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Kolumne

Immer wieder Sonntags 261

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|Gesehen|Charit├ę Intensiv: Station 43„, „Wie steht’s um die Meinungsfreiheit in Deutschland?„, „Tabuthema Gewalt gegen M├Ąnner„, „Die Wahrheit ├╝ber Annalena Baerbock“ und „Hartz IV: Wer profitiert wirklich davon?
|Geh├Ârt| meine Playlists
|Getan| gewerkelt, geweint, gefreut, gegangen
|Gefreut| ├╝ber zwei ├ťberraschungs-Care-Pakete von Freunden, Zeit mit Bongo, Wildblumen-Gr├╝├če an meiner Windschutzscheibe von Mama
|Gelesen| nichts
|Gekauft| endlich zwei Siebdruckplatten* f├╝r den neuen Rattenk├Ąfigausbau
|Geschrieben| nichts
|Geplant| Abschied nehmen


Abschied von Bongo

Die meisten von euch haben es sicherlich schon mitbekommen: Sonntag Abend mussten wir Abschied von Bongo nehmen. Deshalb habe ich „Immer wieder Sonntags“ dann auch nicht ver├Âffentlicht, obwohl eigentlich alles soweit „fertig“ war.

Bongo ging es die letzten Monate ja, durch verschiedene chronische Erkrankungen, immer mal wieder etwas schlechter, so dass wir schon lange wussten, dass unsere gemeinsame Zeit „bedroht“ wird und begrenzt ist. Sein Zustand hat sich in der letzten Woche dann aber recht pl├Âtzlich massiv verschlechtert. Er hatte nochmal deutlich (500 g) an Gewicht verloren, wurde immer wackeliger auf den Beinen und hatte zudem Probleme beim Essen (mit den Z├Ąhnen). 

Freitag bin ich dann nochmal mit ihm zum Tierarzt, weil wir vermuteten, dass ein Zahn abgebrochen und lose ist. Der Verdacht best├Ątigte sich nicht. Daf├╝r gab es die zus├Ątzliche Diagnose „FORL“ und gleichzeitig auch die Klarheit, dass Bongo nicht mehr operiert werden kann. Bongos Zustand war zu diesem Zeitpunkt, durch den Gewichtsverlust und diverse geriatrische Probleme, bereits kritisch. Die Tier├Ąrztin gab mir Schmerzmittel mit und sagte, dass seine Nieren das vermutlich nicht mitmachen und ich sie nach dem Wochenende anrufen sollte, sofern sich was verschlechtert. 

Die letzten Monate, aber ganz besonders das letzte Wochenende mit Bongo waren sehr Kuschel-intensiv. Wir haben die Zeit so gut wie m├Âglich genutzt und Bongo war, wenn er nicht gerade in der K├╝che auf der Sp├╝le lag, beinah 24/7 bei uns

Die letzten zwei Wochen war dieser Ort in der K├╝che einer seiner Lieblingspl├Ątze. Es gab regelm├Ą├čig Leber-/Teewurst, sowie sein Lieblings-Fast-Food. Das verschlang er leidenschaftlich. Das Bild zeigt allerdings leider deutlich, wie d├╝nn er Samstag war.

Als wir Sonntag aufwachten konnte Bongo nicht mehr aufstehen und sich auch nicht mehr alleine aufrecht halten. Essen und Trinken wollte er ebenfalls nicht mehr. Zu diesem Zeitpunkt war er allerdings noch ganz ruhig, augenscheinlich ohne Schmerzen. Er lag den Tag ├╝ber neben uns auf einer gro├čen Decke auf dem Tisch und wurde bekuschelt.

Zum Nachmittag hin verschlechterte sich sein Zustand weiter. Es kamen augenscheinliche Nierenkr├Ąmpfe hinzu, die zwar nur wenige Sekunden andauerten, aber Bongo mit hoher Wahrscheinlichkeit Schmerzen bereiteten, die wir nicht lindern konnten. Am schlimmsten waren f├╝r mich seine kl├Ąglichen Versuche zu miauen und gleichzeitig sein stetiger Wille, uns nah zu sein.

