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Wildkräuter sammeln – Wie erkenne ich Wildkräuter?

Seit meiner ersten Wildkräuterwanderung 2018 sind Wildkräuter hier und auf meinen Social Media Kanälen immer wieder Thema. Ich werde häufig gefragt, wie ich Wildkräuter erkenne, woher ich mein Wildkräuter-Wissen habe und wo man sich weiter informieren kann. Viele von Euch interessieren sich für das Thema, wissen aber nicht wo sie anfangen sollen.

In diesem Artikel gebe ich euch Antworten auf Fragen wie “Wie erkenne ich Wildkräuter” oder “Wie kann ich mehr über Wildkräuter lernen?” und helfe euch dabei, euer Wissen zu erweitern.


Wie erkenne ich Wildkräuter?

Die Frage lässt sich ganz leicht beantworten: durch Erfahrung & Wissenserweiterung. Die Vielfalt an essbaren, heimischen Pflanzen ist groß, es gibt aber auch etliche giftige Pflanzen, die den essbaren teilweise zum verwechseln ähnlich sind. Sicher Wildkräuter erkennen zu können bedarf einiger Übung, Erfahrung und den Willen, Neues zu lernen, aber vor allem intensiven Kontakt mit der Natur.

Bei den folgenden Empfehlungen, um mehr über Wildkräuter zu lernen, mit ihnen vertraut zu werden und sie infolgedessen auch erkennen zu können, handelt es sich, aus meiner persönlichen Sicht, nicht um eine entweder/oder, sondern eine UND Liste.

Ich halte es, gerade in Hinblick auf mögliche giftige Doppelgänger, für außerordentlich wichtig, wertvolle Informationen live von einem Profi zu erhalten. Das so gewonnene Wissen kann ich dann mit Büchern, Blogartikeln und Videos vertiefen, auffrischen und bei Unsicherheiten hierüber oder über Apps bestätigen.


Wie kann ich mir Wissen über Wildkräuter aneignen?

1. Kräuterwanderungen / Kräuterführungen / Kräuterworkshops

Für mich persönlich stellen sie den Grundpfeiler zur sicheren Bestimmung dar. Mit der Hilfe von Kräuterwanderung bin ich bei der Erkennung verschiedener Wildkräuter sicher geworden. Kräuterführungen oder Kräuterworkshops vor Ort vermitteln praktisches Wissen, dass man hautnah miterlebt.

Es können Fragen gestellt werden, Unklarheiten beseitigt werden und hilfreiche Tipps & Tricks, sowie nötiges Hintergrundwissen vermittelt werden. Ihr findet passende Anbieter am besten, in dem ihr bei Google “Kräuterwanderung” oder “Kräuterführung” + euren Wohnort eingebt.

Kräuterwanderung mit Jeannette von “Wilder Wegesrand” – mitten im Bärlauch Paradies

Ich persönlich habe Führungen bei meiner lieben Bekannten Nici Ventker gemacht (wenn nicht gerade “Corona ist”, bietet sie hin und wieder Kräuterführungen auf dem Begegnungshof in der Espe an), sowie bei Jeannette von Wilder Wegesrand.

2. Raus gehen

Am aller meisten lerne ich, in dem ich raus gehe und versuche heraus zu finden, welche Pflanze da gerade wächst. Ich suche mir eine Pflanze aus, die mich besonders interessiert und recherchiere dann später Zuhause oder mit Hilfe entsprechender Bücher. So merke ich mir am besten, was was ist. Wenn ich das Ganze dann noch anwende (sofern ungiftig und genießbar ;-) ), brennt es sich definitiv in mein Gehirn ein und bleibt da abrufbar.

Auf unseren täglichen Spaziergängen habe ich so in den letzten Jahren wahnsinnig viel entdeckt und dazu gelernt, nicht nur in Bezug auf Wildkräuter, sondern auch rund um Wildtiere und generell die Natur. Sehr empfehlenswert, das nachzumachen.

3. Bücher

Bücher sind für mich ebenfalls eine wichtige Komponente, um das Wissen zu erweitern und Pflanzen sicher bestimmen zu können. Welche Bücher ich nutze und empfehlen kann, verrate ich HIER.

4. Videos

Im Internet gibt es eine Vielzahl an Videos rund um das Thema Wildkräuter. Sowohl zur Bestimmung, als auch zur Nutzung der Wildkräuter. Ich kann die folgenden Kanäle sehr empfehlen:

  • Buschfunkistan (viele Infos über essbare Wildpflanzen und Pilze, sowie deren Nutzung und Bestimmung)
  • Silke Leopold (ich bin nicht immer einer Meinung mit Silke und viele ihrer Ansichten sind für mich schwierig, ihr Wissen in Bezug auf Wildpflanzen, ebenso wie die Rezepte für Rohkost finde ich aber ganz großartig!)
  • Kai Sackmann (ich finde seine Outdoor Videos insgesamt sehr spannend!)
  • Essbare Wildkräuter für Anfänger (auf dem “Wachzorn” Kanal gibt es noch einige andere gute Videos)
  • WildpflanzenTV (hat leider aufgehört Videos zu machen, aber die die da sind, finde ich gut)
  • Wolf-Dieter Storl (seine Videos sind vor allem interessant, wenn man mehr Hintergrundwissen sammeln möchte)
  • Die Kräuterwerkstatt (ihr YouTube Kanal ist relativ neu, da folgt aber ganz sicher noch einiges)
Wildkochkurs in NRW im Landgasthaus Ikenmeyer DieCheckerin Kulturland Kreis Höxter Lieblingsplatz (2)

