Gaumenfreuden

Vegane Königsberger Klopse (wie das “Original”

Vegane Königsberger Klopse (wie das Original) DieCheckerin
Geschrieben von Sandra Stüber
Hinweis
Bei mir gibt es (absichtlich) “normale Essensfotos”. Ohne extra Styling, ohne tolle Deko, ohne Schnick Schnack. Mein Essen sieht so aus. Ich bin selbst immer ganz enttäuscht gewesen, wenn nachgekochte Rezepte nicht so aussahen, wie auf den Fotos. Deshalb gibt es das bei mir nicht. Auch wenn ich jedes Mal damit zu kämpfen habe, das mein Essen nicht so schön aussieht wie bei anderen. Es ist eben mein Essen. DAS ist die Realität.

Als ich noch tierische Produkte Fan war, gab es, neben Wiener Schnitzel mit Pommes, ein Gericht, für das ich getötet hätte: Königsberger Klopse! Eine vegane Königsberger Klopse Version hätte ich damals NIEMALS angerührt. Wie sich meine Meinung mittlerweile vom Fleischfresser zum Pflanzenfresser verändert hat, wisst Ihr ja :-)

Die ersten sechs Monate als Veganerin waren Königsberger Klopse also ständig in meinem Kopf. Die Rezepte, die es “veganisiert” gibt, sagen mir aber nicht zu. Vor zwei Woche hab ich deshalb Nägel mit Köpfen gemacht und einfach meine eigene Version ausprobiert.

Dass mein erster Versuch direkt SO ins Schwarze trifft, hätte ich nie für möglich gehalten. Diese veganen Königsberger Klopse sehen nachher nicht nur Original aus, sondern schmecken auch noch zu 90% so. Die Klopse sind von der Konsistenz her so nah dran, dass es mir fast ein bisschen Angst gemacht hat. Unfassbar gut. Natürlich möchte ich das Rezept mit Euch teilen.

Zutaten
reicht für ca. 40 Klopse, zu zweit essen wir zwei Tage davon
für die veganen Klopse:

  • 2 Esslöffel Olivenöl
  • 1/2 mittelgroße Zwiebel
  • 450g Champignons gehackt
  • 1 Teelöffel getrocknetes Basilikum
  • 1 Teelöffel getrocknete Petersilie
  • 1 Teelöffel getrockneter Oregano
  • 1 Teelöffel rote Chili-Flocken
  • ca. 60 g Sonnenblumenkerne (auch Kürbiskerne funktionieren gut)
  • ca. 400 g weich gekochte Linsen, abgetropft und gespült (ca. 180 – 200 g trocken!)
  • ca. 120 g weich gekochter Reis (ca. 60 g in trocken)
  • 2 – 3 EL Reismehl (oder Maismehl / Kichererbsenmehl)
  • 1 – 2 Esslöffel Hefeflocken (wenns Cheesy werden soll)
  • 1Salz & Pfeffer nach Belieben

für die Sauce:

  • 3 EL Pflanzenmargarine
  • 2-3 EL Mehl
  • Zitronensaft
  • 375 ml Brühe
  • 125 ml pflanzliche Sahne (kann man auch problemlos durch Brühe oder Hafermilch ersetzen, die Sauce braucht keine Sahne meiner Meinung nach)
  • 1 kleines Glas Kapern
  • Salz & Pfeffer
Zubereitung

Zubereitung Klopse:

  • Linsen & Reis vorkochen, am besten so, dass beides richtig schön “klatschig” weich ist. Champignons und Zwiebeln klein hacken.
  • Beides in einer großen Pfanne mit etwas Öl bei mittlerer Hitze erhitzen und kochen, bis die Zwiebeln glasig und die Champignons weich geworden sind (ca. 5 Minuten). Gewürze hinzufügen und einige Minuten (2-3) weiterkochen.
  • Während die Mischung kocht, Sonnenblumenkerne in einer Küchenmaschine grob zerkleinern. Zwiebel-Pilz-Mischung zusammen mit der Hälfte der gekochten (!) Linsen ebenfalls in die Küchenmaschine geben und pürieren, bis sich alle Zutaten zu einer groben Masse vermengen (es sollten aber noch feine Stückchen drin sein). Die Masse mit den restlichen Linsen, Reis, Reismehl und Hefeflocken (wenn ihr wollt) in eine Schüssel geben und zu einem Teig vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Den Teig zu Golfball großen Bällchen formen (mit feuchten Händen funktioniert es leichter) und auf ein Backblech legen. Auf mittlerer Schiene 30 Minuten bei ca. 190°C backen, dabei nach ca. 15 Minuten umdrehen, bis die Kugeln gebräunt und außen knusprig sind.
  • Bällchen herausnehmen und 5 – 10 Minuten abkühlen lassen

