Aus dem Leben

Immer wieder Sonntags (89)

Zwangs-Digital Detox tut, wie immer, super gut!
Hier spricht eine plötzlich Smartphonelose-Checkerin, die auf Zwangs-Digital Detox gesetzt wurde und damit irgendwie doch ganz glücklich ist. Ich habe nämlich, zum Beispiel, den gesamten Samstag, an dem wir mit Freunden im Wald zum Geocaching waren, genossen, ohne dabei wie ne Irre aufs Handy zu starren oder sinnlos Fotos zu machen. Stattdessen hab ich alles brav in mich aufgesogen. Die tolle Landschaft, den Herbst, die Luft, die Sonne, Ruhe, Bewegung. Zwar blieb das Gefühl, diesen Moment mit irgendwem (mit Fremden. Warum eigentlich? Hach, Sandra!) teilen zu wollen. Sie aber letzten Endes nur für uns alleine gehabt zu haben, mag ich viel lieber.

Mein Handy ist also Freitag, nach mehreren Wochen „Anzeichen“, endgültig kaputt gegangen. Aus heutiger Sicht kann ich Euch somit das Alcatel Idol 4s nicht mehr empfehlen, weil es nach nur einem Jahr völlig den Geist aufgegeben hat und viele andere Blogger ähnliches berichten. Ich war, bis vor ca. vier Monaten, hellauf begeistert und hab’s jedem weiter empfohlen. Mit dem Wissen von heute würde ich das nicht mehr tun. Lässt mich etwas Neues lernen: technische Geräte sollten grundsätzlich nach ggf. ein paar Monaten, aber auf jeden Fall nach einem Jahr ein Update bekommen. DAS mache ich künftig so 🙂

Geocachen bei strahlendem Sonnenschein und danach essen gehen tut, wie erwartet, auch gut!
Samstag waren wir, wie oben schon erwähnt, mit Freunden geocachen und danach im Overkamp in Dortmund essen. Unser Tag fing schon um 4:30 Uhr an. Irgendwie konnten wir nicht mehr pennen. Nach dem Einkaufen sind wir dann gleich nach Dortmund gefahren und es war ein wirklich toller Tag. Nicht zuletzt natürlich auch, weil das Wetter  SO super toll war. 23 Grad, strahlender Sonnenschein, blauer Himmel und ein leuchtend orange-gelber Wald. Der Geocache „A bissl Allgäu in Dortmund“ hat seinem Namen alle Ehre gemacht und damit war ich wunschlos glücklich.

Das Overkamp soll ein recht gehobenes Restaurant sein. Ich fand’s okay aber nicht heraus ragend. Habe da (und das obwohl ich aus Wuppertal komme :-D) wirklich schon deutlich besser gegessen. Fand aber auch schon den Empfang und auch später die nach Schweiß riechende Kellnerin, eher nur mittelgut.Aber das ist zum Glück Geschmackssache. Die riesigen Räumlichkeiten, der große Andrang und die guten Bewertungen sprechen schließlich eine ganz andere Sprache.

Auf dem Begegnungshof in der Espe jede Woche was Neues zu lernen ist sehr erfüllend.
Der Rest der Woche war durchwachsen. Arbeit und Gedöns halt. Donnerstag ist durchaus noch hervor zu heben. Ich war (wie ab jetzt regelmäßig) bei Lexa auf dem Begegnungshof ‚In der Espe‘, um die Pferde zu bespaßen. Die Pferde haben gerade allerdings Panik, dass Ihnen Gras-technisch die Zeit davon rennt und deshalb wenig Lust auf Bespaßung. In Ruhe grasen wollten sie, mehr nicht. Zu Beginn konnte ich sie mit etwas Hafer bestechen, dann fand ich die Bestechung aber irgendwie doof. Schließlich finde ich ja gerade DAS so gut bei Lexa: alle auf dem Hof dürfen sein, wie sie sein wollen und werden nicht gezwungen, etwas zu tun, das sie vielleicht gar nicht wollen. Weder Menschen noch Tiere.

