Immer wieder Sonntags


Immer wieder Sonntags 175

|Aphorismus der Woche|

Es geht um Aufrichtigkeit, echt sein, ausgerichtet sein, klar, da, präsent.
Es geht darum, offen alles zu sagen, was wir wirklich meinen und denken. Nichts mehr auszusparen oder zu verheimlichen. Durch die Blume reden ist von gestern. Komm auf den Punkt. Bring es auf den Punkt.
Niemand muss riechen oder erahnen, was du wirklich willst und meinst. Wenn du etwas brauchst, sag es. Wenn du etwas erwartest, sag es. Wenn du etwas nicht willst, sag es. Wenn etwas nicht stimmig für dich ist, sag es, auch wenn du es vielleicht nicht begründen kannst oder “nur” mit deinem Gefühl.
Sag, was du wirklich denkst und fühlst. Sei ehrlich zu dir selbst und auch zu anderen. Jeder hat diese Klarheit verdient, jeder deine Aufrichtigkeit. Vor allem du selbst. Sei es dir wert, ehrlich zu sein.

Ja, es könnte dazu kommen, dass dein Gegenüber keinen Applaus klatscht und wenig begeistert von dem ist, was du sagst. Aber was wäre die Alternative? Dass du lügst? Dass du dich verbiegst? Dich verrätst? Dich übergehst?
Das ist es einfach nicht wert. Lieber liegen die Karten wirklich offen auf dem Tisch, es herrscht Klarheit und man merkt, dass man so eben nicht zusammenkommt, als dass man auf biegen und brechen zusammenkommt, aber beide sich etwas vormachen und am Ende die Enttäuschung doch kommt, weil das “Zusammenkommen” eben eine Farce war und alles vor die Wand fährt.

Tu dir und der Welt einen Gefallen und sei aufrichtig. Stell dich hin in deine volle Größe und sprich deine Wahrheit. Nichts ist erfrischender und einfacher, als der Umgang mit klaren Menschen. Du entlastest nicht nur dich, sondern auch deine Mitmenschen, weil sie nicht mehr zwischen den Zeilen lesen müssen, sondern sofort wissen, woran sie sind. Die Zeiten von Wischi-Waschi-Talk sind wirklich vorbei. Echtheit ist angesagt. Radikal.
Doch, radikal geht auch wertschätzend. (Anja Reiche)

|Gesehen| eine neue Folge “Fear the Walking Dead*” und einige Dokumentationen
|Gehört| Provinz !
|Getan| gearbeitet, geärgert, gefallen, gehalten, gelernt, gelacht, gelesen, Seelenworte gemalt
|Gegessen| es gab unter anderem Königsberger Klopse und Pulled Jackfruit Burger
|Gefreut| über Eichelhäher Feder Nummer sechs in knapp drei Wochen :-)
|Gelesen|Familienstellen mit Symbolen*”
|Geärgert| Puh, ordentlich.
|Gekauft| zwei neue BHs bei Cosabella, viel Nierendiät-Futter für Bongo (ORGANICVET* mag er offenbar besonders gern), Cerebrum Compositum* (auch für Bongo), Waschmaschinenreiniger* und einen neuen Aufsatz* für den Vileda Superfeger
|Geliebt| neue Erkenntnisse, gesetzte Grenzen und die Gewissheit, dass sich alles fügt
|Geträumt| von einer schwarzen und einer roten Schlange, die riesen groß waren und die ich irgendwie gerettet habe
|Geklickt| noch mehr Häuser
|Geschrieben| Was bringen Nasenduschen?


Bongo

Diese Woche mussten wir nochmal mit Bongo zum Arzt, weil einer der Blutwerte fehlerhaft war und das genau den wichtigen Kreatininwert betraf. Leider hat sich der Wert, im Vergleich zum letzten Jahr, sehr verschlechtert. Wobei man dazu sagen muss, dass Bongos Wert im Vergleich zu echten “Nierenkranken” noch human ist. Jedenfalls bekommt er jetzt, neben den bisher ohnehin verabreichten Medikamenten, eine zusätzliche Nierendiät. Gegen das Erbrechen half bisher nix, die Tierärztin hat uns dann die “Nux Vomica*” Globuli empfohlen. Seit er das regelmäßig bekommt, erbricht er fast gar nicht mehr. Wir hoffen, dass ihm die Nierendiät und die Medikamente helfen und die Kontrolle der Werte in ein paar Wochen keine weitere Verschlechterung mit sich bringt.