Wenn Marius den Raum verlie├č, wurde Bongo sofort nerv├Âs, versuchte aufzustehen und nach ihm zu sehen. Bei seinen Versuchen zu stehen, schob er uns immer seinen Kopf entgegen, um zu kuscheln und sein typisches „Hey, alles gut“ da zu lassen ­čśó

F├╝r uns war klar, sobald wir sehen, dass Bongo leidet, m├Âchten wir sein Leid m├Âglichst lindern oder beenden. Da das Lindern mit dem niedrig dosierten Schmerzmittel keine Option war, blieb uns letzten Endes nur die Tier├Ąrztin. Da, wie nahezu jedes Wochenende, nur ein f├╝rchterlicher Nottierarzt in Wuppertal Dienst hatte und unsere Haustier├Ąrztin am Wochenende nicht erreichbar war, kam uns die „mobile“ Tierarztpraxis in den Sinn, die ich letztes Jahr bereits raus gesucht und f├╝r solche F├Ąlle abgespeichert hatte.

40 Minuten sp├Ąter kam die Tier├Ąrztin aus Leverkusen zu uns nach Hause, um Bongo einzuschl├Ąfern. Unsere Sorge, dass Bongo zu dolle Angst oder Schmerzen haben konnte, best├Ątigte sich zum Gl├╝ck nicht. So konnte er, umkuschelt von Marius und mir, einigerma├čen friedlich auf unserer Couch entschlafen.

Den gesamten Abend ├╝ber haben wir noch, gemeinsam mit Kimba, neben ihm gesessen. Am n├Ąchsten Tag haben wir noch Pfotenabdr├╝cke f├╝r ein Bild und einen meiner Herzsteine genommen und ihn im Anschluss zu einem Tierbestatter gebracht, um ihn ein├Ąschern zu lassen. 

Beim Bestatter wurde er nochmal f├╝r uns aufgebahrt. Das w├Ąre zwar nicht n├Âtig gewesen und wir hatten auch keine wirkliche Chance uns dagegen zu entscheiden, aber letzten Endes war es dennoch sch├Ân, sich auf diesem Weg nochmal von ihm verabschieden zu k├Ânnen.

F├╝r Bongo ­čîł

Ach, Bongoleinchen, du kleiner Stoffel. Dich gehen lassen zu m├╝ssen, hat uns das Herz gebrochen.­čśö Wie soll das Aufstehen noch Spa├č machen, wenn du morgens nicht mehr auf uns rum trampelst oder liegst? Wir vermissen dich unendlich.

Dein planloses umher streifen und rum tippeln und miauen, wenn du Hunger hattest oder deinen Durst U-N-B-E-D-I-N-G-T und A-U-S-S-C-H-L-I-E-├č-L-I-C-H mit k├Âstlichstem Klowasser oder flie├čendem Wasser aus der Badewanne stillen wolltest, dein verr├╝cktes durch die Wohnung rennen, wenn du dringend kacken musstest, dein Gemaue wenn du Aufmerksamkeit wolltest oder dir was nicht passte, deine Krallen und Schnurrhaare, die uns besonders h├Ąufig mitten in der Nacht irgendwo in den K├Ârper pieksten, dass du dich w├Ąhrend wir arbeiten, auf die Tastatur setzt, weil du JETZT kuscheln willst, dass du mit deinen Pfoten das gesamte Wasser aus den Schalen wurschtelst und die Wohnung unter Wasser setzt, die Haufen und Pipi-Lachen die du feins├Ąuberlich in der Wohnung drapierst, als Protest daf├╝r, dass die Ratten zu viel Aufmerksamkeit bekommen, dein an den Kopf sto├čen, dein Schnurren, deinen kuscheligen Bauch, deine weichen ├ľhrchen, deine wundersch├Ânen Augen, dein M├Ąulchen zu kraulen und so, so viel mehr.

Du warst und bist und bleibst der weltbeste und wundersch├Ânste Kater.

Zum Thema Trauer & Tod

Auf mein letztes „Immer wieder Sonntags“ gab es sehr viele Reaktionen von euch. Dar├╝ber habe ich mich sehr gefreut. Denn auch wenn solche Texte vorwiegend f├╝r mich als eine Strategie zur Verarbeitung dienen, so freue ich mich auch dar├╝ber, etwas in euch bewegen zu k├Ânnen.

