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Kolumne

Immer wieder Sonntags 287

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|Gesehen|Ist das noch Gentechnik?“ (sau interessant!), „Indien: Sikkim s├Ąt 100% Bio“ (inspirierend!) „Angstst├Ârungen: Der t├Ągliche Kampf gegen die Panik“ (immer noch ein Thema das viel zu viele Menschen betrifft und auf viel zu wenig Verst├Ąndnis st├Â├čt)
|Geh├Ârt| den Podcast „ADHD For Smart Ass Women
|Getan| Libby verabschiedet, geweint, geredet, gelacht, gearbeitet, fotografiert, gespielt, gebastelt
|Gefreut| ├╝ber 13 Stunden Freunde-Spiele-Zeit und eine produktive Woche
|Gelesen| Nix
|Gekauft|
 Nix
|Geschrieben| Nix
|Geplant| Sim-J├╝ in Werne mit Marius Familie, eventuell Katzen-Kumpel f├╝r Kimba anschauen (siehe unten)


Abschied von Libby ­čîł

Ja, es ist ernsthaft schon wieder ein Abschied f├Ąllig gewesen. Der Start in die neue Woche war schlicht und ergreifend schei├če. Nachdem Libby letzte Woche als Begleitung f├╝r Torvis Abschied mit dabei war und die Tier├Ąrztin noch anmerkte, dass Libby total fit ist, zeigte sich in dieser Woche pl├Âtzlich ein anderes Bild.

Libbys Bauch war prall und aufgeblasen wie ein Luftballon, als sie Montag Abend durch unser Wohnzimmer flitzte. Wir bemerkten au├čerdem einen recht starken Geruch, den wir erst Alva und ihren entz├╝ndeten Ohren zuschrieben. Nachdem ich mir Libby dann aber schnappte, um sie genauer zu begutachten sah ich dass aus allen ├ľffnungen Eiter heraus kam ­čśö

Uns war klar, dass das f├╝r Libby das Todesurteil sein w├╝rde. Wir sind gleich Dienstag fr├╝h zur Tier├Ąrztin gefahren. Sie war ziemlich schockiert ├╝ber Libbys pl├Âtzlich so dramatischen Zustand und uns blieb nichts anders ├╝brig, als sie zu erl├Âsen.

Die Wartezeit bis zum Aufruf haben wir mit Wiesel (als Begleitung) und Libby im Auto verbracht. Eine Zeit, die die Umst├Ąnde zwar nicht unbedingt leichter gemacht hat, aber wertvoller nicht h├Ątte sein k├Ânnen. Wir hatten die M├Âglichkeit unsere sch├Ânen Erinnerungen mit Libby noch um eine weitere zu erg├Ąnzen. Es war so wundersch├Ân zu sehen, wie Libby und Wiesel unsere Streicheleinheiten genie├čen konnten.

Au├čerdem ist Wiesel Libby bis zum Schluss nicht von der Seite gewichen. Sie hat sich richtig an sie gekuschelt, so dass der letzte Weg f├╝r Libby augenscheinlich relativ stressfrei war.

Libby & Wiesel beim Kuscheln im Auto

F├╝r Libby ­čÉÇ

Danke, f├╝r zweieinhalb Monate, die wunderherrlicher, lustiger, beeindruckender, liebevoller, lehrreicher und schnuffeliger nicht h├Ątten sein k├Ânnen. Unsere gemeinsame Zeit war leider sehr kurz, daf├╝r jedoch besonders intensiv. Als du am 13.08.2021 mit Alva und Malie bei uns eingezogen bist, warst du gerade erst deinen 146 Gramm schweren Tumor los geworden. Ein Tumor, der fast gr├Â├čer war als du selbst und den deine Vorbesitzer nicht operieren lie├čen.

Deine Lebenslust und dein Frohsinn haben mich von Anfang an sehr ber├╝hrt. Wie kann ein Tier, das den Gro├čteil seiner Lebenszeit so viel Menschen verursachtes Leid ertragen hat, ihnen dennoch so aufgeschlossen gegen├╝ber sein?!

Ich h├Ątte dir so sehr gew├╝nscht, dass du deine neue Freiheit und dein liebevolles Zuhause bei uns noch l├Ąnger h├Ąttest genie├čen k├Ânnen. Du bist f├╝r mich eine Inspiration und hast mich gelehrt was es hei├čt und wie wichtig es ist, den Moment zu leben.

