Immer wieder Sonntags


Immer wieder Sonntags 206

|Gesehen| Embrace* (den Hype kann ich ehrlich gesagt nicht so nachvollziehen. Es waren viele schöne Gedanken darin enthalten, ich hatte aber das Gefühl, der Film bezieht sich vor allem auf Frauen, die dem typischen Diät-Wahn verfallen. Darin konnte ich mich absolut nicht wieder finden)
|Gehört| meine Playlists* und Jacko Wuschs neue Sprachnachricht*
|Getan| geredet, gelacht, gearbeitet, geschwommen, getanzt, gekocht, geschrieben, geweint, geärgert, gedacht
|Gefreut| über ein “I love you, Sasa”
|Gelesen| Aromatherapie für Dummies*
|Gekauft| eine neue Garderobe* und einen neuen Schuhschrank*
|Geliebt| Austausch mit Gleichgesinnten
|Geschrieben| einen neuen Essensplan
|Geplant| Therapie, Notar & Rudelsingen in Solingen
|Geklickt| nutritionfacts.org*


Schicksals-Gewöhnung

Der letzte Sonntag endete mit einem Abend im Krankenhaus, weil jemand aus dem engsten Familienkreis einen schweren Schlaganfall hatte. Nach einer Woche wissen wir nun, dass der Schlaganfall eine halbseitige Lähmung und einen Sprachverlust zur Folge hatte. Und irgendwie fängt man an, sich an diese Horror-Nachrichten zu gewöhnen. Mit jedem Schicksalsschlag ist der Schock gedämpfter, man wird gelassener. Eine seltsame Form der Routine macht sich breit.

Wenn das Telefon klingelt, zwickt es kurz in der Magengrube und tausende Bilder laufen einem durch den Kopf, aber der Autopilot übernimmt schnell. “Oh, alles klar. Soll ich kommen? Ich komme.” Vor einigen Jahren bin ich noch sofort in Tränen ausgebrochen, während ich mittlerweile oft “nur noch” das Gefühl habe, im falschen Film zu sein.

Es ist einerseits sicher eine Form des Selbstschutzes und eine Strategie, andererseits gewöhnt man sich aber tatsächlich etwas daran. Man hat es mittlerweile einfach so oft erlebt. Die Sorgen, die Angst, der Moment, in dem die Person die du liebst und kennst zwar physisch noch da ist, aber die leeren Augen verraten dir, dass es nur die Hülle ist.

Abschied zu nehmen wird aber leider nicht leichter. Der Verlust schmerzt. Und es quält, dass man hilflos dabei zusehen muss, wie jeden Tag ein Stück mehr dieser Person zerfällt.


Sofa & Wohnungs-Glück

Am Donnerstag kam unser neues Sofa an. Nachdem das gekaufte Futon Schlafsofa, der absolute qualitative Reinfall war, standen wir wieder ohne Sofa da. Eigentlich wollten wir entweder ein Bodensofa oder ein Futon-Sofa, aber beides gab es nicht in annehmbarer Qualität und Ausführung. Nach langem überlegen haben wir uns für einen “Sofa-Kompromiss” entschieden und dieses Sofa* gekauft.

Das steht jetzt also seit drei Tagen im Wohnzimmer und damit sind wir sehr zufrieden. Auch wenn es eben noch nicht das ist, was wir uns eigentlich vorstellen. Aber wir wohnen ja auch noch nicht da, wo wir eigentlich wohnen wollen ;-)

Die Wohnung wird nun langsam auch fertig. Wir haben noch einen leeren Schrank im Wohnzimmer stehen, den wir verkaufen wollen, es fehlen hier und da noch Bilder, Kissen und Pflanzen, aber ansonsten sind wir durch mit der Renovierung der Wohnung und es fühlt sich gut an.

Gestern stand ich im Flur und sagte zu Marius: “So eine schöne Wohnung habe ich noch nie gehabt.”. Sie zeigt den Wandel, den ich in den letzten zehn Jahren, insbesondere in Bezug auf meine Messie-Vergangenheit, durchgemacht habe. Wenn alles fertig ist, gibt es dazu sicher nochmal einen Beitrag mit Fotos.


Social Media Detox

Seit 8 Tagen nutze ich die sozialen Medien nicht mehr. Ich habe keine Nachrichten und keine Kommentare gelesen oder beantwortet, keine Timelines gesuchtet, mich über niemanden, den ich nicht kenne oder der mich nicht kennt aufgeregt und es tut mir, meinem Leben und meiner Seele sehr gut.

Letzte Woche habe ich darüber ein Gespräch geführt, in dessem Verlauf ich sagte “Ich kann mich einfach nicht abgrenzen.” Woraufhin mein Gegenüber sagte: “Das ist lustig, ich hätte genau das Gegenteil behauptet, denn du grenzt dich ja ab.”. Da ist mir erst aufgefallen, wie wahr das ist.