Zubereitung Sauce :

  • Margarine erhitzen- Sobald sie geschmolzen ist, nach und nach das Mehl dazu geben. Nun die Brühe nach und nach dazu geben und kurz köcheln lassen. Sollte die Sauce zu flüssig sein, vermengt noch etwas Mehl mit Wasser bis es klumpenfrei ist und fügt es zur Sauce hinzu. Ist sie zu dickflüssig, gebt noch etwas Wasser hinzu, bis sie die gewünschte Konsistenz hat.
  • Kapern hinzufügen, Hitze runter stellen und die Sauce nicht mehr kochen lassen.
  • Mit Zitronensaft,  Salz und Pfeffer süß-sauer abschmecken.
  • Gebt die Bällchen auf einen Teller und beträufelt sie mit der fertigen Sauce.

Das ganze serviert ihr, gemeinsam mit Kartoffeln!  Sau lecker. Steht dem „Original“ in Nichts nach.

Königsberger Klopse vegan DieCheckerin

Hast Du mein Rezept ausprobiert? Dann freue ich mich über deinen Kommentar! Gern kannst Du mich auch bei Insta / Facebook auf deinem Foto mit @diecheckerin.de markieren, damit ich unter deinem Beitrag kommentieren kann. 

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Über den Autor

Sandra Stüber

Ü30, seit 1998 Bloggerin, alberne Öko-Frohnatur und
naturverbundene Pflanzenfresserin. Versucht hier seit 2013 die Menschen zu inspirieren.

22 Kommentare

  • Richtig gut, dass bei dir Essen aussieht, wie es eben ist und nicht wie gemalt 🙈 war mal bei einem Shooting von Meine Familie und ich dabei und genau so sehen Bilder bei einigen Bloggern einfach aus aus… was ein Aufwand. Da kochst es nach und fühlst dich scheisse 🙈

  • Hallo,

    ich habe eine Frage zum Rezept, da es sich seeeehr vielversprechend anhört. Welche Linsen hast Du benutzt? Ich freue mich schon darauf es nachzukochen.

    • Hey Jeannine,

      ich nutze meist kleinere Tellerlinsen (rot oder braun). Wichtig ist aber eigentlich nur, dass du sie gut “zerkochst”. Geb mir gern mal Feedback, wenn du das Rezept ausprobiert hast. Das würde mich sehr freuen! :-)

  • Toll! Seitdem ich fleischlos lebe, trauere ich auch den Königsbergern hinterher. Werde das Rezept nach Weihnachten ausprobieren. Freu mich schon drauf :)

  • Ich hab sie am Wochenende nachgemacht und meine (“Allesesser”) Familie bekocht: alle waren restlos begeistert. Vielen Dank für das mega Rezept. Gibt es bei uns jetzt öfter!

  • Toll! Und wirklich beeindruckende Seite. Heute erst entdeckt – aber gleich meiner veganen Tochter empfohlen und einiges werde ich selbst nachkochen.
    Die Fotos sehen sehr gut aus. So sieht Essen eben aus.
    DANKE

  • Hallöle… Ich bin gerade auf Dich gestoßen und mag deine ehrliche Art. Kannst du mir eventuell eine Alternative zu den Champis geben? Meine Tochter isst alles außer Champis…lg yvonne

    • Liebe Yvonne,
      danke für deinen Kommentar und dein Lob!
      Bezüglich der Champignons: mein Freund und ich wir mögen (naja gut: wir mochten) auch keine. In den Klößen schmeckt man sie wirklich nicht heraus – einen Versuch wäre es vielleicht wert.
      Ich hab selbst noch nie eine Alternative ausprobiert, deshalb müsstest du wahrscheinlich experimentieren. Ich könnte mir vorstellen, dass es mit z.B. Erbsen oder Mais oder vielleicht auch eingeweichtem Tofu klappen könnte ?! Weiß nur nicht wie sich die Alternativen geschmacklich auswirken, die Pilze sind halt geschreddert sehr neutral, geben den Klößen aber diese “matschig-fleischige Konsistenz” irgendwie :-)
      Berichte gern mal, wenn du eine Alternative ausprobiert hast und das geklappt hat.