Ich erinnere mich an eine Situation, kurz nachdem wir erfuhren, dass die Tumore von Torvi und dir wieder wachsen, in der ihr abends friedlich um uns herum wuseltet. Ich dachte dar├╝ber nach, dass dieses gemeinsame, friedliche Gl├╝ck vermutlich nur von kurzer Dauer sein w├╝rde und wurde traurig. Und dann kamst du zu mir geflitzt und wolltest spielen.

Das war der Moment, in dem ich die Bedeutung des Satzes „Worrying is like walking around with an umbrella waiting for it to rain.“ („Sich Sorgen zu machen ist wie mit einem Regenschirm herumzulaufen und darauf zu warten, dass es anf├Ąngt zu regnen.“) zum ersten Mal nicht blo├č verstehen, sondern f├╝hlen konnte.

Ich h├Ątte an diesem und den folgenden Tagen darauf warten k├Ânnen, dass du stirbst und t├Ąglich Angst davor haben k├Ânnen. Du hast mir dabei geholfen, das genaue Gegenteil zu tun. Das Leben mit dir war so leicht und der Tod so weit weg, dass dein Abschied so pl├Âtzlich kam und mich mit voller Breitseite traf.

Ich bin unendlich dankbar f├╝r all die Freude und Weisheit, die du in unser Leben gebracht hast. Wir vermissen dich. Dein durch die Wohnung flitzen, wie du jeden noch so seltsamen Ort in der Wohnung bekletterst, all die Blumenerde aus den T├Âpfen buddelst, uns unser Essen klaust, verr├╝ckt durch die ganze Wohnung rast, Kimba sooo interessant findest, dass du sie ununterbrochen verfolgst, wie wir jeden Tag neue und v├Âllig verr├╝ckte Pl├Ątze von dir finden, in denen du dein Essen bunkerst (zum Beispiel gekochtes Ei hinter den Sofakissen­čÖä) oder wie du deine Sonnenblumenkerne selbst in unseren Blument├Âpfen einpflanzt und ein paar Tage sp├Ąter fr├Âhlich die Spr├Âsslinge abnagst. Libby, du warst, bist und bleibst echt ne ganz besonders gro├čartige Ratte in unserem Leben.­čĺť


Das Tier-Dilemma

Erneut steht nun nat├╝rlich viel zu fr├╝h die Frage im Raum: Was wird nun aus Wiesel, Alva und Malie? Ich habe es ja oft erw├Ąhnt: Ratten sind Rudeltiere und drei St├╝ck sind das absolute Minimum und eher eine „Not-Ausnahme“, als eine artgerechte Entscheidung im Sinne der Tiere. Weiterhin kommt die Abgabe unserer vorhandenen M├Ądels nicht in Frage, also suchen wir gerade nach in Not geratenen Ratten-M├Ądels die ungef├Ąhr im selben Alter sind.

Es ist das ewige Dilemma. In jegliche Richtung. Denn eigentlich wollen wir keine Haustiere mehr in der Wohnung, geschweige denn im K├Ąfig halten. Die Haltungsformen widersprechen schlicht unserer Auffassung einer artgerechten Tierhaltung.

Die finanzielle und seelische Belastung ist nat├╝rlich auch gro├č. Wobei ich sagen muss, dass das, was die Tiere uns zur├╝ckgeben, insbesondere den Schmerz bei Weitem ├╝bertrifft.

Tiere sind eben auch eine Verpflichtung und bringen eine Abh├Ąngigkeit mit sich, die wir eigentlich gerne mal nicht mehr h├Ątten. Wir sind in 11 Jahren 2 x f├╝r mehr als nur ein Wochenende im Urlaub gewesen. Ich habe fast noch nichts von dieser Welt gesehen. Aber einfach mal spontan verreisen, das geht mit Tieren nicht. Zumindest eben nicht, wenn man sich wie wir daf├╝r entscheidet, die ├╝bernommene Verantwortung nicht an eine Pension, Familie oder Freunde abzugeben.

Gleichzeitig lieben wir unsere Tiere. Wir w├╝rden sie f├╝r kein Geld der Welt eintauschen. Und uns jederzeit wieder daf├╝r entscheiden, Bella bei uns aufzunehmen und von Hand gro├č zu ziehen. Genau weil wir uns irgendwann dazu entschieden haben Verantwortung zu ├╝bernehmen, m├╝ssen wir sie nun auch tragen. Auch bzw. m├Âglicherweise sogar besonders in Bezug auf Kimba, siehe folgender Abschnitt.


