Immer wieder Sonntags

Immer wieder Sonntags 127

Gestartet haben wir die Woche mit einem ausgiebigen Frühstück bei unseren Freunden Carina & Andy. Der Empfang war herrlich. Wir hatten nämlich Beziehungs-Jahrestag, aus dem Marius und ich uns nicht sonderlich viel machen. Carina hat den Tag aber genutzt, um uns schon im Treppenhaus mit schnulziger Musik zu empfangen, den Flur mit Rosenblättern zu spicken und den Tisch mit selbst gebastelten Ringen zu dekorieren. Herrlich :-)

 

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Wenn deine Freunde (naja gut, Freundin) mehr an den Beziehungs-Jahrestag denken, als wir selber 😂♥️

Ein Beitrag geteilt von Sandra Lorenz (@diecheckerin.de) am

Nachmittags sind wir dann nach Hause um noch etwas zu arbeiten und abends haben wir Orange Is The New Black* geguckt, aber nach den ersten beiden Staffeln geht mir die Serie momentan richtig auf’n Sack, weil die Story so dermaßen überzogen und klischeemäßig ist. Die meiste Zeit habe ich also beim Gucken eher gelesen und gemalt, als wirklich zugeschaut :-)

Dienstag waren wir einkaufen. Jetzt, wo wir beide ja selbst entscheiden können, wann wir arbeiten, können wir auch Dienstags um sieben einkaufen fahren. Und DAS ist wirklich noch viel geiler, als Samstags. So leer, dass wir uns das ein oder andere mal sogar zum Stöbern hinreißen ließen.

Am Mittag ist mir dann aufgefallen, wie sehr sich mein Verhalten auf den Social Media Kanälen verändert hat. Vor sieben Monaten bin ich ja allen entfolgt, habe auch auf Facebook meine „Freundesliste“ komplett bereinigt. Seit dem habe ich im Grunde mit so gut wie niemandem mehr was zu tun. Also all die, die vorher meine Handynummern haben wollten, die sich mit mir treffen wollten, mich soooo supi toll fanden, mit denen ich oft geschrieben habe und die mich „super lieb“ hatten -> Funkstille.

Zu Beginn des „Entfolgungsgate“, der ja für mächtig Wirbel sorgte, habe ich einzelne Profile noch besucht und ihre Beiträge geliked. Weil mir irgendwas gesagt hat, ich müsse das tun.Die letzten Wochen habe ich auch das nahezu komplett eingestellt. Denn es gab mal wieder eine bzw. einige Erkenntnisse, die ich zwar schon lange habe, aber jetzt endlich auch fühlen kann:

  1. Es interessiert mich eigentlich gar nicht wirklich, was andere von sich posten
    Das Licht ist mir aufgegangen, nachdem ich allen entfolgt bin. Der Kram von Fremden, zu denen ich keinerlei Bindung habe, interessiert mich null. Eigentlich interessiert mich nur der tiefsinnige/kreative Kram. Das, woraus ich für mich etwas lernen und ziehen kann. Wie der Urlaub Fremder war, wie es dem Haustier geht, wann das Kind gelernt hat aufs Klo zu gehen usw. ist für mich absolut nicht interessant. Im Gegenteil ist es mir sogar zuwider, wie z.B. viele Kinder in der Öffentlichkeit für Likes zur Schau gestellt werden. Man ist aber so in dieser Maschinerie, dass man es kaum abstellen kann, doch nochmal auf die Profile zu surfen. Ich jedenfalls fühle mich oft durch meine eigenen Gedanken „genötigt“. „Die liest doch auch bei mir, dann musst du auch bei ihr!“. Totaler Quatsch, den ich in den letzten Wochen vermehrt abstelle.
  2. Es geht so oft nur um Aufmerksamkeit, Bestätigung & Zeitvertreib
    Wenn ich etwas Privates von mir gepostet habe, dann wollte ich mich mitteilen, Bestätigung für eine Sache erhalten oder sonst irgendwie Aufmerksamkeit für mich. Wieso sonst teilt man z.B. das private Ultraschallfoto, Fotos direkt nach der Geburt, von einem schönen Moment im Urlaub oder Alltag mit völlig Fremden? Würde man das auf der Straße machen, würde man vermutlich eingewiesen werden. Wir zerstören intime Momente für ein paar Likes. Insgesamt ist es viel wertvoller, mich mit meinen Freunden auszutauschen, als online um Aufmerksamkeit zu betteln. Deshalb habe ich den Content noch mehr verändert. Es ging zwar immer schon eher um mich, als um mein Umfeld (meine Freunde, meine Familie & Marius sind ja z.B. auf Fotos o.ä. zu 98% tabu, aber mittlerweile gibt es nur noch Privates, das weitestgehend mit einer Thematik auf dem Blog verknüpft ist). Der ein oder andere findet das doof, ich finde es authentisch, denn:
  3. Es wird so viel inszeniert, dass es mir weh tut
    In den letzten Monaten habe ich oft erlebt, wie wir alle dazu neigen, ein Foto aus dem Zusammenhang heraus zu reißen, es auf Instagram zu posten und die eigentliche Situation so völlig anders darzustellen. So wird das langweilige Treffen zur geilsten Party, der gammelige Abend inkl. Streit zu einem gemütlichen Spieleabend, der traurige Tag zu einem lustigen Intermezzo usw. Wir sitzen in Cafés, auf Wiesen, in unserer Wohnung, bei Freunden usw. und schießen Fake-Fotos. Eins nach dem anderen. So. Ein. Bullshit. Ich möchte das für mich nicht mehr. Ich habe Freunde, ich habe Familie, ein schönes Leben, viele Hobbys und genügend Ausgleich. Ich muss niemandem etwas vorspielen, brauche keine Bestätigung von Fremden und möchte keinen Moment meines Lebens mehr für andere inszenieren und damit (für mich/uns) zu zerstören.