Zwei Dinge m├Âchte ich hier noch ansprechen:

1. Trauer ist individuell oder „die deutsche Abschiedskultur & Ich“

In meinem Text von letzter Woche konnte f├Ąlschlicherweise der Eindruck entstehen, dass ich das Pflegepersonal bzgl. des Abschiedrituals kritisieren wollen w├╝rde. Das war absolut nicht mein Ansinnen. Das durchgef├╝hrte Ritual war vorwiegend f├╝r das Pflegepersonal gedacht und an die (zumeist auch gesellschaftlich gepr├Ągten) Anspr├╝che eines evangelischen (also vorwiegend christlich gepr├Ągten) Pflegeheims angepasst.

Ich hatte meine Gef├╝hle und Gedanken dazu nicht erw├Ąhnt, um das Pflegepersonal zu kritisieren oder ihre Art des Trauerns zu hinterfragen, sondern um meine Gef├╝hle und Gedanken, zu diesem gesellschaftlich/christlich gepr├Ągten „Vorgang“, zum Ausdruck zu bringen ­čÖé

Ich wage zu behaupten, dass jeder Mensch anders trauert und Abschied nimmt. Das Pflegepersonal hat Marius Mutter ├╝ber neun Jahre 24/7 erlebt und damit zumindest mehr Zeit mit ihr verbracht, als ich. Viele der Pfleger*innen waren traurig und betroffen, weshalb ich es wichtig finde, dass jeder Mensch so Abschied nehmen darf, wie es sich f├╝r ihn gut anf├╝hlt.

F├╝r mich pers├Ânlich ist die gesamte „deutsche“ (westliche?) Abschieds-/Sterbe-/Trauerkultur nicht passend, weshalb ich bisher bei jedem Todesfall (egal ob Mensch oder Tier) in ├Ąhnliche Situationen kam, wie am Tag des Abschiedsrituals. In solchen Situationen bin ich zwischen Anstand, Respekt und meinem „Am├╝sement“ hin und her gerissen, weil ich auf der einen Seite die Art des Trauerns und Abschiednehmens anderer respektieren m├Âchte, mich selbst aber ein St├╝ck weit „am├╝siert“ f├╝hle dar├╝ber, z.B. umgeben von betenden, ger├╝hrten Menschen zu sein, f├╝r die dieser Moment eine enorme Bedeutung zu haben scheint, w├Ąhrend sie f├╝r mich v├Âllig gezwungen und bedeutungslos ist.

Offensichtlich ticke ich so derma├čen anders, als der Gro├čteil der Menschheit, so dass ich regelm├Ą├čig, auch au├čerhalb dieser Thematik, in (f├╝r mich) seltsame Situationen gerate, die f├╝r andere v├Âllig normal und teilweise wundersch├Ân/bedeutungsvoll (…) sind. 

Nur weil es f├╝r mich nicht passt und ich meine Gef├╝hle dazu ├Ąu├čere, spreche ich anderen ihre Gef├╝hle deshalb aber nicht ab. Ich finde es wichtig, ganz besonders beim Thema Trauer, die Individualit├Ąt jedes Menschen zu respektieren. In meinem Video „Wie man zu trauern hat“ bin ich im letzten Jahr darauf eingegangen, was ich zum Thema „Trauer“ denke und erlebt habe. 

Was den Umgang mit dieser gesamten Thematik anbelangt, habe ich f├╝r mich andere Vorstellungen, Bed├╝rfnisse und Anspr├╝che an den Abschied von einem Menschen oder einem Tier. Ich kann f├╝r mich pers├Ânlich mit den klassischen Sachen (z.B. eben Gebete, Kondolenzen, klassische Beerdigungen etc) nichts anfangen. Sie bringen und bedeuten mir nichts. Auch das „gebuddelte Loch“ auf dem Friedhof hat f├╝r mich keine Bedeutung, weil Mensch & Tier nicht dort sind, sondern bei mir (in Form meiner Erinnerungen). 

Da in Deutschland gewisse Dinge aber nun mal so ablaufen, wie sie ablaufen und ich manche Entscheidungen zudem nicht in meinem Sinne treffe bzw. es manchmal eben nicht darum geht, was ICH will, bin ich Teil dieser Kultur und das ist f├╝r den Moment dann auch ok, aber halt dennoch (f├╝r mich) weird. Das ist alles ­čśů

2. Tod ist individuell

Ein weiterer Punkt der mir wichtig ist, ist nochmal darauf hinzuweisen, dass jedes Lebewesen seinen individuellen Tod stirbt. Viele schrieben in ihren Kommentaren und/oder Nachrichten, dass ich ihnen die Angst vor dem Tod genommen habe. Einerseits habe ich mich gefreut, gleichzeitig habe ich mich damit aber auch unwohl gef├╝hlt. 

