Beauty & Health

Blistex Happy Lips – Küssen verboten!

Heute am Welttag des Kusses, gibt es ein passendes Thema. Ich stelle Euch Produkte vor, mit denen das Küssen aus meiner Sicht verboten sein sollte.

Ich habe mir schon des öfteren vorgenommen, bei Pflegeprodukten nicht mehr so naiv zu sein. Leider scheint mir das immer noch nicht so richtig gelingen zu wollen. Erneut scheint die Werbung unbewusst für ein absolutes falsches Bild zur Marke Blistex gesorgt zu haben. Tatsächlich sagt mir der Name „Blistex“ sehr viel, aber benutzt habe ich bisher keines der Produkte. In meinem Gehirn stand Blistex für hochwertige, medizinische Lippenpflege, die vor allem in Apotheken erhältlich ist. Fragt mich jetzt bitte nicht, wie genau dieses Bild in meinem Kopf zustande kam aber ich dachte dabei immer an eine gesündere Alternative zum allseits bekannten und beliebten Labello. Deshalb hab ich mich erstmal auch gefreut, das Happy Lips Sortiment von Blistex genauer kennen lernen zu können.

Blistex Happy Lips

Blistex Happy Lips

Die Happy Lips Serie von Blistex launchte die ersten zwei Produkte im Januar 2014. Die fruchtig-frischen Lippenpflegestifte mit Lichtschutzfaktor sollen vor allem die jüngere Zielgruppe ansprechen. Blistex selbst schreibt dazu:

Die fruchtig-frischen Düfte der jungen Blistex-Pflegeserie Happy Lips pflegen mit Spaß für mehr Spaß.
Egal wo Du bist, egal was Du tust, Deine Lippen sind für alle Deine Abenteuer gerüstet und passen zur Stimmung Deines Momentes. Genieße die süßen Augenblicke mit Happy Lips Erdbeere, koste Deine exotische Seite aus mit Happy Lips Mango und sei spritzig frisch mit Happy Lips Orange. Quelle: Blistex.de

Erhältlich sind also die Sorten Erdbeere, Mango und ganz neu nun auch Orange. Die farbenfrohen Verpackungen, aber auch der unsagbar leckere Duft der Pflegestifte, sprechen mich eigentlich sofort an, haben aber mit dem Blick auf die Inhaltsstoffe für mich sämtlichen Charme verloren. Erhältlich sind die Pflegestifte in den Drogeriemärkten und teilweise auch in Apotheken zum Preis von ca. 2€ – 3€.

Schlimmer geht immer

Vor etwas über einem Jahr hatte ich bereits ausführlich über Sinn und Unsinn chemischer Lippenpflege und meiner persönlichen Meinung dazu berichtet. Eigentlich war für mich bereits damals klar, dass herkömmliche Lippenpflege bei mir nicht mehr „auf dem Tisch“ bzw. am und im Mund landet. Wie oben bereits erwähnt, bin ich aber mal wieder der Werbung auf den Leim gegangen. In all den Jahren hat sich die Marke Blistex mir als „medizinisches Produkt“ eingeprägt. Blistex galt z.B. bei meinen Großeltern nicht als typischer „Pflegestift“, sondern als spezielles Produkt, um beanspruchte Lippen wieder gesunden zu lassen und Herpes vorzubeugen. Irgendetwas in mir ist immer noch da, das die Hoffnung auf natürlichere Inhaltsstoffe bei Großkonzernen noch nicht ganz aufgegeben hat. Firmen wie Burt´s Bees zeigen uns ja auch eindrucksvoll, dass das funktionieren kann.

Die Inhaltsstoffe und der Hype um Labello haben mich letztes Jahr dazu veranlasst, über chemische Lippenpflege und bedenkliche Inhaltsstoffe zu schreiben. Dort waren es aber nur drei nicht empfehlenswerte Stoffe und ein eingeschränkt empfehlenswerter Stoff. Im Hinblick auf die Zusammensetzung der Happy Lips Pflegestifte von Blistex ist das, sarkastisch formuliert, schon als „naturnah“ anzusehen. Mein persönlicher „Akzeptanzrahmen“ wird mit den Inhaltsstoffen der Happy Lips regelrecht gesprengt.

