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Sechs Jahre Menstruationstasse – meine Erfahrungen

Titelfoto: Oana Cristina

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Alle Aussagen und Empfehlungen basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und meinem aktuellen Wissensstand. Meine subjektiven Ausführungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Richtigkeit oder Allgemeingültigkeit. Schau, was du für dich mitnehmen kannst, lass dich inspirieren und geh deinen eigenen Weg.

Vor Kurzem bestellte ich erstmals eine neue Menstruationstasse und so kam ich auf die Idee, nach sechs Jahren mit Menstruationstasse nochmal meine Erfahrungen zu teilen.

Im Mai 2015 veröffentlichte ich meinen ersten Beitrag zum Thema Menstruationstassen: “Blutbad auf der Toilette: Sind Menstruationstassen eklig?“. In den Menstruationstassen FAQ beantworte ich außerdem die häufigsten Fragen.


Sechs Jahre Menstruationstasse – meine Erfahrungen

Wer lieber Videos schaut bzw. zuhören möchte, der kann sich auch mein Video aus 2018 anschaue. Bis auf die Sache zum Thema Haltbarkeit erzähle ich dort alles, was auch hier in ähnlicher Form folgt.


Menstruationstassen sind ekelhaft (2013)

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie sehr ein Mensch die eigenen Überzeugungen verändern kann, einzig und allein indem er sich genauer informiert. Hier seht schwarz auf weiß, was ich und mein damaliger Dunstkreis 2013 noch zum Thema Menstruationstassen dachten (zum Vergrößern Fotos anklicken). Heute kann ich über die Fülle an Unwissen und Undifferenziertheit nur den Kopf schütteln.


Mein erstes Mal mit Menstruationstasse (2015)

Irgendwann Anfang 2015 recherchierte ich zum Thema wiederkehrender Scheidenpilz und stieß im Zuge dessen auf Berichte über die Schadstoffbelastungen von Tampons (mehr dazu hier). Die gewonnen Erkenntnisse veranlassten mich dazu, eine Alternative zu Tampons zu suchen. Hierbei verfolgte mich das Thema “Menstruationstassen” regelrecht.

Ich informierte mich eingehend mit Hilfe von Artikeln, Videos und einer Facebookgruppe und konnte einen Großteil meiner Vorurteile gegenüber Menstruationstassen abbauen. Wenige Wochen später bestellte ich, nach einer eingehenden Beratung bei einer Expertin, meine erste Menstruationstasse (die Lunette 1*).

Man riet mir zu dieser Menstruationstasse, da ich keine Kinder habe und eine eher leichte Regelblutung. Sehr schnell stellte sich heraus, dass mein Beckenboden zu stark ist, so dass die Lunette 1 nicht richtig aufploppte und somit undicht war.

Kurz darauf bestellte ich meine zweite Menstruationstasse, die Lunette 2*, die sich als die für mich perfekte Menstruationstasse heraus stellen sollte.

Hinweis für neue Anwenderinnen
Hier zeigt sich, dass jeder Körper individuell ist und ihr ggf. trotz Beratung ein bisschen rumprobieren müsst, bis ihr die für euch passende Menstruationstasse gefunden habt.

Der erste Tag mit Menstruationstasse war für mich gruselig. Ich fühlte mich wie damals mit 12, als ich meine erste Periode bekam. Völlig überfordert, unwissend und irgendwie auch ängstlich. Meine größte Angst (neben “alles vollbluten” war, die Menstruationstasse nicht mehr heraus zu bekommen.

Diese Angst erfüllte sich prompt am Abend. Ich war wahnsinnig nervös, sah mich schon in der Notaufnahme liegen (das war mein persönlicher “Horror”). Mein Mann versuchte mich zu beruhigen und riet mir, dass ich mich entspannen und es in einer Stunde nochmal probieren sollte – “Was rein geht, geht auch wieder raus!”.

