Kategorien
Gedanken

Was bedeutet Glücklichsein für mich? Bin ich glücklich?

🛈 Dieser Beitrag enthält unbeauftragte Werbung und kann mit einem * markierte Affiliate-Links enthalten. Durch die Teilnahme an Partnerprogrammen (siehe hier) erhalte ich für qualifizierte Verkäufe eine Provision. Der Preis bleibt für dich gleich. Lies mehr unter Werbekennzeichnung und Transparenz.


Wenn ich von meinen Veränderungen erzähle, wird mir ganz häufig ein und dieselbe Frage gestellt:

„Und? Bist du jetzt (wenigstens) glücklich(er)?“

Ich hab mich oft gefragt, was hinter dieser Frage steckt. Warum fragt man nach dem Glück eines anderen, wenn er davon erzählt, dass er sich vegan ernährt, sich vom Alkohol getrennt hat, seine Träume lebt? Meiner Erfahrung nach steckt dahinter die Hoffnung, dass mein Gegenüber sagt: „Ne, hat alles nix gebracht. Bin genauso unglücklich wie früher.“ weil es einem den Druck nehmen kann. In Richtung: „Puh, Gott sei Dank, dann brauch ich mich dazu nicht durchringen.“. Oder auch „War ja klar…dann bleib ich lieber, wie ich bin. Bringt ja alles nix. Wird man weder glücklicher, noch ein besserer Mensch“.

Zugrunde liegt all dem eine Definition von Glück oder Glücklichsein, die oft, fast schon automatisch, genau das Gegenteil erzeugt. Viele sehen Glück und Glücklichsein als DAS Ziel an. Machen es von etwas abhängig, das fast unerreichbar ist.

„Wenn ich dieses und jenes erst mal habe / Wenn ich da wohne / Wenn ich abc machen kann / DANN bin ich glücklich.“

Der Wunsch danach, ständig glücklich zu sein, in Kombination mit materiellen (Haus/Auto/…) oder auch eher unrealistischen Wünschen (ewige Gesundheit / Lottogewinn) sorgt dafür, dass wir unglücklich werden. Logischerweise.

Was bedeutet Glücklichsein für mich?

Glück(lichsein) bedeutet für mich nicht 365 Tage Sonnenschein, in einer Utopie, nämlich ein Leben voller materieller Erfüllung und Perfektion. Das ist etwas, das ich persönlich auch nicht für erstrebenswert halte. Ich sehe Glück nicht als etwas an, das man irgendwann erreicht (durch Errungenschaften / genug Geld oder so), sondern als etwas, dass IMMER da ist. Irgendwo in uns ist ein Teil von Glück, den wir zu einem Großteil selbst nähren können, durch eine bewusste Entscheidung und unsere Lebenseinstellung.

Wir bestehen aus unterschiedlichen Gefühlen. Die einzelnen Teile sind, je nach Situation, größer oder kleiner ausgeprägt. Manchmal ist ein Gefühl so stark, dass wir das andere nicht spüren.
Als mein Vater gestorben ist, war ich beispielsweise überwiegend traurig, schockiert, hoffnungslos. Aber da war auch ein Teil von mir glücklich, über die Menschen an unserer Seite, den Rückhalt und Zusammenhalt.

Veränderungen stehen für mich nicht unter der Maxime „Glücklichsein“. Sie geschehen als Quintessenz meiner Erfahrungen, meines neuen Wissens, manchmal auch einfach so.
Aber nicht sie, nicht das Erreichen meiner Ziele oder Wünsche, sind der Motor meines Glücks, sondern ich selbst. Meine Einstellung, meine Gedanken, mein Blick auf alles. Ich entscheide mich (größtenteils) dazu, glücklich zu sein.

Neue Klamotten, das neuste Smartphone, ein Urlaub, ein tolles Haus o.ä. waren noch nie Dinge, die mich nachhaltig glücklich gemacht haben. Natürlich freue ich mich manchmal für einen Moment darüber, aber es ist nichts Beständiges und hat für mich insgesamt auch, außer des materiellen Wertes, keine große Bedeutung.