Dass ich mein Auftreten online noch ehrlicher und Blog-bezogener gemacht habe, hat dazu geführt, dass sich viele verabschiedet haben. Aber es hat auch dazu geführt, dass mir wirklich nur noch Leute folgen, die sich für meinen Content interessieren. Und DAS ist unbezahlbar. Ich habe lieber 4000 ehrliche Follower, die da sind, weil sie gerne meinen Blog lesen, als 20.000 die sich nur für meinen Fake-Content interessieren. Eine wichtige Entscheidung für mich persönlich. „Social Media“ und „Smartphone Konsum“ nicht mehr so ernst zu nehmen und die obigen Erkenntnisse dann auch wirklich entsprechend dazu zu nutzen, meinen generellen „Handy-Konsum“ einzuschränken, wird dann die weitere Aufgabe sein.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch nochmal die Thematik aufgreifen, dass ganz viele mir schreiben, dass sie mein Gefluche vermissen. Meine Flucherei liebe ich. So richtig. Für mich ist das oft ein Ventil, aber so, wie ich es früher auf Instagram gemacht habe, war es nicht real. DAS war nicht ich. Ich fluche nicht 24/7. Genauso wenig, wie ich alle Menschen hasse. Es kam gut an, alle fanden es lustig und das tat mir zu der Zeit gut. Auch, meine Wut raus zu lassen. Aber das entspricht mir eben nicht. Auch wenn ich gerne fluche und manchmal sogar derbe Schimpfworte nutze.

Die letzten Monate hat es mich regelrecht genervt, dass alle ständig wollen, dass ich fluche. T-Shirts und Tassen und Mousepads und Bilder mit Schimpfworten oder „Ich hasse Menschen“ wurden mir geschickt. Irgendwann stand ich hier kopfschüttelnd und wollte das alles los werden. Ich bin das nicht und ich WILL das auch gar nicht sein. So viel dazu. :-)


Was war diese Woche sonst noch los? Wir haben wieder viel gearbeitet und ich habe dabei einmal mehr gemerkt, dass es genau richtig ist, wie wir es jetzt vorhaben und realisieren. Es fühlt sich so unendlich gut an und ich bin so hoch motiviert, wie noch nie zuvor. Nochmal als Angestellte arbeiten zu müssen, möchte ich mit allen Mitteln verhindern. Unsere Ziele rücken immer näher. Ich habe das Gefühl, dass wir ankommen können und wirklich das schaffen können, was wir möchten. Das ist unfassbar gut!