Der Gedanke daran, dass m├Âglicherweise jemand von euch mit meiner Sterbebegleitungs-Erfahrung in eine solche Situation geht und erwartet, dass dasselbe erlebt wird, macht mich „nerv├Âs“. Kein Mensch stirbt wie der andere. Es gibt sch├Âne Tode, qualvolle Tode, dramatische Tode, k├Ąmpferische Tode und viele mehr.

Dass jemand so friedlich entschl├Ąft, ist sehr selten und mir ist es wichtig, das nochmal zu betonen, ohne euch damit Angst machen zu wollen. Ich glaube, dass wir alle gut beraten sind, uns mit dem Tod intensiver zu besch├Ąftigen. 

Hier* habe ich vor einigen Jahren angefangen B├╝cher zum Thema Tod, Trauer & Abschied zu sammeln, die ich zu einem Gro├čteil (von den „Ausf├╝llb├╝chern“ und zwei oder drei thematisch spezielleren B├╝chern abgesehen) gelesen habe und die f├╝r mich, auf unterschiedliche Art und Weise, hilfreich und/oder informativ waren.

Facebook Kettenbrief

Auf Facebook macht seit Anfang 2020 immer mal wieder ein Kettenbrief die Runde. Gerade gab es wieder einen Schwall an Menschen aus meiner „Boomer Freundesliste“, der diesen wahnsinnig tiefsinnigen Text geteilt hat.

[… hier f├╝gen die Teiler jeweils ihr Geburtsdatum und ihren Geburtsort ein] Das Leben war damals magisch, wir lebten in Leichtsinn. Wir hatten ein sch├Ânes Leben! Mit all meinen Freunden und Freundinnen und jeder wurde wie ein Teil der Familie behandelt. Wir gingen raus, um zu spielen, wir waren immer gl├╝cklich ­čśÇ und haben ALLES gegessen, was unsere Mutter vorbereitet hat. Aus Respekt. Und weil keiner auch nur irgendeine dieser neumodischen Allergien oder Unvertr├Ąglichkeiten hatte. Das lag wohl auch mitunter daran, dass wir den Sand aus dem Sandkasten gegessen haben, ├äpfel und Kirschen von den B├Ąumen, OHNE unser H├Ąnde 30x zu desinfizieren.
Wir haben unsere Kuchen und S├╝├čigkeiten miteinander geteilt, es hat uns 50 Pfennig gekostet. So wie der Tages-Eintritt ins Freibad. Oder ein Eis. Nach der Schule haben wir unsere Hausaufgaben gemacht und dann so schnell wie mo╠łglich mit dem Spielen begonnen.
Man konnte einen ganzen Tag auf dem Spielplatz bleiben mit1 Mark ­čĄĹ und mal weniger, wenn jemand nichts hatte. Es wurde alles br├╝derlich geteilt.
Wir spielten die ganze Zeit Fu├čball oder fuhren die Tour de France durch den Ort ÔÜŻ´ŞĆ, Autos ­čÜś, spielten mit Murmeln, Gummitwist, Rollschuhe, H├╝pfen, Verstecken spielen, wir sind auf die B├Ąume geklettert ­čî│, haben Baumh├Ąuser gebaut, ohne dass jemand die Beh├Ârden rief und uns wegen Sachbesch├Ądigung belangt hat. und schwammen in Baggerl├Âchern, im Kanal.
Wir haben einen Berg mit den Herbstbl├Ąttern gemacht ­čŹé zum reinspringen ohne an die Mikroben zu denken. Wir konnten unbesorgt durch die Nachbarschaft laufen. Auch sp├Ąt Abends im Dunkeln. Wir mussten nicht mit Smartwatch oder Smartphone ├╝berpr├╝ft und be-helicoptert werden. Wir konnten die Uhr lesen. Sowohl digital, als auch analog. Wenn es hie├č, sei um 7 zu Hause, waren wir das, mit einem Puffer von wenigen Minuten. Wir a├čen Fr├╝chte von den B├Ąumen und den Str├Ąuchern in den Gartenanlagen, ohne sie zu waschen, radeln auf dem Gehweg ohne Helm oder Knieschoner, aber mit einem St├╝ck Karton, das im Rad steckt, um Motorradger├Ąusche zu machen ­čść.
Wir bauten uns Sprungschanzen aus Erde und Brettern, fielen hin, standen auf, fuhren weiter. Kein Pflaster oder Desinfektionsmittel musste auf die aufgesch├╝rften Knie oder Ellenbogen. Um uns mit unseren Freunden zum Spielen zu treffen, gingen wir vor ihr Haus und riefen lautstark ihre Vornamen oder klingelten an der T├╝r.
Abends nach unserem Bad ­čŤÇ haben wir unseren Schlafanzug und unsere Hausschuhe angezogen und spa╠łtestens 20.00 Uhr waren wir im Bett ­čś┤ ohne zu reden. Ohne Handy. Ohne Fernseher. Wir haben uns gefreut, wenn die Wettervorhersage scho╠łnes Wetter fu╠łr den Tag danach vorhersagte ­čŞĆ denn das war alles, was uns wichtig war, wissend, dass wir morgen drau├čen spielen konnten. Keine sozialen Medien, keine ­čô▒ und wir wussten nicht, was wir h├Ątten damit anfangen sollen, weil wir Freunde, Freundinnen und einen ­čĆÉ hatten.
Wir hatten vor nichts Angst und unsere ├Ąlteren Menschen mussten uns keine Sorgen machen. Jeder kannte die Kinder des anderen und konnte sagen: ÔÇ▓ÔÇ▓ Warte, bis ich deine Eltern sehe, wenn du nicht lieb bist!“, Niemand war b├Âse, weil wir uns aufeinander verlassen konnten ­čĄŁ.
Uns wurde dieser Respekt gegen├╝ber anderen beigebracht. Als Kind musste man einen sprechenden Erwachsenen nicht unterbrechen! Bei Sonnenuntergang wussten wir, dass es Zeit ist, nach Hause zu gehen ­čĆí.