Statt also hier zu sitzen, mich den sozialen Medien hinzugeben, alles wild und (für mich) sinnlos zu konsumieren, habe ich aktiv eine Grenze für mich gezogen. So wie vor einigen Monaten mit dem privaten Smartphone. Wegen dieser Entscheidung sind bis heute noch einige beleidigt, weil sie mich nicht mehr “mal eben so” erreichen können und sie unverschämter Weise dazu genötigt werden, bei mir Zuhause anzurufen, statt mich unterwegs zu erwischen.

Die Leute triggern meine Entscheidungen und meine Grenzen. Immer und immer wieder. Und je mehr ich mich abgrenze und ganz klar sage: “Okay, ich verstehe DEIN Problem und deine Geschichte, aber das hat nichts mit mir zu tun.” desto mehr lerne ich dazu. Ich lerne, dass es in Ordnung ist, nicht das zu tun, was andere für (mich oder sich) richtig halten und ich keine Schuld oder Verantwortung für die Gefühle anderer trage, nur weil ich meinen Weg gehe. Gleichzeitig weiß ich, dass Fische, die gegen den Strom schwimmen, trotzdem auch “nur” ein Schwarm sind.

Ich schwimme meinen Weg. Mal mit dem einen Strom, mal mit dem anderen. Aber nicht mehr, um anderen zu gefallen, sondern ausschließlich, um das für mich gesündeste und verantwortungsvollste zu tun, das ich in diesem Moment tun kann. Das fühlt sich gut an.

Vor allem fühlt es sich gut an, weil ich jedes Mal merke, dass etwas freigesetzt wird, wenn ich mich nicht mit dem Strom mitreißen lasse, der gar nicht zu mir passt. Ich habe viel gemalt, gelesen, getanzt, geplant & geredet – wenn ich hier nur sitze und darauf warte, das was Neues passiert, mache ich das nicht so ausgiebig :-)

Ich habe die Zeit außerdem genutzt, um meinen Plan in Bezug auf die geringere Nutzung sozialer Medien nochmal auszubauen. Letzten Endes ist das Hauptproblem für mich, dass ich mich genötigt fühle, Nachrichten und Kommentare sofort zu sehen und zu beantworten.

In Bezug auf die Nachrichten habe ich gemerkt, das fast alle Nachrichten (von einigen wenigen, die einen wirklich tollen Austausch anregen) sich auf Fragen beziehen, die die Personen wahlweise über meinen Blog oder via Google selbst beantworten können. Darüber hinaus gibt es noch Reaktionen auf Postings/Stories in Form von Smileys oder “HAHAHAHA!” und Nachrichten von Menschen, die kostenlose Lebenshilfe suchen. Mit den automatisierten Nachrichten, die darauf hinweisen, wo man Antworten auf die Fragen findet und sich melden kann, wenn wirklich ein Problem im Zusammenhang mit mir gelöst werden soll, habe ich diesen Druck für mich scheinbar gelöst.


Wir sind nicht die Geschichte im Kopf des Anderen

In dieser Woche wurde ich immer wieder an einen meiner Artikel erinnert. Weil mein Verhalten andere “triggert”. Da ist jemand zum Beispiel pikiert (a.k.a. neidisch), weil ich über eine Frau positiv schreibe, die diese Person nicht mag. Oder weil ich gerade nicht auf Nachrichten und Kommentare antworte. Oder weil ich darauf verzichte, tierische Produkte zu essen. Oder weil ich nicht das mache, was jemand von mir erwartet.

Ich muss mich selbst immer wieder daran erinnern, dass ich für die Gefühle, die ich in anderen hervorrufe, nicht verantwortlich bin und ihr Verhalten umgekehrt auch keine Verantwortung für meine Gefühle trägt. Mein Artikel aus 2018 hilft mir dran zu bleiben – euch vielleicht auch.


Schnee!

Mein Wunsch von viel Schnee ist Mittwoch, wenn auch nur kurzzeitig, erfüllt worden. Der Wetterbericht hatte Schnee angekündigt, aber nach dem bisher seeeeehr milden Winter habe ich ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, das überhaupt was passiert. Mich hat das so sehr beschäftigt, dass ich sogar in der Nacht davon träumte. Ich lief aufgeregt zum Fenster und sah nichts als Regen.

Als ich aber morgens aufwachte, unser Schlafzimmer hell und die Welt draußen so still war, wusste ich, dass es WIRKLICH wahr geworden ist, was der Wetterdienst zuvor angekündigt hatte :-)

Es lagen locker 8 Zentimeter Neuschnee. Was für ein herrliches Glück!

Leider mussten wir früh raus und konnten den Schnee nicht sofort genießen, aber als wir gegen zehn wieder Zuhause waren, sind wir direkt ins “Schneegestöber” zum Spazieren.


Das war es für diese Woche

Ich wünsche euch einen schönen Rest-Sonntag und wie immer einen guten Start in die neue Woche

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Über den Autor

Die Checkerin

[Sinnn­flu­en­cerin]
Person, die [in sozialen Netzwerken] Menschen mit großer Vorliebe zum Nachdenken anregt und mit unterschiedlichen Themen inspiriert

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