Immer wieder Sonntags


Immer wieder Sonntags 172

|Aphorismus der Woche|

Auf einmal
treten Menschen in dein Leben,
die sehen in dich hinein.
Sie sehen dein wahres Ich,
deine Verletzlichkeit,
deine zarte Seite,
deine Sanftmut.
All das, was niemand sah,
nicht einmal du selbst.

Dann spätestens weißt du,
es hat sich gelohnt.
Es hat sich gelohnt,
dass du immer und immer wieder im Feuer stehen geblieben bist,
um deine äußere Hülle zu verbrennen.
Du weißt jetzt,
du hast nichts verloren,
du hast nur deinen Panzer abgelegt,
sodass die Menschen,
die es wirklich wollen,
dich sehen können.
Dich,
mit ALLEM was dich ausmacht…
❤️

©️Ramona Nabli, Seelenrauschen

|Gesehen| Low Budget Stuntman* (stumpf, aber irgendwie gut) und ein paar Folgen Black Mirror (gar nicht mal so unrealistische Dystopie, mit schöner Gesellschaftskritik teilweise)
|Gehört| Königin & Samurai* und nochmal Das geheime Leben der Bäume* (ich find’s einfach sooo interessant!)
|Getan| gearbeitet, geschwitzt, geweint, gelacht, gegangen, gemalt, gebastelt, gelassen
|Gegessen| endlich gab’s wieder einen Essensplan – natüüüürlich angepasst an die herrschenden Temperaturen :-)
|Gefreut| über eine Eichelhäherfeder, frische Himbeeren aus dem Wald, neuen Fokus, gute Ergebnisse beim Gesundheitscheck, ein gemaltes “Portrait” von mir
|Gelesen|Verdammnis*
|Geärgert| über mich
|Gekauft| nix
|Geliebt| frischen Wind
|Geträumt| dieses Mal erinnere ich mich nur schemenhaft an einzelne Kurzszenen. Eine zeigt mich verwundert darüber, auf einem Fest nur ungeschminkte Frauen anzutreffen. Eine andere zeigt mich im Wald, auf der Suche nach irgendwem und dann bleib ich plötzlich stehen und leg mich ins Moos. Aha. :-D
|Geklickt| durch ein paar zu verkaufende Häuser und Grundstücke
|Geschrieben| nur den Essensplan für diese Woche, zu mehr hat’s nicht gereicht


Diese Woche war irgendwie sehr emotional und traurig. Es ist nichts Bestimmtes passiert, mir sind aber ein paar Dinge klar geworden, die mich erst mal nach hinten geworfen haben. Letzten Endes sind es vor allem Enttäuschungs- und Wachstumsschmerzen. Mir ist bewusst geworden, dass ich mich in dem ein oder anderen Bereich meines Lebens vor der Wahrheit gedrückt habe. Zum Beispiel in Bezug auf die Qualität und Festigkeit der ein oder anderen Freundschaft. Da gab es in den letzten Monaten die ein oder andere Enttäuschung, die mich (unverhofft weil schön geredet) getroffen hat.

In Kombination mit der Tatsache, dass die Seminarreihe bei Magdalena für mich nach zwei Jahren zu Ende geht und die regelmäßige Zusammenkunft von Frauen in einem energiegeladenen, geschützten Raum, damit aus meinem Leben verschwindet, hat mir das Unbehagen bereitet. Das Loslassen dieser Konstante, die seit 2017 Teil meines Lebens ist, fällt mir schwerer als ich dachte. Viele der Frauen haben mich seit dem begleitet. Die Begegnungen und Erfahrungen in den Workshops waren immer mit einer besonderen Intensität und Präsenz verbunden.

Mir ist klar, dass die Energie und Präsenz, alleine schon durch die finanzielle Investition, dieselben Ziele, den besonderen Raum etc., dort eine ganz andere ist. Etwas, dass man in der “Realität” für gewöhnlich auf diese Art gar nicht erlebt, weil wir alle uns da auf anderer Ebene begegnen. Es ist ein Stück weit künstlich herbei gerufen und doch ist es eben real. Diese Intensität und Verbundenheit ist möglich und wahr.

Gerade wachse ich aus alten, teilweise sehr einseitigen Verbindungen heraus. Begleitet immer und immer wieder von der Frage:

Was bleibt, wenn ich all das los lasse?! 