Also habe ich mich umentschieden und mich auf der Weide auf einen Holzstamm gelegt, die Stille genossen und den Pferden, bei fast strahlendem Sonnenschein, beim Grasen zugehört und zugesehen. Insgesamt lag und saß ich dort sicher eine halbe Stunde.  Völlig beseelt hab ich dann noch nen Abstecher zu meinen Lieblingsschafen gemacht. Besonders „Edda“ hat es mir angetan. Man munkelt, wir hätten dieselbe Mähne 😀

Immer wieder Sonntags Entschleunigung

Foto: Markus Thiel

Wiederkäuende Schafe und grasende Pferde bei strahlendem Sonnenschein sind Entschleunigung pur.
Schafe sind auf nem total anderen Dampfer als Pferde. Oft werden sie für dumm oder störrisch gehalten, ich empfinde sie aber als hochintelligent und sanftmütig. Sie sind direkter in ihrer Art. Es kann sein, dass sie von jetzt auf gleich genau da hin wollen, wo du gerade stehst. Dann schubsen sie dich um. Nicht böswillig, eben nur direkt und mit Vollkaracho, wenn es sein muss. Dafür können sie aber auch beinah stundenlang kuscheln und so entspannend schön wiederkauen (ok, ein bisschen stinkt es auch!). Wenn vier Schafe im Heu um Dich herum liegen und vor sich hin kauen, während meine Finger das wollige Fell umspielen, ebenso wie wenn vier Pferde um dich herum grasen – das ist Entschleunigung pur.

Noch ne Woche Wanderurlaub im Schwarzwald im November wäre mega gut!
Das war’s für diese Woche sonst auch. Heute wollen wir auf jeden Fall nochmal das tolle Wetter genießen und Morgen entscheidet sich, ob Marius und ich doch noch eine Woche Urlaub bekommen und dann in unser Lieblingsferienhaus im Schwarzwald fahren. Wie immer haben wir unsere Pläne schnell über Bord geworfen. Im letzten Jahr war das Wetter so miserabel bzw. vor allem unser Schuhwerk und unsere Jacken so falsch, dass wir gar nicht im Schwarzwald wandern waren. Das möchten wir dieses Jahr nachholen und die Umgebung so richtig auskosten. Das Haus ist noch 6 Tage frei, genau in der Zeit die wir uns wünschen, das würden wir liebend gern nutzen.

Was mir noch einfällt: unsere „vegane Versuchswoche“ führt dazu, dass uns Freunde, mal mehr und mal weniger, ängstlich ansprechen und fragen, was genau wir machen. Weil sie Panik haben, dass wir Ihnen demnächst als vegane Nazis jedes Stück Tier madig reden. Völliger Quatsch! Vegan sein ist für einige zum Trend geworden, einige werden aus gesundheitlichen Gründen vegan, wieder andere aus ethischen Gründen oder weil ihnen tierische Produkte nicht mehr schmecken. Menschen wollen kategorisieren. Wenn man Marius und mich fragt, dann passen wir aber in keine dieser Schubladen zu 100% und das sorgt für Verwirrung und Skepsis. Sowohl bei Freunden, die hauptsächlich schlechte Erfahrungen mit Veganern gemacht haben, als auch bei den Veganern, die eher starre Ansichten davon haben, wie man ihrer Meinung nach im Idealfall leben sollte.

Wieso weshalb warum macht ihr grad diesen veganen Kram?
Weil auch im Netz immer wieder Fragen aufkommen, versuche ich nochmal etwas besser zu erklären: Marius und ich haben für uns die Entscheidung getroffen, dass wir weniger, wenn nicht gar auf lange Sicht gar keine tierischen Produkte mehr essen wollen. Die Beweggründe dafür sind unterschiedlich. Zum einen kotzt uns an, wie Tiere auf der ganzen Welt ausgebeutet werden und das nur dafür, dass wir Menschen beim Essen einen erlernten Genuss verspüren, den wir als normal erachten. Denn nichts anderes ist es. Wir alle finden Milchprodukte und Fleisch geil, weil wir eben damit aufgewachsen sind. Wir haben die Geschmäcker von klein auf erlernt. Was meine Eltern eklig fanden, esse ich meist (selbst heute noch) nicht. So wie in anderen Ländern das Essen von Meerschweinchen oder Insekten normal ist, so ist es hier für uns normal, Milchprodukte und Fleisch von Schweinen, Kühen und z.B. Hühnern zu essen. An dieser Stelle kommt mein Selbstfindungstrip ins Spiel:

Wer bin ich, ohne all das, was ich durch meine Umgebung an Wahrheiten aufgenommen habe? Ich möchte ein Stück weit meine eigenen Wahrheiten lernen. Mich von dem lösen, was ich als richtig und falsch und normal kennen gelernt habe und schauen, ob ich es nicht vielleicht anders herum fühle. Das gilt auch z.B. für Quark mit Marmelade und ein gekochtes Ei zum Frühstück, Milch im Kaffee, Fleisch zum Mittag und auf dem Brot. Ein Teil des Grundes für das Vegan-Projekt. Der zweite Grund wurde oben schon angerissen: Tiere leiden für unseren Genuss. Millionen Tiere! Nicht nur ein bisschen, nicht nur kurz, sondern elendig, lange und richtig widerlich. Und das auch für Bioprodukte. Bio Hühnern, deren Eier im Supermarkt verkauft werden, geht es nur minimal „besser“, als den anderen. Tierleidfreie Tierprodukte gibt es nur wenige. Auch das missfällt uns.