Und so war es auch. Ich recherchierte ein wenig (stieß dabei auf das Thema “Tassengeburt”) und lernte, dass es durchaus passieren kann, dass die Tasse relativ weit nach oben rutscht und deshalb nicht sofort greifbar ist. Abwarten, eine Zeit lang aufrecht stehen/gehen und es dann mit leichtem Pressen nochmal versuchen half.

Von da an klappte es immer besser. Die ersten zwei oder drei Zyklen musste ich mich an die neue Handhabung gewöhnen, wenig später war ich dann aber ungefähr genauso fix beim Wechseln, wie mit einem Tampon (vom Säubern der Tasse abgesehen).


Sechs Jahre Menstruationstasse – meine Erfahrungen

Schon nach kurzer Zeit lernte ich die Vorteile der Menstruationstasse zu schätzen und will sie nicht mehr missen. Ich bin regelrecht traurig darüber, dass ich nicht schon als Teenager so gut aufgeklärt war, dass ich die Menstruationstasse hätte nutzen wollen – niemand in meiner Familie kannte Menstruationstassen und auch in der Schule oder beim Frauenarzt wurde nie davon erzählt – obwohl es die erste Menstruationstasse bereits 1937 gab (vgl. Wikipedia), war das Mittel der Wahl immer Tampons (oder Binden). Hier zeigt sich, welche Macht verschiedene Konzerne teilweise haben. Mit Wegwerf-Hygieneartikeln lässt sich nun mal mehr Geld machen.

In den letzten Jahren ist die Menstruationstasse ca. 5 x nachts ausgelaufen. Das hatte jedes Mal entweder den Grund, dass die Menstruationstasse beim letzten Wechseln nicht richtig aufploppen konnte, weil ich mich zu schnell ins Bett legte, oder weil ich sie am Abend zu früh wechselte, so dass sie länger als 12 Stunden drin war.

Fernab dieses “hausgemachten Problem” habe ich keine negativen Erfahrungen gemacht und auch keine sonstigen Probleme mit der Menstruationstasse.

Natürlich ergibt sich ein gewisser “Mehraufwand”, dadurch dass die Menstruationstasse regelmäßig gesäubert werden muss. Diesen nehme ich aber für die vielen positiven Auswirkungen gerne in Kauf.

Warum ich mir eine neue Menstruationstasse gekauft habe

Wie eingangs erwähnt, habe ich mich in diesem Jahr dazu entschieden, meine alte Menstruationstasse nach sechs Jahren Nutzung zu ersetzen. Sie war nicht kaputt, allerdings deutlich verfärbt. Die Verfärbungen sind normal, nicht bedenklich und entstehen mit der Zeit. Ich hätte die Tasse also ohne weiteres noch benutzten können (und habe sie auch als Notfall-Ersatz behalten).


Vorteile der Menstruationstasse (meine Erfahrung)

  • ich muss die Menstruationstasse nur noch morgens und abends wechseln (nicht mehr, wie mit Tampons, teilweise alle zwei Stunden)
  • dadurch kein Wechseln mehr unterwegs (und somit auch keine Hygieneprodukte mehr in der Tasche)
  • keine unangenehmen Gerüche mehr
  • keine trockenen Schleimhäute mehr
  • kein Scheidenpilz mehr
  • weniger starke Regelschmerzen (hängt wohl mit der Stärkung der Beckenbodenmuskulatur durch die Menstruationstasse zusammen)
  • auch bei schwacher Blutung gelingt das Einführen easy
  • kein unangenehmes Bändchen zwischen den Beinen
  • keine Schadstoffe
  • kein bzw. (bezogen auf die Umverpackung der Menstruationstassen) deutlich weniger Verpackungsmüll
  • deutlich geringere Kosten
Hinweis
Wer auf der Suche nach wissenschaftlichen / medizinischen Betrachtungen rund um die Menstruationstasse ist (auch in Bezug auf das toxische Schocksyndrom “TSS”), findet hier eine sehr gute Zusammenfassung relevanter Studien & Ergebnisse (auf Englisch)

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