Und die Antwort darauf, die ich eigentlich schon lange kenne, macht mir erst mal Angst. Weil es eine Wahrheit ist, die ich immer wieder versuche zu verdrängen. Erst mal bleibe nur ich. Wenn man den Gedanken weiter spinnt, würde es im übertragenen (und vielleicht etwas überspitzten) Sinne bedeuten: wenn sie tot sind, ändert sich nichts. Es macht gedanklich kaum einen Unterschied.

Aber ich habe auch nichts dafür getan, dass es anders ist. Ich habe mir mein Umfeld so kreiert, wie es ist. Habe mich niemals beschwert, niemals mehr gefordert, immer nur zaghafte Zeichen gegeben und angeboten. Ich hab viel zu oft “Kein Problem” gesagt, obwohl es eben DOCH ein Problem war. Mich mit dem zufrieden gegeben, was ist.

Gleichzeitig bin ich auch ein Mensch, der Verbindlichkeiten und Pläne nicht so gern mag (Woher soll ich wissen, worauf ich in zwei Wochen Lust habe :-) ), der wenig von sich aus erzählt, eher zuhört und bei zu vielen Terminen/Verpflichtungen schnell genervt ist.

Nachdem ich für mich verinnerlicht hatte, dass mir alle Türen offen stehen, wenn ich nur will, war dann auch wieder gut mit Drama. Jetzt stehe ich also vor einer neuen Abzweigung und darf entscheiden, wie es weiter geht. Welche Intensität sollen meine Verbindungen haben über die Workshops hinaus haben? Wohin gehe ich? Und mit wem?


Beim durchschauen alter Fotos bei Facebook ist mir aufgefallen, wie krass sich mein Konsumverhalten gewandelt hat und auch, wie sehr selbst nach meiner Messie-Zeit noch mein inneres Chaos im Außen sichtbar war. Neben der Tatsache, dass ich zwei überfüllte Kosmetikschränke, meine Klamotten und viele nutzlose Einrichtungsgegenstände los gelassen habe (hier mehr dazu lesen), sieht man es auch an solchen Vorher – Nachher Fotos.

Wenn ich mir die alten Fotos ansehe, fällt mir auf, wie viel ich damals versucht habe über Konsum zu regeln. Die bunten Treaclemoon Duschgele beispielsweise habe ich gekauft, um sie zu besitzen. Nicht, weil ich sie brauchte oder unfassbar toll fand. Die heute deutlich minimalistischere Wohnung verschafft mir ein Gefühl von Ruhe, Ordnung und Frieden.

Früher besaß ich Unmengen an Kosmetik, hab mir zu Weihnachten Lidschatten Paletten gewünscht, obwohl ich mich nie großartig geschminkt habe. Die Lidschatten-Paletten habe ich exakt ein einziges Mal genutzt, für dieses Foto:

Heute merke ich, in Zeiten in denen es mir schlechter geht, noch oft diesen “Ich brauch das und das”-Impuls. Meist geh ich dann aber lieber in die Natur und sammel Federn, Herzsteiner oder Glücksmomente. Irgendwie ist es heilsam zu spüren, wie sich alle Herausforderungen, Fehler und Schicksalsschläge irgendwann als guter Tipp-Geber entpuppen. Und natürlich freut es mich auch zu sehen, dass es mir immer besser geht.

Letzteres ist mir dann aufgefallen, als ich dieses Foto von meinem aufgequollenen Schlaf-Gesicht bei Facebook entdeckte:

Insbesondere seit ich meine Ernährung 2017 auf vegan umgestellt habe und das Schminken zum Großteil eingestellt habe, sah ich nicht mehr so aus wie auf dem Foto. Wenn ich morgens aufstehe, hab ich vielleicht etwas Schlaf in den Augen, aber dieses verquollene Gesicht gibt’s gar nicht mehr. Hab zur Vorsicht extra Marius das Bild gezeigt, er fand die Entwicklung genauso verrückt wie ich. Es ist irre, was so augenscheinliche “Kleinigkeiten” auf lange Sicht an positiven Veränderungen mit sich bringen.