10 Eier pro Abend und 400 g Fleisch. Das wollten wir nicht mehr
Tierische Produkte sind, in großen Massen, also so wie wir zwei sie bis vor wenigen Jahren konsumiert haben, nicht gesund. Es kam z.B. vor, dass Marius an mehreren Abenden in Folge jeweils 10 Eier aß oder ich 400 g Fleisch. Ich habe früher täglich mindestens 150 g eher sogar 300 g Fleisch gegessen. Auf lange Sicht ist das nicht gesund. Viele Studien zeigen sogar ein erhöhtes Krebsrisiko bei hohem Fleisch und Milchprodukte Konsum. Für mich, als kleiner Hypochonder, war auch diese „Erkenntnis“ ein weiterer Grund nachzudenken.

Und natürlich missfallen uns auch die ökonomischen und klimatischen Auswirkungen, des hohen Fleisch und Milchprodukte Konsums auf der Welt. Uns ist klar, dass wir als Einzelpersonen daran nichts ändern können. Aber wir können für uns im kleinen Kreis dafür sorgen, dass wir gesünder, bewusster leben und uns zumindest teilweise von diesem Teil des System raus nehmen. Vor allem darum geht es uns gerade. Wir sind weder komplett vegan, noch planen wir gerade Vollblut-Veganer zu werden oder umgekehrt wieder so zu leben wie früher. Wir probieren gerne aus, sind offen für neue Ansichten und entdecken gerne Neues. Nur wenn man selbst etwas ausprobiert, kann man überhaupt mitreden.

Gerade probieren wir aus und wir wissen noch nicht, wo wir landen. Das ist aber auch völlig egal. Euch sollte es auch egal sein
Da uns im Alltag eine Vielzahl veganer oder vegetarischer Produkte deutlich besser schmeckt, als die tierische Variante, war auch das ein Grund und die logische Konsequenz, es einfach mal auszuprobieren. Wozu bei Mc Donalds Burger futtern oder selbst Fleischburger machen, wenn der Veggie Burger millionenmal geiler schmeckt? Wozu Milch kaufen, wenn wir sie gar nicht brauchen? Wozu Butter, wenn es auch vegane Margarine gibt, die uns genauso schmeckt? Wozu Wurst, wenn uns die vegane Variante oder die vegetarische Variante besser schmeckt? Eben. Und doch werden wir vielleicht hin und wieder ein Stück Fleisch essen. Oder ein Ei. Oder einen nicht veganen Kuchen. Gerade probieren wir aus und wir wissen noch nicht, wo wir landen. Das ist aber auch völlig egal. Euch sollte es auch egal sein 🙂

|Gesehen|Nix!
|Gehört| Foy Vance „Burden“ 
|Getan| in den Alltag eingestiegen, fokussiert, geerdet, entspannt, geocachen, lecker essen, Herbst genießen und so
|Gegessen| siehe veganer Essensplan
|Gedacht|langsam ist auch mal gut
|Gefreut| über so viel Sonne und so viel goldener Oktober/Herbst
|Gelesen|die aktuelle Happinez über Readly* (gibt’s übrigens 30 Tage kostenlos 🙂 )
|Geärgert|über fehlende Rücksicht, fehlende Weitsicht, fehlende Einsicht
|Gekauft|den Adventskalender mit Mineralien*, ein neues Readly Abo* weil meine Lieblingszeitschriften und so viele leckere Kochzeitschriften dabei sind, neuen Pukka Tee*, neuen Yogi Tea*, neuen Shotimaa Tee*, Der kleine Strolch mit glücklichen Cashewnüssen für 5,99€ ordentlich überzogener Preis für ein Lebensmittel, das den Preis aus unserer Sicht absolut nicht wert ist, NOA Gemüsescheiben (sind ganz neu auf dem Markt)
|Geliebt| ein schönes Wochenende!
|Geklickt|mal wieder nichts
|Geschrieben| den zweiten veganen Essensplan
|Geplant| Pferde schnubbeln bei Lexa, auf die SimJü nach Werne und am Sonntag wartet endlich der Indianer Trommelkurs auf mich (hab das Gefühl IHR seid noch gespannter als ich :-D)

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Über den Autor

Die Checkerin

Frohnatur! - Freak! - Philosophin!
Kommt selten schnell auf den Punkt, trifft aber irgendwann trotzdem den Nagel auf den Kopf.

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