Frauenworkshops

Dienstag war ich beim “Königinnen Aufbau-Seminar” zum Thema Visionen und Donnerstag mal wieder bei einem Impulsworkshop. Der, mit dem ich 2017 bei Magdalena angefangen habe. Ich hab den Impulsworkshop Vertrauen & Hingabe mittlerweile sicher fünf oder sechs mal gemacht. Dieses Mal war mein Fortschritt für mich besonders spürbar. Gerade wenn ich mich zwischen meinem Start in 2017 und heute sehe, aber auch wenn ich mich mit den vielen anderen Frauen vergleiche, die noch am Anfang ihrer Reise stehen. Mir tat es gut zu erkennen, dass ich viele dieser Hürden bereits überschritten und einige meiner Mauern fallen lassen habe. Zum ersten Mal hatte ich außerdem das Gefühl, diesen Workshop vorerst nicht mehr besuchen zu wollen, weil ich genug davon habe. Ein schöner Abschluss.

Auch der Workshop zum Thema “Visionen” am Dienstag war sehr wegweisend für mich. In einem Ritual hatte ich die Möglichkeit, mich von meiner Vergangenheit und meinem “alten Ich” zu verabschieden und in meine Zukunftsvision zu gehen. Bei der Verabschiedung der alten Sandra entstand in mir der Satz

“Ich bin aus mir heraus gewachsen”

Es ist genau so. Ich bin (weiter) aus mir heraus gewachsen. Es klebt noch alte Haut an mir, die abgestreift werden will. An manchen Stellen tut das Wachsen immer noch fies weh. Aber es geht. Ich höre auf, für oder gegen alles zu kämpfen. Gegen meine Wut, mich, die Erwartungen anderer. Für Liebe und Anerkennung. Stattdessen lerne ich, mich meinem Leben hinzugeben. Mit der Gewissheit, dass alles genau so kommt, wie es kommen soll. Meine Gefühle fließen immer mehr durch mich hindurch, statt mich, in Form meiner unbändigen Wut, beinah zum Platzen zu bringen.

Genau einen Tag später konnte ich für mich unter Beweis stellen, dass ich diese Form der alten Sandra wirklich verabschiedet habe. Ich kam an eine, mir sehr bekannte Grenze. Aber genau diese Grenze hat mir bestätigt, dass ich aus der alten Sandra heraus gewachsen bin. Ich hab die Chance der Erkenntnis genutzt, um meine Grenzen neu abzustecken. Ich bin noch etwas unsicher, in diesem neuen Raum, aber da ist auch das Gefühl von Hingabe. Hingabe ans Leben, an all die Abschiede, Hürden, Verletzungen, aber auch an die tiefe Gewissheit, dass da immer Licht am Horizont ist. Dass ich wachsen und mich verändern kann. Dass ich in der Hand habe, wie ich mein Leben gestalte und lebe, welche Erfahrungen ich wie verarbeite und welche Lehren ich aus all dem ziehe.


Es ist gut

Mittwoch gab es eine Situation, in der die alte Sandra völlig anders reagiert hätte, als die Neue. Mein neues Verhalten hat in meinem Umfeld viel Negatives ausgelöst. Auch auf diese erschreckenden Reaktionen hätte ich eigentlich anders reagiert. Statt aber ins Drama zu gehen, hab ich es einfach hingenommen. Die aufkeimende Wut hab ich wieder genutzt, um etwas Neues zu erschaffen. Abends wurde wild getanzt und danach lag ich glücklich-erschöpft auf dem Boden und wusste, dass es gut ist. Dass ich nichts tun muss, außer zu sein und zu vertrauen. Zu wissen, dass ich trotzdem getragen werde, dass es wichtig und richtig ist, so wie es ist. 💜


Manchmal braucht es keine Veränderung

Bemerkt habe ich in dieser Woche noch etwas: Ich hab immer geglaubt, dass ich falsch bin, weil ich z.B. nicht gern shoppen gehe, stundenlang in Cafés sitze, auf Straßenfeste gehe, mit vielen Menschen abhänge, mich jede Woche mehrmals mit FreundINNen treffen möchte usw. Aber das ist nicht falsch. Irgendwo zu sitzen und Kaffee zu trinken, über Hochzeiten und deren Planungen zu schnattern, den Strandurlaub zu planen, über Filme zu quatschen, die neusten Klamotten auszuprobieren und die drölfzigste Tasche zu kaufen, das bin nicht ich. Ich habe schlichtweg keinen Spaß und kein Interesse daran.