Als Beispiel: ich wohne in einer Stadt, die ich furchtbar finde. Dennoch bin ich hier für den Moment glücklich. Weil ich mein Glück nicht (komplett) von meinen Lebensumständen abhängig mache. Es ist mir zwar nicht egal, wo ich lebe und mein Ziel ist, nach Bayern zu ziehen, aber ich laufe hier nicht wie ein Trauerkloß umher. Im Gegenteil gehe ich sogar so oft wie möglich raus an die Orte in Wuppertal, die mir gut tun und die mich nähren.

Ich bin hier, aber auch überall anders auf der Welt, glücklich, weil ich alles habe, das ich brauche, um glücklich zu sein: mich selbst.

Wie ich mich glücklich mache / was mich glücklich macht

Es ist natürlich immer sehr abstrakt zu sagen „Ich bin das, was mich glücklich macht!“. Letzten Endes ist es aber genau das. Man sieht den Unterschied ganz gut zwischen meinem Freund Marius und mir. Während er sich häufig auf den Mangel und das Negative konzentriert, das uns umgibt (z.B. Wuppertal ;-) ) und er nie auf die Idee käme, sich hier in dieser Stadt als glücklich anzusehen, konzentriere ich mich meist auf die Fülle und das, was positiv ist. Für ihn ist die Situation hier automatisch weniger gut erträglich, als für mich und es führt zu einem Gefühl des Unglücklichseins.

Er findet es realistischer negativ zu denken (weil es dann weniger Enttäuschungen gibt), ich finde es realistischer positiv zu denken (weil es dann mehr Freude gibt). Es ist also vor allem eine Einstellungssache. Wenn ich eher positiv gestimmt bin / positiver denke, geht es mir besser. Ein Gesetz, gegen das wir uns nicht mal wehren können. Genauso wie ein anfängliches „Fake-Lächeln“ oder Lachen z.B. beim Lachyoga sofort für die Ausschüttung positiver Botenstoffe und auf längere Sicht für Glücksgefühle sorgt – ob wir wollen oder nicht. Die Ausschüttung der Botenstoffe können wir nicht aufhalten :-)

Ich kann mein Glücksgefühl steigern, in dem ich positiv denke, aber auch in dem ich mich mit Dingen beschäftige/umgebe, die mich und mein Glücklichsein nähren. Ich weiß, dass mich die Natur nachhaltig glücklich macht. Wir gehen möglichst jeden Tag eine Stunde spazieren und fahren so oft wie möglich zum Wandern in die Wälder Deutschlands. Eine Meise, die in einer Pfütze badet, macht mich glücklicher, als 50€ auf der Straße zu finden. Ich wüsste gar nicht, was ich mir davon kaufen soll. (Marius würde übrigens das Geld nehmen und sparen – viel lieber, als der Meise beim Baden zuzusehen ;-) Lustig irgendwie, oder? Wie unterschiedlich sowas sein kann). Für mich liegt das Glück in den kleinen Dingen.

Zeit mit meiner Familie und/oder Freunden oder in Workshops zu verbringen, hilft mir auch. Ich liebe gute Gespräche, Spieleabende mit Freunden, gemeinsames Kochen, Geocaching, gemeinsam wachsen und lernen oder einfach nur einen gemeinsamen Spaziergang. Mich nährt das unwahrscheinlich und macht mich nachhaltig glücklich.

Auf persönlicher Ebene merke ich, dass es außerdem hilfreich ist, immer mehr ich zu sein und mich von dem Gedanken zu trennen, anders zu sein. Mich nicht mehr selbst zu belügen oder zu verleugnen. Sondern statt dessen Nein zu sagen, Grenzen zu setzen, mich selbst zu verwirklichen, zu wachsen, zu fordern, zu lernen, das Leben zu leben, zu tanzen, offen für Neues zu sein und so weiter. Nichts hat mich so sehr positiv geprägt, wie mehr zu mir zu finden und mehr das auszuleben, was mir entspricht.

Aber, und das find ich enorm wichtig, hinter all dem steckte nie das Ziel glücklich zu sein. Wie oben schon geschrieben:

Veränderungen stehen für mich nicht unter der Maxime „Glücklichsein“. Sie geschehen als Quintessenz meiner Erfahrungen, meines neuen Wissens, manchmal auch einfach so.
Aber nicht sie, nicht das Erreichen meiner Ziele oder Wünsche, sind der Motor meines Glücks, sondern ich selbst. Meine Einstellung, meine Gedanken, mein Blick auf alles. Ich entscheide mich (größtenteils) dazu, glücklich zu sein.

