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Ich liebe das Landleben – Stadt oder Land? Blogparade

Ich bin im Blogparaden-Fieber (und ehrlich gesagt gerade auch zu faul, Fotos für Reviews zu machen 😀 ) ! Aktuell gibt es einfach wieder so viele schöne Themen, die mich interessieren. Dieses Mal ist es die Stadt oder Land? Blogparade die auf dem Blog von Ilona gestartet ist. Einer Ihrer Artikel über das Leben als Stadtmensch hat offenbar für ordentliche Diskussionen gesorgt, und so lag die Idee nahe, diesem Thema gleich eine ganze Parade zu widmen. Ich nehme das dankend an 😀

Ich bin voll das Landei
Einigen erzähle ich damit sicher nichts Neues. Obwohl (oder gerade weil?) ich mein gesamtes Leben über in einer Großstadt lebe, zieht es mich aufs Land. Schon als kleines Kind war ich fasziniert von den ländlichen Regionen und habe mich nirgendwo so wohl gefühlt, wie auf dem Land, mitten in der Natur.
Mein größter Traum, zwischen Herz und Fernweh, ist ein Hof mitten im Nirgendwo. Am liebsten in Bayern. Mit ein paar Tieren, weitem Land, und ewiger Ruhe. Die Hühner spendieren frische Eier, der Garten Obst und Gemüse.

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Was bedeutet Stadtleben für mich?
Dreck, Lärm, unangenehme Menschen und Massen, Ungemütlichkeit, volle Straßen, volle Parks. Ich hasse es. Wirklich. Mir ist es zu laut. Zu anonym. Zu voll und ungemütlich. Ich krieg die Krise, wenn ich einen schönen Tag im Freibad, am See oder einfach nur im Park um die Ecke verbringen will und zwei Minuten später sich die ersten Gäste 2 cm neben mich setzen oder ich bei meiner Ankunft erst gar keinen Platz finde. Ich krieg die Krise, wenn ich mich bei jedem Einkauf an der Kasse fast prügeln muss. Wenn ich im Café keinen Sitzplatz mehr finde. Wenn ich für 3km mit dem Auto 3 Stunden brauche. Wenn ich beim Einatmen kaum wirklich reine Luft einatme,  beim Bloßen Fuß vor die Türe setzen, den Dreck meiner Mitmenschen sehe oder Angst haben muss, jeden Augenblick überfallen zu werden. All das und noch vieles mehr ist einfach nichts für mich. Ich mag die ungemütliche und herabgekommene Innenstadt von Wuppertal nicht. Ich mag die (meisten) Menschen hier nicht. Ich mag die Luft nicht. Ich mag den Lärm nicht.

Was bedeutet Landleben für mich?
Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass es fast überall schöner ist als in Wuppertal. Aber ganz besonders schön ist es auf dem Land. Dort wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen. Wo man den Großteil der Menschen um sich herum kennt. Ja, vielleicht bedeutet das auch, dass jeder alles von dem anderen weiß. Dass man weitere Strecken zurück legen muss, um mal was zu erleben. Um einkaufen zu gehen oder Partys zu feiern. Um ins Krankenhaus zu kommen und auch, um die Familie besuchen zu können. Aber das ist mir egal. Ich will Seelenfrieden. Ruhe. Weniger Lärm und weniger Dreck. Man kann als Landmensch Lieblingsorte haben, die vielleicht niemand kennt. Die irgendwo im Wald liegen, fernab von der „Zivilisation“. Wenn ich Menschen sehen will, dann kann ich es selbst entscheiden. Als Stadtmensch habe ich da gar keine Wahl, es sei denn ich schließe mich zu Hause ein oder fahre weit weg.

Abgeschiedenheit im Urlaub
Während der Großteil in unserem Umfeld bei Gesprächen über den Urlaub Großstädte und sehr touristische Orte aufzählt, beinhaltet unsere Liste Städte und Dörfer wie Twietfort, Bad Bertrich oder Lage. Extrem touristische Urlaubsziele finde ich ebenso gruselig wie Großstädte. Zumindest, um echte Erholung zu finden. Ich muss dafür zwingend irgendwo sein, wo es ruhig und verlassen ist. Ein Ort, den vielleicht kaum jemand als Urlaubsziel auswählen würde. Oder einer dieser Orte, der zumindest außerhalb der Hauptsaison nicht so voll ist. Wir haben mehrmals versucht, uns mit touristischen (Groß)Städten anzufreunden, aber waren jedes Mal eher enttäuscht, als entzückt. Eines der Beispiele ist sicher unser Wochenende in Brügge. Eine wunderschöne, traumhafte Stadt, deren Charme aber unter den touristischen Massen extrem leidet. Deshalb ist Abgeschiedenheit im Urlaub für mich unverzichtbar 🙂

