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Kolumne

Immer wieder Sonntags 140

Tja, das Hauptthema dieser Woche habe ich gestern schon in diesem Artikel ausgeführt, jetzt fehlt mir einiges an Content für „Immer wieder Sonntags“. Mimimi. Aber ich weiß, dass mindestens vier Personen ganz aufgeregt sind, was ich denn wohl zum Thema „Schattenseminar“ bei Magdalena Salvato schreibe, bei dem ich den ganzen vergangenen Sonntag meine Zeit verbracht habe.

Das Thema ist allerdings gar nicht so leicht hier zu platzieren. Wie Ihr wisst, ist es mir besonders wichtig, die Privatsphäre anderer Menschen zu wahren und ich habe das Gefühl, dass ich das in diesem Fall nicht könnte, wenn ich eingehender darüber schreiben würde. Diese Begegnungen und Erfahrungen gehören hier nicht hin, auch dann nicht, wenn ihr die Personen gar nicht kennt. Deshalb gibt es dazu also in expliziterer Form nichts zu lesen, außer: es war das richtige Seminar, mit den richtigen Menschen, am richtigen Ort und zur richtigen Zeit. Es hat mich sehr gefordert und getriggert, aber auch voran gebracht und geheilt.

Wovon ich Euch aber erzählen kann ist, was der Schattengefühle-Tag mit mir gemacht hat. In besagtem Artikel von gestern (HIER nochmal zum Klicken) habe ich das ja schon relativ klar ausgeführt. Dennes ging kurzzeitig auch um meine Authentizität. Mir ist an diesem Sonntag klar geworden, dass ich für MICH authentisch sein muss. Und dass das leider auch bedeutet, dass ich andere Menschen manchmal verletzen muss, um für mich selbst einzustehen. Das ist etwas, das mir unsagbar schwer fällt.

Wenn es mir schlecht geht, weil jemand mich verletzt hat, dann nehme ich das einfach so hin. Im Normalfall kann ich nicht zum Ausdruck bringen: „HEY, das tat mir weh!“ weil ich umgekehrt niemanden verletzten möchte. Ich habe aus dieser Verhaltensweise heraus sehr viel mit mir machen lassen, die Schuld immer bei mir gesucht. Mir eingeredet, dass alles an mir liegt, ich mir die meisten meiner Gefühle eh nur einbilde, ein bisschen überempfindlich bin und die anderen es gar nicht so meinten. Brav lächeln und nicken. (Hallo, unterdrückte Schattengefühle!). Nicht selten habe ich mich sogar entschuldigt oder bedankt, obwohl eigentlich ich die Verletzte war. Völlig absurd!

In den Gefährtinnen-Workshops habe ich zum Glück gelernt, wie unglaublich stark und richtig meine Gefühle, meine Empathie, meine Intuition sind. Während ich früher also davon ausging, dass 90% meiner Gefühle falsch sind, weiß ich heute, dass 100% meiner Gefühle richtig sind. Weil es MEINE Gefühle sind. Niemand kann mir absprechen, dass sie falsch sind. Ganz davon abgesehen, liege ich aber auch zu 90% mit meinen Gefühlen richtig. Ich weiß ganz oft intuitiv, was andere brauchen, was sie denken, fühlen, wie sie sind, womit sie ein Problem haben und häufig sogar, was sie in ihrer Kindheit erlebt haben.

Mittlerweile ist mir klar, dass meine Gefühle ein Segen sind. Ich LIEBE es, zu fühlen und zu wissen, dass es richtig ist. Leider führt diese Bewusstheit aber auch zu Schmerzen. Gerade in diesem meinem „Jahr der Erkenntnisse“ musste ich viele, schmerzliche Eingeständnisse verarbeiten. Gefühle aus der Vergangenheit, bei denen ich mir Jahre lang einredete, sie mir einzubilden, mussten nochmal gefühlt werden, damit ich sie gehen lassen kann. Ich musste und muss lernen zu verzeihen, loszulassen und anzuerkennen.

Gestern schrieb jemand, dass es eine Kunst ist, sich und andere so zu reflektieren, wie ich es mache. Und ja, da ist was dran. Ich kenne wenige Menschen, die sich ehrlich selbst reflektieren und daran Spaß haben, sich/andere so tiefgründig zu erforschen und wahrzunehmen. Aber für mich ist die Kunst nicht, Dinge zu reflektieren, sondern diese Reflexionen dann auch zu leben.