Ich bin auch nicht ständig glücklich. Manchmal hab ich darauf gar keine Lust und will lieber den ganzen Tag weinen oder mies drauf sein. Jeden Tag glücklich zu sein erscheint mir auch ziemlich eintönig. Wir haben so eine riesige Palette an Gefühlen, ich find’s schön, einige von ihnen auch mal zu spüren und zu durchleben.

Wie man nicht glücklich wird

Glücklichsein und Veränderungen anderer verursachen manchmal unangenehme Emotionen. In dem Moment, in dem jemand anderes uns von seinem Glück und/oder seiner positiven Veränderung erzählt, entstehen in uns häufig negative Gefühle. Wir fangen an uns zu vergleichen, fühlen uns vielleicht ertappt, haben das Gefühl, das nicht so gut zu machen / zu schaffen wie unser Gegenüber (das ging einigen bei meinem Alkohol-Artikel oder bei meinem Messie-Artikel so), werden uns manchmal unserer Schwächen bewusst.

Unsere Gedanken sorgen dafür, dass wir uns vielleicht minderwertiger fühlen, wütend oder traurig werden. Oft löst es so viel in uns aus, dass wir unbewusst versuchen, das Glück des anderen für uns abzuschwächen. Zum Beispiel eben, in dem wir fragen, ob derjenige denn jetzt wenigstens glücklich ist und dabei hoffen, dass die Antwort „Nein!“ lautet :-)

Oder wir fühlen uns angespornt, jetzt auch alles zu verändern, um endlich glücklich zu werden. Wir stellen unser gesamtes Leben auf den Kopf und versuchen so zu werden, wie diese Person. Nichts davon macht uns letzten Endes aber glücklich. Wir können uns nur selbst glücklich machen. Und zwar nicht so, wie andere es für richtig halten, sondern so, wie es für uns persönlich passt. Jeder Weg sieht anders aus.

Wer Bock hat, glücklich(er) zu sein, der geht los. Fängt bei sich selbst an. Nährt sich. Mit allem das gut tut, gut ist, verlangt wird.

Das Glück zu zulassen, ist manchmal eine Herausforderung. Das kenne ich auch von mir selbst. Ich weiß, dass ich damals oft ein schlechtes Gewissen meinem Opa und meinem Vater gegenüber hatte – „Darf ich nach dem Verlust eines Menschen glücklich sein“ (Wie man zu trauern hat) ist ja ein ganz eigenes, spannendes Thema! Aber NATÜRLICH darf man das. Weil eben nicht nur Trauer da ist, sondern viele andere Gefühle. Und weil das Leben halt auch weiter geht, zumindest wenn wir uns dazu entschließen (und das tun die meisten ja glücklicherweise).

Mehr zum Thema lesen:

Ich habe zum Thema Glück, Glücksmomente und Glücklichsein in den letzten Jahren schon viel geschrieben. Meine Ansicht damals war schon sehr ähnlich, hat sich aber vielleicht doch noch ein Stück verändert. So oder so findet Ihr viele hilfreiche Anregungen für mehr Glück oder Glücksmomente für Euch, da bin ich mir sicher:

2 Antworten auf „Was bedeutet Glücklichsein für mich? Bin ich glücklich?“

Hallo Die Checkerin,

ein sehr aufschlußreichen Artikel haben Sie da geschrieben.
Ich finde das Glück etwas mit innerer Zufriedenheit und zutun hat. Und das ist ohne viel Kraftanträngung lernbar. Meistens sind wir nur unzufrieden weil wir es anderen Recht machen wollen. Ich habe da mal ein tolles Buch gelesen. Ich fand es in so ´ner Ramschkiste im Buchladen. Der Titel „Einen Scheiß muss ich“. Der Autor Tommy Jaud beschreibt das wir nicht alles tun sollten was von uns verlangt wird.

LG Danilo

Ein schöner Artikel, den ich gern gelesen habe. Das Hauptproblem beim glücklichen Leben ist weniger das Wissen, wie es geht, sondern die Umsetzung im täglichen Leben. Häufig wissen wir, was uns gut tut, tun es aber nicht. Häufig wissen wir auch, was uns auf Dauer nicht gut tut, und tun es trotzdem. So ist das Leben! Schöne Grüsse aus Osnabrück

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert