Aus dem Leben Lifestyle


Warum du dich mehr mit deinem Zyklus beschäftigen solltest

NAtürliche Verhütung Erfahrungen
Meine Perspektive
Dieser Artikel ist (wie alle Inhalte auf dieser Plattform) aus meiner persönlichen Sicht geschrieben und basiert auf meinem aktuellen Erfahrungsschatz und Wissensstand. Ich kann und will nicht für die Allgemeinheit sprechen. Grundsätzlich bin ich kein Freund von Generalisierung und Dogmen. Was ich hier anbiete, ist meine persönliche Perspektive, in der Hoffnung dass jemand da draußen auf irgendeine Art und Weise von mir lernen kann. Gleichzeitig bitte ich aber darum: informiert Euch und schaut Euch andere Perspektiven an, von denen es auf dieser Welt unendlich viele gibt.

Als ich mich 2015 dazu entschied, die Pille abzusetzen und natürlich zu verhüten, wusste ich im Grunde nichts über meinen Zyklus, das über das “Grundwissen” hinaus ging. Der Zyklus ist 28 Tage lang, die Periode dauert fünf Tage, währenddessen kann man nicht schwanger werden. Dass all das maximal die halbe “Wahrheit” ist, lernte ich erst als ich anfing, mich wirklich mit mir und meinem Zyklus zu beschäftigen.

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Fakt ist, dass wir (für gewöhnlich) in der Schule, Zuhause, beim Frauenarzt oder sonst wo in unserem Leben nicht viel über die Periode und unseren Zyklus lernen. Öffentlich wird darüber kaum ausführlicher gesprochen.

Die Menstruation ist ein Tabu. Blutige Szenen in Thrillern werden gefeiert, aber wehe man sieht irgendwo mal einen Tropfen Menstruationsblut – WIE WIDERLICH!

Ich erinnere mich noch an Situationen, in denen ich flüsternd gefragt wurde, ob ich einen Tampon habe (ich habe mich übrigens gar nicht erst getraut jemanden zu fragen) und daran, wie man dann ganz heimlich mit dem Tampon versteckt in der Hand, auf’s Klo ging.

Die Menstruation ist ein notwendiges Übel, dass die aller meisten von uns verteufeln. Das unweigerlich damit verbundene Menstruationsblut empfinden wir als lästig, ekelhaft und peinlich. Nicht umsonst gibt es Pillen, die die Menstruation unterbinden. Ich kenne einige Frauen, die die Pille seit Jahren durchnehmen, um nicht mehr zu bluten. Die Periode ist mit Scham und Ablehnung behaftet; entsprechend stiefmütterlich wird auch unser Zyklus behandelt. Ich nehme mich da nicht aus.


Ich lernte mich ganz neu kennen

Bis vor wenigen Jahren wusste ich selbst kaum etwas über meinen Zyklus. Die Pille regelte alles und das reichte mir. Als ich anfing, mich mit anderen Verhütungsmethoden auseinander zu setzen und die Pille nicht mehr nahm, fiel mir auf, dass ich eigentlich nichts über meinen Körper wusste und dass das, was ich glaubte zu wissen, schlichtweg falsch war.

Wie lange ist mein Zyklus? Wann habe ich meinen Eisprung? Wann bin ich fruchtbar? Was passiert eigentlich während der Menstruation? Was stellt die Pille mit meinem Körper an? Wie kann es möglich sein, auf natürliche Art und Weise zu verhüten? Oh Gott, ich kann meinen Muttermund selbst ertasten?!?!

Nach dieser Erkenntnis nahm ich mir einige Monate Zeit, mich auf eine ganz neue Art und Weise kennen zu lernen. Ich beobachtete und erkundschaftete meinen weiblichen Körper, setzte mich mit alternativen Verhütungsmethoden auseinander und stellte mit erschrecken fest: das funktioniert ja alles und hat nichts mit “Esoterik” zu tun!

Die Auswirkungen der Pille auf meinen Körper waren Grund genug, sie sofort abzusetzen und mich mit dem Thema “natürliche Verhütung” und der symptothermalen Methode zu beschäftigen.

