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Meine Lieblingsorte in NRW 2 – Wuppertalsperre

Nachdem ich Euch in der letzten Woche die Rieselfelder Münster gezeigt habe, geht es heute ins Oberbergische zur Wuppertalsperre. Seit 1989 steht in Radevormwald-Honsberg die Brauchwassertalsperre „Wuppertalsperre“. Besonders wird die Talsperre, weil mit ihr ganze 11 Ortschaften abgerissen und überspült wurden.

Entdeckungsparadies für Hobbytaucher mit versunkenen Städten
Taucher können hier, neben einem voll erhaltenen Viadukt mit drei durchtauchbaren Brückenbögen, in den Tiefen der Talsperr,e auch ein altes Holzwehr, verschüttete Brückenbögen, Bruchsteinmauern, Fabrikfassaden und Felswände entdecken. Ich gehöre aber zu den Menschen, die sich lieber oberhalb des Wassers aufhalten 😉

Ich liebe die Talsperre, weil sie etwas Mystisches hat. Nicht nur, wegen all der versunkenen Ortschaften, sondern auch wegen der Sagen, die es rund um die Talsperre gibt.

Die Sage der Riesen auf den Mondsteinen
So soll es an der Stelle, wo das Wiebachtal in die Wupper mündet, drei riesige Felsblöcke geben, die angeordnet wie Schrittsteine sind. Über diese Steine sollen Riesen gegangen sein, wenn sie über die Wupper gehen wollten. Zum Neujahr sollen die Steine sich drehen, wenn die Glocken in Radevormwald läuten. So steht es in dem Buch „Bergische Sagen“, das 1897 vom Heimatforscher Otto Schell veröffentlicht wurde.

Einer der Steine wurde 1985 aus dem Wasser geborgen und steht mittlerweile in einem Park in Radevormwald. Natürlich gibt es zur Herkunft der Steine auch eine wissenschaftliche Erklärung, die finde ich aber nicht so schön, wie die alte Sage und verrate sie Euch deshalb nicht 😛

Wunderherrlich und lesenswert finde ich auch die Sage um die Wolfs- und Feeneibe zu Dahlhausen:

Die Sage um die Wupperinsel Eiben
Vor langer, langer Zeit, noch bevor die tiefen und undurchdringlichen Eichen- und Buchenwälder im Tal der Wupper von Menschen bewohnt waren, lebte zwischen den heutigen Ortschaften Beyenburg und Krebsöge eine wunderschöne Fee, die wurde immer von einem strohgoldenen Wolf begleitet. Eines Tages ergab es sich, dass eine Jagdgesellschaft mit der Brackenmeute auf der Jagd nach dem Ur, dem Wisent und dem wilden Keiler, das Tal der Wupper streifte. Der wildeste Jäger, ein blonder Bursche von edlem Geblüt, der mit den Hunden voranritt, sah die Fee und den Wolf. Sein Herz entflammte für die schöne Erscheinung und er nahm die Verfolgung der flüchtenden entschwebenden Wesen auf.

Die Wupper war noch ein wilder Fluss, der sich selbst das Bett grub und öfters seinen Lauf änderte. Wo sich heute die Wupperinsel nahe der Ortschaft Dahlhausen befindet, endete die wilde Hatz. Die Hunde hatten den Wolf gestellt. Der Jäger nahm seinen Bogen und den Speer aus Eibenholz und erlegte den Wolf. Als er zu dem Wolf ging, war der nicht auffindbar. Der Jäger legte seinen Bogen am Erlegungsort nieder. Er nahm seinen Speer und ging zu der Stelle, von wo er die Fee entfleuchen sah. Als er weder die Fee noch den Wolf fand, rammte der Jäger seinen Speer in den Boden.

Am Erlegungsort des Wolfes wachsen heute noch auf der Wupperinsel Eiben, umrankt von gelblühenden Wildrosen. Rote Wildrosen umranken die Eibe an dem Ort, wo die Fee für immer verschwand. Die Eiben heißen im Volksmund „Die Wolfseibe“ und „Die Feeneibe“. Weder der Wolf noch die Fee wurden jemals wieder gesehen.

Man sagt, dass in dunklen Nächten, wenn der Wind die Wolken jagt und die Äste der Buchen und Eichen zaust, man im Tal der Wupper, entfernt ein sehnsüchtiges Heulen, wie das eines Wolfes hören kann. Von den Berghöhen sieht man, besonders im Frühjahr und im Herbst, zwischen Nacht und Traum, die Feenschleier durch das Tal der Wupper ziehen. Quelle: sagen.at

Wuppertalsperre

By Morty [CC BY-SA 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons

Aber ich liebe die Talsperre auch, wenn wir mit unserem Gummiboot in der Sonne schippern, wenn die Bäume im Herbst ihr Gewand wechseln, wenn im Winter die gesamte Talsperre zu friert oder im Frühling die Natur wieder zum Leben erwacht.

Wuppervorsperre1

By Morty [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or CC BY 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.5)], via Wikimedia Commons

Rundherum gibt es einige Geocaches, wunderschöne Wanderwege und viele kleine Vorsperren. Man findet, gerade wenn man bei warmen Wetter mit dem Gummiboot unterwegs ist, immer ein ruhiges Plätzchen, um die Natur und die Ruhe zu genießen.

Ganz, ganz, ganz besonders wunderwunderschön ist die Talsperre übrigens, wenn sie zugefroren ist. Das passiert relativ selten aber wir fahren jedes Jahr hin um mal die Lage abzuchecken und haben es in sechs Jahren immerhin einmal erleben dürfen. Wenn wirklich weit und breit NIEMAND zu sehen und zu hören ist und die ganze Landschaft eingehüllt ist. Das ist unbezahlbar und unsagbar schön!

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Über den Autor

Die Checkerin

Frohnatur! – Freak! – Philosophin!
Kommt selten schnell auf den Punkt, trifft aber irgendwann trotzdem den Nagel auf den Kopf.

2 Kommentare

  • Wow, das sieht dort wirklich toll aus. In Wuppertal war ich ehrlich gesagt noch nie. Eine Talsperre habe ich auch erst ein Mal gesehen und zwar im Harz.
    Ich wünsche Dir noch einen schönen Feiertag 🙂

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