Die Inhaltsstoffe der einzelnen Produkte variieren nur minimal, so dass ich beispielhaft die INCI Liste für die Sorte Blistex Happy Lips „Erdbeere“ aufführe:

Paraffinum Liquidum, Phenyl Trimethicone, Petrolatum, Ozokerite, Cera Microcrystallina, Hydrogenated Polyisobutene, Ethylhexyl Methoxycinnamate, Paraffin, Pentaerythrityl Tetraethylhexanoate, Benzophenone- 3, Bis-Diglyceryl Polyacyladipate-2, Dimethicone, Polybutene, Aroma, PPG-5-Ceteth-20, Isostearoyl Hydrolyzed Silk, Arachidyl Alcohol, Benzyl Benzoate, Behenyl Alcohol, Phenoxyethanol, Arachidyl Glucoside, Panthenyl Ethyl Ether, Tocopheryl Acetate, Saccharin, Limonene, Citral, Methyl 2 Octynoate

Rot markierte Inhaltsstoffe = nicht oder wenig empfehlenswert
bordeaux markierte Inhaltsstoffe = eingeschränkt empfehlenswert
grün markierte Inhaltsstoffe = unbedenklich
schwarz markierte Inhaltsstoffe = nicht angegeben

Das volle Programm!
Erdöle, Silikone, MOAH, PEG, evtl. Formaldehyd Rückstände

Insgesamt enthalten die drei Sorten sage und schreibe sechs , auf erdöl- oder mineralöl basierende, Stoffe. Die Stiftung Warentest hatte kürzlich erst potentiell krebserregende Kosmetika (darunter auch Blistex) unter die Lupe genommen und dabei, unter anderem wegen hoher MOAH und MOSH Rückstände, von mineralölhaltigen Lippenpflegestiften abgeraten. Ich komme auf dieses Thema gleich noch mal zurück.

Neben der bekannten Erdöl und Mineralöl Problematik, finden sich viele weitere, aus meiner Sicht (und den Angaben von Bio-Kosmetika nach), bedenkliche Inhaltsstoffe. So soll sich Paraffinum Liquidum beispielsweise mit dem Hauttalg zu einer hautfremden Substanz verbinden und bekannt für seine massive allergisierende Wirkung (verursacht teilweise auch die sogenannte Mallorca Akne) sein. Petrolatium kann Rückstände von Formaldehyd und giftigen polcyclischen Aromaten enthalten. Benzophenone-3 steht im Verdacht, ähnlich wie das weibliche Hormon Östrogen zu wirken. Darüber hinaus lassen sich Rückstände des UV-Filters mittlerweile in menschlicher Muttermilch und z.B. in den Körpern von Fischen nachweisen. Zum enthaltenen PPG-5-Ceteht-20, das auf PEG basiert, empfehle ich Euch den folgenden Artikel: Warum sind PEGs problematisch? .

Ich könnte mich eventuell auf einige Stoffe einlassen, wenn sie nur oberflächlich auf meiner Haut angewendet werden würden. Die Happy Lips Lippenstifte sind aber bewusst mit leckerem Geruch und Geschmack gemacht. Weil man Produkte auf den Lippen direkt schmeckt und sie auch, durch die Nähe zur Nase, riecht. Wir befeuchten immer wieder unsere Lippen mit der Zunge, reiben die Lippen hin und her, wir essen und trinken. Wenn das Produkt dann noch gut schmeckt, probieren wir vielleicht sogar absichtlich an den Lippen rum. Und mit all diesen Handlungen nehmen wir auch die, in den jeweiligen Produkten enthaltenen, Inhaltsstoffe in unseren Körper auf. Das geht für mich, z.B. bei evtl. hormonell wirksamen oder potentiell giftigen / krebserregenden Stoffen einfach absolut gar nicht.

Man kann mir erzählen was immer man möchte. Mag sein, dass es keine Beweise gibt. Dass die einzelnen Stoffe auch irgendwelche tollen Eigenschaften haben. Mag sein, dass sie so niedrig konzentriert sind, dass eigentlich nichts passieren kann. Und auch, dass sich all das absolut im rechtlichen Rahmen bewegt.

Chemische Zusammensetzung, deren Wirkung auf unseren Organismus wir nicht zu 100% belegen und beeinflussen können, haben aus meiner Sicht keine Berechtigung, in meinen Mund zu gelangen. Es gibt aus meiner Sicht keine legitime Rechtfertigung, für die unnötige Verwendung solcher chemischen Inhaltsstoffe. Nicht, wo wir alle wissen, dass es auch anders geht.

Eine Liste für unbedenkliche Kosmetika  und (weitesgehend) echte Naturkosmetik findet Ihr hier: Liste für unbedenkliche Kosmetika

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Die Checkerin

Frohnatur! – Freak! – Philosophin!
Kommt selten schnell auf den Punkt, trifft aber irgendwann trotzdem den Nagel auf den Kopf.

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