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Seit ich natürlich verhüte kenne ich meinen Körper besser

Die Umstellung auf diese Form der Verhütung hat dazu geführt, dass ich meinen Körper wirklich kennen gelernt habe. Ich SPÜRE ihn und alles, was darin vorgeht.

Ich bemerke, wann (und wo) ich eine Zyste habe, wann ich meine Periode bekomme, wann ich meinen Eisprung habe, wann ich besonders fruchtbar oder unfruchtbar bin. Ich weiß, wo mein Muttermund liegt und wie er sich (ebenso wie der Zervixschleim) im Laufe meines Zyklus verändert. Teilweise kann ich sogar Temperaturschwankungen meines Körpers wahrnehmen.

Meine Frauenärztin sagte, dass sie selten Frauen auf dem Stuhl hat, die ihren Körper so gut kennen und sogar den Ort der Zyste erspüren können – wenn das mal kein Kompliment ist :-) Meine hormonelle Verhütungsmethode damals auf die natürliche Verhütung umzustellen, war ein Segen in Bezug auf die Entwicklung eines neuen Körpergefühls und meiner Beziehung zu meinem Körper.

Dass es vielen so geht, wie mir früher, habe ich mitbekommen, als es um das Thema Sterilisation ging (hier und hier zum nachlesen). Viele waren beispielsweise verwundert, wie man weiterhin menstruieren kann, wenn die Eileiter durchtrennt wurden. Ich finde es unglaublich wichtig, dass wir ALLE unseren Körper und unseren Zyklus kennen, egal worum es geht.


Warum ich finde, dass man sich mehr mit dem eigenen Körper und dem weiblichen Zyklus beschäftigen sollte

  1. Es ist MEIN Körper
    Dieses Argument reicht eigentlich schon aus. Ich finde es ist unglaublich wichtig in Bezug auf unsere persönliche Entwicklung und Entfaltung, dass wir uns im Ganzen kennen. Wissen, was an unserem Körper welche Funktion hat, sehen was uns von anderen unterscheidet und was uns zu dem Menschen macht, der wir sind. Dass wir uns nicht für das schämen, was wir sind, sondern uns wertschätzen. Unser Körper ist ein verdammtes Wunderwerk, das sollten wir ehren & schätzen und nicht so stiefmütterlich behandeln.
  2. Man merkt schneller, wenn etwas nicht stimmt
    Die Auseinandersetzung mit dem Zyklus führt dazu, dass wir sensibler für Veränderungen werden.Man weiß, wann man die Periode bekommt und wie lange sie dauert, welche Schmerzen oder Gefühle uns für gewöhnlich begleiten. Entsprechend wird man auf Unregelmäßigkeiten oder Außergewöhnliches möglicherweise schneller aufmerksam. Auch z.B. in Bezug auf die Untersuchung unserer Brüste und mögliche Veränderungen.
  3. Man achtet & versteht die Bedürfnisse des eigenen Körpers
    Oft war mir nicht klar, WARUM ich z.B. gerade besonders große oder gar keine Lust auf Sex habe, wieso ich Heißhunger verspüre oder ganz extrem müde bin. Seit ich meinen Zyklus kenne und die monatlich wiederkehrenden Muster verstanden habe, kann ich viel schneller auf die Bedürfnisse meines Körpers reagieren. Verständnis & Auseinandersetzung haben dazu geführt, dass ich diese Bedürfnisse auch achte. Ich wehre mich nicht mehr dagegen, wie ich mich z.B. kurz vor meiner Periode oder zu meinem Eisprung fühle, sondern lasse es zu. Das führt (bei mir) dazu, dass alles weicher und leichter wird.
  4. Wertschätzung & Balance
    All das oben genannte führt zu einer verbesserten, inneren Balance, einem besseren Körpergefühl und einer größeren Wertschätzung für dich als Frau und für deinen Körper. Auf lange Sicht wurde ich so ausgeglichener und konnte auch meine Periode besser annehmen (gehöre allerdings nicht zu den Frauen, die sie als Geschenk ansehen).
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Buchempfehlungen

Die natürliche Verhütung und die Verwendung von Menstruationstassen haben mich auf meinem Weg unterstützt; Insbesondere was den Abbau typischer Vorurteile und die Auseinandersetzung mit meiner Weiblichkeit anbelangt. Aber natürlich kann man sich auch mit dem Thema auseinandersetzen, ohne dass man mit der symptothermalen Methode verhütet und/oder Menstruationstassen verwendet.