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Vorerst bleibe ich Möchtegern-Landmensch
Trotz meiner großen Sehnsucht nach echtem Landleben, bleibe ich vorerst Möchtegern-Landmensch. Mein Traum lässt sich aus vielerlei Gründen aktuell nicht leben. Ich sitze hier fest. Fürs Erste ist das aber auch okay so. Ich kenne es ja nicht anders. Und ein klein wenig Gutes hat das Stadtleben ja trotzdem. Immerhin sind hier fast alle Menschen, die mir wichtig sind, auf einem Fleck. Wir können uns jeder Zeit sehen, sogar zu Fuß erreichen. Diesen Luxus werde ich sicher noch einige Jahre mehr genießen können und müssen 😉

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Über den Autor

Die Checkerin

Frohnatur! – Freak! – Philosophin!
Kommt selten schnell auf den Punkt, trifft aber irgendwann trotzdem den Nagel auf den Kopf.

10 Kommentare

  • Danke für deinen Beitrag 🙂 Ich bin verblüfft, ihn zu lesen, muss ich sagen. Ich habe ja nur ein einziges Jahr auf dem Land verbracht und habe es wohl ähnlich gehasst, wie Du das Stadtleben in Wuppertal – deshalb wollte ich so schnell wie möglich dort weg. Dass Du dir das so lange „antust“, verblüfft mich doch. Ich kenne Wuppertal gar nicht – gibts da keinen ländlich geprägten Stadtrand, wie etwa in München oder in Wien?

    Allerdings würd ich trotzdem empfehlen, eine Testphase „Wohnen auf dem Land“ zu machen, bevor du dir einen Hof kaufst 😀 Ich habe festgestellt – nachdem ich aufs Land gezogen war – für wie selbstverständlich mal viele Annehmlichkeiten in der Stadt nimmt und plötzlich sind sie nicht mehr da :-/ Dabei hat man nie gedacht, dass das etwas Besonderes ist, aber plötzlich ist es das – und es fehlt. 🙁

    Wie dem auch sei: DANKE, dass Du teilgenommen hast 🙂

    • Hey Ilona,

      ich dachte mir fast, dass Dich das verblüfft 😀
      Doch klar, auch Wuppertal hat ein paar schöne Ecken und ist sogar grünste Großstadt Deutschlands. Aber man muss das Grün schon gezielt anfahren und (für mein Empfinden) schöne und vor allem ruhige Orte suchen. Auch ländlichere Orte gibt es hier natürlich, aber mir ist das nicht schön und ruhig genug. Ich wohne bereits jetzt eher etwas abseits der Stadt und relativ grün, es reicht mir nur nicht.

      Ich bin mir mit meinem Traum wirklich seit vielen Jahren sehr sicher. Tatsächlich gehe ich nahezu nie in die Stadt einkaufen oder typisch „shoppen“, fahre extra weiter weg (oft sogar in kleine Städte in Holland oder in rund 50km entfernte Dörfchen) , um beim Einkaufen meine Ruhe und das gewünschte Flair zu haben. Ich gehe hier nur sehr selten in Discos oder Kneipen, besuche Restaurants zu 80% außerhalb der Stadt, sogar zum Schwimmen oder für andere Aktivitäten zieht es mich/uns meist aus Wuppertal raus. Die Stadt selbst nutze ich wirklich sehr wenig und so gibt es, abgesehen von dem erwähnten Luxus meine Familie und meine Freunde bei mir zu haben, kaum Annehmlichkeiten die ich vermissen könnte.

      Dass ich mir das so lange antue, hat eine recht lange Hintergrundgeschichte. Hängt, kurz gesagt, vor allem mit meiner Familie, meinen aktuellen finanziellen Möglichkeiten, meinem heißgeliebten Job und einigen Schicksalsschlägen zusammen.