Kimba-Katzen-Kumpel

Nach dem Abschied von Bongo im April zeigt sich immer mehr, dass es Kimba alleine nicht gut geht. Wir haben uns vor dieser Entscheidung sehr lange gedr├╝ckt. Mittlerweile ist es aber so offensichtlich, dass wir es nicht mehr guten Gewissens ignorieren k├Ânnen. Kimba ist alleine ungl├╝cklich. Sie langweilt sich zu Tode. Trotz all der Zeit und der Tatsache, dass wir im Vergleich zu anderen quasi immer Zuhause sind: Wir als Menschen k├Ânnen und wollen das nicht kompensieren.

Es bleiben also nur zwei M├Âglichkeiten, um Verantwortung zu ├╝bernehmen: Entweder wir schauen nach einem neuen Zuhause f├╝r Kimba, oder geben einer zweiten Katze ein neues Zuhause. Und da Ersteres f├╝r uns ausgeschlossen ist, bleibt nur M├Âglichkeit Nummer 2.

Also suchen wir gerade (zugegebenerma├čen allerdings noch recht zaghaft) nach einer Zweitkatze in Kimbas Alter (also um die 13 Jahre). Mal schauen, wo wir da landen und was uns da erwartet.


Freundschaften & Ich 2021 Edition

Vor ziemlich genau zwei Jahren schrieb ich im Artikel „Freundschaften und ich“ dar├╝ber, wie frustrierend meine ehemaligen Freundschaften waren und wie selten ich mich w├Ąhrend oder nach den Zusammenk├╝nften gut f├╝hlte.

Ende 2019 war ich an einem Punkt, an dem ich gef├╝hlt kurz vor einer Art von Sozialphobie stand. Denn die Gesellschaft mit meinem bisherigen freundschaftlichen Umfeld bereitete mir Unwohlsein. Ich hatte Angst vor gewissen Treffen, weil sie mir auf den Magen und Darm schlugen und meine Panikattacken triggerten.

Anfang diesen Jahres schrieb ich in „Immer wieder Sonntags 254“ davon, dass diese Art der Angst seit Beginn der Pandemie sich in Luft aufgel├Âst hat. Irgendwie hat sich seit Januar 2020 alles so zusammen gef├╝gt.

Neben dem Wegfall der klassischen gesellschaftlichen „Pflichten“ (durch die Corona Pandemie) kamen auch neue Freunde in mein bzw. sp├Ąter dann unser Leben. Nach unserem gestrigen 13-Stunden-Spieletag mit besagten Freunden ist mir heute nochmal bewusst geworden, wie neuartig-wohl ich mich in dieser Konstellation f├╝hle.

Bei unseren ersten Treffen im letzten Jahr wartete ich regelrecht darauf, dass meine Angst wieder „kickt“, ich unruhig werde und mir schlecht wird. Oder dass ich meine typische innere Unruhe sp├╝re und eigentlich lieber nach Hause m├Âchte. All das blieb aus. Ich f├╝hle mich dort so wohl, sicher und Zuhause, dass Gef├╝hle von Scham oder Angst f├╝r mich in den gemeinsamen Stunden zu einem Fremdwort werden.

Was f├╝r eine sch├Âne Lebens-Bereicherung ­čĺť


Und sonst so?

Ich habe die letzten Tage vorrangig damit verbracht, Fotos f├╝r meine geplante Artikelreihe f├╝r meinen zweiten Blog Frau-Achtsamkeit.de zu machen. Au├čerdem habe ich ein bisschen Fensterdeko gebastelt, ein paar Runden Dead by Daylight gespielt und wunderherrlich mit Marius auf dem Balkon in der Herbstsonne gefr├╝hst├╝ckt.

Zwar sind unsere Holland und Wander-Pl├Ąne in dieser Woche die sechste Woche in Folge ├╝ber den Haufen geworfen worden, aber ich bin zuversichtlich, dass wir es bis November dann doch nochmal schaffen, ein oder zwei gr├Â├čere Wanderungen in Holland oder Belgien zu gehen.

F├╝r heute steht sonst nichts mehr auf dem Plan. Die Sonne lockt mich ein wenig, die Menschenmassen vor der T├╝re jedoch nicht. Deshalb werde ich mich wohl den Rattenm├Ądels widmen.

Ich w├╝nsche euch einen sch├Ânen Sonntag!

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