  • Wahnsinn! Meine Freundin hat mir dein Rezept “untergejubelt” und weil ich es als bekennender Fleischesser so gut fand, musste ich mich hier melden.
    Respekt und Kompliment! Ich hätte nichts gemerkt, wenn sie es mir nicht verraten hätte.

  • Mega! Hab gestern meine “Omni-Eltern” damit bekocht und ihnen erst am Ende gesagt, was sie gegessen haben. Es wäre ihnen nicht aufgefallen :-)))

  • Hallo Sandra,

    ich wollte schon lange schreiben, habe es aber immer wieder vergessen. Dein Rezept ist mittlerweile in unseren “Lieblingsrezepte”-Fundus übergegangen. Wirklich ein richtig gutes Rezept, was du da geteilt hast. Vielen Dank!

  • Ich habe die Königsberger Klopse meinen eigentlich fleischessenden Eltern gekocht und sie haben nicht bemerkt, dass sie eine vegane Variante gegessen haben. Nicht nur der Geschmack hat überzeugt, auch die Konsistenz war perfekt! Und die Krönung: am nächsten Tag schmeckten die restlichen Klopse sogar noch besser ;)
    Ganz herzlichen Dank für das tolle Rezept liebe Sandra, das gibt’s jetzt öfter!

    • Dagmar, ich freue mich SO sehr über deine Rückmeldung. Hab dich die ganze Zeit im Kopf gehabt und dachte schon “Ohjeee…das war wohl nix” ;-))
      Mega gut, dass es deinen Eltern geschmeckt hat und danke, dass du dir die Zeit genommen hast, mir zu schreiben, dass es gut war :-)

      • Liebe Sandra, ich war wirklich etwas in Zeitnot vergangene Woche, deshalb hat meine Rückmeldung gedauert… aber besser spät als nie ;), nicht wahr?!

        Für den Herbst, wenn es neue heimische Äpfel gibt, habe ich mir Deinen Apfelstreuselkuchen vorgenommen, der sieht ja zum Anbeißen aus :) !

        • Liebe Dagmar, das ist ja auch völlig legitim! Sollte/wollte auch keinen Stress verursachen und ist ja sowieso “mein Ding”, wenn ich bei einem Rezept, von dem ich weiß dass es gut ist, trotzdem Schiss bekomme, wenn eine Person mal nicht sofort schreibt, wie geil es ist :-D
          Den Kuchen zu backen wirst du auch nicht bereuen :-)

  • Heute gab ich die Klopse nachgekocht. Wir waren echt begeistert. Aber die Menge ist schon echt reichlich, oder? Obwohl ich nur 300 g Champions hatte. Aber ich hatte zuviel Wasser an den roten Linsen, da musste ich noch einiges mehr an Mehl dran geben. Sicher lag es daran.

    • Liebe Silvia,
      freut mich total, dass euch die Klopse geschmeckt haben! Danke für deine Rückmeldung!

      Das Rezept ist für ca. ein Blech Klopse (um die 40 Stück), wir essen zu zweit zwei Tage davon. Habe die Angaben jetzt oben im Rezept mal ergänzt, danke für den Hinweis.
      Das mit dem Mehl habe ich vor einer Weile schon mal von einer Bekannten gehört und daraufhin das Rezept nochmal komplett nach meinen Vorgaben nachgemacht (mittlerweile mache ich es bei uns so “nach Gefühl”), aber bei mir gab es das Problem nicht. Ich weiß nicht so ganz woran es bei euch liegt, aber es könnten die Linsen gewesen sein oder evtl. auch das Wasser aus den Pilzen. Bei mir reichen meist zwei gute Esslöffel Reismehl aus. Die Bällchen sind dann feucht, aber halten gut zusammen.

      Manchmal ist es auch so, dass das normale Mehl nicht genug bindet. Falls du also normales genutzt hast, versuch es beim nächsten Mal mit Reismehl oder Maismehl, vielleicht hilft das besser :-)

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