Freitag war ich bei der Besprechung der Ergebnisse meines Gesundheitschecks. Ich wollte es, nach knapp zwei Jahren veganer Ernährung, dann doch genauer wissen. Sämtliche Ergebnisse waren sehr gut und bestätigen auch in diesem Bereich nochmal das, was man mir heute auch ansieht: ich bin gesund, gesünder sogar als ich jemals vorher war. Gerade die Ergebnisse des Lungenfunktionstests, Blutdruck und Blutwerte (wie z.B. Cholesterin) haben sich deutlich verbessert. Und: es gibt keinen Nährstoffmangel, obwohl ich nicht mal regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel nehme. Bei Letzterem war ich mir nicht ganz so sicher, umso schöner also, dass meine Ernährung offensichtlich ausgewogen genug ist, um mich mit allen wichtigen Vitaminen, Mineralien und Nährstoffen zu versorgen. Ich hab mich darüber sehr gefreut!


Nach meinem Tief war dann Samstag ein besonders schöner und kreativ-produktiver Tag. Erst fand ich auf unserem Spaziergang, nach einem Jahr Sucherei, eine Eichelhäherfeder.

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Liebes Tagebuch, ich bin heute wieder aus meinem emotionalen Tief raus geklettert. Und weißt du was? Genau an dem Tag, als ich mein eigens kreiertes “Drama” so klar vor Augen sah und “Jetzt ist aber Mal gut mit bemitleiden und suhlen” dachte, fand ich meine zweite Eichelhäher Feder. Ich könnt heulen vor Glück! Ein Jahr lang hab ich jeden Tag die Augen offen gehalten, in der #Hoffnung was zu finden. Und, na klar, genau heute wo ich nicht gesucht habe, blitzte sie mich schon von Weitem an. 🤷🏼‍♀️🌈 #Eichelhäher als #Krafttiere erinnern uns z.B. daran, dass wir über jede Ent-täuschung glücklich und froh sein dürfen, weil ein Irrtum richtig gestellt wird und uns anders/neu auf die Dinge blicken lässt. Isso. Mich erinnern sie außerdem daran, mir und dem Leben zu vertrauen. Ich mein, echt Mal! Was für ein #Glück! Was für eine Botschaft genau #JETZT und überhaupt 💜 Deine Sanni 😏

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Über die habe ich mich unwahrscheinlich gefreut. Außerdem gab’s im Wald frische, super leckere Himbeeren zu verkosten und wir haben erste Panorama-Foto Experimente gemacht. Sehr witzige Sache, wobei wir noch ein bisschen üben müssen :-)

Zum Nachmittag hin habe ich dann meine Zeit genutzt, um noch was zu arbeiten und später, um kreativ zu sein. Das stand schon lange auf meinem Plan, aber ich hatte nie die Muße, um inne zu halten. Gestern konnte ich es dafür dann besonders gut genießen. Es gab ein paar neue Worte für meine “schöne Worte Wand” (es fehlt noch “Seelenfrieden”) und ich hab mir meine eigene “Göttinnen-Kette” aus Fimo gemacht.

Marius und ich haben noch bis tief in die Nacht sehr offene, schöne Gespräche geführt und so den gelungenen Samstag mit einem schönen Abschluss ausklingen lassen.


Beschäftigt hat mich diese Woche auch das Thema “Rasen mähen”. Vorweg: ich rede im Folgenden nicht von bewirtschafteten Nutzwiesen, sondern von öffentlichen/privaten Plätzen und Vorgärten, die nicht zur Produktion irgendwelcher Lebensmittel genutzt werden.

Der durchschnittliche “deutsche Rasen” wird einmal pro Woche gemäht (oder mit Steinen zugeschüttet ) Für Insekten sind diese Flächen damit, so oder so, völlig nutzlos. In Zeiten, in denen uns das Artensterben so krass vor Augen geführt wird, erscheint mir das Vorgehen mehr als paradox. Wir wohnen hier in dieser Gegend seit ca. acht Jahren und können mit eigenen Augen miterleben, wie Hummeln, Bienen und andere Insekten allein auf unserem Balkon immer seltener vorzufinden sind. Aber auch als Autofahrer, merkt man SOFORT, das was anders ist. Während früher, auf unseren regelmäßigen Fahrten nach Werne oder Münster, noch die ganze Scheibe voller roter Flecken war und alle paar Meter irgendwas auf’s Auto ploppte, können wir heute fahren und im Grunde passiert nix. Da sind kaum noch Insekten in der Luft im Vergleich. Dafür muss man nichts überdramatisieren. Es ist mehr als real.