Ich muss möchte lernen, mir selbst so viel wert zu sein, dass ich für mich einstehe. Dass ich mich ehre und schätze. Gerade in Bezug auf meine Gefühle. Dass ich nicht beschwichtigend zurückweiche, nur um andere im Gegenzug nicht zu verletzen, sondern standhaft bleibe.

Ich möchte lernen, meinen Schattengefühlen Raum zu geben. Wut, Trauer, Verletzung, Scham, Neid, Angst, Hilflosigkeit, Ohnmacht (…). Mir vor allem zu erlauben, wütend zu sein, wenn ich wütend bin. Traurig zu sein, wenn ich traurig bin. Abneigungen zulassen, wenn ich sie spüre. Solche Gefühle nicht wegzulächeln mit einem „Alles wird gut.“. Auch mal pessimistisch sein.

Denn da schließt sich der Kreis: erst wenn ich solche Gefühle zu lasse und aufrichtig lebe, kann ich meine Fröhlichkeit authentisch leben.


Mit diesem Thema fällt mir ein weiteres Thema ein: meine „Carry on, Frohnatur“- Engel-Kette ist vor einigen Wochen kaputt gegangen. Während ich überlegte, ob ich mir eine neue Kette für den Engel bestelle, kamen Gefühle der Ablehnung hoch. Ich hatte plötzlich das Gefühl, dass es Zeit für was Neues ist. Dass ich nicht mehr diesen „WEITERMACHEN, WEITERMACHEN, WEITERMACHEN“ Gedanken brauche. Und irgendwie auch, dass die Frohnatur von damals erwachsen geworden ist.

Da war auch das Gefühl, dass es mehr um mich und meine Pläne gehen sollte, als um die Verluste meines Lebens. Denn die hängen unweigerlich in dieser Kette drin. Ich habe sie ja wenige Monate nach Papas und Opas Tod anfertigen lassen und wollte einen Anker für diese schwere Zeit haben. Irgendwie muss ich den Anker jetzt aber mal loslassen. Weil er mich auch ein Stück weit festhält und ich das nicht mehr will.

Außerdem haben mich, vor allem auf Instagram, irgendwie alle mit dieser Kette „identifiziert“. Das fand ich nicht mehr passend, weil ich nicht die Kette bin und die Kette nicht ich ist. Ziemlich geschwollen tiefsinnig mal wieder, aber wer mich verstehen will, wird mich verstehen ;-) Die Zeit wird jedenfalls was Neues bringen.


Dienstag war ich noch beim Arzt, zur letzten Untersuchung. Er wollte mich mal durchchecken, damit uns nichts entgeht. Das Schöne daran ist: alles ist gut. Meine Blutwerte sind super, Mineralien, Vitamine, Cholesterinwerte usw. haben sich, im Vergleich zu Sommer 2017, massiv verbessert (Häää? Obwohl ich mich vegan ernähre? Wie geht das denn? :-D ). Entgegen der weitläufigen Befürchtungen habe ich weder Diabetes, noch Bluthochdruck und auch der Fitnesstest fiel deutlich besser aus, als noch vor vier Jahren. Damals mussten wir ihn nämlich nach fünf Minuten abbrechen, weil mein Puls zu hoch war. Hoch ist er zwar im Ruhezustand immer noch, er normalisiert sich aber bei körperlicher Betätigung und ist, in Anbetracht der Tatsache, dass ich gar keinen Hochleistungssport betreibe, dennoch im grünen Bereich. Dementsprechend zufrieden bin ich mit den Ergebnissen.

Die Nachfragen anderer (z.B. weil ich sehr viel trinke und schnell Kreislauf bekomme), ob ich „Zucker“ oder „Blutdruck habe“, haben mich schon so manches mal verunsichert und auch beängstigt. Dass ich das entsprechend doch nochmal alles habe nachchecken lassen, beruhigt mich. Auch wenn wir da wieder beim Thema sind: eigentlich hätte ich auch einfach auf mein Gefühl hören können, statt mir von anderen irgendwas einreden zu lassen ;-)


Ansonsten war diese Woche vor allem anstrengend. Seit ich nicht mehr als Angestellte arbeite, gibt es viel zu tun. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass ich noch nie so viel gearbeitet habe, wie jetzt. Das Schöne dabei ist aber, dass es mir gut tut und ja ohnehin für mich ist. Es erfüllt mich, es macht mir Spaß und ich habe dennoch viel mehr Freizeit als vorher. Weil ich die Zeit a) selber bestimme und b) auch intensiver nutze als früher.