Am Freitag war noch jemand da, um sich unseren alten Mercedes anzugucken. Morgen entscheidet sich, ob er den Wagen kaufen möchte. Es wäre toll und ich würde es mir sehr wünschen.  Freitagabend waren wir bei meinem Bruder und seiner Freundin mit Mama Grillen. Ein lustiger und geselliger Abend, den wir genossen haben (abgesehen von den vielen Wespen).

Gestern haben wir spontan all unsere Pläne über Bord geworfen und einen reinen „Für uns“ Tag gehabt. Nach einem ausgiebigen Frühstück sind wir, wie jeden Tag, spazieren gewesen, danach hat Marius auf dem Sofa eine Serie geschaut, die er gern mag, während ich auf dem Balkon saß und gelesen hab.

Und später saßen wir dann wieder zusammen auf dem Balkon und haben ne Stunde Pläne geschmiedet und uns unterhalten, um Abends Matt Groenings neue Serie „Disenchantment“ auf Netflix anzuschauen. UH! Die Serie liebe ich und der Tag war wirklich entspannend.

Heute steht unser Frühstück an, danach werden wir ne Runde raus gehen und später den Kleiderschrank ausmisten. Wir bereiten uns auf den Sperrmüll Ende September vor, wo wir die größte Ausmist-Aktion ever starten. Unsere Couch + Couchtisch kommen komplett weg und wir realisieren da Ecke mit Bodenkissen, vier unserer Schränke kommen weg und ich will viele meiner Kleidungsstücke los werden. Es ist alles zu viel. Ich merke das immer und immer wieder und habe deshalb auch entschlossen, mir zu Geburtstagen und Weihnachten maximal Gutscheine für z.B. Netflix/Spotify o.ä. und Bücher schenken zu lassen. Ich will keinen Kram mehr hier rumstehen haben.

Man wünscht sich Sachen über Sachen und stellt sich die Bude voll. Irgendwann quillen einfach alle Schränke über mit Gedöns, an dem Erinnerungen hängen und über das man sich kurz gefreut, dann aber doch nie genutzt hat. Eine Staffelei, ein Seidenmalset, ein neues Mikrofon, Cremes, Lidschattenpaletten, ne Webcam, ein Gimbal* für das Handy das ich noch NIE genutzt habe. Es ist einfach nur noch belastend, wenn ich die Schränke schaue und all den ungenutzten Kram sehe. Die Thematik ist ja schon lange in meinem Leben und wir misten seit zwei Jahren ja alle drei Monate aus, aber gerade sind wir beide an einem Punkt, an dem wir wirklich alles los werden wollen, das uns irgendwie belastet.

Gerade auch im Hinblick auf meine „Messie-Vergangenheit“ tut mir Minimalismus unwahrscheinlich gut und beruhigt mich. Wir wollen nicht spartanisch leben, sondern eben nur so, dass all der ungenutzte Ballast weg ist. Ich freue mich jeden Tag darauf und heute besonders aufs Ausmisten des Schranks :-)

Aphorismus der Woche:

Wer in die Höhe will, muß Ballast abwerfen.
© Michael von Faulhaber

|Gesehen| schöne Bauernhöfe in Bayern, Freunde & Familie
|Gelesen| gelesen nix, aber gehört!
|Gehört| das Buch „Magic Cleaning – Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert„*
|Getan| gearbeitet, gekocht, gelacht, geredet, gegangen, gelaufen, gehört, geguckt, geliebt
|Gegessen| siehe „Was essen wir heute
|Gedacht| siehe oben in Bezug auf Instagram
|Gefreut| über etwas Regen, eine gute Whole Food Box und eine schöne Woche
|Geärgert| über nichts
|Gewünscht| dass der Sperrmüll schon Ende August ist :-D
|Gekauft| Nichts
|Geliebt| etwas frischere Luft und unsere Gespräche draußen im Wald
|Geschrieben| über Kosmetik ohne Plastik und Verbundenheit unter Frauen
|Geplant| wir müssen Montag eine Klage einreichen, wollen eventuell nach Münster in die Rieselfelder, Donnerstag steht ein außer Plan mäßiges Gefährtinnen-Treffen statt und sonst steht nichts Besonderes an

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Über den Autor

Die Checkerin

Frohnatur! - Freak! - Philosophin!
Kommt selten schnell auf den Punkt, trifft aber irgendwann trotzdem den Nagel auf den Kopf.

