerin

Frohnatur! - Freak! - Philosophin!
Kommt selten schnell auf den Punkt, trifft aber irgendwann trotzdem den Nagel auf den Kopf.

3 Kommentare

  • Irgendwie hatte ich immer gedacht, ich bin die einzige, die so verständnislose Menschen in ihrem Umfeld hat… Mittlerweile mache ich da kurzen Prozess: wer einfach nicht verstehen will/kann, was es bedeutet, sich um einen pflegebedürftigen Familienangehörigen zu kümmern und sich auch keine Mühe gibt, es vllt verstehen zu wollen, der wird ausgesiebt. Ist zwar schmerzhaft, aber was soll man mit Menschen im Freundes-/Bekanntenkreis, die einen nicht unterstützen/verstehen? Das ist letztlich eine zusätzliche Belastung. Gut, der Freundeskreis ist seeeeehr klein geworden, aber auf die Bussi Bussi Freunde war eh nie Verlass… Es ist großartig, was ihr für eure Familien macht! Und nebenbei ja auch noch eure Arbeit, Beziehung und euer eigenes Leben habt! 💜

    • Ich glaube, es ist a) so, dass die Leute erst verstehen, was für ne Belastung all das ist, wenn sie es selbst erleben (man meint z.B. immer: „ja ach, die sind im Heim, meine Fresse, was haben die schon damit zu tun!“) und b) die Leute schließen immer von sich auf andere. Wenn Marius Dienstags und Donnerstags frei hat, glauben die gerne mal, dass er sich den ganzen Tag die Eier schaukelt. Genauso wenn ich Dienstags und Donnerstags früher frei habe. Das ist halt das typische Schubladendenken. Kann man sich selbst leider ja auch nicht so richtig frei von machen.

      Aber ja, bei uns hat sich der Kreis auch extrem verkleinert. Man wird auch leider immer vorsichtiger, wem man was erzählt eben weil man sich nichts dämliches anhören möchte oder sich „erklären“ will. Traurig aber besser so, als eben mit Leuten, auf die man nicht zählen kann. Es ist übrigens auch großartig was Du da ganz alleine machst. Mit diesen Arbeitsbedingungen und deinen eigenen Problemen und Träumen und überhaupt!

  • Hallöle
    „Warum meldest du dich nicht mehr ? Haben wir dir was getan ??“ Das war die Nachricht damals die mich zum explodieren brachte. Als mein Papa schwer an Krebs erkrankte und meine Großmama im Sterben lag bin ich neben Grundschulkind , Säugling , Haushalt, Mann und Arbeit 2 mal die Woche an den Bodensee zu meiner Familie gefahren (2-2,5 std für eine Fahrt ) um zu helfen wo Hilfe benötigt wurde. Jeder wusste es. Und sogar aus den familiären Reihen tönte es “ du lässt dich ja gar nicht mehr blicken !“ Anstatt mal ein “ können wir irgendwie helfen “ gekommen wäre. Manche Menschen können sich das gar nicht vorstellen wie ausgefüllt ein Tag und ein Kopf sein kann. Mittlerweile bin ich auch dem Standpunkt …. Lächeln und winken 🙋‍♀️…. bloß nicht über solche Sachen aufregen denn das kostet so viel Kraft.

    Lasst euch nicht beirren. Es ist toll was ihr alles auf die Beine stellt und was ihr für eure Familie tut 👍🏻❤️

    Grüssle Alex

Schreibe einen Kommentar