5. Blogs

Blogs liebe ich ganz besonders für die Ideen zur Verwendung, aber auch um das eigene Wissen aufzufrischen und weitere Hilfen zur Bestimmung zu finden. Meine Lieblingsblogs rund um Wildpflanzen:

  • Wilder Wegesrand (mein erster und bisher liebster Wildkräuter Blog. Hier finden sich sehr, sehr viele Informationen und tolle Rezepte – Jeannette bietet manchmal auch Kräuterwanderungen an)
  • Die Kräuterwerkstatt (ja gut, es ist ihr Instagramkanal, aber er ist aufgebaut wie ein Blog und es gibt unglaublich viel zu lernen!)
  • Corinna_Kräuterfee (jaja, schon wieder ein Instagramkanal, aber auch hier gibt es soooo viel zu entdecken!)
  • Blattunddorn (viele schöne Rezepte, auch zur Nutzung von Wildpflanzen in der Naturkosmetik)

Warum sind Wildkräuter so gesund?

Wildpflanzen sind zumeist sehr ursprünglich und nicht von uns Menschen kultiviert, weshalb sie häufig mehr Vitamine, Mineralstoffe und andereVitalstoffe besitzen, als kultivierte Pflanzen. Zudem ist die Schadstoffbelastung durch z.B. Pestizide, je nach Sammelort, geringer.


Was ist mit dem Fuchsbandwurm und anderen Krankheiten ?

2018 knapp 60 Bandwurmerkrankungen (vgl. HIER, die Zahlen für 2019 gibt es leider noch nicht) und 152 Lottomillionäre (vgl. HIER) in Deutschland. Ich finde, das sagt eigentlich alles. Die Wahrscheinlichkeit, sich über den Verzehr von Wildpflanzen mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren oder sich durch Schadstoffe schlechtes zu tun, ist sehr, sehr gering.

In Bezug auf Krankheitserreger ist die Gefahr bei kultivierten Pflanzen (durch menschliche Verunreinigungen in Form von z.B. e.Coli oder resistenten Keimen) deutlich höher (vgl. dazu z.B. Berichte wie diesen oder diesen oder diesen oder diesen oder…).

Ich persönlich habe selbst immer noch im Kopf, dass draußen selbst gesammelte Pflanzen keimbelastet und “eklig” sind, während Lebensmittel aus dem Supermarkt quasi in ihrer “Reinform” zu uns kommen. Das ist aber antrainierter Blödsinn, den wir aus unseren Köpfen streichen sollten. Fakt ist, dass in den aller meisten Fällen das genau Gegenteil zutrifft.

Damit möchte ich nicht die Möglichkeit einer Fuchsbandwurm-Erkrankung leugnen, sondern nur die Verhältnismäßigkeit deutlich machen.


Wo finde ich Wildkräuter?

Pflanzen wie Hirtentäschel, Löwenzahn, Gänseblümchen oder Brennnessel findet man wirklich überall, sogar mitten in der Stadt. Aber auch Wald und Wiesen (wenn sie nicht gerade, wie hier, ständig gemäht werden) sind voller unterschiedlicher Wildkräuter.

Ich verspreche euch: sobald ihr euch mit Wildpflanzen auseinandersetzt, werdet ihr sie überall sehen. Alleine bei mir direkt vor der Tür (und mitten in der Wohnsiedlung nah am Wuppertaler Zentrum) wachsen: Frauenmantel, Gundermann, Günsel, Bärlauch, Giersch, Löwenzahn, Hirtentäschel, Gänseblümchen, Brennnessel, Gänsefingerkraut, Waldmeister, Kletten-Labkraut, Knoblauchsrauke, Wiesenschaumkraut, verschiedene Klee-Sorten, Spitzwegerich, Breitwegerich, Storchschnabel, Brombeere, Himbeere, Kirsche, Beinwell, Sauerampfer, Taubnessel, Wasserdost, Weißdorn, Hagebutte, Ehrenpreis, japanischer Staudenknöterich, japanisches Springkraut, Holunder, Buche, Ahorn, Fichte und sicher noch einige andere, die ich noch nicht entdeckt habe.

Die Umgebungen sind eigentlich voller nutzbarer Wildpflanzen, wir nehmen sie im Alltag nur kaum wahr, weil viele als Unkraut gelten oder wir sie eben schlichtweg nicht erkennen.


Das war es an Informationen rund um das Thema “Wie erkenne ich Wildkräuter”. Ich kann euch die oben genannten Informationsquellen sehr ans Herz legen. Aus meiner Sicht ist dieser Lernprozess auch nie ganz abgeschlossen. Nicht zuletzt, da man immer neue Rezepte und Anwendungsideen erhält, wie man das Gesammelte verwenden kann.

Ich liebe das Thema, lerne jeden Tag mehr dazu und freue mich schon jetzt auf unser eigenes Haus, einen Wildgarten und das Anpflanzen ganz eigener Lebensmittel.

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Über den Autor

Sandra Stüber

Ü30, seit 1998 Bloggerin, alberne Öko-Frohnatur und
naturverbundene Pflanzenfresserin. Versucht hier seit 2013 die Menschen zu inspirieren.

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