Wir gingen gerne zur Schule ­čĺ╝, weil uns beigebracht wurde, die Lehrer zu respektieren ­čÄô und es war eine Freude, unsere Klassenkameraden und Freunde jeden Tag zu sehen ­čžĺ­čĹž.
Wir haben unseren Mund f├╝r unsere Eltern geschlossen, weil wir wussten, dass wir Stubenarrest bekommen, wenn wir dagegen sprechen, und es war so: ÔÇ▓ÔÇ▓Du darfst morgen nicht drau├čen spielen gehen, sondern bleibst zu Hause’ÔÇ▓ ­čîĄ.
Wir sollten ├Âfter ├╝ber all diese gl├╝cklichen Momente nachdenken ­čĺş, denn wir sind verloren in einer Gesellschaft, in der es keinen Respekt, Autorit├Ąt, Mitgef├╝hl oder Wohlwollen f├╝r andere gibt ­čśö. Der gesunde Menschenverstand verliert auch, genau wie das Verst├Ąndnis von Gut oder B├Âse. Der gesunde Menschenverstand verliert haushoch, genau wie das Versta╠łndnis von Gut oder B├Âse, von richtig oder falsch. Wir vegetieren in einer Gesellschaft, in der jeder nur noch an sich denkt. An andere denken, geht nur noch mit Groll. Oder mit Anwalt.

gez. „Boomer“

„Das Leben war damals magisch, wir lebten in Leichtsinn (…), wir waren immer gl├╝cklich…niemand war b├Âse, weil wir uns aufeinander verlassen konnten“. Mensch ja, was war z.B. die Sache mit dem Mauerbau damals magisch sch├Ân und wie gl├╝cklich waren die Menschen immer alle ­čśĆ Und wie gl├╝cklich waren all die Kinder, die k├Ârperlich und seelisch, von „Erwachsenen“ missbraucht wurden, weil „eine harte Hand“ normal war. #soblessed ­čÖĆ­čĆ╝

„Wir haben unseren Mund f├╝r unsere Eltern geschlossen.“
„Als Kind musste man einen sprechenden Erwachsenen nicht unterbrechen.“
„Wir gingen gerne zur Schule, weil uns beigebracht wurde, die Lehrer zu respektieren.“ Stimmt. Unterdr├╝ckung und das Kleinhalten von Kindern sind wundersch├Ân. Bitte alle gehorchen und blo├č nicht den Mund aufmachen, wenn was nicht passt! ­čĄó