      Habe sehr gerne teilgenommen! 🙂

      • das ist witzig, also dass Wuppertal als grünste Großstadt gilt – das wusst ich bisher nicht – aber offenbar doch nicht so ländlich rüberkommt, wie dus gerne hättest 😀
        Ich glaube, ein derzeitiger Wohnort (gerade noch so) in München wäre was für dich 😀 Zwei Minuten und ich stehe auf dem Feld *g* Hier merkt man wirklich, dass es früher Dörfer waren, die jetzt zusammen gewachsen sind. Find ich einen angenehmen kompromiss, aber brauchen würd ich es nicht. So lange ich ruhig wohne und ohne Straße direkt vor der Haustür (die ich auf dem Land leider hatte :-/ ), bin ich zufrieden

        • Habe gerade schon bei Brigitta und Alex von Reiseum.de geschrieben, dass mein „Wuppertal-Unmut“ und der „Großstadt-Hass“ wohl auch dem Ruhrpott-Flair zu verdanken ist.
          München finde ich z.B. wirklich hübsch und dort habe ich mich im Urlaub sehr wohl gefühlt. Wäre mein Traum-Landleben nicht möglich, wäre München (zumindest am Stadtrand) also eine denkbare Großstadt-Alternative 😀
          Hier wo ich jetzt wohne, fühle ich mich für Wuppertaler-Verhältnisse auch „okay“.

          Aber mein absoluter Traum wäre dennoch ein Häuschen umringt von Wiesen und Wäldern mit Blick auf die Alpen. Ob sich das nun auf lange Sicht dann wirklich einmal erfüllt, steht ja auf einem ganz anderen Blatt.
          Es würde für die Zukunft auch schon reichen, aus Wuppertal raus zu kommen. Meine Oma z.B. wohnt, ebenso wie eine gute Bekannte, an der Grenze zu Wuppertal in einem sehr ländlich geprägten Ort. Gerade die Bekannte hat, wenn man von den fehlenden Alpen absieht, genau das Traumhaus für mich. Absolut abgeschieden vom Rest der Stadt, schön grün und ländlich, aber eben trotzdem noch so nah am Geschehen, dass man keine 100km fahren muss, um auch mal was erleben zu können. So könnte ich es mir durchaus für später vorstellen 🙂

          • Mir ist München ja auf Dauer doch etwas zu provinziell, auch wenn ich sehr sehr froh bin, jetzt dort zu sein 😀 Es gibt kleinere Städte, die mehr Großstadtflair haben als München – hier merkt man die einzelnen Dörfer halt doch.
            In meinem Stadtlust, Landfrust-Artikel habe ich ein paar Bilder vom Münchner Stadtrand – das würde wohl keiner für Teil einer Großstadt halten *g*

            Früher oder später wird sich schon was passendes finden – auch wenns nicht das eigene Häuschen mit Bergblick ist, Immobilien am Land sind ja doch recht günstig 😉

  • Hallo Sandra,
    wir haben auch schon teilgenommen an der Blogparade von Ilona, und es ist wirklich interessant, was jeder zu dem Thema zu sagen hat. Wir können uns im Moment nicht vorstellen, auf´s Land zu ziehen, aber der Lärm und der Feinstaub hier in München nerven uns auch gewaltig! Vielleicht treffen wir uns irgendwann auf nem Bauernhof in Bayern 🙂
    PS: ich komme ja aus Essen, und ich kann nachvollziehen, dass Wuppertal auch nicht so prickelnd ist, aber mach das beste drauss und besuche weiterhin die kleinen Städte – oder fahr mal an den Baldeneysee, ist ganz nett dort!

    • Ich find es auch irre interessant! Es wäre zu köstlich, wenn wir uns da in Bayern wirklich eines Tages über den Weg laufen 😀
      Ihr als Städter seid dann natürlich herzlich Willkommen 😉

      Den Rest meines Romans habe ich ja direkt auf Eurem Blog hinterlassen

  • Du und Wuppertal, eine Hassliebe, von der ich ja nun auch schon lange weiß. Ich hab schon oft erzählt dass ich es früher bedauert habe, ein Landei zu sein. Erst jetzt, da ich älter werde, weiß ich die pure Natur und Idylle zu schätzen. Schön ist auch, dass meine Kinder und ich hier trotzdem nur einige Straßen voneinander weg leben und uns sehen, so oft wir wollen. Was will ich mehr. Es ist herrlich und mein Mann Klaus (in Gelsenkirchen geboren und in Bochum und Dortmund aufgewachsen) möchte hier auch nicht mehr weg. Also: passt!
    Ich wünsch Dir ganz dolle, dass sich Dein Traum irgendwann erfüllt. Du siehst auf Deinen Fotos vom Urlaub oder Land immer so happy aus. 🙂

    • Hach ja, Du hast absolut Recht. Sobald ich da draußen irgendwo bin, wo es schön idyllisch ist, ist alles andere vergessen 🙂
      Da bin ich tatsächlich immer glücklich.
      Ihr wohnt da aber auch wunderschön, da kann Klaus ja schon kaum irgendwas anderes sagen. Gerade wenn man Euren Wohnort z.B. mit Bochum oder Dortmund vergleicht 😀

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