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Meine Lieblingsorte in NRW 1 – Rieselfelder Münster

Viele von Euch haben mich, nach meinem letzten „Cala Ratjada-Gemotze“ gefragt, wo ich mich auf dieser Welt wohl fühlen kann. Immerhin würde es überall Menschen geben, die mich nerven. Die Fragerei danach, war natürlich eher sarkastisch gemeint, ich möchte aber trotzdem ernsthaft darauf antworten. Auf Instagram findet Ihr dazu ein paar generelle, klare Worte (Klick!), diese kleine Reihe hier soll Euch nun aber fernab der Motzerei meine Lieblingsorte näher bringen.

Mit „Lieblingsort“ meine ich in diesem Fall weniger Urlaubsorte, sondern viel mehr Orte, an denen ich zur Ruhe kommen, Kraft sammeln und glücklich sein kann. Orte, die mein Herz kurze Zeit poltern und still stehen lassen und die für mich persönlich „perfekt“ sind, um eine Auszeit vom Alltag zu nehmen.

Wer diesem Blog von Anfang an folgt oder ein wenig gestöbert hat, der konnte in vielen Artikeln lesen, was mir an einer Stadt wichtig ist und auch, wo ich am aller liebsten wohnen würde. Nachlesen könnt Ihr das zum, Beispiel in: „Ich liebe das Landleben“ „Zwischen Herz und Fernweh“ oder „Was wäre, wenn Geld keine Rolle spielen würde„.

Rieselfelder Münster

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Ich beginne meine Reihe tatsächlich mit meinem absoluten Favoriten in Sachen Lieblingsorte in NRW. Auch wenn dieser Ort von Wuppertal rund anderthalb Stunden entfernt ist, fahren wir ca. einmal pro Monat hier her. Dort ist es ein wenig wie „im Urlaub“, in jedem Fall kann ich dort für ein paar Stunden alles um mich herum vergessen.

Kurzinfo zur Geschichte & Entstehung (bitte lesen!)

Die Rieselfelder Münster sind ein riesiges Naturschutz- und Naturerlebnisgebiet auf
den ehemaligen Verrieselungsflächen für das Abwasser von Münster. Von 1901 bis ca. 1964 wurden auf den Feldern riesige Mengen Abwasser gereinigt.

Auf Grund des hohen Bedarfs gereinigter Abwässer, durch die steigenden Einwohnerzahlen Münsters, wuchs die Verrieselungsfläche auf über 6,4 km²  und viele der Flächen blieben ganzjährig mit Abwasser überstaut. Zeitgleich schritt die Zerstörung zahlreicher Binnenland-Feuchtlebensräume in ganz Europa immer weiter voran, so dass viele Wasser- und Watvogelarten in den überstauten Rieselfeldern ein ideales Rast- und Brutgebiet fanden. Um die besonderen Lebensräume der „Neuankömmlinge“ genauer zu beobachten, wurde 1968 die Bio-Station „Rieselfelder Münster“ gegründet.

Im Laufe der Jahre wurde deutlich, dass die Rieselfelder die täglich anfallenden Abwassermengen Münsters nicht mehr bewältigen können. Eine Großkläranlage wurde gebaut, die die Rieselfelder von nun an überflüssig werden ließ. Es folgten Pläne zur Trockenlegung und zum Bau eines Gewerbegebietes, die von heftigen Protesten begleitet wurden. Nicht zuletzt Dank der Organisation „Rettet die Rieselfelder“ konnte die Trockenlegung und Bebauung der Rieselfelder verhindert und damit das Naturschutzgebiet erhalten werden.

Heute sind die Rieselfelder ein ausgewiesenenes Naturschutzgebiet, das jährlich rund 60.000 Besucher erkunden. Tiere und Pflanzen haben in den Rieselfeldern eine Fläche von fast 450 ha zur Verfügung. Der Großteil der Flächen ist nicht betretbar und dient dem Schutz störempfindlicher Tiere. Ein kleinerer Teil bieter als Naturerlebnisgebiet viele Informationen über die Bewohner der Rieselfelder, sowie passende Aussichtspunkte, um eben diese zu beobachten. Sowohl die Feldhügel, als auch die Beobachtungshäuser sind übrigens seit 2012 Barrierefrei! Lediglich der 12m hohe Beobachtungsturm kann nicht mit dem Rollstuhl befahren werden.

Anreise
Wer mit dem Auto hinfahren möchte, gibt in das Navi am besten „Coermühle 181, 48157 Münster“ ein. An der Bio-Station gibt es ein paar Parkplätze und viele Informationen rund um die Rieselfelder und ihre Bewohner.
Es bietet sich an, viel Zeit mit zu bringen, da auch die nähere Umgebung der Rieselfelder landschaftlich toll und sehenswert ist. Auch für ausgedehnte Fahrradtouren z.B. entlang des Dortmund-Ems Kanal ist die Gegend perfekt.
Vom Hauptbahnhof in Münster sind die Rieselfelder ca. 11 Kilometer entfernt. Die Anreise mit dem Bus ist verhältnismäßig „beschwerlich“ und nimmt ca. 50 Minuten in Anspruch.

Warum ich die Rieselfelder liebe

Ein von Menschenhand geschaffener Ort, den sich die Natur zurück erobert hat. Wie toll ist das bitte? Ich finde das unfassbar beeindruckend. Jedes Mal wenn ich dort bin, spüre ich eine unendlich tiefe Gelassenheit und absolute Begeisterung.

Wann immer ich in den Rieselfeldern unterwegs bin, genieße ich die unendliche Ruhe. Egal ob unter der Woche oder am Wochenende, direkt auf den Wegen und in den Häuschen ist es so gut wie nie überfüllt. Selbst wenn viele Menschen dort sind (z.B. auf dem Aussichtsturm) ist und bleibt es ruhig weil jeder die Tiere beobachten will, ohne sie aufzuscheuchen. Das Rascheln des Schilfs und der Bäume, das Schnattern der Gänse, das Quaken der Frösche, das surren der Bienen und Hummeln, hier und da hört man eines der Heckrinder.

Ich liebe die Rieselfelder, weil die Welt hier noch in Ordnung zu sein scheint. Weil es hier immer ruhig ist. Weil es so viel zu entdecken, zu lernen und zu genießen gibt. Diesen Ort und seinen Zauber zu beschreiben ist schier unmöglich, wer aber einmal dort war, wird ziemlich sicher sofort in seinen Bann gezogen.

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Über den Autor

Die Checkerin

Frohnatur! - Freak! - Philosophin!
Kommt selten schnell auf den Punkt, trifft aber irgendwann trotzdem den Nagel auf den Kopf.

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