„Kein Pflaster oder Desinfektionsmittel musste auf die aufgesch├╝rften Knie oder Ellenbogen“ Ja, mensch! Was sind die Kinder von heute doch f├╝r Weicheier. Und wie f├╝rchterlich sind bitte diese f├╝rsorglichen Eltern? Ist ja zum kotzen. Fr├╝her war wirklich alles besser! Fehlt nur noch, dass das herrschende Frauenbild von damals gefeiert wird. Das war doch fast genauso sch├Ân ­čĺť

„Und weil keiner auch nur irgendeine dieser neumodischen Allergien oder Unvertr├Ąglichkeiten hatte. Das lag wohl auch mitunter daran, dass wir den Sand aus dem Sandkasten gegessen haben, ├äpfel und Kirschen von den B├Ąumen, OHNE unser H├Ąnde 30x zu desinfizieren.“ JEDES KIND mit Allergien und Intoleranzen wei├č, dass das nat├╝rlich (11elf!!) alles nur daher kommt, weil die Mama immer so oft die kleinen H├Ąndchen desinfiziert hat. Und die Preissteigerungen haben nat├╝rlich auch auf gar keinen Fall was mit der Inflation zu tun oder so. Bullshit!

Mich machen solche idealisierten Erinnerungstexte sprachlos und w├╝tend zugleich. Irgendein „Boomer“ schreibt von seinem digitalen Endger├Ąt aus via Facebook (#neuland #digitalisierung2021), wie wunderwundersch├Ân es fr├╝her doch war und wie f├╝rchterlich die heutige Gesellschaft und Zeit ist. Derselbe Mensch, der damals wie heute mitentscheidet/n kann und mitentschieden hat, wie es l├Ąuft. 

Wie heuchlerisch, ignorant und verh├Âhnend. 

Verh├Âhnung Part II

├ähnlich ignorant und verh├Âhnend empfinde ich die leider ziemlich undurchdachte #allesdichtmachen Aktion einiger Schauspieler*innen, sowie die ewige Aufforderung, „endlich die Wahrheit“ zu sehen.

Selbstverst├Ąndlich ist nicht jede Kritik an der aktuellen Situation und den Ma├čnahmen zu negieren oder in die Querdenkerszene/rechte Ecke zu dr├Ąngen. Selbstverst├Ąndlich geht es nicht darum, alles schweigend hinzunehmen und zu feiern, welche Ma├čnahmen gerade umgesetzt werden oder wie das Ganze realisiert wird. Das was, insbesondere seitens der Politik, kommuniziert (oder eben nicht) und umgesetzt (oder eben nicht) wird, ist in vielen Teilen absoluter Murks, der kritisiert werden darf und muss.

Bei all der Kritik sollte aber nicht die andere Seite vergessen werden. Wer fordert, sich lieber auf das Gute und die Gesunden zu konzentrieren, um endlich wieder frei mit den Lieblingsmenschen im Caf├ę sitzen und kl├Ânen zu k├Ânnen, der verh├Âhnt nicht nur die Hinterbliebenen der (bisher) ├╝ber 82.000 Toten alleine in Deutschland, sondern auch all die Menschen, die gerade um das Leben anderer Menschen bangen und/oder k├Ąmpfen.

Die wenigstens von uns haben irgendein wissenschaftliches, virologisches oder medizinisches Fachwissen, dass uns dazu bef├Ąhigen w├╝rde, eingehendere Einsch├Ątzungen vorzunehmen. Das gilt f├╝r mich nat├╝rlich genauso, wie f├╝r alle anderen. Und genau deshalb sollte man sich, meiner Meinung nach, m├Âglichst an den Fakten orientieren, statt an Emotionalit├Ąten.

Fakten in Form von Gespr├Ąchen und Informationen mit und von den Menschen, die t├Ąglich aktiv mit dem Virus und seinen Folgen zu tun haben. Medizinisches Fachpersonal in Form von ├ärzt*innen, Pfleger*innen, Helfer*innen & Co. die auf ├╝berlasteten Intensivstationen an ihre Grenzen kommen und h├Ąufig vergeblich um das Leben Erkrankter k├Ąmpfen.