Die Wohnsiedlung hier besteht aus sicher 12 Reihen mit je vier Häusern, davor und dahinter sind überall große Wiesenflächen, die nicht von den Anwohnern genutzt werden. Für Kinder gibt es extra Spielplätze, für die Leute, die etwas anpflanzen/dekorieren wollen zusätzliche Vorgärten. Und dennoch werden die Wiesen jede verdammte Woche kurz gemäht. So kurz, dass hier in der gesamten Gegend aktuell alle Wiesen verbrannt sind. Das selbe Bild zeigt sich bei uns vor der Tür im Wald und im Park. Alle Wiesen wurden dort gemäht, einzig und allein weil “es schöner aussieht” oder sich irgendwelche Anwohner mit einem “wie sieht es denn HIIIEEEER wieder auuuus” beschwert haben. Der Garten wird zur Visitenkarte seines Besitzers. Wer nicht mäht, ist ein “Asozialer”. Ich kann diese Logik zu 0% verstehen.

Um bloß nichts zu übersehen, hab ich ein paar Tage lang versucht via Google heraus zu finden, warum genau Menschen meinen, ständig den Rasen mähen zu müssen. Auch der BR findet in seiner Kurz-Doku keine Antwort darauf. Es gibt keinen WIRKLICH sinnvollen Grund, außer vielleicht vereinzelte Leute, die Allergien haben (wohlgemerkt Nutzflächen für Tiere/Lebensmittel ausgeschlossen). Selbst die Angst vor Zecken erschließt sich in den aller meisten Fällen nicht, weil viele Gärten gepflasterte Sitzflächen haben oder Zonen, die besonders genutzt werden, so dass man nur dort den Rasen mähen könnte. Zudem hat man ja auch jeder Zeit die Möglichkeit, sich während und nach dem Wiesen-Aufenthalt zu inspizieren.

Ich frage mich aber sowieso, wer einen solchen Anblick wirklich schön findet? Ein stumpfer, verbrannter Garten. Es gibt NICHTS zu sehen. Keine Tiere, kein Grün, keine Blumen. Glaub die Gewohnheit und den Glauben daran, dass eine gemähte Wiese ordentlich aussieht und dazu gehört, bekommt man nur schwer aus den Köpfen. Dabei wäre es sooo wichtig.


Das war es dann diese Woche auch an Erkenntnissen/Erlebnissen/Gedanken :-) Geplant für die nächste Woche sind ein Singabend bei Lexa auf dem Begegnungshof, ein Treffen mit den Frauen und am Sonntag ein Besuch bei Freunden in Dortmund.

Ich wünsche Euch einen schönen, erholsamen Sonntag!

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Über den Autor

Die Checkerin

[Sinnn­flu­en­cerin]
Person, die [in sozialen Netzwerken] Menschen mit großer Vorliebe zum Nachdenken anregt und mit unterschiedlichen Themen inspiriert

1 Kommentar

  • Liebe Sandra, so ähnlich sieht es bei uns im Bad aus. Wobei wir mit 4 Personen komischerweise noch so komisches Spielzeug/Kram haben, der immer wieder auftaucht ;-) manchmal hat man auch so scheuklappen auf: wenn ich wo anders bin, bin ich völlig überrascht, wenn ich die Badezimmer (oder auch andere Bereiche) sehe wo mega viel Zeug rumsteht.
    Das mähen lässt mich auch nicht mehr los, zufällig vor deinem Post auf Instagram hatte ich die Doku beim br gesehen. Und unsere Nachbarn haben alle einen echt Mini Garten hier. Aber es gibt so zwei, drei Kandidaten, die ich direkt einsehen kann, die wirklich auch jede Woche mähen, ihre Wiese aber gar nicht nutzen (wie du sagst, man hat zum sitzen ja meist extra Bereiche). Also müssen sie ihr Wiese gießen (…) und wenn man doch vorhersehen kann, dass es die nächste Woche auch nicht regnen wird und dass wir in dieser Riesen Hitzewelle stecken…ich versteh es nicht. Man könnte seinen rasen auch einfach anzünden. Da gäbe es wenigstens mal einen Skandal…
    Viele Grüße Katrin
    P.S. Auf jeden falls ist das Lidschatten Regenbogenbild richtig geil!

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