13 Kommentare

  • Ach Du, ey. ♡ Ich folge dir ja schon so krass lange und finde deine Entwicklung so unglaublich faszinierend und ebenso inspirierend! Ich gebe dir so recht, was deine Aussagen bzgl. Instagram und Co angehen. Ich hatte es die Tage schon mal bei Carina geschrieben, ich weiß gar nicht, wie viele ich in den letzten Monaten aussortiert habe, weil mir diese Heititeiti-Sonnenschein-Instawelt so dermaßen auf den Sack geht. Witzig ist zum Beispiel auch, dass mir das auch lange so ging, dass ich dachte ‚derjenige/ diejenige folgt mir auch/ liked meine Bilder, also muss ich das auch tun. Was für’n Scheiß, ey. Hab ich als Kind schon bei Geburtstagen gehasst dieses ‚du wirst eingeladen, also muss du denjenigen/ diejenige auch einladen‘ – warum zur Hölle interessiert mich das dann bei Instagram? Keine Ahnung. Kommentarabschlusssätze sind übrigens nicht so mein Ding…also äh Tschö

  • Ich erkenne mich in der Problematik des social Media Konsums wieder. Genau das nervt mich auch und ich würde Instagram gerne löschen weil ich alles im echten Leben habe. Aber ich hab eine unrealistische Angst davor, das ist doch bescheuert. Zudem könnte ich auch alles entsorgen und am liebsten hätte ich eine kleine Zweizimmerwohnung Hütte mitten im Wald!

    • Das mit dem „Ich würde gern löschen“ kenne ich auch. Glaub wir haben uns da auch drüber unterhalten oder? Mir geht es ähnlich wie dir: man hat ne unrealistische Angst davor und in meinem Fall ist es eben auch noch so, dass es eine von vielen Plattformen ist, um den Blog zu promoten. Irgendwas hält mich davon ab, obwohl ich weiß, es wäre besser zu gehen. Nervig.

      Zwei Zimmer mit zwei Kindern is aber schwer, Mädschn!

      • Lerne zu sein der du bist. Und lerne gelassen, Auf all das zu verzichten, Was du nicht bist. (Henric Frederic Amiel) ich würde auch alleine, als schrullige Kräutersammlerin mit Katze. Aber ja das wird nicht passieren, obwohl ich die Vorstellung super finde.

        Ja wir haben uns darüber unterhalten, momentan Unterhalte ich mich mit vielen Leuten darüber. Den min grunde stiehlt es die Zeit wenn du den „Müll“ anderer Menschen konsumierst. Ich glaube viel mehr Menschen würden ihr volles Potenzial entfalten wären sie in gedanken nicht immer bei Menschen die sie nicht kennen. Aber ja als Werbeplattform ist es für Selbständige ein wichtiges Marketingtool.

        • Schrullige Kräutersammlerin mit Katze mag ich auch sehr :-)
          Und auch das mit dem Potenzial sehe ich so, aber das liegt nicht mal nur an Social Media, sondern am generellen Wandel unserer Zeit/ des Lebensstils. Glaub wir, die noch zu den Generationen gehören, die auch die „alte Zeit“ kennen, sehen das vielleicht auch deshalb etwas kritischer, als die jüngeren Generationen, die es gar nicht mehr anders kennen.

  • Spannendes Update Sandra! Danke dafür. Melde mich hier viel zu selten zu Wort aber ist mal wieder fällig ein danke für die Inspiration dazulassen. Mach weiter so! (PS mir egal ob du mir folgst, versteh völlig falls dich das nicht interessiert haha).
    Liebe Grüße
    Ela

    • Danke Ela, ich freu mich immer total, wenn jemand kommentiert. Auch wenn ich selbst ähnlich Kommentierfaul bin.
      Dich zu inspirieren find ich schön, gerade weil du mich auch schon sooo oft inspiriert hast. Auf Facebook und auf dem Blog stalke ich dich ja weiterhin regelmäßig :-D

  • Ach Sanny, ich sass grad hier beim lesen und hab gedanklich Haken hinter deine Inhalte gemacht. Ja, seh ich nahezu alles genauso. Es ist schön, die tiefergehenden Inhalte hier zu lesen als die tausendste Drogerieartikelvorstellung ;-)

    Entspannte Grüsse aus dem Urlaub

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