Ich habe auf Amazon eine Ideenliste mit Büchern rund um die Themen Zyklus/Verhütung/Weiblichkeit* für euch erstellt. Einige der Bücher kenne ich und habe sie selbst gelesen (diese sind markiert), andere kenne ich nur vom “hörensagen”.


Wie ist es bei dir?

Gehörst du zu den Frauen, die sich mit ihrem Körper und ihrem Zyklus eingehend auseinander gesetzt haben oder bist du eher eine der Frauen, für die das alles ein Mysterium ist? Hilft dir deine Verhütungsmethode dabei, deinen Körper besser kennen zu lernen? Was hat dir auf deinem Weg sonst geholfen?

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Über den Autor

Die Checkerin

[Sinnn­flu­en­cerin]
Person, die [in sozialen Netzwerken] Menschen mit großer Vorliebe zum Nachdenken anregt und mit unterschiedlichen Themen inspiriert

3 Kommentare

  • Liebe Sandra,
    Vielen Dank für diesen Artikel.
    Ich habe mich selbst immer schon viel mit meinem Körper und meinem Zyklus befasst und bin daher bei Ärzten immer auf Unverständnis gestoßen. Ich möchte gerne eine kleine Anekdote über eine endometriotische Zyste berichten um das zu verdeutlichen: ich ging mit entsetzlichen Schmerzen auf der rechten Körperhälfte zu meiner damaligen Frauenärztin. Ich konnte vor Schmerzen nicht aufrecht gehen, nicht kacken und nicht atmen und hatte Fieber. Sie sagte, das sei eine Blinddarmentzündung. Ich sagte, nein, das ist mein Eisprung, da stimmt was nicht. Sie glaubte mir nicht. Ich ging zu meinen Hausarzt der nach einem Ultraschall sagte, dass es eindeutig nicht der Blinddarm ist, aber etwas an meinem Eileiter nicht in Ordnung sei. Er überwies mich ins KH in die Gynäkologie. Hier wurde die Diagnose endometriotische Zyste gestellt aber nichts dagegen unternommen. Die Schmerzen endeten kurz darauf sehr abrupt und es traten neuen Schmerzen innen an meinem Bauchnabel auf und es war für mich klar, das ist die Zyste. Meine Ärzte hielten mich für bekloppt. Einige Jahre später wurde ich wg Endometriose operiert und was fand man innen an meinem Bauchnabel? Die Zyste.
    Es kann nie schaden, sich und seinen Körper zu kennen und vorallem sein eigener Advokat zu sein….denn nur dann kann einem (wenn auch oft verspätet) geholfen werden.

    • SOOO SOOO SOOO wahr, Nora. Danke für deine “Anekdote”. Mir ging es mal ähnlich, wenn auch nicht ganz so fies. Ich hatte ähnliche Schmerzen und wies meine damalige Frauenärztin daraufhin die plump antwortete “Sowas spürt man nicht mal eben so.” Ahaa. Ok ;-)

  • Ich bin mittlerweile auch an dem Punkt angekommen, wo ich über eine Sterilisation nach denke,ich will und möchte keine Hormonelle Verhütung mehr oder einen Fremdkörper der mehrere Jahre in mir seine Zeit absitzt, sie bremsen mich aus in meinem Zyklus, es gibt mehr Beschwerden als Vorteile mittlerweile. Alternativ bin ich gerade im Gespräch mit meinem Mann, ob er nicht lieber schnipp -schnapp machen lassen sollte 😊
    Lg

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