Ich habe diese Woche noch mein zweites 1:1 Coaching mit Jennifer Witte gehabt und wieder unsagbar viel gelernt. Mehr dazu habe ich HIER geschrieben. Mir ist im Kontakt mit anderen dann noch aufgefallen, dass sehr viele den Sinn hinter diesem Coaching nicht verstehen. Ich werde, wie auch schon bei meiner Umstellung auf eine pflanzliche Ernährung, immer wieder gefragt, wie meine Diät läuft. Die Mauern in unseren Köpfen sind bei sowas echt schwer zu durchbrechen.

Man sieht, da ist jemand der stämmig ist und mit einem Nutritioncoach zusammen arbeitet. Es MUSS dann automatisch um Diäten, Abnehmen, Gewicht und Verbote gehen. So ist es aber nicht. Für mich geht es, wie so oft, um Bewusstsein. Ich möchte mir selbst auch im Bereich Ernährung/Gesundheit/Sport näher kommen. Wo kommen die schlechten Gefühle her? Welche Verletzungen sind mit diesen Themen verbunden? Welche Gründe gibt es für mein Handeln? Wie kann ich mich auch in diesem Bereich mehr wert schätzen und lieben? Woher kommt eigentlich mein Heißhunger? Was kann ich vielleicht für mich verbessern, damit es mir im Alltag besser geht?

Ich halte nichts von Diäten und (oft sehr dogmatischen) Ernährungskonzepten jeglicher Art. Nichts davon, sich täglich oder wöchentlich zu wiegen. Ich find Verbote genauso blöd wie die Einteilung „gutes und schlechtes Essen“. Weil für gewöhnlich, wie immer, die Dosis das Gift macht. Es gibt Gründe, warum alles so ist, wie es ist. Und genau das möchte ich erkennen und verstehen lernen. Nicht zuletzt, weil ich dieses Thema mein Leben lang beiseite geschoben habe.

Jenny von ilovespa.de hat zu diesem Thema eine Kategorie mit dem Namen „Körperakzeptanz„. Die Artikel dort spiegeln sehr gut wieder, was ich zu diesem Thema denke. Wir sind nicht immer zu 100% einer Meinung, aber der Großteil passt für mich sehr gut und ist sowieso und auf jeden fall lesenswert.

Mehr gibts für heute nicht zu erzählen! :-)

Aphorismus der Woche:

Wenn ihr’s nicht fühlt, ihr werdet’s nicht erjagen,
Wenn es nicht aus der Seele dringt
Und mit urkräftigem Behagen
Die Herzen aller Hörer zwingt.
(Johann Wolfgang von Goethe)

|Gesehen| noch viel mehr Wildgänse-Scharen die gen Süden ziehen, das war SO schön. Vor allem weil ich scheinbar die Einzige war, die sei bemerkte.
|Gelesen| Osho – Reife: Sei, was du bist*
|Gehört| Zugvögel :-)
|Getan| gearbeitet, gefahren, gelernt, gesehen, geredet, gelacht, geweint, genossen, gefühlt
|Gegessen| siehe „Was essen wir heute?
|Gedacht| Und jetzt noch Schnee!
|Gefreut| über das Buch „Ästhetisches Sterben: mit Lachen und Meditation„*, über eine riesigen Mondstein*, über schöne Spaziergänge und tiefsinnige Abende
|Geärgert| über Ämter jeglicher Art
|Gewünscht| irgendwas nach Weihnachten
|Gekauft| neue weiße Stifte*, neues Meersalz* für die Käseherstellung, neue Cashewkerne* für selbiges Vorhaben, eine probiotische Kur
|Geliebt| dieses wunderschöne Herbstwetter und die eisige Kälte
|Geschrieben| Wie fühlt man sich als Mensch, in einer scheinbar perfekten Welt? und „Was essen wir heute?
|Geplant| ein 3-tägiges IHK Seminar, der vorletzte Gefährtinnen-Abend, außerdem fahre ich mit einer Freundin ins GOP Varieté Essen, um mir die Vorpremiere von Bang Bang anzusehen.

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