Manchmal mache ich “den Spaß” mit, weil ich glaube, es müsste sein, aber am Ende merke ich jedes Mal, dass ich es kaum genießen kann, weil es nicht meine Welt ist. Zumindest nicht hier. Ich kann dem nichts abgewinnen. Meine Mitmenschen freuen sich immer, finden das alles schön und spannend und ich merke, wie es für mich einfach völlig befremdlich ist, dass jemand “sowas” schön findet. Ich hab lange versucht, meine Einstellung dahingehend zu verändern, hab jedes Mal von Neuem versucht offen zu sein. Gerade in den letzten Monaten habe ich dahingehend oft gegen meine eigenen Widerstände gearbeitet, weil ich glaubte, dass sich so etwas verändert. Aber am Ende hatte ich nie das Gefühl, dass ich es wirklich genossen habe. Meist freue ich mich nicht mal auf diese Aktivitäten.

Manche Dinge sind einfach so, wie sie sind. Es bedarf gar keiner Veränderung. Das war für mich wichtig zu begreifen. Ich WILL gar nicht, dass ich dahingehend so ticke, wie andere. In Folge dessen werde ich mein schlechtes Gewissen ablegen und ehrlich sagen: darauf habe ich keine Lust /daran habe ich keinen Spaß. Ich sitze dann wirklich lieber hier, bin kreativ, schreibe, höre Musik, geh spazieren, lese ein Buch oder so, anstatt mich weiter krampfhaft in diese Rolle pressen zu wollen.


Ich kann & darf das

Gestern gab es noch eine Premiere: ich habe meine neuen BHs präsentiert. Einfach so. Ich schrieb vor einigen Wochen noch über das Thema “Weiblichkeit” und meine Hemmungen auch meine Brüste zu zeigen. Lange Zeit habe ich meine Brüste geliebt und dann irgendwann angefangen, mich für sie zu schämen. Die letzten Monate hat sich das zum Glück wieder gewandelt. Durch die gedankliche Beschäftigung mit dem Thema hat sich dann offenbar so viel getan, dass ich mich wieder richtig toll gefühlt habe mit meinen Brüsten. Eben sogar so toll, dass ich die BHs gern an meinem Körper präsentieren wollte und das hier auf Instagram und hier auf Facebook dann auch tat :-) Auch in Sachen positives Körpergefühl hat sich viel bei mir getan und darüber freue ich mich sehr. Ich genieße es richtig.


Alles kommt, wie es kommen soll

Zu guter Letzt konnte ich diese Woche erleben, dass sich vieles von alleine löst. Einzig und allein dadurch, dass ich meine Haltung ändere. Meine Entwicklungen und Veränderungen der letzten Jahre führen unweigerlich auch zu Veränderungen innerhalb meines Umfeldes. Mir ist klar geworden, dass viele Menschen aus meinem bzw. unserem Leben verschwinden werden und dass ich das gar nicht bedauere. Man entwickelt sich in unterschiedliche Richtungen, geht seines Weges und das ist völlig in Ordnung so. Alles kommt, wie es kommen soll. So oder so. Und mit jedem Abschied gibt es eben immer auch etwas Neues.

Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag!

 

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Über den Autor

Die Checkerin

[Sinnn­flu­en­cerin]
Person, die [in sozialen Netzwerken] Menschen mit großer Vorliebe zum Nachdenken anregt und mit unterschiedlichen Themen inspiriert

2 Kommentare

  • ‘Manchmal braucht es keine Veränderung’….Du hast so Recht. Danke Sandra. Das habe ich gebraucht. 3 solcher ‘(Pflicht)Veransaltungen’ stehen in den nächsten Tagen an und ich hab mir innerlich immer wieder gesagt ‘Zieh es einfach durch, die paar Stunden schaffst du schon, vielleicht wird es ja lustig…’ ‘Nein! Ich will das aber nicht!’ rief meine innere Stimme aber immer gleich wieder zurück. Durch deine Worte bin ich jetzt in meiner Meinung sicher und standhaft. Ich werde ehrlich zu mir sein und nichts mehr machen, was ich nicht möchte. Sei es der Betriebsausflug, ein Sommerfest oder eine Geburtstagsparty der Verwandtschaft. Wenn es mir nicht gut tut, mache ich es nicht. Weil ich mich nicht verändern muss für andere. Oder um auch so ‘normal’ zu sein wie andere. Hab mich auch immer gefragt, warum ich mich auf sowas nicht freuen kann. So bin ich halt und so geht es MIR am besten. Danke ♡

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