Der dreiteilige Bericht „Charit├ę intensiv“ bietet vielleicht einen Anfang.

Am schlimmsten finde ich allerdings die teils s├╝ffisanten Hinweise darauf, dass nur ein kleiner, quasi „erleuchteter“ Teil der Bev├Âlkerung die Wahrheit / Wirklichkeit / das Offensichtliche sieht, w├Ąhrend alle anderen („Schafe“) leider zu dumm und Obrigkeiten-h├Ârig sind, um zu erkennen, was doch so offensichtlich ist. ­čśĆ Manchmal noch gefolgt von einem „Ihr werdet schon sehen.“ oder „Wartet mal ab.“.

Ich wei├č woher das kommt und dass es den Menschen hilft, sich als eine Art „erlesenen Kreis“ anzusehen, der nur laut genug sein und hart genug k├Ąmpfen muss (quasi wie damals, als es so wundersch├Ân war… … … ­čśĆ), damit alle anderen endlich Erwachen und eine neue Welt entstehen kann ­čÖĆ­čĆ╝ԝʭčîč­čĺź

Der Wunsch ist toll und ich w├╝rde mir genauso ein „Erwachen der Menschheit“ w├╝nschen, wenn auch in anderen Bereichen. Allerdings wei├č ich, dass dieser Wunsch eine Utopie ist. Weil jeder Mensch eine andere Wirklichkeit, andere Werte, Normen und Vorstellungen hat. Meine Wirklichkeit ist nicht die der anderen.

Ich kann mir w├╝nschen, dass andere etwas genauso sehen wie ich, ich kann mein Unverst├Ąndnis und meinen Unmut gegen├╝ber anderen Ansichten / Lebensweisen ├Ąu├čern, aber ich kann sie nicht als dumme Schafe (oder Covidioten) darstellen oder sogar aktiv so bezeichnen, nur weil sie MEINE Ansichten nicht teilen und ich der Meinung bin, dass nur ich den ├ťberblick und die Erleuchtung habe. Gerade wenn ich das von mir behaupte, habe ich es mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit eben GENAU NICHT ­čśů

Vanilla & Sky

Freitag sollten eigentlich die zwei Flauschis von den Notfallratten Rhein Ruhr zu uns kommen. Momentan sind sie in einer Pflegestelle in Bochum. Der Termin wurde Freitag dann auf Sonntag verschoben, musste dann aber erneut abgesagt werden.

Wann die beiden jetzt letzten Endes genau zu uns ziehen, wei├č ich noch nicht. In der kommenden Woche ist es mit der Beerdigung von Marius Mama, Abschied nehmen von Bongo & Co. etwas unpassend, gleichzeitig ist hier aber auch alles vorbereitet und sowohl f├╝r die beiden, als auch f├╝r Bella & Tilly wird es Zeit, wieder in einem richtigen Rudel leben zu k├Ânnen. ­čĺť

(Nachtrag 28.04.2021: ich hole die beiden heute Abend ab)

Insofern freuen wir uns, wenn sie endlich bei uns einziehen. Habe immerhin auch die Pipisteine neu bemalt, dein sp├Ąteren „Gemeinschaftsk├Ąfig“ ausgebaut UND von Hand zwei schiefe H├Ąngematten aus nem alten Punktekleid von mir gen├Ąht (obwohl ich das „eigentlich ├╝berhaupt nicht kann“ ;-) ).

Und sonst so?

Bleibt das Gef├╝hl von „2021 kann weg“. Gleichzeitig haben wir uns diese Woche sehr ├╝ber liebe Hilfs-Angebote, offene Ohren, gute Gespr├Ąche, zwei Care-Pakete mit ganz viel Schoki und Keksen, wundersch├Âne Briefe/Karten und einen „Bl├╝mchengru├č“ nach unserem Spaziergang auf der Windschutzscheibe gefreut ­čĺť

Au├čerdem war ich mit meiner Mama spazieren, mit Marius zusammen im „Zauberwald“ und ich habe ein paar Wildkr├Ąuter gesammelt. 

Mit der naiven Hoffnung, dass 2021 ab jetzt vielleicht doch irgendwie besser oder zumindest ok wird, verabschiede ich mich von euch und w├╝nsche euch eine sch├Âne Woche.

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